Probably - We need more than thousand 2nd Dates

GeschichteRomanze, Familie / P18
Barry Blue Claire Dearing Dr. Henry Wu OC (Own Character) Owen Grady
29.10.2018
29.10.2019
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1.Homecoming Queen

“Hast du je gedacht, dass es so enden würde? “ seine Stimme klang immer noch vertraut, auch wenn es das hätte eigentlich nicht geben sollen.
*All das hier sollte es nicht geben!
Schon wieder*
“Nein… NICHT so! “ Claire schluckte die Tränen hinunter.
*Nicht hier, nicht jetzt…*
Sie hatte genug geweint….
So Viel, dass es für mindestens zwei Leben gereicht hätte.
Owen griff nach ihrer Hand und drückte sie.
Sie wusste wohin er fahren würde, ohne zu fragen.
Amber würde auf sie warten und die Kinder.
Ihre Kinder.
Wenn sie sich auf eins Verlassen konnte, dann auf die Tante ihrer Zwillinge.
Es hatte alles nicht funktioniert: der Van nicht, eine Heirat nicht,
Paar sein... auch nicht.
Seine Besessenheit, ein Haus mit seinen eigenen Händen zu bauen und ihre Leidenschaft etwas wieder gut zu machen, indem sie die Saurier schützen wollte, alldem war ihre Liebe zum Opfer gefallen und das einzige was davon übrig geblieben war, waren ihre inzwischen fast Dreijährigen, die mit ihrer jüngsten Cousine gemeinsam den Kindergarten besuchten und es war ihnen gelungen trotzdem Eltern zu bleiben.
Das Einzige was funktioniert hatte.
Weil Claire es geschafft hatte, Begegnungen mit ihm kurz, oder garnicht zu halten.
Sie war so froh, dass sie Abends nach Hause kommen konnte und Amber sich um alles gekümmert hatte.
Sie brachte sie ins Bett, an den Wochenenden holte Owen sie zu sich und wenn sie zurückkamen, erzählten sie begeistert davon, dass sie am Haus weitergebaut hatten.

*“Du willst in deinem Van leben wie ein Penner? Nur zu! Owen mach das! Aber ohne mich! Ohne uns!”
“Heirate wen du willst, aber das hier ist kein Leben, wie es eine Familie führen sollte.”*

Der Gedanke daran, wie sie ihm den Ring vor die Füße geworfen hatte und der Blick in seinen Augen brachen ihr Herz in dem Augenblick, als sie die Tür hinter sich zugeschlagen hatte.

Wie lange er schon versuchte den Van gegen ein festes Heim zu tauschen wusste Claire nicht genau, doch  der letzte Kuss auf ihren Lippen, war die vertraute Wärme dessen, dass aller guten Dinge drei sind und von Amber wusste sie, wofür er sich abgemüht hatte:
*“Claire, er baut hier ein Haus und ist besessen davon, dass er es für euch baut…”, hatte sie gesagt.
“Denkst du das wüsste ich nicht?!  Aber ich kann doch  nicht einfach wieder von vorne Anfangen. Es funktioniert einfach nicht !”
“Ich weiß nicht wer von euch beiden der sturere Sturkopf ist!”
“Ich bin aber NICHT mit dieser flüchtigen Bekanntschaft direkt in die Kiste gehüpft!”

Damit war die Diskussion im Keim erstickt.
Auch jetzt, wo sie wieder einmal nach einer jurassischen Katastrophe nebeneinander saßen, bohrte sich der Stachel der Eifersucht tief in ihr Herz.
Sie hatte ihn fallen lassen und die Erstbeste, die nach der noch sprichwörtlich heißen Kartoffel gegriffen hatte, war diese Tussie aus der Bar gewesen.
Er hatte bei ihr Trost UND ein warmes, sehr einladendes Bett gefunden.
Nachdem er sich  in seiner schlechten Angewohnheit, echtem Frust zu begegnen, an diesem einen Abend die Kante gegeben hatte.
Wahrscheinlich hatte er es nicht einmal richtig mitbekommen.
Insgeheim hoffte sie es.
*Immernoch -! *
Es war schlimm genug, es überhaupt zu erfahren, als sie am Tag darauf das zufällige Gespräch zwischen Amber und Kyle mitangehört hatte, um die Kinder zu holen.
Es hatte Claire Gift und Galle Spucken lassen sobald er in ihre Nähe kam.
*So läuft das nicht Claire, es ist kein Wunder das dir alles davon läuft!*

