Übers Töten und Getötet werden

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
Cpt. Sean Renard Det. Nick Burkhardt Eddie Monroe Juliette Silverton
29.10.2018
05.12.2018
9
28.031
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29.10.2018 3.622
 
Fest und erbarmungslos drückte Nick die Hand auf seinen Mund, um das Stöhnen zu dämpfen.
„Du musst leiser sein, wir sind hier nur in einem Motel und die Wände sind dünn wie Papier!“, forderte er mit dunkler, vibrierender Stimme und zog dann selbst seine Unterlippe zwischen die Zähne, um sein eigenes Stöhnen zu mildern. Er bewegte sein Becken wieder nach unten, spürte die unfassbar erregende Enge in sich, fühlte die Hände, die ihn kraftvoll an sich drückten und musste für einen Moment überwältigt die Augen schließen. Als er sie wieder öffnete, sah er in das Gesicht des Zauberbiestes und dann brauchte er alles an Kraft, um Seans wütende Lust im Zaum zu halten und seine eigenen Mordgedanken zu bezähmen. Der Captain versuchte seiner Hand zu entkommen, in dem er den Kopf drehte und wirkte dabei ein wenig panisch, was nicht verwunderlich war, weil er vermutlich im Moment des höchsten Punktes mehr Sauerstoff brauchte, den Nick ihm nicht zugestand. Wie so vieles mehr. Aber Nick konnte das nicht zulassen. Nicht, wenn er verhindern wollte, dass gleich die Nachbarn empört an ihre Tür klopfen und sich beschweren würden.
Seans Körper zuckte unkontrolliert und seine Finger gruben sich fest in Nicks Fleisch. Dieser Moment, in dem sein Captain so sehr die Kontrolle über sich und sein Wesen verlor, war für Nick wie ein Schuss Heroin. Es stimulierte ihn so stark, dass er sich jetzt nur noch auf den kräftigen Körper legen musste. Dabei glitt Seans Männlichkeit mit einem nassen Geräusch aus ihm heraus. Sofort legten sich seine starken Arme um Nicks Lenden und pressten ihn an sich. Nick spürte nur dem Nachbeben des anderen Leibes nach, atmete gierig den Duft seiner Haut und versuchte sich halbherzig aus seinem festen Griff zu befreien, um durch die Reibung ihrer Leiber dabei selbst zum Höhepunkt zu kommen. Auch er stöhnte; an Seans Halsbeuge und wesentlich leiser als das Zauberbiest.



Für endlos erscheinende Augenblicke blieb er wie benommen und schwer atmend auf dem anderen Mann liegen. Inzwischen strichen Seans Hände zärtlich über seinen verschwitzten Rücken und dann geschah das Unvermeidliche.
„Bleib bei mir, Nick!“, flüsterte Sean rau. Das war Nicks Stichwort. Er machte sich los und stand auf, wobei er es vermied seinem Captain ins Gesicht zu sehen, um ihm auch nicht den Hauch einer Hoffnung zu geben. Auch der andere Mann setzte sich auf und packte Nicks Arm, als der nach seiner Hose griff. Er zog den Grimm wieder zu sich.
„Nur ein Mal, Nick. Bleib ein einziges Mal danach bei mir! Bitte!“
„Ich kann nicht“, erwiderte Nick ohne eine besondere Betonung und machte sich wieder los. Immerhin log er nicht, erfand keine peinlichen Ausreden und schürte keine Erwartung. Denn für Nick war es nie mehr als das. Ein hitziges Aufeinandertreffen, welches absolut notwendig war, um nicht zu erbitterten Feinden zu werden, um weiterhin mit diesem Mann zusammenarbeiten zu können, um ihn ertragen zu können. Auch, um sich selbst aushalten zu können. Er musste das hier tun, weil es da etwas in ihm gab, was nur Sean verstehen konnte, auch wenn dem Captain das unter Umständen nicht bewusst war.
Nick war angezogen und suchte sein Telefon, welches aus der Jacke gefallen war. Sean stand auf und auch er zog sich ganz langsam seine Hose an.
„Wenn du willst, werde ich sogar betteln, Nick.“
„Nein, lass es. Ich muss los.“


