Nur wer liegen bleibt...

von TWIMUM
GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
01.11.2018
26.03.2020
31
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„Denkst du, deine Mutter wird auch kommen?“, will Elias wissen. Wir sind auf den Weg zu meiner Abschlussfeier. Ja, es ist unglaublich und fast schon ein Wunder, aber ich hab mein Abitur geschafft. Im Durchschnitt hab ich neun Punkte erreicht. Wenn ich an das letzte Jahr zurückdenke, kann ich es fast nicht glauben und warte auf den Moment, an dem ich aufwache und mich die Wirklichkeit einholt. Aber es ist die Wirklichkeit. Ich habe mein Abi. Und meine beste Freundin hat einen riesigen Anteil daran. Wahrscheinlich sogar den alles größten. Mandy war unnachgiebig, diktatorisch und ein regelrechter Sklaventreiber, ja so könnte man es im Nachhinein nennen. Mein einziges Glück war es, dass sie keine Peitsche geschwungen hat. Wobei ich ehrlich gesagt, in einigen Situationen damit gerechnet habe, immer dann, wenn ich sicher war, es sowieso nicht zu schaffen und nur zu versagen.

Wir haben vor den schriftlichen Prüfungen täglich acht Stunden gelernt und ich habe auch den letzten Rest irgendwie aufgeholt. Sie war hartnäckiger als jeder andere und am Ende haben wir es geschafft. Ich muss von wir reden, denn alleine hätte ich es niemals hinbekommen. Auch wenn ich nicht nur von ihrer Seite Hilfe bekommen habe, Elias, Hans, Simone und selbstverständlich Tobias, mein Vater, haben einen Anteil daran.

„Ich habe sie nicht eingeladen“, erwidere ich, „und sie auch nicht mehr gesehen oder gesprochen. Also hoffe ich mal, sie erspart uns ein Aufeinandertreffen.“ Seit dem Ende der Verhandlungen habe ich keinen meiner ehemaligen Familie mehr gesehen.

Die Verhandlung war die Hölle, denn der Anwalt meines Vaters war widerlich, abartig und einer diesen ganz fiesen Rechtsverdreher. Ich habe kaum etwas mitbekommen, nur was mir Hans und Mandy erzählt oder die Zeitungen geschrieben haben. Mandy hat versucht sooft wie es möglich war, dabei zu sein und trotzdem habe ich nur einen Bruchteil erfahren.

Hans wollte mich bis zuletzt raushalten, aber es lief vor meiner Aussage fast auf einen Freispruch raus, denn dieser Anwalt verdrehte alles so, dass selbst der Angriff auf Elias letztendlich seine Schuld war und mein Vater sich angeblich nur verteidigt hatte. Nach dieser Aussage wollte ich aussagen und schließlich wurde er nur deshalb verurteilt. Auch wenn dieser fiese Anwalt selbst meine Worte völlig verdreht hat. Er meinte doch tatsächlich, ich hätte keinen Respekt vor meinen Vater gehabt und hätte ihn mit meinen Auftreten und widerlichen Ansichten regelrecht provoziert, dass er gar nicht anders konnte, als mich zurecht zuweisen. Natürlich ist er strikt gegen Gewalt und mein Vater wüsste das auch, war nur hilflos in der Situation und sah keinen anderen Ausweg. Aber der Richter hat alles gegeneinander abgewogen und die Aussagen des Arztes und die Unterlagen der Verletzungen, haben dann doch dazu geführt, dass er eine härtere Strafe bekommen hat.

Auch wenn die Strafe am Ende nicht so ausfiel, wie ich gehofft habe. Wie auch immer, er sitzt jetzt noch für einige Monate im Gefängnis und darf nicht mehr als Anwalt arbeiten, das liegt wohl aber auch daran, dass er den Richter massiv angegriffen hat und gegen ihn handgreiflich geworden ist. Eine Auflage ist, er muss eine Anti Aggression Therapie machen, die vom Gericht angeordnet wurde. Aber das interessiert mich nicht mehr, diese ganze Familie interessiert mich nicht.

