Cipherpol 10

MitmachgeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16
27.10.2018
06.12.2018
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Dieses Kapitel
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Hallo ihr Lieben :)
Hier kommt nun das erste Kapitel und ich wünsche euch viel Spaß beim lesen ♥
Entschuldigung an die, die es nciht geschafft haben. Aber ich werde sicherlich irgendwann eine weitere MMFF machen und ich würde mich freuen, wenn ich dann noch einmal euer Glück probiert.

Und an die Naruto Fans unter euch: Ich habe derzeit eine Partner MMFF mit der tolligen Moonfeather am laufen. Gerne könnt ihr euch dort noch bewerben.
Hier der Link dazu: https://www.fanfiktion.de/s/5bf5b89f0000f8c27c1c1c3/1/Back-into-the-Past

Liebe Grüß'le,
eure Sophia ^_-

PS. Es wird in diesem Kapitel auf den einen oder anderen Charakter evtl. mehr eingegangen, als auf andere... Keine Angst, ich werde es in den nächsten Kapis kompensieren, indem andere Charaktere etwas mehr Aufmerksamkeit erhalten. Ich versuche, dass alle Charaktere insgesamt in der ganzen Geschichte gleich viele Momente bekommen. Vertraut mir dort bitte einfach ♥

PPS. Ich habe an der Zeit noch etwas gedreht... Werde demnächst dazu noch Prolog und Beschreibung anpassen. Sonst hätten ein paar Dinge nicht so gut gepasst :)


» Kapitel 1 - Die Karten werden gelegt «


Es war ein Anblick für die Götter gewesen, als die pitschnasse Easy in dem Aufenthaltsraum der Cipherpol 10 gestampft war. Im Aufenthaltsraum konnten sich die Mitglieder der Cipherpol 10 aufhalten, wenn sie gerade keine Mission hatten oder ihre Missionen besprachen. Er fungierte zugleich als Entspannungsraum, sowie als Besprechungsraum. Daran angrenzend befand sich Easys Büro und auch die rothaarige Vamp hatte als Vizin ein kleines Büro zur Verfügung zu stehen. Da die Tür ihres kleinen Raumes offen stand, konnte sie Easy sofort sehen. Ebenso wie die Wassertropfen, die sie hinterließ und Vamp musste aufpassen, um nicht auf ihnen auszurutschen. „Was ist passiert?” Vamp runzelte kurz die Stirn. Die gleiche Frage hatte sie Easy auch gerade fragen wollen. Allerdings war sie nicht aus ihrem Munde gekommen, sondern aus Yenas. Ein bisschen ärgerte Vamp sich darüber, dass Yena ihr zuvorgekommen war - aber nur kurz. Denn als Yena von der Couch in der Entspannungsecke aufstand und ihre Stricksachen fallen ließ, lief sie schnurstracks auf Easy zu und rutschte wirklich auf der Wasserlache aus, die Easy hinterlassen hatte. „Auaaa…”

Während sich Yena ihren schmerzenden Po rieb, hatte sich Easy umgedreht und die weißhaarige überrascht angesehen. „Oh nein, das tut mir Leid. Hast du dich verletzt?”, fragte Easy besorgt. Doch Yena schüttelte lediglich lächelnd ihren Kopf und winkte ab.

„Alles halb so wild. Was ist denn nun passiert?”

„Sie war ‘ne Runde baden, sieht man doch”, erwiderte Vamp an Easys Stelle. Mit verschränkten Armen stand sie vor den beiden. Sie und Easy kannten sich schon sehr lange. Man konnte sagen, dass sie quasi miteinander groß geworden waren. Vamps Eltern waren Marinesoldaten gewesen und dementsprechend war sie im Marinehauptquartier groß geworden, während Easy mit elf Jahren in die Marine kam. Sie hatte hier einen Ziehvater und anhand ihrer Teufelsfrucht, die sie in diesem Alter noch nicht kontrollieren konnte, hatte die Brünette immer mal wieder für Aufruhr gesorgt und Dinge kaputt gemacht. Nun, jedenfalls war es gar nicht so abwegig, dass sich die Mädels befreundeten.