Es hatte geschmerzt, den Schlüssel zu ihrem Häuschen auf der Base abzugeben.
Das Owen endgültig dem Militär für immer den Rücken gekehrt hatte, bedeutete  leider auch, dass es ab diesem Augenblick dort keinen Wohnsitz mehr gab.
Entgegen ihrer Gewohnheit auf jemanden angewiesen zu sein, hatte Claire bitter lernen müssen, was echte Schwierigkeiten sein konnten, als Kyles Versetzung nach San Francisco einen Umzug für die Familie bedeutete, die ihre Kinder mit aufzogen.
Für den ersten Moment war es Claire noch heroisch vorgekommen, das Geld aus dem Verkauf ihres Bajamar Apartements in den Aufbau der DPG zu stecken.
Bis  ihr bewusst wurde, dass es vorerst bedeutete:
Die Wohnung meiner Familie ist ein Etwas auf Rädern!
Ausschließlich!
Das Appartement, dass sie inzwischen von Amber und Kyle gemietet hatte, war auf  dem Grundstück der Fleets:
*Ihr könnt das kleine Apartement auf dem Garagendach haben…* hallten Ambers Worte in Claires Kopf wider, “es ist nicht groß, aber es würde für den Anfang reichen und Kyle hat ein leeres Büro auf der anderen Straßenseite gesehen. Dort wo seine Firma ist... Vielleicht könntest du es anmieten und mit deiner Organisation das Hauptquartier dorthin verlegen. Dann kommt ihr einfach her! Und seid keine Vagabunden mehr!”*
Owen war nie dort miteingezogen.
Er hatte den Ring in seiner Hosentasche verschwinden lassen, als er auf den Boden gefallen war, nach der x-ten Diskussion über das Leben in einem Van und war davon gebraust.

Die Zeit hatte vieles einfacher gemacht, genauso wie das Leben mit einem festen Dach über dem Kopf, unter dem ihre Kinder aufwachsen konnten.
Owen hatte dieses kleine Fleckchen Erde in der Nähe des Mnt. Diabolo  gefunden auf dem nun der hölzerne Rohbau stand und den sie mit eigenen Augen nie gesehen hatte.

Bis zu diesem Moment.
Der Anblick dessen hatte sie gleichermaßen erschreckt, wie beeindruckt.
Als sie aus dem Wagen gestiegen war und seine Stimme zu  ihr herüber wehte, wie eine warme, luftige Brise lang vermisster Sommerluft, war sie kurz davor gewesen wieder zu gehen.
Der Bau war größer, als sie es je geahnt hatte und sein Zögern bevor er sich zu ihr umdrehte, so als habe er sie nicht bemerkt, war fast mehr, als sie aushalten konnte, in diesem kurzen Augenblick.

Es war bisher so viel einfacher gewesen, wenn Owen kam, um die Beiden abzuholen, es war nicht einmal nötig, dass sie sich  IHN sich mitansehen musste, wenn er das tat.
Denn er spazierte einfach zur Hintertür seiner Schwester herein und nahm Hedy und Derek mit, die dort in diesen Momenten, in denen sie es nicht schaffte, einfach in Ambers Küche spielten.
Und es hatte weiß Gott viele Tage gegeben, an denen sie einfach nur froh gewesen war, ihm NICHT zu begegnen.
Es hatte ausgereicht zu fühlen,wie sehr ihr Herz darunter litt, wenn sie hinter den Vorhängen ihres Fleetschen Garagendach - Appartements zusah, wie er sie ins Auto packte und mit ihnen davon fuhr.


Owen ließ erst wieder ihre Hand los, als er endlich  in die Einfahrt zu Ambers Haus einbog.
Es war wie eine Starre die sich löste, ähnlich derer, die sie gefühlt hatte, als sie sich dabei ertappt hatte, wie sich ihre Hand unter sein Shirt mogelte, als gehöre sie dorthin.
Vielmehr, als habe sie es VOR ihr gewusst.
*Gott sein dank hat er davon nichts mitbekommen!*
Dafür hatte sie mehr als ein Stoßgebet zum Himmel geschickt.
Die Wärme seines Körpers war so selbstverständlich gewesen,  dass sie praktisch von ihr angelockt worden war.