„Das weiß ich, aber meinst du nicht, sie kommt vielleicht trotzdem?“

„Das glaub ich nicht. Hans hat doch erzählt, sie hat sich in einer Kanzlei irgendwo im Saarland beworben und die Stelle bekommen. Ich denke mal nicht, dass sie herkommt.“ Ehrlich gesagt will ich sie auch nicht sehen. Nach dem Urteil hat Hans sie gefragt, ob sie bleiben will oder lieber gehen und sie wollte weg. Sie ist erst zu ihren Eltern gezogen und soviel ich weiß, läuft die Scheidung. Aber auch das ist mir egal. Meine Schwester hat mich für alles verantwortlich gemacht. „Merlin, du bist wirklich eine Schande für unsere Familie und ich will dich nie mehr wiedersehen. Komm nicht irgendwann angekrochen, weil du Hilfe brauchst. Der einzige der Hilfe braucht ist Papa. Wegen dir ist er so geworden, nur wegen dir. Ich hasse dich dafür“, hat sie mir an den Kopf geworfen und mir noch eine verpasst. Ich war davon so überrascht, dass ich nicht mal reagieren konnte. Elias ist noch hinter ihr her, aber da fuhr sie schon mit dem Auto weg. Ihren Wunsch sie nicht wieder sehen zu müssen, erfülle ich ihr von Herzen gern. So eine Schwester braucht kein Mensch.

„Seid ihr soweit?“, steht plötzlich Hans in meiner Wohnung. „Wir wollen los und ich hoffe, dass Simone irgendwann aufhört zu heulen, weil sie ständig ihr Make Up erneuern muss“, sagt er und rollt genervt mit den Auge, trotzdem ist da auch wieder dieses Strahlen, wenn er von seiner Frau spricht.

„Oh man und ich bin schuld“, schaue ich ihn bedauernd an.

„Ja, aber sie ist so glücklich darüber, dass du uns eingeladen hast, um mit dir diesen Tag zu erleben, dass ihre Gefühle sie schier überwältigen“, erklärt er uns, dabei können wir es uns denken. Seit meiner Einladung sind ihre Tränen kaum zu stoppen.

„Wir sind fertig“, sagt Elias und zieht sich sein Jackett über. Wenig später sitzen wir im Auto und sind auf dem Weg zur Feier. Für die Abschlussfeiern der Schule wird immer einer der Säle der Stadt gemietet. Ich finde es ehrlich gesagt mehr als übertrieben, aber so ist es seit Jahren.

„Bist du aufgeregt?“, dreht Simone sich zu mir um. Ihre Augen schwimmen in Tränen ob immer noch oder schon wieder kann ich nicht sagen.

„Nicht wirklich“, sage ich. „Ich weiß doch, dass ich bestanden habe und wie mein Durchschnitt ist. Es ist doch jetzt nur die Übergabe der Zeugnisse, er gibt doch keine Überraschungen. Wobei, das Programm könnte eine Überraschung werden“, wende ich ein.

„Ein Programm?“, will sie wissen.

„Ja, einige Schüler der zehnten und elften haben ein Programm gemacht. Es sind auch ein paar der Schüler aus meiner Klasse dabei, Mandy auch“, grinse ich. „Wobei sie nur die Abschlussrede hält und eines der Lieder mitsingen muss. Sie hasst es“, erzähle ich und Hanns und Elias müssen sich das Lachen verkneifen.

„Sie hält die Abschlussrede? Wie lange soll das denn dauern?“, fragt Hans, und fängt jetzt richtig zu lachen und wir anderen fallen alle mit ein. Weil wir wissen, sie findet selten ein Ende, man übergibt ihr das Wort und hat verloren. Vielleicht sollte sie lieber in die Politik gehen.

„Hey, hey… Merlin…Merlin…“, ruft mich jemand, als wir den Saal betreten. Wir sehen uns um und ich schüttle nur den Kopf. Über der Bühne hängt ein riesiges Banner, mit Abschlussball und der Jahreszahl. Überall hängen weiße Girlanden, Bänder und Ballons.

„Bist du sicher, dass wir hier richtig sind? Es sieht aus, als findet hier eine Hochzeitsfeier statt“, kichert Simone und endlich laufen ihr keine Tränen mehr. Sie hat nicht unrecht, selbst alle Blumengestecke sind, wenn nicht weiß, mit weißen Bändern und Schleifen versehen. Hier haben sich ganz sicher Mädchen mit einer romantischen Ader ausgetobt.