„Was machst du da?”, wollte die kleine zehnjährige Vamp wissen, als sie der dreizehnjährigen Easy dabei zusah, wie sie von einem Baum aus auf das Badehaus hinunter blickte. Die beiden Mädchen hatten bis dato noch nie miteinander geredet, sich aber schon oft aus der Ferne beobachtet. Easy beneidete sie. Schließlich hatte sie Eltern. Und Vamp fand das drei Jahre ältere Mädchen mit ihrer Teufelsfrucht ziemlich cool. Und was Easy in ihren Augen noch cooler machte war die Tatsache, dass ihre Eltern nicht wollten, dass sie mit Easy befreundet war. Sie zogen sie immer schleunigst weg von dem Mädel, das angeblich, laut Vamps Eltern, vom Teufel besessen war. Mit den Schultern zuckend sprang Easy von dem Baum und landete neben Vamp.

„Nichts für kleine Mädchen”, erwiderte sie schulterzuckend. Wie gesagt, Easy war ein wenig eifersüchtig auf Vamp gewesen. Wütend stampfte die kleine Vamp mit ihrem rechten Fuß auf dem Boden auf, während sie ihr Gesicht verzog und die Arme vor der Brust verschränkte.

„Ich bin schon lange kein kleines Mädchen mehr!”

Dies war der erste Kontakt zwischen Vamp und Easy. Dass sich daraus eine innige Freundschaft entwickelte, wussten die beiden Mädchen noch nicht. Ebenso wenig konnten sie ahnen, dass Vamp Easy das Kirschkernweitspucken beibrachte und Easy Vamp irgendwann, als Vamp etwas älter war, in die geheime Kunst des Spanners einwies.



„Aber doch nicht mit Klamotten. Du musst dich umziehen. Sonst erkältest du dich noch”, bemutterte Yena ihre Anführerin weiter, ohne großartig auf Vamps bissigen Kommentar einzugehen.

Easy sah zwischen den beiden Frauen hin und her, bevor sie seufzte. „Wir müssen eine Besprechung einberufen. Könntet ihr alle Leute zusammentrommeln?” Die Braunhaarige sah zu Theo, der ebenfalls im Gemeinschaftsraum saß und ein Stück Kuchen aß, während er sich von den Frauen nicht stören ließ. Er wusste, dass Vamp und Yena sich um Easy kümmerten und der Kuchen in seinem Mund war keine gute Voraussetzung für einen seiner Sprüche, die er sonst immer raushaute, also hatte er es ausnahmsweise mal bleiben lassen. Nun, da er aber direkt angesprochen wurde, konnte er nicht anders, als etwas zu erwidern.

Er sprang auf, hielt dabei den Teller mit dem Kuchen allerdings noch immer in der Hand, und sagte: „Da ihr ohne den besten Kämpfer der CP10 offensichtlich nicht klarkommt, werde ich diese Aufgabe erledigen.” Mit diesen Worten marschierte er, so cool es nur ging, aus dem Raum und war nicht mehr gesehen. Die Frauen warfen sich verwunderte Blicke zu, als die von draußen ein Scheppern hörten und ein lautes “Verdammt! Mein Kuchen!!” ertönte.

„Heißt das jetzt, dass wir raus sind?”, fragte Yena.
Vamp zuckte mich den Schultern. „Wenn wir warten, dann werden wir es herausfinden.”
„Wie auch immer”, sagte Easy. „Ich gehe mich jetzt erstmal umziehen…”