Claire blickte zum Rücksitz, auf dem  Maisie sich inzwischen zusammengerollt  hatte und eingeschlafen war.
Dann zu Owen, der den Wagen vor dem Haus hielt.
Amber stürzte aus der Tür, noch bevor beide Ausgesteigen waren.
“Wir haben es im Fernsehen gesehen---!” keuchte sie atemlos.
“Haben die Kids…?” fragte Claire vorsichtig.
Amber schüttelte vehement den Kopf, “ Gott bewahre! Sie  schlafen mit Gracie in ihrem Zimmer ! Ich war mir nicht sicher ob…” dann fasste die Claires Gesicht, betrachtete es und schließlich drückte sie sich an sich.
“Ich bin so froh dass es dir gut geht…” murmelte sie in ihr rotes Haar.
Ruckartig schob sie Claire dann aus ihren Armen, um sich dann ihrem hühnenhaften Bruder zuzuwenden.
Sie schlug ihm kräftig auf den Oberarm und dann verpasste sie ihm einen weiteren Schlag gegen den Schädel.
“Aua!! Hast du den Verstand verloren?” blaffte er sie an und duckte sich vor einem weiteren, maßregeln Schlag beiseite.
“Wer hier wohl den Verstand verloren hat?!” fauchte Amber ihn an und ihre grauen Augen funkelten, “ wie kannst du dich zu so einer Mission überreden lassen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken? Du hast doch eine nicht unerhebliche Verantwortung! Ich dachte ihr wärt jetzt beide mit dieser verfluchten Insel in die Luft geflogen! Wie kannst du dich nur von ihr zu so etwas überreden lassen?!”
“Hey!”, meinte Claire hilflos empört, während Ambers Hand erneut auf den breiten Arm ihres Bruders sauste.
Den nächsten fing er ab indem er sie am Handgelenk fasste .
“Es ist doch alles okay. Jetzt krieg dich wieder ein!” gab er zurück.
In diesem Augenblick trat Kyle aus dem Haus und er versuchte ebenfalls beruhigend auf seine Frau einzuwirken.
“Ams… entspann dich…”, meinte er ruhig und zerrte sie ein wenig von ihnen weg, “ ist alles okay?” wandte er sich stattdessen an seinen Schwager.
“Wie man’s nimmt…”, nuschelte Owen nun und grub die Hände in die Hosentasche.
Er überlegte, ob es klug war, das Mitbringsel auf der Rücksitzbank noch weiter zu verschweigen, während Claire nach seinem Arm griff.
Ein sonderbarer Blick aus den Augen ihrer Gegenüber traf beide so, dass Claire wie automatisiert ihre Hand wieder wegnahm.
“WAS wird das?!”, fragte Amber streng, die scheinbar eine schnellere Auffassungsgabe zu haben schien wie ihr Mann.
Sie reckte das Kinn trotzig vor und Claire erkannte darin eine eindeutige Grady Geste.
“Amber, es kommen große Schwierigkeiten auf uns zu…”, sagte sie dann ernst.
Statt sich ihr zuzuwenden, wanderte ihr Blick wieder zu ihrem Bruder.
“Hatten wir die nicht schon?”, meinte sie dann und ihr Blick fixierte seinen.
“Diese nicht…” mischte sich Owen ein und dachte daran, dass ein Haufen Dinosaurier sich  in alle Winde verstreut, in das Leben der Menschen einmischen würden.
“Können Hedy und Derek bei Gracie bleiben, heute Nacht?” fragte Claire schließlich.
“Was denn sonst?” meinte sie ungehalten, “ ich werde sie wohl kaum aus dem Schlaf reißen.
“Danke….”, sie klang erschöpft, “wir werden dir morgen alles erzählen…” damit nahm sie wieder Owens Arm und zog ihn in Richtung ihres Appartements auf dem Garagendach, nicht ohne vorher am Wagen stehen zu bleiben.
“Heißt das, DU bist morgen ebenfalls noch hier…?” Amber zog die Brauen hoch.
Owen zuckte die Schultern und beugte sich dann in das Fahrzeug, um Maisie so behutsam wie möglich heraus zu fischen, um sie nicht zu wecken. Sie sank an seine Schulter, als er sie  hochhob, ohne richtig Notiz davon zu nehmen.
“Was ist das für ein Kind?!” Owen hatte die Befürchtung, gleich würde seine Schwester tatsächlich ihren Verstand verlieren.
Er trat einen Schritt auf sie zu und seine Stimme klang beruhigend und vorsichtig: “ Amber, ich werde es dir morgen erklären, Okay…bitte ich...” Claire war bereits vorgegangen und  schon auf der Treppe.
“Du willst wirklich im Appartment bleiben über NACHT? “, fragte sie ungläubig und zog die Brauen hoch, als sie Claire außer Reichweite wähnte.
Owen blickte Claire nach und verlagerte Maisies Gewicht.
Sie seufzte und  klammerte sich an ihn.
“Ich...weiß es nicht...” antwortete er und drehte sich dann um, um Claire zu folgen.
Er bekam nicht mehr mit das Amber fast tonlos flüsterte: “ Beim dritten Mal wird dir dein Herz endgültig brechen Owen Matthew Grady...soviel ist sicher”

