Narben der Zeit

von Yessy
GeschichteDrama, Freundschaft / P16
Alea der Bescheidene OC (Own Character)
28.10.2018
12.07.2019
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Ganze drei Mal kontrolliert Janina die Adresse, ehe sie auf die Klingel drückt.

Das Gebäude, vor dem sie steht, ist grau und alt. Der Putz blättert von den Wänden und an den Regenrohren kleben unzählige Aufkleber für Aktionen und Demonstrationen, die meisten schon verblasst, die Daten von vergangenen Jahren. Sie wirken vernachlässigt. Genauso vernachlässigt wie das Gebäude und der Grund, warum sie vor ihm steht.

Seit Tagen hat Andrea kaum ein Wort mit ihr gesprochen. Sie hat sie in ihrer Wohnung gefunden. Zusammengesunken hat sie auf dem Sofa gesessen, beide Katzen links und rechts neben ihr, und nicht einmal aufgesehen, als Janina fröhlich winkend in das Wohnzimmer gelächelt hat.

Janina hat sich erst vor sie auf den Boden knien müssen, um in ihr Gesicht zu sehen. Die Augen gerötet, ihre Lippen trocken und verkrustet und der Blick ins Leere. Es hat gedauert, Janina viele unbeantwortete Fragen und Nerven gekostet, ehe Andrea angefangen hat zu reden. Sie hat alles erzählt. Vom Musizieren auf dem Balkon, vom Morgen danach, vom Park. Von Beate. Dann vom Badezimmer, von ihrer Angst, er hätte sich etwas angetan. Ab diesem Punkt sind die Tränen geflossen. Unter schnappender Atmung hat sie Janina versucht zu erklären, dass sie genau diese Gedanken von sich selbst kennt. Und in dem Moment hätte sie erst wirklich gemerkt, dass Alea ihr doch unglaublich wichtig ist.

Man merkt erst, wie wichtig etwas ist, wenn es fehlt oder zumindest kurz davor ist zu fehlen und man verzweifelt danach strebt. Janina hat nichts gesagt. Sie hat einfach einen Arm ausgestreckt, Andrea dann an sich gezogen und gewartet, bis sie wieder hat sprechen können. Das Gefühl, zerfressen von Ungewissheit eines geliebten Menschen gegenüber zu sein, kennt sie. Sie hat es nicht laut ausgesprochen und nachdem Andrea sich gefangen und weitergeredet hat, ist jeglicher Gedanke in diese Richtung verflogen.

Sie hat Janina alles erzählt. Von Aleas „Bruder“, von seinem Kind, das nie gewesen ist. Jedes kleine Detail. Es passt nicht zu Andrea, so viel von Alea preiszugeben. Sie wahrt seine Geheimnisse und Janina hat diese Eigenschaft an ihr gemocht. Dann jedoch, als sie vom Streit berichtet und versucht hat, Aleas und ihre eigenen Worte wiederzugeben, hat Janina sie verstehen können. Warum die Geheimisse eines solchen Menschen wahren?

Er hat sie verletzt. Schlimmer. Er hat dafür gesorgt, dass sie sei Tagen nichts anderes macht, außer zwischen Bett, Kühlschrank und Toilette zu leben. Und dann auch nur von Schokolade und Eis. Wie bei Liebeskummer.

Dass Andrea an sich selbst zweifelt, weil sie Alea ebenfalls einiges an den Kopf geworfen hat, hat Janina versucht ihr auszureden. Andrea ist nun einmal impulsiv. Es mag falsch gewesen sein, was sie gesagt hat. Ebenso falsch ist gewesen, was Alea gesagt hat. Und er hat Andreas Worte provoziert.

Da ist etwas, das Andrea nicht laut ausspricht. Sie hat Janina angesehen, ihr gesagt, dass sie es ihr gerne sagen würde, es ihr aber nicht sagen kann, als würde ihr jemand die Stimmbänder zusammendrücken, wenn sie nur daran denkt. Janina würde sie gerne zwingen. Vielleicht würde es helfen, wenn Andrea redet, doch in ihrem aktuellen Zustand würde selbst ein einfacher blauer Fleck dafür sorgen, dass sie weinend auf dem Boden zusammensinkt.

Es hat in all der Zeit keinen einzigen Zusammenbruch gegeben. Wenn Andrea geschlafen hat, hat sie durchgeschlafen. Ein Zustand, den Janina gerne belassen würde.