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Grizzlybär und Dreamdancer zu finden, gestaltete sich als nicht allzu schwer. Sie saßen in einer Bar. Dreamdancer befand sich gerne schon vormittags in der Bar und Grizzlybär war aufgrund seines Beschützerinstinktes mitgegangen. Der große schwarzhaarige Mann, mit den vielen Narben auf seinem Körper, eingeschlossener einer Narbe, die sich senkrecht über sein linkes Auge zog, vertrug nicht viel Alkohol. Ganz anders als Dreamdancer. Sie vertrug Alkohol und liebte ihn. Die zwei gaben schon ein seltsames Team ab, wie sie da so saßen. Besonders, wenn man die Tatsache nicht außer Acht ließ, dass die Bar wie leergefegt war und der Barkeeper eher unglücklich wirkte. Dies lag nicht an der frühen Uhrzeit - nein. Denn selbst um diese Uhrzeit gab es Marinesoldaten, die frei hatten oder erst später zur Schicht mussten und sich hier vorher ein oder zwei Gläschen Whiskey oder ähnliches gönnten. Aber vor Dreamdancer hatten sie alle Respekt. Bis auf einige große Admiräle traute sich keiner in die Bar, wenn Dreamdancer darin saß. Das lag an ihrem unberechenbaren zweiten Wesen, das sie nicht kontrollieren konnte. Aber der jungen Frau mit den wasserstoffblonden Haaren war das egal. So hatte sie ihre Ruhe. Auch wenn ihr anderes Ich namens Aritu es als sehr langweilig empfand, wenn sie niemanden ins Chaos stürzen konnte. Für den Umsatz in der Bar war dies natürlich alles andere als gut und die Admiräle stritten sich oft darüber, ob Dreamdancer die ständig anfallenden Reparaturkosten von Dingen, die Arizu zerstörte, überhaupt wert war. Und da gerade in diesem Moment ein Admiralstreffen stattfand, konnte sich Dreamdancer sehr gut vorstellen, dass sie wieder einmal ein Punkt auf ihrer Tagesordnung war. Sie konnte sich glücklich schätzen, dass die gesamte Cipherpol 10 hinter ihr stand und sich jedes Mal aufs Neue für sie und ihrer zuverlässigen Art verbürgte. den so wahnsinnig sie werden konnte… Dreamdancer war eine zuverlässige Persönlichkeit, die nie auch nur eine Mission unerledigt ließ.

„Was ist los?”, hakte Grizzlybär nach, der Dreamdancer schon eine Weile beobachtete. Es war nicht leicht, aus der ruhigen jungen Frau etwas herauszubekommen.

Doch die Antwort die er bekam, war alles andere als befriedigend. Lediglich ein simples „Nichts” war das, was Dreamdancer sagte.

Er seufzte. „Dream?”

„Ja?”

„Du erinnerst dich daran, dass du mir alles erzählen kannst?” Er sah sie eindringlich an. Doch Dreamdancer war dies unangenehm, weswegen sie ihr Glas anstarrte.

„Ja, aber es ist nichts.”

Gerade, als Grizzlybär etwas erwidern wollte, wurde die Tür aufgestoßen und Theo betrat die Bar. „Ha!”, kam es so laut aus seinem Mund, dass sogar Dreamdancer kurz aufzuckte. „Wusst’ ich doch, dass ich euch hier finde.”

Lachend ging er auf Dreamdancer und Grizzlybär zu und legte seinen rechten Arm lässig um Grizzlybärs Schulter und seinen linken Arm um Dreamdancers Schulter. Dabei ließ er es sich allerdings nicht nehmen, einmal kurz und heimlich in Dreamdancers Ausschnitt zu schauen. „Mein Ausschnitt ist für dich immer noch tabu”, entgegnete Dreamdancer trocken. Ihr war Theos Blick natürlich nicht entgangen - ihr entging selten etwas. Grinsend ließ Theo von den Beiden ab.

„Ich habe dir nicht in den Ausschnitt geguckt. Das würde ich niemals machen. Das weißt du doch”, überspielte er seine Tat gekonnt. Es war ihm wichtig, den Schein zu wahren. Also klopfte er Grizzlybär auf die Schulter. „Grizzly, du alter Schwerenöter! Starr ihr nicht immer in den Ausschnitt.”

Dass er der einzige war, der das lustig fand, fiel ihm gar nicht auf. Dreamdancer musste sich allerdings zusammenreißen. Sie spürte Arizu schon ein wenig. Sie war heute nicht besonders gut drauf und hatte beim aufwachen bereits Arizus Präsenz gespürt. Also ballte sie ihre Hände zu Fäuste zusammen. Doch Theo verabschiedete sich recht schnell wieder. „Also, ich mach mich dann mal los.”

