Walkürenblut  (Teil 5)

von Cleo28
GeschichteRomanze, Fantasy / P18
Beth Turner Coraline Duvall Guillermo Josef Kostan Mick St. John OC (Own Character)
29.10.2018
15.10.2020
34
122.976
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29.10.2018 784
 
Vorspiel




Ein Schwall stickiger Luft versetzt mit billigem Parfum und den Ausdünstungen der versifften Bar schlug ihm entgegen, als er die Spelunke betrat. Angewidert hielt er die Luft an, als er weiter in den Raum hineinging. Unauffällig sah er sich um, während er zu seinem Stammplatz in einer hinteren Ecke direkt neben dem Notausgang ging. Von dort aus konnte er den gesamten Raum überblicken. Zudem hatte er die Eingangstür im Auge. Falls die Cops auftauchen würden, musste er schnell verschwinden. Er hatte keine Lust, wieder wegen Dealens im Knast zu landen. Er liebte seine Freiheit.

Er hasste diese verdreckte Bar, allerdings zog dieses Drecksloch seine Kunden an. Wenn er Umsatz machen wollte, musste er sich hier aufhalten. Hier machte er die meiste Kohle.

Noch war es früh am Abend, dementsprechend hingen hier nur wenige Gestalten herum. Jedoch ließ der erste Kunde nicht lange auf sich warten. „Hey! Hast du was für mich?“, fragte ihn ein Junkie, der es wohl nicht mehr lange machen würde. Es war ihm schweißegal, wenn die Junkies an den Drogen verreckten. Jedoch bedeutete ein toter Junkie einen Kunden weniger. Allerdings gab es immer noch genug Neugierige, die diese oder jene Droge ausprobieren wollten, um auch mal das Gefühl high zu sein, erleben wollten. Nur machten viele der Drogen recht schnell abhängig, was seinem Geschäft nur zugutekam.

Routiniert zog er den Deal durch. Als er Junkie von dannen zog, sah er ihm hinterher. Einst war er ein gutaussehender junger Mann gewesen, als er sich vor Jahren Marihuana bei ihm kaufte. Es dauerte nicht lange und er stieg auf Koks um. Schließlich landete er bei Heroin. Die Endstation. Vieler seiner Kunden, die von ihm Heroin kauften, landeten in der Kiste. Daher würde er selbst nie dieses Zeug anrühren.

Allmählich füllte sich die Spelunke. Immer wieder tauchten Kunden auf und kauften ihre bevorzugte Droge bei ihm.

Schließlich erhob er sich, als er nichts mehr in seinen Taschen hatte, was er verkaufen konnte. Schnell drängelte er sich durch die vielen Leute, von denen die meisten zugedröhnt waren.

Als er vor die Tür trat, nahm er einen tiefen Atemzug, genoss die frische Luft. Schnurtracks ging er zu seinem Auto. Gerade als er die Fahrertür aufschloss, sprach ihn jemand an.

„Heroin“, forderte der Typ herrisch.

„Du kommst zu spät. Ich habe gerade das letzte Päckchen verkauft“, erwiderte er, ohne sich umzudrehen.

„Du hast doch bestimmt noch irgendwas“, blieb der Typ beharrlich.

„Sorry Kumpel“, drehte er sich nun um. Der Typ war nicht allein, neben ihm standen noch zwei weitere.

„Gib mir was!“, forderte er ihn auf, während er ihn direkt in die Augen sah. Der Dealer konnte seinen Blick nicht abwenden, war gefangen.

„Ich habe kein Heroin mehr“, ließ er ihn wissen.

„Was hast du denn noch?“, verlangte er zu wissen.

„Was Neues“, antwortete er ihm doch tatsächlich. Wie kam er dazu, diesen Typen zu verraten, dass er eine neue Droge entdeckt hatte. Jedoch wusste er noch nicht genau, was es war. Vor ein paar Tagen überfielen er und seine Kumpel aus einer Bierlaune heraus einen Kurier, dabei entdeckten sie diese Medikament. Laut den Inhaltsstoffe eignete es sich auch sehr gut als Droge. Doch solange er nicht wusste, ob es schnell abhängig machte und woher er den Nachschub bekam, wollte er damit noch nicht dealen. Außerdem brauchte er auch einen guten Namen.

„Zeig es mir!“; befahl ihm dieser Typ. Tatsächlich ging der Dealer zum Kofferraum, öffnete ihn, zog die Abdeckung hoch und holte eines der Fläschchen heraus.

Der Typ riss es ihm aus der Hand, schraubte den Deckel auf und roch daran. Ein genüssliches Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus. Sogleich setzte er das Fläschchen an seine Lippen und trank.

„Hey“, beschwerte sich der Dealer.

„Eine Gratisprobe gibt es bei jeder neuen Droge.“

„Und?“, fragte ihn sein Kumpel.

„Das ist unglaublich“, entfuhr es dem Typen.

Kurzerhand schnappte sich der Dealer ein weiteres Fläschchen, schlug den Kofferraum zu und verriegelte sein Auto. Die drei Typen beachteten ihn nicht weiter, sondern fragten seinen Kumpel über die neue Droge aus. Er hatte den Beweis: Das Zeug machte jedenfalls high.

„Hey Blondie“, sprach er eine seiner guten Kundinnen an. „Willst du mal was Neues ausprobieren?“

Sie zuckte einverstanden mit den Schultern. Der Dealer reichte ihr die Kostprobe. „Trink es“, forderte er sie aus.

„Das schmeckt ja scheußlich“, verzog sie ihren Mund.

Kurz wartete der Dealer, dann fragte er sie: „Gut, oder?“

„Nein. Es tut sich nichts.“

Irritiert sah er sie an, dann flog sein Blick zu den drei Typen. Eindeutig war einer von ihnen durch dieses Zeug high geworden. Er hatte einen Blick dafür entwickelt. Doch warum wurde dieser Typ high und sie nicht?

„Hey, gib uns auch etwas davon“, rief einer der Typen zu ihm herüber.
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