Er polterte ein wenig unbeholfen durch die Tür, als er mit Maisie die  Metalltreppe erklommen hatte.
Inzwischen war sie ihm recht schwer geworden.
Eine Neunjährige herumzutragen, war doch etwas anderes, als die Fliegengewichte von Zwillingen.
“Wohin…?” fragte er dann, als ihm die Arme allmählich schwer wurden und Claire dirigierte ihn durch den schmalen Flur zu  ihrem Wohnzimmer, in dessen Mitte sich die kleine, helle Couch befand.
“Hier…” flüsterte sie und Owen war froh die Kleine endlich darauf ablegen zu können.
Er schüttelte die Arme aus und blieb dann unschlüssig stehen.
Er war nicht oft hier gewesen, genauer genommen hatte er Claires Wohnung, nachdem sie sich getrennt hatten, eher gemieden, doch jetzt war er sich nicht sicher, ob er sie einfach so wieder verlassen sollte.
“Ich… ehm hol uns mal...was zu trinken…”, murmelte Claire und ging zur Küchenzeile, um dort zwei Flaschen Bier aus dem Kühlschrank zu holen.
Dann öffnete sie  die Haustür erneut, setzte sich auf den oberen Absatz der Treppe und deutete ihm an sich dazu zu setzen.
Sie reichte ihm die Flasche und während er sie nahm, beugte er sich herunter um sich neben sie zu setzen.
Eine Augeblick lang schwiegen sie.
Jeder nahm einen Schluck und blickte auf einen nicht bestimmbaren Punkt in der Ferne.
“Du...magst mich wohl lieber nicht in deinem Haus…”, murmelte Owen dann und ein leichtes Owen - Lächeln umspielte seine Lippen.
“Du schleppst mich nach draußen, wie einen Hund. Der besser vor der Tür bleibt…”
Einen kurzen Augenblick lang dachte er an Winston, den unfreiwilligen Adoptivhund, den er schweren Herzens letztes Jahr hatte einschläfern lassen müssen.
Es war besser für den alten Hund gewesen, doch die ersten Monate ohne ihn, hatten vieles in Owens Leben noch zusätzlich schwerer gemacht.
“Hör auf….”, entgegnete sie, dann griff sie nach seinem Arm und ihr Kopf sank wie von selbst an seine Schulter, “ ich will einfach bloß hier mit dir sitzen. Einen Moment nur...”
Owen fasste ihre Hand kurz und streichelte sie.
Es fühlte sich fremd an und gleichzeitig vertraut.
“Jaah.. “, seufzte er, “wie kurz diese Momente sein können weiß ich: Owen es ist besser, wenn du die Kinder bei Amber holst... du brauchst nicht raufkommen … wir treffen uns in der Stadt…” zählte er die von ihr bewusst knapp gehaltenen Situationen ihrer zwangsläufigen Zusammenkünfte auf.
Claire umklammerte seinen Arm fester.
Natürlich, es war  so viel einfacher ihn auf Abstand zu halten und das war ihr gelungen.
Darin war sie nach wie vor ein Profi.  
Es war leichter auf diese Art eine alleinerziehende Mutter zu sein. Deren Vater einfach nicht aus ihrem Kopf verschwand.
Allein schon deshalb nicht, weil sein Sohn eine wahre Miniaturausgabe seines Vaters war.
“Es ist besser, wenn wir uns nicht sehen… halte dich fern...ich habe eine Verabredung ...die DPG…”
“Owen!” unterbrach sie ihn.
“Es ist ja nicht so, dass...”
“OWEN !!” fuhr sie ihm ein weiteres Mal dazwischen.
“Ich meine ja bloß, du hast  es ja nun nicht gerade…”
“Owen!”
Jetzt richtete sie sich auf und zerrte dann seinen Kopf zu sich, um ihm mit einem Kuss den Mund zu stopfen.
Fest presste sie ihre Lippen auf die Seinen und es fühlte sich an wie alles, was sie jemals vermisste hatte und anders, als bei ihrem sonderbar emotionsgeladenen *Beinahe - Für - Immer - Abschied *im demolierten Schaukasten von Lockwoods Anwesen.
Sie sog Luft durch die Nase und sein Geruch, strömte  wie eine endlich zugelassene Droge in ihren Kopf, um sich dort auszubreiten, als habe sie nur darauf gewartet.
“Okay, sagen wir, du hast eine äußerst merkwürdige Art dich von mir fern zu halten…” nuschelte er dann benommen, als sie sich ein wenig atemlos wieder voneinander gelöst hatten.
Claire lächelte ihn an und verlor sich dabei in seinen Augen.
Dann lehnte sie sich erneut an seine Schulter um zu verstummen.
Minutenlang teilten sie diesen Moment.
Bis Owen erneut die Stille brach.
“Willst du noch lange mit mir hier sitzen?” er hielt sein Bier hoch, das er inzwischen geleert hatte, “... nicht das uns dein Buchhalter noch erwischt…”
Sie wand sich aus seinem Arm.
“Du weißt genau dass es weder einen Buchhalter, noch einen Dermatologen, oder sonst etwas gibt.” fauchte sie.
“Sicher weiß ich das…”, sagte er dann und lachte dreckig, “Ich hab Hedy ausgefragt. War nicht ganz so einfach… ”
Dann grinste er, als wollte er noch für seine Spionagearbeit gelobt werden.
Claire ließ ein schnaufendes Lachen hören.
Dann schwiegen Beide wieder und ihre Blicke schweiften ins Dunkel, zum Wald, der hinter dem Grundstück lag.
“Was glaubst du, was mit ihnen passiert?” murmelte Claire dann nach einer Weile, “ sie sind hier doch völlig falsch…”
“Das Gefühl kenne ich...” seufzte Owen und auch wenn es vielleicht ein Scherz hatte sein sollen, so wurde Claires bewusst, dass es eigentlich keiner war.
Sie stand auf und reichte ihm dann die Hand.
“Komm… “ meinte sie und er nahm sie und ließ sich von ihr zurück ins Haus ziehen.
Erst jetzt bemerkte sie, wie sehr ihr lädiertes Bein schmerzte.
Das Adrenalin war nun ganz aus ihrem Körper gewichen und so schaffte sie es gerade noch bis zum nächsten Stuhl, um sich daran festzuhalten.
Besorgt half Owen ihr sich zu setzen und betrachtete die klaffende Wunde.
“Du solltest zu einem Arzt…”, meinte er ernst.
“Morgen…” sagte sie dann und fing seinen Blick auf, “versprochen…” meinte sie dann nachdrücklich.


