Nackte Tatsachen

von salazar
OneshotHumor, Freundschaft / P16 Slash
Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
28.10.2018
28.10.2018
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Für -Schnatz-

„Ach, hier bist du!“, rief Sirius aus und kam mit großen Schritten über den Rasen auf Remus zugelaufen, welcher am See im Gras saß, die Beine mit den Armen umschlungen. Er blickte kurz auf, als der Freund sich plumpsend neben ihn fallen ließ.
„Iiih! Das Gras ist ja ganz nass!“ Sirius stand eilig wieder auf und blickte skeptisch auf Remus herab. „Warum sitzt du hier draußen rum? Die Halloween-Feier in der großen Halle beginnt gleich. James und ich wollen nachher ein paar Slytherins Kürbisköpfe zaubern. Wir haben es schon an Peter ausprobiert, es funktioniert fantastisch, das wird garantiert ein tolles Fest!“, meinte er überschwänglich. Doch anstatt sich auf die anstehenden Feierlichkeiten zu freuen oder aber Sirius‘ und James‘ Vorhaben zu kritisieren, wie er es sonst üblicherweise tat, schwieg Remus, schüttelte leicht den Kopf und seufzte dann.
Sirius war nicht sonderlich gut darin sich in andere Menschen hineinzuversetzen, doch auch er erkannte endlich, dass den anderen etwas bedrückte. Doch Remus sprach selten von sich aus über seine Sorgen, aus Angst andere damit zu belasten, man musste es also aus ihm herausquetschen. Und so setzte sich Sirius, ein wenig widerwillig, wieder ins feuchte Gras. „Also, verrätst du mir was los ist?“, fragte er nun mit sanfter Stimme. „Du sitzt doch nicht einfach so an Halloween bei diesem nass-kalten Wetter allein draußen rum?“ Er ließ sich kurz ein wenig zur Seite fallen und buffte Remus leicht mit der Schulter an.
„Bei Merlin, Sirius. Hast du es etwa vergessen!?“ Remus wirkte kurz zornig, dann kehrte sein niedergeschlagener Gesichtsausdruck zurück. Sirius kam sich ein wenig dumm vor und mittlerweile fror er außerdem erbärmlich, aber er wusste nicht worauf der andere Gryffindor hinaus wollte. „Tut mir leid Remi, aber ich weiß wirklich nicht…“ „Vollmond! Heute Nacht ist Vollmond, Sirius. Keine Halloween-Party für mich. Keine Slytherins mit Kürbiskopf. Bald geht der Mond auf und ich darf mich in die Hütte bei der peitschenden Weide verkriechen.“ Das „während ihr Spaß habt“ blieb unausgesprochen.
Sirius schlug sich gegen den Kopf. „Ach verdammt, Remus! Das haben wir ja vollkommen vergessen.“ Er schaute seinen Freund betroffen an. Bei ihrer ganzen Vorfreude auf Halloween, auf das Festessen, die schaurige Deko und vor allem bei ihrer Planung aller möglicher und unmöglicher Streiche und Scherze hatten sie einfach nicht daran gedacht, dass dies eine Vollmondnacht werden würde. Normalerweise hatten sie wegen Remus den Mondzyklus immer im Blick, denn seit sie es in den letzten Sommerferien endlich hinbekommen hatten sich in Animagi zu verwandeln, waren sie bei jeder Verwandlung von Remus in einen Werwolf dabei und warteten gemeinsam bis es vorüber war.
„Aber warum hast du denn auch nichts gesagt? Wir haben doch so oft diskutiert, wie wir Schniefelus und den anderen kleinen Schlangen am besten eins auswischen. Da hättest du doch sagen können, dass es dieses Jahr eben nicht geht.“ „Ich wollte euch halt den Spaß nicht verderben“, meinte Remus leise, „Vor allem du und James wart so enthusiastisch.“ Er schwieg einen Moment. „Ihr könnt ja später zu mir kommen, wenn ihr getan habt, was ihr nicht lassen könnt.“ Er lächelte schief. „Früher war ich bei meinen Verwandlungen ja auch alleine. Das bekommen ich dieses eine Mal schon hin.“
Sirius stand auf und ging vor Remus in die Hocke. „Mein Lieber, jetzt pass mal auf“, sagt er und stieß seinen Zeigefinger so heftig auf Remus‘ Brustkorb, dass dieser nach hinten klappte, woraufhin Sirius sich auf ihn setzte, die Knie rechts-und linksseitig auf das Gras aufstützend. „Mag ja sein“, fuhr er fort, „dass du früher dabei alleine warst, aber jetzt bist du es nicht mehr. Halloween hin oder her, wir sind nachher dabei.“ Remus setzte sich wieder auf und wollte protestieren. „Aber ihr habt euch wegen mir schon so viele Umstände gemacht. Ihr seid sogar Animagi geworden und das ist echt schwer. Kommt also gar nicht in die Tüte, dass ich euch Halloween auch noch versaue. Und jetzt, entschuldige mich.“
Der bis eben noch wolkenverhangene Himmel klärte sich langsam ein wenig auf und ließ einen fahlen großen Mond erahnen. Für Remus das Zeichen sich in die Hütte an der peitschenden Weide zurückzuziehen. „Also wir sehen uns morgen beim Mittagessen“. Er entzog sich Sirius und trottete davon. Ersterer lief kopfschüttelnd ins Schloss zurück.

