Narben der Zeit

von Yessy
GeschichteDrama, Freundschaft / P16
Alea der Bescheidene OC (Own Character)
28.10.2018
24.02.2020
106
512219
41
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Willkommen zu einem der längsten Projekte im Saltatio Mortis Fandom!

Eine so große Wortzahl mag erst einmal abschreckend wirken, aber man beginnt auch, Buchserien zu lesen, obwohl bereits Band neun erschienen ist, oder etwa nicht? Oder Serien zu schauen, die bereits zehn Staffeln lang sind. Man will ja etwas davon haben. Dein Interesse scheint geweckt, du hast die Geschichte geöffnet, also bleib ruhig hier. Ich möchte nur einige Worte verlieren, bevor ich dich in dieses Alternativuniversum entlasse und bitte darum, sie zu lesen.

Wenn du sehr zart besaitet oder triggerempfindlich bist, lies diese Geschichte bitte nicht!

Die Bandmitglieder von Saltatio Mortis und anderen hier erwähnten Bands gehören nur sich selbst! Das sind nach wie vor reale Menschen, die atmen, selbst denken und selbst handeln. Ich habe die Welt um die Spielleute genommen, sie verändert und die Charaktere nach meinem eigenen Ermessen gestaltet. Ich weiß nicht, wie die Bandmitglieder wirklich denken würden. Das kann ich auch gar nicht und selbst wenn ich es wissen würde, würde es nicht in eine Fanfiction einfließen. Zu schreiben, dass Frank keinen Alkohol trinkt, Alea Kung Fu macht und Elsi Dudelsäcke baut, weil es wirklich so ist, ist etwas anderes, als die tiefsten Gedanken in Textform öffentlich wiederzugeben - Gedanken, die ich nicht kennen kann und gar nicht kennen will.

Du wirst hier von Alea lesen, von Luzi, Lasterbalk und all den anderen, aber das hier sind nicht Alea und co. Es sind eigenständige Charaktere in einem eigenständigen Alternativuniversum, das nur in diesen fünfhunderttausend Wörtern existiert. Charaktere, Protagonisten - Dinge, in jeder Geschichte vorkommen. Natürlich haben sie einen deutlichen SaMo-Bezug, sonst würde ich die Namen ändern und das Teil hier in die Prosa-Kategorie hochladen, aber die Story hat eben nur einen Bezug und ist kein Spiegelbild der Realität. Das will ich nicht und werde ich nie machen. Bis auf die Bandmitglieder von SaMo, andere Bands und einige wenige Konstanten sind die anderen Charaktere komplett frei erfunden. Familienmitglieder und ihre Geschichte sind frei erfunden. Das mag erst einmal banal klingen und dir klar sein, aber ich erachte es für wichtig, das zu erwähnen. Ich will nicht, dass dieses Alternativuniversum jemals Wirklichkeit wird, helvete, nein! Du wirst schon lesen, was ich meine. Es war einfach nur eine Idee. Und aus dieser Idee wurde ein grober Plot, aus dem Plot ein erstes Kapitel und je mehr Wörter meine Finger in die Tasten spuckten, desto mehr wurde diese Geschichte in meinem Kopf lebendig.

Sie ist lang geworden, sehr lang, viel zu lang für ein Buch – eine richtige Serie könnte es auch nie sein. Ich sage manchmal scherzhaft, dieser Text hier sei meine Schreib-Pubertät. Das soll den Text nicht abwerten, im Gegenteil. Am Anfang ist die Sprache noch etwas holprig, die Dialoge eher stockend und allgemein wirkt es durch das Präsens und die Ich-Form teilweise wie ein Jugendbuch (was es nicht ist). Es bessert sich! Ich habe vor Start dieses Projekts so gut wie gar nichts mehr geschrieben und erst nachdem diese Geschichte zu einer Sucht geworden ist, mich mit dem Thema Schreiben ernsthaft auseinandergesetzt. In dieser Geschichte kannst du also auch meine eigene Entwicklung beobachten. Sie fällt sehr auf. Aber wenn ich mich bei fünfhunderttausend Wörtern auch nicht weiterentwickelt hätte, wäre das sehr traurig. Demnach: Der Schreibstil wird besser mit den Kapiteln. Versprochen!

Was erwartet dich hier? Drama. Eine Menge Drama und Einblicke in die psychischen Abgründe von Menschen. Eine Alternativwelt, die niemals Wirklichkeit werden soll. Dich erwarten Charaktere, die sich entwickeln. Dich erwarten Vergangenheiten und Träume, traurige Momente, schöne Momente, lustige Momente. Dich erwartet eine Geschichte um Charaktere, die sich eigentlich nie treffen sollten. Was im Genre steht, ist Programm. Das hier wird keine Herzschmerz-Liebesromanze.