Leicht fiel es Nick nicht, merkte er nur zu gut, als er die Tür des Motels im Osten Portlands hinter sich zuzog. Die Tür war labil und jedes kleine Mädchen könnte sie mit einem Fußtritt öffnen. Sie war so instabil wie seine Beziehung zu Sean Renard. Niemand wusste, was sie taten und niemand dürfte je davon erfahren. Nick sprang in sein Auto und fuhr los. Erst ein paar Straßen weiter hielt er sein Auto an und starrte erschrocken auf seine zitternden Hände. Er nahm sein Telefon aus der Tasche und sah einen verpassten Anruf von Monroe. Dem Blutbad sei Dank, er war abgelenkt. Scheinbar war es sogar so dringend, dass er eine Nachricht auf der Mailbox hinterlassen hatte:
„Nick, ich brauche wirklich umgehend deine Hilfe. Komm zu meinem Haus und beeile dich bitte!“



Sean hatte die verstaubte und mottenzerfresse Gardine ein wenig zur Seite geschoben und sah Nick zu, wie er in sein Auto stieg, ohne noch ein einziges Mal zurückzusehen. Nur ein einziges Mal. Aber Nick war hart und gnadenlos. Niemals blieb er nach dem Ausbruch ihrer Leidenschaft bei ihm. Niemals gab er ihm die Chance zu sprechen. Niemals gab er ihm die Möglichkeit mehr für ihn zu sein, als das, was sie waren. Sparringpartner. Es hatte schon so eigenartig begonnen:


Mit dem Kuss der Muasie Khloe.
Sean selbst hatte letztendlich dafür gesorgt, dass Juliette Nick wieder zur Besinnung bringen konnte. Da war seine Schuldbewusstsein, was ihn dazu zwang aber auch die Sorge Nick notfalls töten zu müssen, wenn er weiterhin außer Kontrolle war. Es wäre unvermeidlich gewesen und letztlich wäre, selbst wenn er ihn nur verwundet hätte, um ihn wegzusperren, sein ganzes, sorgsam um den Grimm herum aufgebautes Gerüst zusammengestürzt.
Trotzdem war der Schmerz unerträglich, als Juliette Nick vor seinen Augen zurückholte. Er hätte es sein können, der das tat. Nein, er hätte es sein müssen. Nicht diese nervige, unerträgliche Frau, die er sich niemals freiwillig ins Bett geholt hätte. Letztlich war es gut ausgegangen und als er schließlich Khloe mit seinem Zauberbiest bedrohte und zu Tode ängstigte, damit sie ja nie wieder auf die Idee käme, nach Portland zu kommen und ihre gierigen Finger an seinen Grimm zu legen, konnte er sich sogar eine Zeit lang selbst einreden, dass er all das nur getan hatte, um etwas wieder gutzumachen. Er hielt Nick und Juliette den Rücken frei, damit sie wieder zusammenfinden konnten, doch die Wahrheit sah anders aus. Er konnte es einfach nicht ertragen, dass jemand Nick näher war, als er es sich selbst sehnlichst wünschte.
Aber er schaffte es die Sache vielleicht nicht endgültig zu begraben aber zumindest in eine dafür vorgesehen Schublade zu packen. Und dann, nur wenige Tage später nach der Sache mit der Muse, bekam er spätabends eine Nachricht von Nick.




„Müssen uns treffen. Sundown Motel, Zimmer 3. Jetzt sofort!“
Offensichtlich hatte der Grimm Ärger und brauchte seine Hilfe. Hoffentlich, dachte Sean damals noch naiv und ging während der Fahrt zum Motel in Gedanken seine Pläne durch und betete still, dass noch alle Schachfiguren ordnungsgemäß an ihrem Platz standen. Nick zu überwachen und kontrollieren zu wollen, hatte er schon längst aufgegeben, denn dafür war der Grimm zu clever. Ihre Beziehung war sowieso angeschlagen und eigentlich hielt sie nur ihr aufgezwungenes Arbeitsverhältnis zusammen. Wieder musste sich Sean selbst für diesen perfekten Schachzug loben. Er hatte erwartet, dass Nick Burkhardt ein Polizist mit Leib und Seele war, doch dass er so moralisch und gutherzig war, hatte ihn dann doch überrascht und hatte ihm ein ganzes Stück den Wind aus den Segeln genommen. Anfangs fand er Nicks extremes Menscheln noch ziemlich nützlich und hatte dabei nicht mitbekommen, wie er sich immer mehr in ihn verliebte. Wirklich verstanden hatte er es erst nach dem Drama mit Juliette.