Claire lag in ihrem Bett, starrte an die Decke und versuchte vergeblich Schlaf zu finden.
Ihre Nächte waren kurz, seit Owen nicht mehr neben ihr lag, auch wenn es schon zu lange her war, so wurde ihr oft in den Nächten bewusst, dass es ihr nie wieder gelungen war so einfach in den Schlaf zu finden, wie an seiner Seite.
Das war eine Tatsache, von der es ihr bis heute nicht geglückt war, sich damit abzufinden:
In Ruhe zu Schlafen.
Nicht nur um mit einem Ohr bei den Kindern zu sein, sondern um die beruhigende Nähe zu fühlen, seinen Atem, sein Herzschlag, die Wärme seines Körpers und die Vertrautheit seines Geruchs.
Wie oft hatte sie nicht mehr als eine Stunde geschafft, in den ersten Wochen.
Es war besser geworden, doch geendet hatte es nie.
Die Sehnsucht nach sicherem, erholsamen Schlaf, die nie mehr zurückkam.
Jetzt trennte sie lediglich nur noch eine Tür.
Hinter der er auf ihrem Fußboden lag, auf einer Isomatte im Durchgang zum Wohnzimmer, wie ein Hund.
Er war auf ihre Bitte hin tatsächlich geblieben und hatte dann wie selbstverständlich seinen Schlafsack aufgerollt und sich einen Platz  auf dem Boden gesucht.
Irgendwo zwischen Maisies und ihrer Nähe.
Wie ein Gentleman, ohne auch bloß daran zu denken, ihre Bitte abzuschlagen und  den Heimweg anzutreten.
Sie bereute mit den Zeigern der Uhr, die unaufhaltsam über das Zifferblatt krochen, ihn nicht in ihr Bett gebeten zu haben.
Immerhin gab es nichts, was er nicht in - und, auswendig kannte, oder was sich zwischen ihnen NICHT ereignet hätte.
Dennoch hatte sie kurz hin gesehen, wie er seine Kleidung bis auf seine Boxershorts abgelegt hatte, ihm eine gute Nacht gewünscht und dann die Tür hinter sich geschlossen.

Ihr Bein pochte und die Wunde begann unter dem behelfsmäßigen Verband, den sie mit seiner Hilfe angelegt hatte, zu jucken, weshalb Claire schließlich genervt die Beine über den Bettrand schwang.
Sie wankte zur Tür, um ins Bad zu gehen, blieb dann vor seinem Lager stehen und betrachtete seinen großen Körper der ausgestreckt, nur spärlich vom Schlafsack bedeckt bäuchlings auf dem Fußboden lag.
Er schlief wie ein Toter, lediglich die erkennbare Atembewegung an seinen Schultern verriet, dass er es nicht war.
Seine Haare waren zerzaust und sein Gesicht von einem Teil seines Schlafsacks bedeckt.
Es erfüllte Claires Herz mit einer solchen Wärme, dass sie einen Entschluss fasste:
Sie zerrte ihre Bettdecke aus ihrem Bett,  zu ihm auf den Boden und schob sich an ihn.