„Merlin“, ruft wieder jemand und endlich kann ich den jemand als Mila ausmachen. Simone und Hans sind schon unterwegs zu ihr, oder besser gesagt den Rest. Denn Tobias, Marco und Luna sitzen auch da. Als ich zu unserem Tisch komme, steht Tobias auf und kommt auf mich zu. „Hallo, mein Junge. Darf ich sagen, dass du sehr schick aussiehst? Der Anzug steht dir und macht dich so … männlich“, grinst er mich an und nimmt mich in den Arm. „Sexy wäre der richtige Ausdruck, nur unpassend, wenn er von mir kommt.“ Dabei schmunzelt er und zwinkert mir verschmitzt zu.

„Dann kann ich dir sagen, dass Elias das auch schon festgestellt hat“, lache ich.

„Ich hab hier noch ein kleines Geschenk zu deinem Abschluss“, sagt er und reicht mir einen Umschlag. Erstaunt sehe ich ihn an und dann den Umschlag. Denn ich brauche nichts. Ich habe alles was ich brauche und habe damit auch nicht gerechnet. „Jetzt schau nicht so entsetzt, es ist nur eine Kleinigkeit.“

„Eine Kleinigkeit?“, frage ich und nehme den Umschlag entgegen. Ein Blick hinein zeigt mir, dass es eine größere Kleinigkeit ist und Flugtickets.

„Mach ein bisschen Urlaub mit deinem Freund. Du hast es dir verdient und Elias hat den Urlaub auch bekommen. Er meinte, es würde alles passen wegen deines Studiums und des Praktikums.“

„Ja, es geht erst ab September los“, bestätige ich. „Bis dahin werde ich mir die Zeit vertreiben und die Sonne auf den Bauch brennen lassen.“

„Dann passt es ja, am besten du fängst damit in ein paar Tagen an. Euer Flug geht am nächsten Freitag“, erklärt er mir lachend. Kurze Zeit später geht das Programm los und trägt zu allgemeinen Erheiterung bei. Es werden einige Lehrer und auch Unterrichtsstunden nachgeäfft, unter anderem auch die erste mit Tobias, in der alle Mädchen schlagartig in ihn verliebt waren. Es ist lustig anzuschauen. Als Abschluss kommt dann Mandys Rede und diese ist kürzer als gedacht, hatte sehr viel Potential, wie sie uns immer wieder daran erinnert hat und alle sind begeistert. Ob es jetzt daran liegt, dass sie so knapp ist oder daran, dass es nicht langweilig ist und meine allerbeste Freundin immer mal wieder einen Witz eingebaut hat.



Nach einer dagegen kurzen, aber sehr langweiligen Rede vom Rektor, wie stolz er doch ist, dass jeder einzelne Abgänger sein Abitur in der Tasche hat, mehr oder weniger gut. Auch wenn es in diesem Jahr mehr Überraschungen gab, was er am Anfang des Schuljahres niemals gedacht hatte. Er nannte keine Namen, jedoch sagte sein Blick alles. Eine Überraschung war wohl ich, jedenfalls hab ich diesen Satz in letzter Zeit oft gehört. Und er hat es mir nach meiner letzten mündlichen Prüfung in Geschichte selbst gesagt.

Im Anschluss gibt es die Abiturzeugnisse und Mandy, wie sollte es auch anders sein, hatte das beste Abitur unserer Klasse und der Klassenstufe, wahrscheinlich auch der letzten Jahre. Denn soviel ich weiß, hatte schon lange keiner mehr so einen Durchschnitt wie sie.

Und auch unser Rektor ist so begeistert, dass er Mandy bescheinigt, dass er seit Jahren keine Schülerin hatte, die mit so einem Durchschnitt ihr Abitur gemacht hat. Sie bekommt nicht nur ihr Zeugnis sondern auch noch eine Auszeichnung dafür und ihrem Medizinstudium steht nichts im Wege. Sie wird im Herbst anfangen.

Ich bin stolz auf mein Zeugnis, denn damit steht meiner Ausbildung nichts im Wege, auch wenn ich damit erst in einem Jahr anfangen will. Ich möchte ein Jahr mit Tobi und den Jungs zusammen arbeiten, die Arbeit kennenlernen und mich überzeugen, dass es wirklich mein Weg für die Zukunft ist. Marco, der Ehemann meines Vaters hat mir die Praktikumsstelle in dem Heim besorgt. Es ist nicht schlecht, wenn man jemanden kennt, der jemanden kennt, denn sonst wäre es wohl nicht ganz so schnell gegangen. Elias unterstützt mich darin und auch Hans und Simone bestärken mich, dass ich das richtige tue.

