Blinddate

von Rosalie18
KurzgeschichteRomanze / P12 Slash
Harry Potter Severus Snape
30.10.2018
20.12.2018
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Nachdem ich beim Schreiben meines Snarry Twoshots Das Leben ist zu kurz , ein Beitrag zum Wichteln Alternative Universen 2,auf den Geschmack gekommen war, dachte ich mir, dass ich noch einmal etwas zu Snarry schreiben könnte.



Diese Kurzgeschichte ist im Rahmen der [Challenge] 1 Beginn, 1 Ende, 1 Wort von Liz Tonks entstanden.


Es werden noch 2-3 Kapitel folgen. Sie werden eine Länge zwischen 500 und 1000 Worten haben. In unregelmäßigen Abständen werden die Updates erfolgen, denn diese Kurzgeschichte ist spontan entstanden und eigentlich sollte ich anderen Sachen weiterschreiben. Aber wenn die Bunnys erst einmal hoppeln …


Worum geht es bei der Challenge?


Hinter den Nummern 1-200 versteckt sich jeweils ein Wort. Man sucht sich eine Nummer von 1-200 aus (die noch nicht an andere Teilnehmer vergeben ist) und man bekommt dementsprechend ein Wort zugeteilt. Die Idee ist, dass man zu einem vorgegeben Wort eine Fanfiction, oder auch einen Prosatext verfasst, dessen erster und letzter Satz dieses Wort enthält.


Das Wort darf bedingt abgeändert werden, solange die Bedeutung die gleiche ist.


Die Zahl, die ich mir ausgesucht habe, war die 31 und mein Wort ist „weise“.


Viel Spaß beim Lesen.


Disclaimer: Bis auf die Idee gehört mir nichts. Ich verdiene kein Geld mit meinem Geschrieben. Die Rechte  an den Figuren gehören J.K.R.




Blinddate

1 - weise

Aufgrund seines Alters sollte er eigentlich weise sein, augenscheinlich war er es wohl doch nicht. Ansonsten hätte er sich niemals auf diese Schnapsidee von Scorpius  eingelassen. Vielleicht sollte er einfach aufstehen und gehen? Im Grunde hatte er nämlich keine Lust auf ein verkrampftes Treffen mit einer ihm unbekannten Person. Sein Patensohn und dessen Sohn waren ja der Meinung, dass er mehr unter Leute gehen  und sich verlieben sollte. Vollkommener Schwachsinn. Er wollte nicht mehr unter Leute gehen, wie nötig. Ihm reichten schon seine dilettantischen Schüler und Lehrerkollegen. Nein, da wollte er in seiner Freizeit nicht auch noch unter Menschen gehen und verlieben wollte er sich schon gar nicht. Mit der Liebe stand er auf Kriegsfuß. Die Sache mit Lily hatte ihm vor Augen geführt, wie schmerzhaft die Liebe sein konnte und da hatte er sich geschworen sich niemals wieder zu verlieben und keine Gefühle zu zulassen. Am Ende wurde man nur verletzt, außerdem war er es seine Lebensversicherung gewesen, nicht zu fühlen und eine Maske zu tragen. Er war gut damit gefahren, warum sollte er es jetzt ändern.

Trotz allem saß er jetzt hier und wartete auf sein Blinddate. Vielleicht sollte er einfach gehen? Seine Verabredung würde es schon überleben. Ja, er würde gehen. Severus trank gerade den Rest seines Kräutertees aus und wollte sich erheben, als sich die Tür öffnete und ihm ein nur zu gut bekannter Zauberer das Café betrat. Der Tränkemeister seufzte genervt auf. Ausgerechnet Potter! Was wollte er denn hier? Der Retter der Zauberwelt ließ den Blick durch den Raum schweifen. Severus wollte gerade das Erkennungszeichen  - eine weiße Lilie, die Idee von Scorpius – wegpacken, als Potter auf ihn zusteuerte und in seiner Hand befand sich ebenfalls eine weiße Lilie. Severus schluckte und so langsam realisierte er, was da gerade passierte. Er hatte ein Blinddate mit Potter. Er würde Scorpius und Draco einen Fluch an den Hals hexen. Sie waren schuld an der Misere.  Immerhin hatten sie ihm diesen Quatsch eingebrockt. Harry sah nicht minder schockiert aus. Er zögerte einen Moment und steuerte aber dann doch auf ihn zu.