Als Sean vorsichtig an die Tür des Zimmers 3 klopfte, öffnete Nick ihm sofort. Er hatte nur seine Jeans an und ein ehemals weißes T-Shirt, welches eindeutig Spuren eines frischen Kampfes aufwies.
„Ist etwas passiert?“, fragte er noch ahnungslos und runzelte die Stirn, weil ihn Nick ziemlich herausfordernd ansah, während er ins Zimmer trat und die Tür hinter sich schloss.
„Eine ganze Menge, doch darum geht es jetzt nicht!“ Er zog sich sein Shirt dabei aus und starrt ihn dann weiter eindringlich an. Sean war einen Schritt zurückgewichen, hatte mit schneller schlagendem Herz seinen Kopf fragend schief gelegt, traute sich aber nicht zu sprechen, weil er befürchten musste, dass Nick ihm seine bodenlose Verwirrung anmerken würde.
„Na, nun mach schon! Zieh dich aus!“, forderte Nick dann dumpf und klang keineswegs freundlich oder anderweitig verführerisch. Seine Stimme bebte eher wie das Herz eines gejagten Rehes.
„Was?“, hatte er gefragt, um wenigstens noch den Anschein zu machen auf der Seite der Vernunft zu stehen.
„Du weißt genau, was zwischen uns geschehen muss. Fang an oder verschwinde.“ Dabei zog sich Nick seine Hose aus. Sean wich noch weiter zurück, bis er wieder die Tür im Rücken hatte. Der Grimm war eigentlich kein Mensch, dem es schwer fiel sich auszudrücken, ganz im Gegenteil. Er hatte ihn wortgewandt, witzig und mitteilsam erlebt. Nick war in der Lage jedem seine Meinung darzulegen und das auch noch auf einem Weg, der immer subtil seine menschenfreundliche Seite offenbarte. Was war das jetzt hier? Ein wortkarger, direkter und rücksichtslos erscheinender Mann? Nicht, dass Sean dem Grimm so eine Facette nicht zugestand, doch war er gelinde gesagt überrumpelt. Er verstand nicht recht, was hier gerade geschah, ob der Grimm vielleicht unter einem fremden Einfluss stand oder ihn vielleicht einfach nur nackt töten wollte, weil das sein Fetisch war.
Nackt. Seine Augen wurden groß, als Nick auch seine schwarzen, engen Boxershorts auszog und sein wunderschönes Glied schon erregt vom Körper abstand. Sean, eigentlich nie um Worte verlegen, war nicht nur sprachlos, sondern kopflos. Er drehte sich zur Tür um und hatte schon die Klinke in der Hand, als er Nicks schneidende Stimme hörte:
„Wenn du jetzt gehst, werde ich dir nie wieder diese Chance geben!“ Sean zögerte. Chance? Für was? Ihn zu töten? Sich von ihm töten zu lassen? Er hatte geglaubt Nick nach all den Jahren wenigstens so einigermaßen durchschaut zu haben, doch das hier war neu und sehr verwirrend.
Immer noch stand er mit dem Gesicht zur Tür und versuchte sich einen Reim auf Nicks seltsames Verhalten zu machen. Hatte er nicht sogar mitbekommen, dass Nick wieder mit Juliette zusammen wohnte? Sein Herz begann panisch schneller zu schlagen, als er hörte, wie Nick sich ihm näherte. Er stand schließlich dicht hinter ihm und ihm selbst blieb jetzt nur die Wahl. Gehen oder bleiben.



Die Hände des Grimms packten seine Hüften. Nicht hart und fordernd, aber auch nicht sanft und zaghaft. Sean ahnte eher, als dass er es wirklich wusste; wenn er jetzt sprechen würde, wenn er verunsichert nachfragen würde, würde er alles zerstören.
Nick trat noch näher und drückte seinen Körper so eng an ihn, dass er gut seine Erektion spüren konnte. Seine eigene Hand hatte die Klinke verlassen und lag an der Tür in Höhe seiner Schultern neben seiner anderen Hand. Damit stützte er sich ab, weil er nicht sicher war, ob er gleich die Kontrolle über sich und sein Wesen verlor. Etwas in ihm drängte das Zauberbiest nach oben. Es wollte den Grimm anfauchen, ihn verletzten, vielleicht sogar töten und dann fliehen. Oder einfach nur fliehen? Dachte Sean wie gelähmt, absolut unfähig mehr zu tun, als flach und hektisch zu atmen.
Das war es seit jeher, was er wollte. Und jetzt? Glich er einer steinernen Statue, die völlig fassungslos und beschämend auf Nicks Hände starrte, die sich über seine Beine nach vorn bewegten. Sie schoben sich zur Innenseite seiner Oberschenkel und Sean spürte nicht nur, wie er rot wurde, wie ein Teenager, sondern auch, wie diese absurde Situation ihn zunehmend atemlos vor Erregung machte und seine Männlichkeit rasant und unkontrolliert anschwellen ließ.