Nach wie vor habe ich Therapiestunden bei Violett und so wie ich sie verstanden habe, werden wir uns auch noch eine ganze Weile treffen. Stück für Stück arbeite ich meine Kindheit und meine Teenagerzeit auf und was soll ich sagen, wenn ich jetzt mit einigem Abstand darauf schaue, frage ich mich immer wieder, weshalb ich nicht weggelaufen bin oder Schlimmeres getan habe.

Wie dem auch sei, ich habe die Zeit überstanden und auch wenn der letzte Übergriff kaum ein Jahr her ist, habe ich für mich das Gefühl es war in einem anderen Leben, in einer anderen Zeit. Ich habe die Gabe, einen großen Teil der Angriffe, der Erinnerungen einfach zu verdrängen und Violett meint, das wäre eine Schutzreaktion meines Körpers und es sei wohl auch der Grund dafür, dass ich das all die Jahre ertragen konnte.

„Hey, wieso bist du so in Gedanken“, werde ich von Elias angesprochen. „Komm, lass uns tanzen“, fordert er mich auf und ich sehe mich erschrocken um. Na gut, einige meiner Mitschüler tummeln sich auf der Tanzfläche, aber es soll noch essen geben und ehrlich gesagt, habe ich inzwischen richtigen Hunger.

„Ich möchte erst was essen“, wende ich ein. „Das Buffet sollte doch schon eröffnet sein.“

„Ist es“, sagt er und zeigt auf eine Tür, die vom Hauptsaal abführt. Durch die gerade die Kinder von Tobias und Marco verschwinden.

„Sehr gut, dann lass uns was essen“, sage ich und plötzlich schiebt sich eine kleine Hand in meine.

„Merlin?“, sieht mich Mila fragend an und ich frage mich woher sie so plötzlich kommt, denn ich sah sie doch noch vor ein paar Minuten durch die Tür zum Buffet verschwinden. „Da vorne ist ein Junge, der sagt er will zu dir“, zeigt sie an die Eingangstür. Papa hat gesagt ich soll es dir sagen.“

„Danke Mila, ich schaue mal, wer mich da sehen will“, sie lächelt, lässt mich los und rennt davon. Elias schiebt sich neben mich und schaut ebenfalls in Richtung Tür.

„Ich sehe da niemanden.“

„Ich auch nicht, kommst du mit?“ Die Frage hatte sich wahrscheinlich schon erübrigt, als ich sie ausgesprochen hatte. Elias hätte mich niemals alleine gelassen.

An der Tür angekommen sehen wir niemanden. Einer meiner ehemaligen Lehrer betritt den Saal. Schüler drängen sich raus und rein. Denn Rauchen ist nur außerhalb des Saales erlaubt, aber keiner ist dabei, der mir Aufmerksamkeit schenken will. „Komm, lass uns jetzt was essen gehen, vielleicht hat dir Mila einen Streich gespielt“, schlägt Elias vor und kaum sind wir auf den Weg zum Buffet, springt mich jemand von hinten an und erschreckt mich damit fast zu Tode. Nur durch den schnellen Zugriff meines Freundes, lande ich nicht bäuchlings auf dem Boden. „Sag mal geht’s noch?“, schnauzt er denjenigen sogleich an und bringt mich hinter sich in Sicherheit.

„Tut mir leid Merlin…“, grinst mich Marian an. „Ich wollte dich nicht erschrecken, sondern überraschen“, kichert er und mustert Elias eindringlich, bevor er sich an ihm vorbeischiebt und mich in den Arm nimmt. „Ich wollte dir persönlich zu deinem Abitur beglückwünschen.“ Es klingt furchtbar aus seinem Mund. Denn wir wissen beide, dass er so geschwollen gar nicht redet. „Was machst du denn hier? Wie kommst du hierher und woher wusstest du es?“, will ich wissen. Und bin überrascht ihn zu sehen und vor allem wie er aussieht. Er hat gut und gerne zehn Kilo verloren, wenn nicht mehr.

„Von Mandy, wir haben uns auf Facebook geschrieben. Sie hat mich die ganze Zeit über auf dem Laufenden gehalten“, erzählt er uns und ein kleines Bisschen erstaunt es mich, denn auch wenn wir ab und an mal telefoniert haben, hat er weder Elias oder mich anderweitig kontaktiert.

„Marian… du siehst… verändert aus“, fällt Elias ebenfalls auf.