Severus überlegte fieberhaft während Harry den Raum durchquerte, was er sagen sollte, doch ihm fiel nichts Gescheites ein.

Dann stand Lilys Sohn vor ihm und seine grünen Augen bohrten sich in seine.

„Hallo Severus.“ Seine Stimme sollte neutral klingen, doch das tat sie nicht, sie klang überrascht.

„Hallo Harry“, erwiderte er den Gruß. Beinahe hätte er Potter gesagt. Eine alte Angewohnheit.

„Anscheinend sind wir verabredet.“

„Anscheinend“, brummte Severus. Die Situation behagte ihm nicht. Konnte es wirklich Zufall sein, dass ausrechnet Harry sein Date war? Erlaubten sich Draco und Scorpius einen Scherz mit ihm? Nein, das würde sie nicht wagen. Potter war doch glücklich mit der kleinen Weasley verheiratet. Warum bei Merlin verabredete er sich zu einem Blinddate und dann auch noch mit einem Mann? Waren er und seine Frau vielleicht gar nicht mehr zusammen? Nur diesen Gedankengang ließ sein Erscheinen zu.

Es entstand eine Pause. In der Zwischenzeit hatte Harry sich einen Kaffee und für Severus noch einen Kräutertee bestellt.

Immer noch sagte keiner ein Wort. Die Sekunden verrannen. Severus trank einen Schluck Tee, den eine Kellnerin mittlerweile gebracht hatte, ebenso wie Harrys Kaffee.

„Schon ein komischer Zufall, dass ausrechnet wir beide ein Blinddate haben“, brach Harry die Stille, die ihm langsam unangenehm geworden war. Glücklicherweise fand ihr Treffen in Muggel-London statt.

„Wenn es mal ein Zufall war“, grummelte der Tränkemeister übellaunig. Was sein Gegenüber mit einem hochziehen einer Augenbraue quittierte.

„In wie fern?“

„Sollte es wirklich ein Zufall sein, dass ausgerechnet wir beide ein Blinddate haben, wo auf dieser Flirtseite mit Sicherheit nicht nur wir beide angemeldet sind.“

Das leuchtete Harry ein. „Ich wundere mich, dass ausgerechnet du dich bei einem Flirtportal und dann noch bei eine nichtmagischen anmeldest hast.“

Severus verzog sein Gesicht, als ob er ein besonders ekliges Insekt vor seiner Nase hatte. „Es war auch nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern die brillante Idee von Scorpius mit der freundlichen Unterstützung von Draco.“

„Kommt mir bekannt vor.“

„Wer war’s bei dir?“

„Al und Hermine. Sie waren der Meinung, dass es Zeit für eine neue Liebe wäre …“ Harry brach ab. Es fiel ihm schwer weiterzusprechen und dann auch noch mit Severus zu reden. Ihr Verhältnis war nicht das Beste. Sie respektierten einander, aber es ging zu weit, sich als Freunde zu bezeichnen.  Viel hatten sie nicht miteinander zu tun.

„Dann bist du nicht mehr verheiratet?“

Harry schüttelte seinen Kopf. „Nein.“

Es entstand eine erneute Stille. Jeder hing seinen Gedanken nach. Doch dieses Mal war die Stille nicht unangenehm. Nein, es war angenehm.

Musste er erst so weise geworden sein, um die Gegenwart von Harry Potter, der ihn zwar nach wie vor an dessen verhassten Vater erinnerte, als angenehm zu empfinden?


***
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