Owen drehte sich um und schlug kurz die Augen auf.
Er schien sie bloß im Dämmerzustand wahrzunehmen.
“Hmmm.. Claire?”, murmelte er fragend und seine Stimme klang wie von weit er, doch Claire legte ihm bloß einen Finger über die Lippen.
“Shhht…” dann rutschte sie in seinen Arm, den sie gleichermaßen wie ihre Bettdecke um sich legte und drückte ihren Rücken an seine warme, feste Brust.
“... halt mich, bis ich schlafen kann…” murmelte sie und fühlte wie er schlaftrunken den Arm fester um sie legte und seine Nase in ihren Haaransatz grub.
Sie fühlte einen sanften Kuss auf ihrem Hals.
Dann dämmerte sie ein, gehalten von der besten Art Schlaf zu finden, die es auf dieser Welt gab.


Als sie die Augen wieder aufschlug fühlte sich Claire erholt wie schon lange nicht mehr seit sie in ein Bett gekrochen war.
Verwundert über diesen neuen Zustand registrierte sie nur sehr langsam, was der Grund dafür war: Dieser war fast zwei Meter groß, lag auf dem Rücken und atmete schwer, was vielleicht daran liegen konnte, dass ihre Haare sein Gesicht halb verdeckten.
Ihr Kopf lag auf seiner warmen Brust und sein kräftiger Herzschlag holte sie sanft zurück aus ihrem traumlosen Schlaf.
*Na das hast du ja prima hinbekommen!
Ich muss dich wohl kaum daran erinnern, dass du dir an die dreihundert mal gesagt hast:
Als dich dieser Emporkömmling Mills zum See geschickt hat.
Für den guten Zweck Claire!
Der gute Zweck liegt unter dir!*

Vorsichtig hob Claire den Kopf an und versuchte sich so behutsam wie möglich zu bewegen, um ihn nicht zu wecken, damit sie sich unbemerkt ihrem sonderbaren Schlaflager zu entziehen konnte.
Er seufzte leise und drehte sich im Schlaf herum wobei er sie an sich zog.
*Okay.. der Plan ging also nicht auf*
Eine weitere Drehung, mit der sie sich herauswinden wollte, ließ den Druck seines Armes kräftiger werden und signalisierte, dass es keineswegs unbemerkt sein würde, wenn sie aufstanden, denn er war aufgewacht.
Claire grub die Zähne in die Unterlippe, während seine Hand an ihrem Bauch vorsichtig hinauf kroch.
“Guten Morgen… ich weiß zwar nicht wie das hier zustande kommt, aber es gefällt mir…” murmelte er mit vom Schlaf angerauter Stimme und ohne hinzusehen, wusste Claire, das er grinste.
Sie ließ ein leises Schnaufen vernehmen und schob dann seine Hand weg, was zur Folge hatte, dass die Wärme, diese ausgesendet hatte, augenblicklich einer unangenehmen Kälte wich.
Dann rollte sie sich schwerfällig von der Schlafstatt und richtete sich unter einigen Bemühungen auf.
Ihr Bein schmerzte, und als sie seinen Blick auffing, wusste sie, dass er es bemerkt hatte.
Scheinbar hatte Owen aber nicht vor seine Gefühle preiszugeben.
*Was auch sonst Claire, dass ist euch ja unter anderem auch zum Verhängnis geworden*
“Es ist lange her, dass du so  über mir gestanden hast… “, lachte er anzüglich und verschränkte die Arme hinter dem Kopf und schien den Anblick zu genießen.
Wobei sich Claire nicht sicher war, was genau er da so anzüglich fand.
Den verrutschen Verband?
Den beinahe Blick unter ihr Oversize Shirt?
Oder ihre Haare die, ohne, dass sie es selbst gesehen hatte, abstehen würden, wie von einem ausgedienten Besen?
“Tzeh…” schnaufte sie ein weiteres Mal aus, weil ihr die Worte fehlten und wankte weiter bis zum Bad.
Als sie den Türgriff umfasste, war Owen unbemerkt zu ihr gelangt, und während Claire sich noch wunderte, wie das so rasch passieren konnte berührte er vorsichtig ihren Arm.
“Lass mich mal sehen..” sagte er und nickte zu ihrem Bein, dann fasste er um sie herum und drückte die Tür auf.
Claire verdrehte genervt die Augen. “Was willst du denn da bitte sehen…?”
*Das ist zuviel Nähe… Zu Viel für mein Gemüt! JETZT!
Es wäre mir lieber wenn du weggehst… damit ich das hier alles irgendwie verarbeiten kann.
Nein bitte nicht bleib---!
Es geht nicht ohne dich!
Ich habe es so sehr versucht*