Sie seufzt und sieht erneut am Haus empor. Am ersten Tag noch hätte sie nicht von sich erwartet, das hier zu machen. Am zweiten Tag hat sie versucht, Alea anzurufen, auch über ihre Festnetznummer, die Alea nicht kennt. Er ist nicht drangegangen, natürlich nicht. Am dritten Tag ist sie zu ihm gefahren. Keiner hat aufgemacht. Am Freitag hat sie genau das noch einmal versucht, aber sein Auto hat schon nicht mehr auf seinem Parkplatz gestanden, als sie nach der Arbeit in seine Straße eingebogen ist. Er ist bereits auf das MPS gefahren. Auf das MPS, das sie nicht haben würde.

Andrea hat nichts sagen müssen. Janina ist von Anfang an klar gewesen, dass das MPS nicht der richtige Ort für sie gewesen wäre. Janina hat Sean noch geschrieben, dass sie beide krank geworden seien. Er hat ihnen gute Besserung gewünscht und auf ein Wiedersehen am zweiten Dortmund gehofft. Ein Teil von ihr hofft auch auf dieses Wiedersehen. Ein anderer will ihm nie wieder unter die Augen treten. Dabei hat er nichts gemacht. Er ist nett, er ist eine gute Seele und das komplette Gegenteil von Alea. Definitiv jemand, der Andrea guttuen würde.

Sie hat Andrea vorgeschlagen, mit ihr etwas zu unternehmen. Immerhin hat sie ein Kopfschütteln aus ihr herausbekommen. Romina hat ihr nur am Telefon mitgeteilt, dass sie Andrea in Ruhe lassen sollte. Einfach da sein, aber nicht bedrängen. Da würde sich schon geben. Auf ihr Seufzen hin hat Romina versucht, sie zu besänftigen. Am Ende des Tages würde Andrea schon merken, wer für sie da gewesen ist und wer nicht, aber Gefühle könne man eben nicht abstellen.

Das gesamte Wochenende hat sie immer wieder nach Bildern von Dortmund gesucht. Bis auf einige wenige Fotos von Alea auf der Bühne hat sie nichts finden können. Keine Aktivität auf seinem Facebook-Account, nichts. Nur Alea beim Singen. Sein Job, hat sie sich eigeredet, dennoch zusammenreisen müssen, ihr Handy nicht mit einem lauten Schrei gegen die Wand zu werfen. Die Wand ist nicht ihr Ziel gewesen. Ihr Ziel ist Alea.

Am Sonntagabend hat sie sich die Finger an seiner Wohnungstür wundgeklingelt. Sie hat Andrea nicht gesagt, wo sie hingehen würde und Andrea hat auch nicht gefragt. Ihr muss es wohl klar gewesen sein, als Janina sich spät am Abend auf das Sofa hat fallen lassen und Alea in die Hölle verwünscht hat. Was auch immer mit ihrem Trainer los ist, Janina kann sich nicht entscheiden, ob sie ihm etwas brechen oder mit ihm reden will.

Beides scheint nicht möglich, wenn er sich weiterhin in seiner Wohnung einschließt. Sie müsste ihm schon auflauern.

Eine einzige letzte Chance gibt es noch. Das graue Haus vor ihr.

Das Summen für die Anlage der Tür ertönt und Janina drückt sie auf. Der Name steht auf der Klingel zum Kellergeschoss. Einmal nur die Treppen nach unten und sie ist da.

Lange hat sie nicht suchen müssen. Eine kurze Nachricht auf Facebook und sie hat das Dokument erhalten. Die Preise haben sie nicht interessiert, sondern nur eines: Die Adresse links unten auf der Seite. Sie hat ihn nicht vorgewarnt in der Angst, er würde sie als paranoiden Fan betrachten. Er ist ihre letzte Hoffnung auf Antworten und eventuell einen Plan für die Zukunft.

Vielleicht steckt sie zu viele Erwartungen in diesen Besuch. Vielleicht wird er ihr auch die Tür vor der Nase zuknallen.

Besagte Tür ist nur angelehnt, dahinter Stille. Janina zögert, dann zieht sie sie nach außen auf.

Das erste, was sie riecht, ist Holz. Frisch gesägtes Holz, vermischt mit dem Geruch von Leim und einer leichten Zigarettennote.