Ich verdiene hiermit kein Geld. Mir gehört das Universum um SaMo nicht. Es ist einfach nur eine Geschichte, die ich aufgeschrieben habe. Mehr nicht. Eine Fanfiction, so wie jede andere auch. Aber eine Fanfiction, eine Geschichte, die mich zurück zum Schreiben geführt hat und mir demnach sehr am Herzen liegt.

Ich höre jetzt auf zu labern (wenn bis hierhin überhaupt jemand liest…) und entlasse dich auf die kleine große Reise mit Andrea, Alea, Janina und all den anderen!

Viel Spaß!
Yessy



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„Wie kommt es eigentlich, dass du in den langen Dingern nicht stirbst?“

Mit einem verständnislosen Blick in meine Richtung lässt sich Janina auf die Bank fallen. Erschöpft lehnt sie ihren Kopf an die Wand dahinter – schlicht und weiß, Raufasertapete – und schließt für einen Moment die Augen.

„Ich sterbe“, sagt sie.

„Das nennt man auch Erschöpfungssyndrom der Unsportlichkeit“, gibt Sarah zum Besten.

„Haha.“ Janina wirkt nicht erfreut. Sarah hingegen schon. Schmunzelnd fasst sie den Bund ihres Shirts und zieht es über den Kopf.

Ich stimme in ihr Lachen mit ein, schiebe meine Sporttasche etwas zur Seite und setze mich ebenfalls auf die Bank. Nur ohne Meckern.

„Ich glaube manchmal, du bescheißt“, redet Janina weiter, beugt sich ein wenig nach vorne, um an die Senkel ihrer Schuhe zu gelangen und beginnt, die Knoten zu lösen.

„Inwiefern bescheiße ich denn?“ Sarah wirkt sichtlich amüsiert. Sie hat derweil wieder ein normales Oberteil an und nimmt eine Leggins aus ihrem Rucksack. Mit Blümchen drauf. Mit einem Grinsen auf dem Gesicht sieht sie zu Janina.

„Du bist nie erschöpft nach dem Training. Ich meine, sieh dich doch mal an. Du ziehst dich immer gleich um, ohne dich auch nur eine Minute auszuruhen. So als hättest du nichts gemacht.“

Sarah hält das Shirt in die Höhe, welches sie zuvor ausgezogen hat. „Du kannst hier gerne mal dran schnüffeln und die Früchte meiner Arbeit intensiv in dich aufnehmen.“

Ich lache, Janina verzieht das Gesicht.

„Geh mir weg mit deinem Achselschweiß! Aber mal ehrlich, normal bist du trotzdem nicht.“ Sie legt die Fußspitze des einen Fußes an die Hacke der Sohle vom Schuh des anderen Fußes und schiebt ihn somit von ihren Füßen. Das Gleiche wiederholt sie auf der anderen Seite. Die Schuhe landen auf dem Boden. Zufrieden seufzt Janina auf, rutscht ein wenig mit dem Po nach vorne zur Kante der Bank und mit dem Rücken an der Wand herunter, sodass sie nicht mehr aufrecht sitzt und streckt die Beine von sich. „Freiheit für die Füße!“

„Und du beschwerst dich über meinen Achselschweiß.“

Janina zuckt mit den Schultern, soweit ihr das in ihrer aktuellen Position möglich ist. „Hab nie gesagt, dass du daran riechen sollst. Du bist natürlich herzlich dazu eingeladen. Ich möchte nicht, dass du dich in deiner Freiheit eingeschränkt fühlst, solltest du insgeheim einen Drang nach menschlicher Drüsenproduktion verspüren.“

„Boah Leute!“, ertönt es aus einer anderen Ecke der Frauenumkleidekabine.

Gleichzeitig prusten Sarah und ich los.

Cecilia, die das Gespräch bis dahin nur schweigend verfolgt hat, steht, halb lachend, halb ernst dreinblickend, vor ihrer Tasche, in einer Hand eine Wasserflasche, die andere Hand ruht auf deren Schraubverschluss. „Dieses Gespräch!“

„Ich zwinge keinen, mir zuzuhören“, entgegnet Janina.

„Muss man, bei deiner penetranten Tonlage!“

„He“, mault Janina und schiebt die Unterlippe etwas hervor, verschränkt die Arme vor der Brust. Ich sitze leicht nach vorn gekrümmt auf der Bank und lache leise in mich hinein, während sich Janina und Cecilia einen heftigen Schlagabtausch liefern.

Ich liebe es. Ich liebe diesen Verein und vor allem die drei weiteren Frauen. Inzwischen sind wir nur noch vier weibliche Teilnehmer im Kurs, doch dafür verstehen wir uns umso besser.