Sein Körper, der viel zu nahe bei ihrem stand, sendete immer noch die Wärme aus, der sie sich zu gerne hingegeben hätte, doch mal wieder kämpften Vernunft und Herz in ihrem Kopf einen erbitterten Kampf
*DU hast ihn doch geküsst!!
Ich weiß… und ich will es wieder tun, weil niemand das besser kann als er, und ich auch nie wieder will , dass es jemand anderes tut.*

Er schenkte  ihr einen vorwurfsvollen Blick und  schob sie ins Bad.
Dort langte er nach seinem Shirt, dass er gestern auf dem Badewannenrand abgelegt hatte und noch während er halb in dem Kleidungsstück steckte, entgegnete er:
“Ich will mir deine Wunde ansehen, was denkst du denn? Als hätte ich nicht schon Millionen Mal dein nacktes Bein gesehen!”, dann kam sein Kopf wieder zum Vorschein und er drängte sie zum Wannenrand, damit sie den Fuß darauf abstellen konnte, um ihn einen besseren Winkel zu  ermöglichen sich Ihren Oberschenkel zu begutachten.
Während er begann den Verband abzuwickeln, vertuschte Claire mit einem zischenden Fluch den Schmerz, als er das letzte Stück entfernte und die Wunde mit dem Verbandmaterial verklebt war.
“Verdammt! Hab ich nicht mitbekommen, dass du seit neustem eine Approbation hast!?”
Er schwieg eine Weile und besah sich den Wundherd genauer, man brauchte kein Arzt zu sein, um zu erkennen, dass ihre Verletzung Dreck abbekommen hatte und dringend gesäubert werden musste.
Owen ignorierte ihren Fluch.
“Das muss sich jemand ansehen…” , meinte er und dann wanderte sein Blick zu ihren Augen.
“Tut es gerade nicht JEMAND?” schoss sie zurück.
Er lachte und richtete sich auf.
Vorsichtig berührte er mit der Hand ihr Gesicht und seine Finger verloren sich in  einer Lockensträhne.
“Es wird eine Narbe bleiben…” murmelte er gedankenverloren und kurz wanderte sein Blick zu den blassen Narben auf seinem Arm.
Sanft fuhr er mit dem Daumen über ihren Kieferknochen, während sich der Rest ihres Gesichtes in seine Hand bettete.
Dann beugte er sich vor, gab ihr einen Kuss auf die Stirn und wollte gerade das Bad verlassen, als Maisies markerschütternder Schrei beide gleichermaßen zusammenfahren ließ.
Kurz blickten sie einander an und stürmten dann sofort ins Wohnzimmer.
Hastig atmend saß sie Kleine auf der Couch und ihre Augen starrten erschrocken ins Leere.
“Hey….schhh…shhh” versuchte Owen sie zu beruhigen und rutschte an ihre Seite, während Claire auf der anderen Platz nahm.
Owen hatte den Arm um sie gelegte und wiegte sie sanft.
“Alles ist gut…” murmelte er beruhigend und Claire wusste, WIE sehr seine Stimme beruhigen konnte.
Es war so vertraut und fühlte sich gut an - etwas dass nun auch Maisie zu spüren bekam. Sie schluchzte leiser und verbarg das Gesicht an seiner Brust, während Owen  über ihren Kopf hinweg wissend Claires Blick suchte.
Albträume!
Beide kannten es zu gut, und es war nur annähernd vorstellbar, was Dinosaurier Begegnungen der Art, wie Maisie sie erlebt hatte, in einen Kinderkopf projizieren konnten.
“Der Schwarze….” schluchzte sie und hob nun das Gesicht und sah Owen durch einen Tränenschleier an, “... er war in meinem Zimmer…”
“Ich weiß…” brummelte er und streichelte mit der Hand über ihr glattes Haar.
“Schätzchen, du hast doch gesehen, dass er … naja…” begann Claire ein wenig hilflos.
“Er war trotzdem da…”murmelte sie und wischte sich mit dem Handrücken über das Gesicht.
Maisie war schlau und es war nicht nötig ihr zu erklären, das der Indoraptor natürlich tot war. Dennoch wusste Claire zu gut, was es bedeutete wenn sie in der Nacht wieder zum Leben erwachten, ob nun Weiß oder Schwarz.
“Er kommt nicht wieder, okay…?” beruhigte Owen sie noch einmal.
Maisie nickte und wand sich aus seinem Arm, weil ihre Aufmerksamkeit nun von der Tür angezogen wurde, deren Klinke sich hinunter drückte.
Owen spürte sie kurz in seinem Arm zusammenfahren, als die Tür aufflog und die Zwillinge sich einen Weg in  ihr zuhause bahnten.
Hedy vorweg mit ihren roten Locken und Derek mit bronzefarbenem Haar, wie das seines Vaters.
“Momy!”... Hedy sprang ihrer Mutter in den Arm, “Du warst lange weg…”
Clarie küsste ihre Tochter auf die Wange.
“Ich war doch arbeiten Kleines …”erklärte sie und  sie sah zu Derek, der seinen Vater anstarrte, als  traue er seinen Augen nicht.
“... das hat lange gedauert…” kam es von ihrem Sohn, ohne dass dieser den Blick von der Couch wandte.
“Ein bisschen…” murmelte Claire unsicher und Derek forschte weiter: “Mit Daddy?”
Owen grinste und lehnte sich zurück, offensichtlich wollte er Claires Erklärungsnot schadenfroh genießen.
“Ehmm...jaa, ja wir haben zusammen gearbeitet…Du weißt doch Schatz, Mommy und Daddy sind zusammen zu den Dinosauriern gefahren...” erklärte sie breit und ihr Blick suchte hilflos den seinen
Derek kletterte zu seinem Vater und Maisie auf die Couch, dann auf seinen Schoß und fasste sein Gesicht.
Er lachte ihn an und rubbelte die unrasierten Wangen.
“Daddy wollte nicht… ” erklärte Hedy nun altklug kroch ebenfalls  zu ihm auf die Couch. Sie drückte ihm einen Schmatzer auf die Wange, die Derek nun freigab und Owen küsste ihr wildes Lockenhaar.
“Soooo, ich wollte nicht …”, machte er, während seine Tochter weiter brabbelte: ”Hat Mommy gesagt. “, während sich Claires Zähne schuldbewusst in ihre Unterlippe gruben.
“Hat sie das? “meinte Owen wissend mit einem kurzen, strafendem Blick in Claire's Richtung.
Dann wandte er sich wieder zu seinen Kindern.
“Und Mommy hat gesahaagt….” begann Derek redselig, doch dann wurde er von seiner Mum unterbrochen:
“Das ist Maisie, sie wir für eine Weile bei uns bleiben, wollt ihr ihr nicht mal euer Zimmer zeigen…?Sie weiß unglaublich viel über Dinosaurier. ”
Die Quirligkeit ihrer Kinder berechnend, wurde die Neunjährige sofort in Beschlag genommen und in deren Zimmer gezerrt.