„Ja, verrückt oder. Seit ich bei Papa lebe ist alles viel besser. Er hat Zeit für mich und seine neue Frau auch. Mama sehe ich nur in den Ferien, wenn sie denn mal Zeit hat“, erklärt er und klingt gar nicht betrübt. „Wir fliegen dieses Jahr nach Griechenland in den Urlaub. Ich bin noch nie geflogen und freue mich wahnsinnig darüber.“

„Mit deiner Mutter?“, frage ich und er schüttelt den Kopf und rollt mit den Augen.

„Mit Papa und Onkel Johannes kommt auch mit…“

„Du kannst uns alles später erzählen, wir wollten gerade etwas essen. Komm doch mit“, schlägt Elias vor und schiebt uns weiter Richtung Buffet.

„Marian, das ist ja eine Überraschung“, begrüßt ihn Simone. „Wo kommst du denn her?“

„Von zu Hause. Ich hatte Mandy geschrieben, dass ich komme. Ich bin mit dem Zug hergefahren und es wäre schön, wenn ich bei euch übernachten könnte und morgen dann wieder nach Hause fahren kann. Die Fahrkarte hab ich nämlich schon“, grinst er und ist richtig stolz, dass seine Überraschung geklappt hat. Wer hätte denn auch ahnen können, dass der kleine Ausreißer uns wieder mal besucht. Ich bin eher davon ausgegangen, dass jeder sein eigenes Leben weiterlebt und unser Kennenlernen nur eine kurze Episode eines langen Lebens war.

„Klar kannst du bei uns übernachten“, erwidert Elias. „Die Couch steht dir jederzeit zur Verfügung.“

„Quatsch, du schläfst bei uns“, widerspricht Simone. „Da hast du es viel bequemer.“ Sie isst weiter und Marian grinst breit und nickt, während er seinen Salat und das Hühnchenfleisch vertilgt. Hans zuckt mir den Schultern und lächelt so glücklich, wie ich mich fühle. Wahrscheinlich alle am Tisch, das setze ich mal voraus.

Ich muss wirklich sagen, es ist der beste Tag seit langer Zeit. Auch wenn  jeder Tag lebenswert war, seit ich zu Hans und Simone gezogen bin. Der Tag heute ist wieder ein besonderer und es liegt nicht nur daran, dass ich mein Abitur in der Tasche habe, sondern weil nur die mir wichtigsten Menschen diesen Tag mit mir verbringen.

Ein Leben vor dieser für mich besten Zeit meines Lebens, existiert nicht mehr. Das holt nur Violett ab und zu wieder hervor und wir reden darüber. Ich wünsche mir, dass mein Leben genauso weitergeht, ich Menschen an meiner Seite habe, die mich lieben und die ich liebe und auf die ich mich verlassen kann.

„Wieso bist du so nachdenklich?“, stupst mich Elias flüsternd an.

„Ich bin glücklich… so richtig, verstehst du“, sage ich und lasse meinen Blick von einem zum anderen am Tisch gleiten und bekomme von jedem ein Lächeln zurück. Meine neue Familie, wer hätte am Anfang gedacht, dass genau sie mit mir mein Abitur feiern und mir die Sicherheit und Liebe schenken, die jeder zum Leben braucht.



Spät kommt das letzte Kapitel, aber es kommt. Ich entschuldige mich dafür, aber irgendwie hat sich bei mir so viel verändert, dass ich gar nicht mehr zum Schreiben komme. Zum positiven verändert, falls ihr es wissen wollt und genau das ist der Grund, weil ich das Schreiben gebraucht habe, um mich besser zu fühlen. Jetzt gibt es da diesen einen Menschen, der alles besser macht. ;) Und meine wenige Freizeit bekommt er natürlich.

Die Geschichte ist nun am Ende. Merlin hat es überstanden und Menschen an seiner Seite, die ihm guttun und sein Leben lebenswert machen. Marian musste noch mal kurz auftauchen, schließlich hatten einige ihn ja ins Herz geschlossen.

Ich wünsche Euch allen von Herzen, dass ihr diese furchtbare Corona Krise gesund und munter übersteht. Ich bin zurzeit auch an meine Wohnung gebunden, weil die Auftragslage es leider erfordert. ich versuche das beste daraus zu machen und vielleicht geht es ja auch bei der anderen Geschichte irgendwann weiter.

Bleibt gesund Eure Twimum aka Doreen