Gerade, als er umdrehen wollte, hielt Grizzlybär ihn zurück. „Was wolltest du von uns? Du wirst uns ja schließlich nicht einfach nur zum Spaß aufgesucht haben.” Dabei warf er einen Blick auf die kaputte Tellerhälfte, mit dem halben Kuchenstück darauf,, welcher sich in Theos Hand befand. Der Kuchen schien schon etwas mitgenommen auszusehen. Aber der eigentlich interessante Punkt war, dass Theo seinen Kuchen schließlich am liebsten im Aufenthaltsraum verputzte.

„Ah stimmt! Danke für die Erinnerung Grizzly… Irgendetwas war… Du hast Recht.” Theo schien angestrengt zu überlegen, bevor es ihm einfiel. „Stimmt! Yena ist ausgerutscht! Das war es, was ich euch mitteilen wollte. Nein, sollte. Also bis denne.”

Grizzlybär und Dreamdancer sahen Theo hinterher, als er fröhlich pfeifend die Bar verließ. Bei Theo wunderte sie gar nichts mehr. Er war bereits seit drei Jahren in der Cipherpol 10 und obwohl Grizzlybär erst seit einem Jahr dabei war, hatte er sich bereits an Theos Eigenheiten gewöhnt. Dreamdancer riss ihn aus seinen Gedanken, als sie sich einen Ruck gab und ihr ganzes Glas auf ex austrank. „Ich denke mal, es gibt eine neue Mission.” Sie stand auf und Grizzlybär tat es ihr gleich. Er sah ihr dabei zu, wie sie noch einige Berrys auf dem Tisch warf und der Barkeeper erleichtert ausatmete, als sie die Bar verließen - ohne kaputte Tische oder Gläser oder sonstiges...

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Die Cipherpol 10 war vollständig. Gut. Noch nicht ganz. Denn einer fehlte: Theo.

„Wir hätten ihn aufhalten sollen. Ihn nicht alleine gehen lassen sollen”, machte Yena sich selbst Vorwürfe. Dabei fuhr sie sich immer wieder nervös durch ihre weißen Haare und blickte auf die Uhr, die bedrohlich laut zu ticken schien. „Arrrghh - ich bin solch eine Idiotin!”

Als sie plötzlich eine große warme Hand auf ihrer Schulter spürte, zuckte sie zusammen. Grizzlybärs Hände waren ziemlich groß. Ebenso wie sein gesamter Körper. Schließlich war er fast zwei Meter groß. „Er kommt schon klar. So kennen wir ihn nun mal. Das ist typisch Luc, wie er leibt und lebt.”

Dankbar, über seinen Versuch sie aufzumuntern, lächelte Yena ihren Kameraden an. „Er ist bestimmt wieder in der nächstbesten Frauenumkleide, um ihnen beim umziehen zuzuschauen”, lachte Vamp.

„Vamp!”, rief Yena überrascht aus, weswegen Vamp nur mit den Schultern zuckte.

„Was? Ist doch so. Wir kennen doch alle sein kleines schmutziges Geheimnis.” Vamp grinste etwas pervers. „Und eigentlich ist es doch sogar sehr… aufregend, selbst einmal aktiv dabei beobachtet zu werden, wenn man sich umzieht.”

Grizzlybär musste unweigerlich daran denken, als die Cipherpol 10 zu Weihnachten einmal Tabu gespielt hatte. Als er das Wort Teddybär seiner Partnerin vermitteln sollte, ohne dass er das gesuchte Wort benutzt, hatte er im Eifer des Gefechts gesagt, dass er die gesuchte Sache auf seiner rechten Pobacke tätowiert hatte. Während die anderen ihm fragende Blicke zugeworfen hatten, hatte seine Partnerin Vamp das Wort sofort gewusst. Teddybär! Lila Teddybär! Hatte sie gebrüllt und dies war an diesem schönen Tag der Lacher des Abends geworden.

Dreamdancer hingegen sagte nichts zu Vamps Aussage, schmunzelte aber darüber. In den Reihen der Cipherpol 10 fühlte sie sich im Allgemeinen sehr wohl und hier war sie auch etwas lockerer - nicht so streng und diszipliniert, wie sie anderen Menschen gegenüber auftrat. „Können wir mit unserer Besprechung anfangen?” Easy wirkte etwas verstimmt nach diesen kleinen Dialog zwischen Vamp und Yena und wollte die Aufgabenverteilung einfach nur noch schnell hinter sich bringen. Also warf sie Vamp einen blick zu, der der Rothaarigen sagte, dass sie bitte anzufangen hatte.