In der Hütte, die die unwissenden Hogwartsschüler die „heulende Hütte“ nannten, war es dunkel und die Luft roch ein wenig nach Staub. Rasch entzündete Remus mittels Magie die Beleuchtung. Als sich seine Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, sah er, dass ein großer ausgehöhlter Kürbis auf einem Tisch stand, in welchem eine Kerze munter vor sich hinflackerte. Daneben fand sich eine kleine Auswahl an Süßigkeiten in einem Schälchen. Dies zauberte Remus ein kleines Lächeln auf das Gesicht. Bestimmt hatte Dumbledore die Hauselfen angewiesen dies zu arrangieren. Immerhin schien er den Mondkalender sehr genau zu kennen.
Der Gryffindor schnappte sich einen Kesselkuchen und setzte sich mit einer Decke auf den Fußboden. Er spürte, dass die Verwandlung bald einsetzen würde. Doch diese Tatsache war nicht der einzige Grund für seinen schnellen Aufbruch eben gewesen. Er hatte nämlich noch ein weiteres kleines Problem. Sirius hatte auf ihm gesessen. Das hatte leider dazu geführt, dass sich zwischen seinen Beinen etwas geregt hatte. Das war ihm furchtbar peinlich und er war heilfroh es noch rechtzeitig bemerkt zu haben, ehe es Sirius auffallen konnte. Doch er hatte jetzt keine Zeit weiter darüber nachzudenken und deshalb machte er sich in der restliche Zeit, die ihm heute in menschlicher Form verblieb daran, das Problem zu beseitigen. Objektiv betrachtet, war es schon lustig. Seine Freunde hatten im Schloss Spaß, während er in einer staubigen Hütte neben einem aggressiven Baum saß und sich einen runterholte, ehe er sich in ein haariges Ungetüm verwandeln würde, um den Mond anzuheulen.
Während er darüber nachsinnierte, ob seine untere Hälfte wohl auch genau so in die Werwolfphase übergehen könnte, spürte er wie die Transformation begann.

Im Schloss hatte gerade das Halloween-Festmahl begonnen, als sich James, Peter und Sirius aus der großen Halle stahlen. Sie hatten ein wenig umdisponiert und anstatt mehreren Slytherins einen Kürbiskopf zu verpassen, hatte es nur Schniefelus getroffen. Die daraus entstehende allgemeine Aufregung hatten sie genutzt, um zu verschwinden. „Also ich fand, das stand ihm gut“, meinte James, „Viel hübscher als vorher.“ Peter lachte gackernd. „So hatte er immerhin ein Kostüm an.“, ergänzte Sirius, der die Arme voller Pasteten hatte. „Ich hoffe wir sind noch rechtzeitig da.“ Im Eilschritt liefen sie durch die Dunkelheit und hielten auf die Hütte zu aus der noch kein Heulen zu vernehmen war. Also betraten sie in Menschengestalt das kleine Häuschen.
Sekunden später konnte man drei spitze Schreie des Erschreckens über den Hogwartsgründen vernehmen. Dann saßen sich ein schwarzer Hund, ein Hirsch, eine Ratte und ein Werwolf gegenüber und man konnte fast meinen sie blickten ein wenig verlegen.

Vorgaben:
- Wunsch-Charaktere: Lily Evans, Remus Lupin, gerne auch die restlichen Rumtreiber
- Wunsch-Pairing: Je nach dem, was du am liebsten schreibst bin ich für die üblichen Pairings (Jily, Lily x Remus, Lily x Sirius, Wolfstar etc.) offen, nur Lily x Snape mag ich nicht so gerne. Ich freu mich aber auch über eine Geschichte ohne Pairing :)
- Wunsch-Rating (maximal): P18
- Wunsch-Prompt: Es war schon ein merkwürdiger Zufall, dass gerade diesem Abend ein markerschütterndes Heulen über die Ländereien Hogwarts schallte.
- No-Go's: Eine Geschichte der völlig AU ist oder den Canon komplett ignoriert. Was nicht heißt, dass ich nicht für überraschende Ideen zu haben bin, zur Rumtreiberzeit gibt es ja viele Leerstellen zu füllen.
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