Im Türrahmen bleibt sie stehen. „Hallo?“

„Hallo?“, echot es als Frage zurück. Im nächsten Moment schiebt sich ein Kopf aus einem der Zimmer in den Flur. Erst die langen Haare, dann das rundliche und fast noch kindliche Gesicht und schließlich der gesamte korpulente Körper. „Ich habe eigentlich jemand anderen erwartet.“

Janina ringt sich zu einem Lächeln. Wenn sie diesen Einstieg zerstören würde, wäre es vorbei. In ein Gespräch mit den anderen Bandmitgliedern könnte sie nicht so einfach stolpern, es sei denn, sie würde allein auf das MPS am Wochenende fahren. Oder mit Sean reden. Auch wenn Andrea das gar nicht gefallen würde.

„Hi“, beginnt sie. „Du, ich weiß, du kennst mich nicht, aber ich bin eine gute Freundin von Andrea, falls dir der Name etwas sagt.“

Auf Elsis Gesicht entstehen Falten. Er verschränkt die Arme und lehnt sich gegen die Wand. „Nein. Noch nie gehört.“

Also doch. Alea hat seiner Band wirklich nichts von Andrea berichtet, während er in Andreas Leben ein großer Mittelpunkt geworden ist.

„Dann kläre ich dich an der Stelle mal auf. Sie ist so ziemlich Aleas beste Freundin. Zumindest ist sie das bis vor einigen Tagen gewesen. Letzten Dienstag um genau zu sein.“

Elsis Miene verfinstert sich. Die Falten auf der Stirn bleiben bestehen, ziehen sich allerdings nach unten in die Augenbrauen hinein und verengen die Augen. „Und was habe ich damit zu tun?“

„Hör mit bitte einfach bis zum Ende zu, okay? Ich weiß, das klingt alles komplett ausgedacht und absolut bescheuert.“ Sie holt tief Luft. „Ich und Andrea sind bei Alea im Verein. Ich schon etwas länger, Andrea erst seit eineinhalb Jahren. Irgendwann hat sie es dann geschafft, sich mit Alea anzufreunden und eine Zeit lang war auch alles paletti. Wir waren Wintergrillen bei ihn, wir waren zu dritt auf einen Mittelaltermarkt und die beiden haben so eine Art Mittelalterbücher-Club aufgemacht. Sie haben richtig abgefahrenes Zeug gelesen, aber sie hatten Spaß dran. Irgendwann ist Alea aber immer komischer geworden und letzten Dienstag ist er dann komplett abgedreht und hat Andrea alles Mögliche an den Kopf geworfen und auch Dinge gegenüber euch, also dir und den anderen sechs gesagt, die total… naja, unschön sind. Im Endeffekt hockt bei mir zu Hause jetzt eine weinende Andrea und egal wie oft ich bei Alea auch vor der Haustür stehe und sturmklingele, er macht nicht auf. Nichts. Funkstille.“

Elsis Miene ist ausdruckslos, aber er sagt nichts. Er wirft sie auch nicht raus. Ein gutes Zeichen?

„Ich habe keine Ahnung, ob du mir glaubst, aber Elsi, bitte. Ich will wissen, was bei diesem Kerl los ist. Da muss doch was zu retten sein. Andrea ist kaum ansprechbar. So kenne ich Alea nicht. Und ich kenne ihn nun seit mehr als fünf Jahren!“

Ihre Worte scheinen in dem stillen Flur widerzuhallen. Sie hört nur ihren eigenen, schnellen Atem und ihr Herz. Auf Elsis Stirn glätten sich die Falten, er bewegt sich allerdings nicht vom Fleck und mustert Janina eine Weile.

„Mittealterbücher?“, fragt er schließlich.

Janina nickt. „Ehm, Dil Ulenspiegel oder sowas in der Art und noch so ein Tristan-Ding, glaube ich. Oder was anderes. Auf jeden Fall haben sie noch Artusromane gelesen. Das weiß ich.“

Elsi nickt einige Male, mehr zu sich selbst als zu Janina, dann atmet er hörbar durch. Sein Brustkorb hebt und senkt sich sichtbar. „Du sagst die Wahrheit.“ Er klingt nicht gerade begeistert.

„Ich würde mir so einen Mist nicht ausdenken.“ Die vielen, langen Gespräche mit den Darstellern in der Maske machen sich bezahlt. Es braucht Details, um gut zu wirken. Details machen das Leben echt. Und an einem Detail würde Elsi sich festhalten, so ihre Hoffnung. Alea mag Andrea nie erwähnt haben, aber sie muss Spuren in seinem Leben hinterlassen haben. Und Menschen, mit denen man stundenlang in einem Bus eingesperrt ist, bemerken Veränderungen, ob sie das wollen oder nicht.