„Ja also…”, begann Vamp, aber nicht, ohne Yena nochmal ein zweideutiges Grinsen zu schenken. „Easy wurde heute von Garp aufgehalten. Wir haben eine neue Mission. Da die Strohhutpiraten zurück sind und die politische Lage zwischen Piraten und Marine derzeit ziemlich angespannt ist, möchte die Weltregierung offensichtlich zeigen, wer den ‘Größeren’ hat und-”

Vamp wurde von Easys Räuspern unterbrochen - eines war klar, die braunhaarige Anführerin schien wirklich schlechte Laune zu haben. Also übernahm sie. „Besonders nachdem die Strohhut Piratenbande auf Dress Rosa ordentlich für Aufruhr gesorgt haben und Don Quichotte De Flamingo besiegt hat, muss gehandelt werden. Nun wir sollen uns unter anderem in einige bekannte Piraten Crews einschleusen, um die Piraten zu schwächen. Das wird hier vermutlich nicht jedem gefallen, aber es kommt von ganz oben. Zur Auswahl steht die Rothaar Piratenbande, die Kid Piratenbande und die Strohhut Piratenbande. Außerdem gehe ich zu den Revolutionären. Wir haben einen Tipp bekommen, dass sie an den Vorfällen in Dress Rosa beteiligt gewesen sein sollen. Ebenso wie die Königsfamilie von Dress Rosa. Auch sie werden durch uns überwacht. Nun, Freiwillige vor?”

Nachdem Easy alle Informationen, die sie kannte, weitergegeben hatte, kehrte erstmal Stille im Raum ein. Jeder schien zu überlegen. „Das dachten wir uns”, sagte Vamp. „Easy und ich haben uns schon Gedanken darüber gemacht, wer wo am Besten hinpassen würde und haben gedacht, dass Dreamdancer eine ausgezeichnete Wahl für die Kid Piratenbande sein könnte.”

„Ach ja? Und warum?” Dreamdancer verschränkte interessiert die Arme vor ihrer Brust. Sie wollte die Begründung hören. Sie wusste, dass die Kid Piratenbande dafür bekannt war, eher grausamer Natur zu sein und alles Mögliche zerstört zu hinterlassen.

„Nun, ganz einfach. Du bist einer unserer talentiertesten Mitglieder. Deine Erfolgsquote ist quasi 100% und die Kid Piratenbande dürfte einer der größten Herausforderungen sein. Außerdem könnte Kid deine zweite Persönlichkeit ganz gut gefallen”, erwiderte Vamp.

Dreamdancer nickt und dachte etwas nach, bevor sie antwortete. „Mit anderen Worte: Ihr wollt die Verrückte zu den Verrückten stecken.”

„Aber nein, so meinte ich das gar nic-”, versuchte Vamp, die etwas angespannte Situation zu entspannen, aber Dreamdancer nahm es ihr gar nicht so über, wie zunächst angenommen.

„Alles klar - ich freue mich schon, diabolisch böse Pläne mit Kid auszumalen”, gab Dreamdancer bekannt. Sie meinte dies eher als Scherz. Es hatte allerdings die Wirkung, dass Grizzlybär sich zu Wort meldete.

„Das kann ich nicht gutheißen!”, sagte er. „Was passiert, wenn die Sache mit Kid ausartet? Er ist unseren Informationen zufolge ein Pulverfass. Was ist, wenn er Dreamdancer so sehr reizt, dass sie ausrastet und alles in Schutt und Asche legt? Ich komme mit!”

„Ich brauche keinen Beschützer!” Grizzlybär hatte es nur gut gemeint. Aber Dreamdancer musste wirklich an sich halten, um Arizu keinen Durchgang zu gewähren. Wieder ballte sie ihre Hände zu Fäusten, als sie spürte, wie Arizus Wahnsinn sich einen Weg nach oben bahnte, um sie dazu zu bringen, die Kontrolle zu verlieren.