“Was hat Mommy denn noch alles gesagt, bezüglich unserer…gemeinsamen ARBEIT? ” schnaufte Owen, als die Tür ins Schloss gefallen war.
“Ich wusste doch nicht ob du tatsächlich kommst. Was hätte ich ihnen denn sagen sollen?” meinte Claire hilflos.
Owen erhob sich und griff seine Hose, die er über den Stuhl gehängt hatte und zerrte sie über seine Boxershorts.
“Woher soll ich das wissen?” antwortete er wahrheitsgemäß, “ schließlich ist dies der erste Moment, seit fast einem halben Jahr, das du mir erfolgreich aus dem Weg gegangen bist, an dem ich dir wieder in die Augen sehen kann…”
*Weil es so verflucht schwer war Owen! Mit dir eine Regelung zu finden, die mir nicht jedes Mal das Herz bricht.*
“Es war…” sie tat einen tiefen Seufzer,”notwendig…” setzte sie dann hinzu.
“Ach ja?”
“Owen…”, meinte sie dann und sah nun noch hilfloser aus, “...es tut mir leid…”
Ihr Bein pochte und sie hatte das Gefühl, dass wenn sie sich nicht jeden Augenblick setzen würde, würden ihr gleich beide Beine den Dienst versagen, weshalb sie nach dem nächstgelegenen Stuhl griff, um sich ungelenk darauf fallen zu lassen.  
Er war sofort bei ihr, um sich um sie zu kümmern und bedachte sie mit diesem Blick zwischen Mitleid und Missgunst, über das was im Raum hing, der für Claire nur schwer zu ertragen war.
“...davon gehe ich aus.” murmelte er, “sonst wärst du wohl kaum zum See gekommen…” daraufhin zerrte er sie hoch, “ich werde dich jetzt zu einem Arzt bringen.Sei froh dass ich diesen Van habe, sonst wüsstest du nämlich nicht, wie du deine Beine ausstrecken solltest!” fauchte er sie an.
Claire flog ein Lächeln übers Gesicht, das er offensichtlich falsch deutete: “ ...ICH werde fahren! Ganz sicher!”
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