„Er schleppt dieses Eulenspiegel-Buch seit Wochen mit sich mit und hat es jetzt bestimmt schon zehn Mal gelesen. Zumindest sehe ich ihn in jeder freien Minute mit dem Teil in der Hand und inzwischen ist es total zerfleddert.“ Er seufzt. „Wie heißt du?“

„Janina.“

„Okay, Janina. Diese Andrea und er. Wie gut kannten die sich?“

„Sie hat mir vieles nicht erzählt. Aber alles sieht danach aus, dass Andrea seine größte Vertraute ist. Ihr gegenüber ist er eine lange Zeit auch nie ungemütlich geworden, während wir anderen im Training seine Stimmungsschwankungen immer abbekommen haben. Das ist seit ein paar Wochen nicht mehr so, aber davor schon. Wenn sie dabei gewesen ist, hat er plötzlich keine Launen mehr gehabt.“

Eine Augenbraue klettert Elsis Stirn empor. „Der Sänger ohne miese Launen?“ Er schnaubt. „Diese Andrea würde ich mir gerne mal ausleihen. Würde einiges angenehmer gestalten.“

Janina schiebt ihre Hände in die Taschen ihrer Jeans. „Wie gesagt, mir erzählt sie keine Details, aber sie kannten sich verdammt gut.“ Dass Andrea ihr sehr wohl alle Details vom letzten Treffen erzählt hat, verschweigt sie.

„Vielleicht nicht gut genug.“

Sollte sie es wagen? Die Informationen von Andrea weiterzugeben, fühlt sich selbst Alea gegenüber nicht richtig an, aber was soll sie machen? Elsi muss ihr glauben. „Sie wusste von Thomas.“

Beim Klang des Namens weiten sich Elsis Augen. Janina beißt sich auf die Unterlippe und wartet ab. Das ist eine Information, die sie mit Sicherheit nicht wissen sollte. Hoffentlich wird Alea nie von diesem Gespräch erfahren. Nicht von den Details.

Elsi sieht an Janina vorbei aus der Tür. „Du sagst, sie haben sich zerstritten. Was hat er ihr gesagt?“

„Kurz gefasst: Er sei ohne jeden in der Welt besser dran und bräuchte nicht einmal sie.“

Ein Schnauben entweicht ihm. „Ja, das klingt nach dem Sänger. Ähnliches habe ich auch schon zu hören bekommen.“ Er pausiert, scheint zu überlegen.

Unruhig tritt Janina von einem Bein auf das andere. Die Fragen liegen greifbar in der Luft. Elsi müsste sie nur nehmen, sie in Antworten konvertieren und dann zu ihr zurückwerfen. Mehr will sie doch gar nicht.

„Ich kann verstehen, dass du besorgt um deine Freundin bist. Diese Seite vom Sänger zu sehen ist nicht leicht. Schon gar nicht beim ersten Mal und wenn man dann vorher noch einen guten Draht zu ihm hatte ist es doppelt schwer.“ Er schüttelt den Kopf. „Ich habe Menschen weinen gesehen, die ich sonst nie haben weinen sehen und bei einem hat es mir regelrecht das Herz gebrochen. Seitdem bin ich auf den Sänger nicht mehr gut zu sprechen, aber ich war erst wie du. Ich wollte erst alles regeln, aber weißt du was? Es lohnt sich nicht. Der Sänger wird sich nicht ändern und auch nicht einsichtig. Manchmal hat er seine lichten fünf Minuten, aber wenn er erstmal jemandem seine Schattenseite gezeigt hat, bleibt die auch bestehen und geht nicht mehr weg. Du kannst machen was du willst, es wird sich nichts ändern. Lass den Sänger Sänger sein und hilf lieber deiner Freundin. Bei dem ist echt jede Hoffnung verloren.“

Bei Janinas entgeistertem Gesicht wird seine Miene ein klein wenig weicher. „Ich muss mich mit dem ganzen schon ein wenig länger rumschlagen. Wirklich. Erspare dir selbst die ganze Anstrengung und Ärgernis und wenn ihr das könnt, dann verschwindet aus seinem Leben. Ihr seid in seinem Verein? Wechselt den Verein. Glaub mir, ist das einzig Vernünftige.“

„Aber kann man denn wirklich nicht…?“ Sie spricht die Frage nicht zu Ende. Der Ausdruck in Elsis Augen reicht. Mitleid.