„Genau dieser Auffassung bin ich auch, weswegen du, und nur du alleine, Kids Piratenbande beitrittst”, versuchte Easy die Situation zu deeskalieren. Dann warf sie einen Blick in Grizzlybärs Richtung. „Dich habe ich für das Königshaus von Dress Rosa vorgesehen. Es wird ein neuer Leibwächter gesucht und… du bist perfekt dafür.”

„Aber…” Grizzlybär wollte widersprechen. Und wie er widersprechen wollte. Doch er konnte anhand Easys Gesicht sehen, dass es keinen Sinn haben würde, weswegen er lediglich genervt seine Finger knackte und leise vor sich hin fluchte.

„Yena?” Easy sah ihre ältere Freundin an. Yena war schon deutlich länger als Easy in der Cipherpol 10. Kurz rechnete Easy nach. Tatsächlich. Yena war bereits vor acht Jahren in die Cipherpol 10 gekommen. Dementsprechend war es seltsam, dass nicht sie die Anführerin geworden war. Aber Yena hatte dies kategorisch abgelehnt, als die alte Cipherpol 10 vor sieben Jahren von der Bildfläche verschwand und eine neue Truppe zusammengestellt wurde. Damals noch bestehend aus Easy, Yena und Dreamdancer. Erst zwei Jahre später stieß Vamp dazu.

„Ja?” Yena sprach so schnell, dass sie sich sogar bei so einem kurzen Wort beinahe verhaspelte.

„Dich möchte ich gerne zur Rothaar Piratenbande schicken. Alterstechnisch müsstest du da wunderbar reinpassen. Außerdem verträgt du Alkohol und wir alle kennen ja die Gerüchte über Shanks und seine Crew”, erklärte Easy ihre Entscheidung.

Yena nickte. „Ich werde dich nicht enttäuschen.”
„Ich weiß”, lächelnd nickte Easy.

„Und wir Schweinebacken - damit meine ich Theo und ich - gehen die Strohhüte ordentlich aufmischen. Ich habe gehört, dass es dort einige heiße Kerle gibt”, grinste Vamp breit. Sie schien als Einzige so richtig glücklich mit ihrer Wahl zu sein. Kurzerhand sprang sie auf. „Ich gehe dann mal Theo suchen.”

Zurück blieben all die anderen Mitglieder. Jeder von ihnen machte sich Gedanken darüber, wie sie am ehesten das Vertrauen der von ihnen zu spionierenden Personen erlangen konnten, um an brauchbare Informationen zu kommen. Das einzige, was noch zu hören war, war das plätschern des Tees, den Easy sich gerade in ihre Tasse goss, als sie den Steckbrief von Sabo betrachtete. Sie wusste nicht warum, aber irgendetwas in ihrem Inneren schien aufgewühlt zu sein, als sie in seine Augen blickte...

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„Ich verstehe noch immer nicht, warum ich mein eigenes Schiff und meine eigene Crew nicht behalten darf. Das ist doch dämlich! Ich bin der Marine nie in den Rücken gefallen. Das darf nicht wahr sein, das ist doch alles der größte Bockmist und beschissen obendrauf! Verfluchte scheiße nochmal, das könnt ihr mir nicht antun!” Der gerade mal siebzehn Jahre alte Luc wedelte wild mit seinen durchaus gut gebräunten Händen herum, während er auf nicht gerade subtiler Weise versuchte, für dieses Programm doch nicht infrage zu kommen. Dabei fielen ihm einige seiner langen schwarzen Haare, die ihm bis zum Nacken gingen, ins Gesicht. Doch dies störte ihn nicht so sehr wie Garp, der ebenfalls, wie einige andere unbekannte Admiräle, an dem großen runden Tisch saß, an dem Luc gerade vermittelt worden war, dass er der Cipherpol 10 beitreten sollte. Einem Verein, von denen er bis dato noch nicht eine Silbe vernommen hatte. Garp jedenfalls aß fröhlich seine Kekse, was Luc wahnsinnig machte.

„Du verdienst etwas besseres. Es ist einfach Zeit für eine Veränderung”, sagte Kizaru. Bis gerade eben hatte Luc noch gehofft, dass das alles ein schlechter Scherz war, aber nun war er sich sicher: die meinten das Ernst! Da er sich nicht anders zu helfen wusste, tat er das einzige, was ihm in diesem Moment noch einfiel. Alle Männlichkeit über Bord werfend sank er auf seine Knie. Seine Hände wie beim Beten vor seinem Gesicht zusammengefaltet blickte er flehentlich Kizaru an. So, als ob er vor seinem Henker saß und ihn um sein Leben anbetteln wollte.