Draußen stiegen zwei sich anpöbelnde Männer aus einem Auto, knallten die Türen zu und keiften sich dann im Zimmer nebenan weiter lautstark an. Darauf versuchte er sich nun verzweifelt zu konzentrieren, um wieder die Gewalt über sich zurückzubekommen. Nicks Hände erreichten seine Mitte, fanden seine drückende Härte und strichen fest und ohne jede Hemmung darüber.
„Nicht …“, sagte er rau und hoffte, dass diese eine beschämend lusttriefende Silbe den Grimm aufhalten würde. Er bekam keine Antwort. Dafür legte Nick nun seine Stirn zwischen seine Schulterblätter, drückte weiterhin schamlos seine geschwollene Männlichkeit an ihn und ging mit seinen Fingern fast schon andächtig die Form seines erregten Gliedes nach. Plötzlich huschten seine Finger nach oben und ehe Sean ihm Einhalt gebieten konnte, öffnete er den Gürtel seiner Hose. Selbst wenn, Sean hätte gar nicht reagieren können. War die Tür unter seinen Handflächen noch bis eben kühl, war sie jetzt gar nicht mehr vorhanden. Hörte er bis eben noch, wie sich die Typen nebenan, welche die Namen Duarschgesicht und Verpissdichdoch hatten, anblökten wie Schafsböcke, hörte er nun gar nichts mehr. In seinen Ohren rauschte laut das Blut und sein Wesen schoss nun ungehindert nach oben.
Nick merkte es. Selbstverständlich konnte der Grimm es spüren und sogar Sean nahm sein kurzes Zucken an ihm wahr. Dann zogen Nicks Hände ziemlich grob seine Hose nach unten und schoben sich sofort unter den Bund seiner Shorts. Schockiert stöhnte er auf und musste hilflos zulassen, wie heftige Schauer über seinen Körper glitten, die auch Nick zu spüren bekam.
Die Situation war so absurde, das Sean, der die Dinge gern plante und gern vorrausschauend bedachte, keine Lösung parat hatte, um entkommen zu können. Er hatte mit allem Möglichen gerechnet. Damit, dass ihn Nick eines Tages einfach irgendwo auflauerte und sie ihren Kampf hinter sich bringen würden. Damit, dass sie vielleicht sogar so etwas wie Freunde werden könnten, wenn genug Zeit vergangen wäre und Gras über die Sache gewachsen war. Er hatte aber nie damit gerechnet, dass Nick ihn offensiv vor so eine perverse Wahl stellen würde.


Nebenan lief nun laut der Fernseher und man hörte jedes Wort darüber, mit welchen Techniken man eine Harley am besten lackieren konnte. Unwillkürlich kam ein dunkles Stöhnen zwischen seinen Lippen hervor, als Nick seine Hand nicht nur tiefer in seine Shorts schob, sondern dessen Finger seine nackte, verletzliche Männlichkeit fest umschlossen. Tu das nicht, dachte er weinerlich, war jedoch außerstand eine einzige Silbe zu formulieren, die jenseits eines erschütterten Stöhnens sein würde.
Nicks anderer Arm presste ihn an sich und er drückte seine Lust an ihn. Verzweifelt versuchte Sean zu überlegen, was mit Nick passiert war. Welche Zauber, welcher Trank, welche Manipulation, welches Gift, welches Wesen konnte das bewirken?
Vielleicht würde er Antworten bekommen, wenn er sprechen und fragen könnte. Warum nur, hatte er das Gefühl, dass der Grimm nicht in Plauderstimmung war?