Sie senkt den Kopf. Das Linoleum im Flur ist schmutzig, bedeckt von einer dünnen Schicht aus klitzekleinen Sägespänen, die im Deckenlicht wirken wie Staub.

„Die Sache mit Bückeburg hat ihn zerstört“, erklärt Elsi, aber nur dumpf dringt seine Stimme an ihre Ohren. „Wir haben versucht ihm zu helfen, aber er will sich nicht helfen lassen. Er hat es für besser empfunden, sich zu verschließen und ein arroganter Mistkerl zu werden. Früher war er unglaublich beliebt und offen, hat wirklich in jedem Kaff Leute gekannt, aber die meisten davon haben inzwischen den Kontakt abgebrochen. Er ist der Meinung, er alleine regiere alles um ihn herum und bräuchte niemanden in seinem Leben. Ich, wir, haben gedacht, das wäre eine Phase. Und gewartet. Wir haben lange genug gewartet. Fang du bitte erst gar nicht damit an. Deine Haare werden eher grau.“

Nun wartet Elsi. Und schweigt. Es ist, als hätte sich der Staub auf dem Boden in Janinas Kopf gesetzt und würde sie am Denken hindern. Elsis Worte sind nicht weiter als ein Echo in ihren Synapsen. Verschwindet aus seinem Leben. Meint er das Ernst?

„Weißt du“, sagt sie und sieht wieder auf, „manchmal im Training haben die beiden, also Andrea und er, so glücklich gewirkt. Einmal beim Warmlaufen haben sie sich erst kichernd über etwas unterhalten. Und plötzlich hat sie dann durch die gesamte Hale gebrüllt, Alea hätte Extensions in seinen Haaren und ist dann von ihm weggerannt. Die haben quer durch die Halle Fangen gespielt. Oder an ihrem Geburtstag. Alea hat eine unheimlich mächtige Schokoladentorte organisiert und die beiden sind damit dann ins Showteam Training. Danach haben wir alle auf dem Boden gesessen und die gegessen während die beiden sich einen wahren Wettstreit darüber geliefert haben, wer den anderen am besten aufziehen kann.“

Elsis Mundwinkel zucken. „Er kann, wenn er will.“

„Ich kann nicht glauben, dass solche Momente die Ausnahme sind.“

„Sind sie. Inzwischen leider ja. Ich kenne den Kerl nun seit Jahren. Je länger und besser man ihn kennt, desto schlimmer wird’s.“

„Und jetzt?“

„Wie gesagt. Streich ihm aus deinen Leben. Deine Freundin soll das Gleiche machen. Ich werde diesen Schritt auch bald gehen.“

„Was meinst du?“

Elsi seufzt. „Du wirkst mir vernünftig und einfach nur besorgt um deine Freundin. Ich kann dich verstehen, aber du hast das Ausmaß von Aleas Kreuzzug wohl noch nicht so ganz begriffen. Kannst du was für dich behalten, ehe wir es selbst öffentlich machen?“

Ihr Nicken ist mechanisch. Unzählige beginnende Gedanken jagen durch ihren Kopf und verwirbeln den Staub, aber sie kann keinen davon fassen. Sie kann nur warten und Elsi ansehen, direkt in seine vor Mitleid strotzenden Augen blicken und nicht verhindern, dass die Worte seien Mund verlassen.

„Ich habe meinen Austritt aus der Band verkündet und einige sind mir gefolgt. Der Sänger mag es vielleicht noch nicht wahrhaben wollen, aber wir spielen diese Season noch zu Ende. Und dann wird es Saltatio Mortis nicht mehr geben.“






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Huhu!
Kleine Info von meiner Seite: Es tut mir wirklich leid, aber ich werde diese Story hier auf unbestimmte Zeit pausieren.
Nein, nicht weil ich es lustig finde, euch zu quälen. Ich weiß selbst, wie ätzend das ist^^
Ich habe mir gestern Abend nochmal die folgenden Kapitel angesehen und bin gänzlich unzufrieden damit. Heißt also: Ich werde sie nochmal überarbeiten, umschreiben bzw. einige davon komplett neu schreiben. Das schaffe ich bis Montag nicht. Ich denke mal, die Pause hier wird nicht allzu lange gehen. Ich will ja auch, dass es weitergeht und brauche vielleicht, sagen wir, etwas mehr als einen Monat. Wie gesagt, es tut mir echt leid, aber ich will auch nichts hochladen, das ich selbst nicht wirklich mag.
Wir lesen uns dann vermutlich im August wieder.
Bis dahin!
Yessy
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