„Luc!” Egal, wie oft Garp Lucs Namen nannte, es brachte nichts. Also tat Garp das einzige, was ihm gerade einfiel: Er warf einen Keks nach Luc. Aber auch das hatte seine Wirkung verfehlt. Luc reagierte noch immer nicht. Also holte Kizaru, einmal laut ausseufzend, aus und verpasste Luc einen ordentlichen Schlag. Überrascht blinzelnd erwachte Luc aus seiner Bettel-Trance. Er stand auf und zeigte erhobenen Hauptes auf Garp.

„Ich weiß, ich weiß, mit nackten Fingern zeigt man nicht auf andere… Aber DU alter Knacker hast mich heute zum letzten Mal reingelegt. Das ist eine verfickte Scheiße. Ja das ist es. Und ich dämlicher Idiot fall noch drauf rein. Außerdem hat dir bestimmt noch keiner gesagt, dass du griesgrämiger Mistkerl in den letzter zehn Jahren mindestens um das Doppelte fetter geworden bist. Ja! Du hast richtig gehört. UM DAS DOPPELTE! Das kommt von den ganzen beschissenen Keksen, die du ständig futterst.”

Gerade, als Luc sich wutentbrannt auf Garp stürzen wollte, hob Kizaru seinen Arm so blitzschnell, dass Luc daran abprallen, wie an einer Eisenstange. „Aua…”, maulte er. „Das hat verfluchte nochmal weh getan.”

Luc rieb sich seine schmerzende Stirn. „Jetzt reiß dich zusammen Luc”, sagte Kizaru streng, als auf einmal eine, in Lucs Ohren lieblich und zugleich sanft klingende Stimme ertönte, die Luc überrascht aufblicken ließ.

„Na nun sei doch nicht so hart zu meinem neuen Mitglied. Ich werde ihn noch brauchen Kizaru”, erklärte sie Kizaru gut gelaunt. Auch wenn diese Belehrung nicht so richtig wie eine Belehrung klang. Alle verstummten, als sie Easy sahen. Sie musterte Luc und Luc musterte sie, als sie den Raum schloss. Sie sah nicht aus, wie jemand aus der Marine - denn sie trug keine Uniform. Lediglich eine kurze hellblau ausgewaschene Jeans und ein eng anliegendes, bauchfreies schwarzes Top, dessen Ausschnitt mehr preisgab, als er verdeckte. Aufgrund des warmen Wetters trug die Frau mit den hellbraunen langen Haaren lediglich Sandalen an den Füßen. Luc konnte nicht anders - seine stechend gelben Augen blieben an ihrem Ausschnitt kleben.

Garps Stimme, als dieser die Brünette mit einem fröhlichen: „Ah Easy! Da bist du ja.” begrüßte, hörte Luc nur mit halbem Ohr zu. Viel zu sehr war er damit beschäftigt, Easy anzustarren.

Mit einem warmen Lächeln im Gesicht ging die Brünette auf Luc zu, legte ihren linken Zeigefinger unter sein Kinn, damit er ihr ins Gesicht schaute und nicht auf ihren Ausschnitt, bevor sie tief Luft holte, um etwas zu sagen: „Ich muss dich jetzt etwas sehr wichtiges fragen und ich möchte, dass du mir diese Frage ehrlich beantwortest.” Luc schluckte, bei ihrem durchdringenden Blick. Seine Hände wurden etwas schwitzig und er wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Alle Wut, die er eben noch gespürt hatte, war wie verflogen.

„... J-ja?”