„Du hast dich also entschieden. Gut“, flüsterte Nick rau und zwang ihn mit einem schnellen und exakt ausgeführten Handgriff sich umzudrehen. Augenblicklich stand Sean mit dem Rücken an der Tür und der Grimm begann ohne zu Zögern seine Jacke von den Schultern zu streifen.
Nicks Haare waren ein wenig außerhalb der üblichen Form und sein Blick wirkte erschütternd ruhig. Nicht so, als wenn er unter der Einwirkung irgendwelcher bewusstseinsveränderten Substanzen stehen würde. Seine Pupillen waren zwar leicht geweitet, doch er konnte Seans sicherlich entsetzten Blick problemlos erwidern, während er sein T-Shirt einfach nur so weit nach oben schob, dass er es schließlich selbst über den Kopf zog.
Was hätte er sagen sollen? Nick, hör auf damit! Undenkbar.
Nick, warum? Er würde keine Antwort bekommen, wusste er sicher, als er ihm nun ins erbarmungslose Antlitz blickte.
Schließlich schob Nick seine Unterhose mit einem Ruck nach unten, kniete sich dann sogar hin, sodass er letztlich selbst mit Nicks energischer Unterstützung von allen Kleidungsstücken befreit war. Er begann wieder leicht zu zittern und es war nicht die Kühle des Zimmers, die ihn dazu brachte. Ganz im Gegenteil, es war eine schwüle, nervig warme Nacht, die sicherlich im Gewittersturm enden würde. So wie seine eigene Lust, die auf ein unerträgliches Level stieg, als Nick unumwunden seinen Mund über die Spitze seiner Männlichkeit legte. Er konnte nirgendwo anders hinsehen, als zu Nick. Wie benommen sah er die feuchte Spur, die sein Mund und seine Lippen auf seiner harten Lust hinterließen. Jedes Mal, wenn seine Zunge um seine Spitze kreiste, stöhnte er hinter seinen fest zusammengepressten Lippen. Hinter seinen Augen brannte es wie Feuer und dann hob Nick einmal den Blick und sah ihn ganz direkt an.
Seine Lippen öffneten sich ungewollte und ein gequältes Stöhnen kam heraus. Niemals vorher hatte er so etwas erlebt. Niemals vorher diese überwältigende Nähe eines anderen Menschen gespürt. Ja, dachte Sean noch in jenem Moment bitter, er hatte Angst vor Nick. Vor dem Grimm aber auch vor seiner großartigen Persönlichkeit, die ihn dazu zwang ihm in Liebe zugetan sein zu müssen.
Hätte Nick nicht ein brutales, unsympathisches, kaltherziges Monster sein können? Musste ausgerechnet dieser, so wichtige Grimm ein liebenswerter, attraktiver Mann mit edlen Prinzipien sein?

Seans Beine begannen deutlich zu zittern und Nick ließ ihn recht jäh los, um aufzustehen.
„Komm …“, sagte er nur dunkel und ging zum Bett. Sean folgte im fast blinden Gehorsam. Er hatte keine Ahnung, was Nick von ihm erwartete und ließ sich von ihm aufs Bett ziehen. Er drehte ihm auch gleich den Rücken zu, obwohl Sean ihn lieber küssen wollte. Er wollte den Geschmack seiner Lippen kosten, weil er sich später erinnern wollte, um nicht über die Gedanken verrückt zu werden, ob das hier je geschehen war oder ob es doch nur ein surrealer Fiebertraum gewesen war.
Aber Nick hatte daran kein Interesse, das zeigte ihm sein heller Rücken ganz deutlich. Als Sean seine Hand auf die kräftige Schulterpartie legte, sah er beschämt das fiebrige Zittern seiner Hand. Nicks Haut war sehr warm und ein wenig feucht. Die schwüle Hitze passte irgendwie perfekt zu diesem befremdlichen Moment, in dem Sean nicht mehr wusste, wer Nick Burkhardt war und in dem er selbst über seine schwächliche Willenlosigkeit fassungslos war.


Er ließ seine Hand über den muskulösen Rücken des Grimms gleiten und teilte dann mit seinem Daumen seine Pobacken. Seine eigene Lust, die urplötzlich nach oben schwappte und das Zauberbiest mitbrachte, ließ ihn aufkeuchen. Er befeuchtete seine Finger mit seinem Speichel und verrieb ihn dann um den Muskel herum. Dann wartete und zögerte er, weil er hoffte, dass Nick plötzlich aufspringen und sagen würde, dass er sich geirrt hatte, dass er total high ist oder dass das alles nur ein böser Scherz sein sollte. Doch Nick tat es nicht, sondern hatte seinen Kopf in die Unterlage gepresst, während er ihm seinen Unterleib entgegen hob und sich sichtlich unter den Berührungen seiner Finger entspannte. Welch ein traumhafter Alptraum, dachte Sean verstört und schob wieder seine zwei Finger in die geweitete Öffnung. Seine eigene Männlichkeit pulsierte schon längst verlangend und doch zögerte er den Moment furchtsam hinaus. Nick grummelte irgendwas Aufforderndes in seine Armbeuge und er hatte keine Ausrede. Er kniete sich zwischen Nicks weit geöffnete Beine und drückte langsam und mit einem fassungslosen Keuchen seine Männlichkeit in die geweitete, feuchte Öffnung. Es war so einfach. Seine harte Lust glitt hinein, als wäre Nick eine Frau, die schon allein davon feucht wurde, wenn er ihren Namen aussprach. Ein tiefes, gedämpftes Stöhnen kam aus Richtung von Nicks Kopf und Sean kam nicht umhin es als ein Geräusch zu interpretieren, welches er mit einer grausamen Jagd in Verbindung brachte. Irgendwas geschah mit dem Grimm. Etwas, was er ihm nicht mitteilen wollte. Aber es musste mit Nicks übernatürlicher Identität zusammenhängen, dann das hier … diese Art allesverschlingende, viel zu intensive Leidenschaft war sonst höchstens nur zwischen zwei Personen möglich, die sich tief und innig liebten und begehrten. Weder war das zwischen ihm und Nick eine Option und schon gar nicht zwischen Grimm und Zauberbiest.