„Meine Stimme ist wunderschön“, wehrt sich Janina und versucht, ihre Haarpracht möglichst schwungvoll mit einer Kopfbewegung nach hinten zu werden. Es sieht weniger elegant aus, mehr wie der umständliche Versuch, die Halswirbel knacken zu lassen.

„Oh ja, ich vergaß, deine Stimme ist auf den Tonaufnahmen von Konzerten natürlich immer besser als die des Sängers“, säuselt Cecilia. „Könntest glatt nachfragen, ob du mal ein Duett mit ihm machen kannst.“

Cecilia bekommt ein Sportshirt entgegengeworfen, welche sie kichernd auffängt. Sie knüllt es zu einem Ball zusammen und schleudert es zu ihrer Besitzerin zurück.

„Kennen tust du ihn ja schon“, flötet sie weiter.

„Wenn ich mich nicht ganz irre, sind wir sogar im selben Gebäude“, meldet sich Sarah wieder zu Wort. Sie ist bereits fertig angezogen und schultert ihren Rucksack. „Soll ich gleich für dich fragen? Ich gehe jetzt.“

„Ach verpiss dich, du Olle!" Janinas Mundwinkel sind leicht in die Höhe gezogen und der Unterton klingt mehr belustigt als beleidigt. Sarah lacht nur auf.

„Bis Mittwoch Ladies“, sagt sie noch, dann öffnet sie die Tür der Umkleidekabine und huscht in den Flur.

Cecilia, Janina und ich lachen.

„Mal ehrlich“, sage ich, „wenn er wüsste, wie ihr hier über ihn redet.“ Ich schüttele nur den Kopf.

„Ah quatsch, der liebt uns“, erwidert Cecilia.

„Wer’s glaubt.“

„Zieh‘ du dich mal lieber um“, ermahnt sie mich freundlich. „Hockst hier seit bestimmt einer viertel Stunde, noch immer in deiner total verschwitzten Kleidung.“

„Jaja.“ Ich beginne zumindest damit, mir die Schuhe auszuziehen. Cecilia ist ebenfalls fertig und verabschiedet sich, natürlich nicht, ohne ebenfalls auf Janinas Gesangskünsten herumzuhacken. Die beiden kabbeln sich noch ein wenig, dann gehen sie gemeinsam.

„Sollen wir noch auf dich warten?“, fragt Janina. Ich schüttele den Kopf.

„Nein, alles gut, ich muss eh in die andere Richtung“, erkläre ich. „Bis Mittwoch!“ Dann bin ich alleine.

Ich ziehe meine Straßenschuhe an. Jogginghose und Sportshirt bleiben an. Meine Wohnung ist nicht weit weg, schon lange ziehe ich mich nicht mehr im Verein um, sondern erledige das in meinen eigenen vier Wänden mit der Vorfreude auf eine warme Dusche. Meine Schuhe packe ich in die kleine rote Sporttasche und verlasse ebenfalls die Umkleide.

Auf dem Flur begegne ich unserem Trainer. Er steht in der Tür, sieht mich und hält mir diese auf. Ich beschleunige meine Schritte.

„Ruhig Blut“, sagt er, als ich bei ihm angekommen bin und mich dankend durch die geöffnete Tür bewege. „Wir sind nicht auf der Flucht.“

„Ich bin dagegen, dass, wenn mir schon jemand die Tür aufhält, dieser jemand nicht auch noch auf mich Schnecke warten muss. Du willst doch auch Heim."

„So lange du im Training keine Schnecke bist." Wir gehen los in Richtung Parkplatz.

„Mal abgesehen von Taiji.“

„Gut, da solltest du wirklich eine Schnecke sein", pflichtet er mir bei. „Kommst du denn am Mittwoch?“ Er sieht mich von der Seite an. Ich nicke stumm.

„Sehr schön.“

Schweigend gelangen wir auf den Parkplatz. Was soll man mit seinem Trainer auch schon großartig bereden? Manchmal ist er sehr gesprächig, lacht viel und quasselt einem symbolisch gesehen das Ohr ab. Heute wirkt er etwas verschlossen, ernster. Mir war das bereits beim Training aufgefallen, doch ich hatte nichts dagegen. Im Vergleich zu meinen Mädels ist die Ruhe, die er ausstrahlt, eine willkommene Abwechslung.

Mit zwei kurzen, hohen Lauten öffnen sich die Türen von seinem Auto. Er lässt seine Hand wieder sinken, in der er den elektronischen Schlüssel hält.

„Dann bis Mittwoch, Alea“, verabschiede ich mich.

„Bis Mittwoch“, entgegnet er. Hier trennen sich unsere Wege.

Ich sehe ein Auto noch an mir vorbeifahren, wohl seins. Autos habe ich mir noch nie gut merken können. Ich schiebe die Hände in meine Jackentaschen, als ich langsam gen Heimat schlendere.
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