Hypnotisiert und mit offenem Mund sah er auf seine eigene Männlichkeit, die ohne Widerstand in Nick hinein- und wieder heraus glitt. Es war wie Magie, die leider nicht allzu lange aufrecht zu erhalten war, merkte er erschrocken. Schon merkte er einen heftigen Höhepunkt nahen und hörte auf sich zu bewegen. Er lehnte sich auf Nick, stützt sich mit einem Arm ab, küsste wenigstens seine Schulterblätter wenn schon nicht seinen Mund und griff mit dem anderen Arm nach vorn, um die fremde, zuckende Männlichkeit zu massieren. Wieder stöhnte Nick. Doch diesmal klang es weinerlich und er hörte damit auch nicht mehr auf. Er stöhnte, bis sein Körper sich krümmte, bis warmes Sperma über Seans Hand tropfte. Nicks Innerstes krampfte sich rhythmisch zusammen und massierte damit sein eigenes Glied noch einmal so lustvoll, dass Sean seinen Rausch auf Nicks feuchte, warme Haut hecheln musste, wie ein verdammter Köter.



Nur Sekunden später, Seans Innerstes zitterte immer noch über die Unglaublichkeit des Augenblickes, wandte sich Nick unter seinem Körper hervor und zog sich eilig an. Entgeistert sah er ihm dabei zu.
Schließlich sagte Nick leise:
„Ich habe das Zimmer für eine Nacht bezahlt, du kannst also bleiben solange du willst“.
Mit diesen banalen und überaus bedeutungslosen Worten ging er einfach. Noch Ewigkeiten hatte Sean die Tür angestarrt und versucht zu realisieren, was hier gerade geschehen war. Nebenan ging es gerade um Schnapsbrennerei und endlich gelang es ihm sich anzuziehen.
Körperlich zutiefst befriedigt aber auch eigenartig aufgewühlt hatte er das Zimmer dann verlassen und lag die komplette Nacht wach, um über alles nachzudenken. Ohne Ergebnis. Er verstand einfach nicht was geschehen war.


Das seltsamste an Allem, war aber der nächste Tag, an dem Nick wie immer war. Nicht mal eine schief hängende Wimper an Nicks wundervollen Augen wies darauf hin, was nachts zwischen ihnen passiert war. Ohne sich abzusprechen, spielte jeder seine Rolle besser als jemals zuvor. Der Grimm sprach ihn nie darauf an, obwohl es inzwischen schon eine Menge solcher nächtlichen Treffen gegeben hatte. Immer sorgte Nick für das Zimmer, immer bezahlte er und immer schickte er ihm eine Nachricht mit Ort und Zimmernummer.
Immer löschte er sie sofort und immer folgte er Nicks Ruf wie ein Hund seinem Herrchen.
Nie sprachen sie über das, was sie taten und niemals berührten sich ihre Lippen. Es war Sex und doch auch nicht. Es war ein Kampf, den Nick ständig brauchte und den Sean erduldete, weil er ihn liebte. Wohin das führen würde, wusste er nicht.
Jedes Mal versuchte er Nick zu überreden bei ihm zu bleiben, doch der Grimm war hartherzig in dieser Hinsicht. Sie trafen sich, sie liebten sich und sie ließen einander zurück.


Sean seufzte mit schwerem Herzen und verließ auch dieses Hotelzimmer, in dem ein Stück von ihm selbst zurückblieb. Wie in allen anderen bezahlbaren Zimmern in und um Portland herum.
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