„Wie ist deine Auffassung zum spannen?” Eine allgemeine Stille machte sich im Raum breit. Also ließ Easy Lucs weiches Kinn wieder los und setzte noch einen oben drauf, als sie zu Erklären versuchte, während sie lachend ihren Hinterkopf kratzte. „Also ich meine, wie stehst du dazu, bespannt zu werden? Hier muss man nämlich aufpassen. Es gibt hier einige seltsame Menschen, die heimlich die Männer im Badehaus beobachten. Da muss man aufpassen und gut abgehärtet sein. Das solltest du wissen, bevor du der Cipherpol 10 beitrittst. Und dieser ominöser Spanner bin nicht ich, auch wenn Garp das immer behauptet”

Er und Easy schienen beinahe so etwas wie Seelenverwandte zu sein- wenn auch nur beinahe. Ein breites Grinsen machte sich auf Lucs Gesicht breit, er konnte es sich nicht verkneifen und sein Blick wanderte noch einmal kurz auf Easys Oberweite. Aufgrund ihrer Frage konnte er sich schon denken, wer sie war. Sie musste etwas mit der Cipherpol 10 zu tun haben und wenn so ein tolles Mädel in der Cipherpol 10 war, was waren da wohl noch für Schönheiten anzutreffen? Seine Gedanken wurden von Kizaru bestätigt. „Luc, das ist Easy. Sie ist die Anführerin der Cipherpol 10. Und frag mich nicht warum, ich weiß es auch nicht. Sie wird deine direkte Vorgesetzte werden - da kannst du dich so viel wehren wie du möc-”

„Ich bin dabei”, unterbrach Luc den Admiral Kizaru, welcher kurz verwundert mit den Augen blinzelte, bevor er verstand. Luc kratzte sich unterdessen verlegen am Hinterkopf und schien plötzlich so zahm, wie noch nie in seinem Leben. Er wollte noch etwas sagen, als Easy ihn unterbrach.

„Ach Kizaru. Sei mal nicht so. Du bist nur sauer, weil du nie von mir besp- … Weil du nie bespannert wirst!”

Ihr Grinsen war bestimmt ebenso breit wie das von Luc und in genau diesem Moment wusste er, dass er bei der Cipherpol 10 richtig war. Danach gab es noch eine Menge Papierkram, in dem er seinen Decknamen John aussuchte, da die Cipherpol 10 eine Geheimmission war und niemand wissen durfte, wie er wirklich hieß. Zwar musste er seinen Decknamen ein Jahr später ändern, weswegen er nun Theo war. Theo, der große Bruder der Cipherpol 10, zu dem alle aufblicken, wie er behauptete…



„Hast du’s langsam Luc?! Deinem Blick zufolge denkst du doch schon wieder an Brüste. Habe ich recht oder recht? Du sabberst nämlich ganz schön.” Vamps unsanfte Stimme riss ihn aus seinem Tagtraum. Vamp hatte ihn irgendwie erwischt. Theo verschränkte seine Arme hinter seinen Nacken und dachte gar nicht daran, sich aus seiner Position zu entfernen. Gemütlich saß er auf dem Dach eines Gebäudes des Marine Quartiers und genoß den angenehmen Windhauch und die Sonne, die sanft über seine schöne braune Haut streichelte, während er versuchte, seine Gedanken zu überspielen. Die kaputte Tellerhälfte, auf dem sich sein Kuchen befunden hatte, stand leer auf dem Boden neben ihm.

„Das Gesicht einer Frau ist viel schöner. Mal abgesehen davon verstehe ich nicht, warum du mir immer unterstellst, dass ich Frauen in den Ausschnitt gucke”, erwiderte er so gelassen wie Möglich - bloß nicht auffallen.

Vamp lachte und boxte ihm gegen die Schulter. „Genau. Das sagt der Richtige.”

„Das ist so!”, verteidigte sich Theo.

„Wie dem auch sei…” Vamps Lachen hatte sich zu einem Schmunzeln reduziert. Sie hatte ein feines Gespür für Spanner, war sie doch selbst auf Easys Trip gekommen, und sie wusste, dass er ebenfalls gerne Frauen ‘betrachtete’. Aber deswegen war sie nicht hier. „Du hast mal wieder die Sitzung vergessen, die Easy einberufen hat. Du hast Glück, dass Easy heute nicht ihre Tage hat. Schlechte Laune hatte sie allerdings trotzdem ein bisschen. Vielleicht hat sie doch ihre Tage? Ich muss mal nachrechnen. Aber egal - lange Rede, wenig Sinn: Du wohl damit leben, dass wir ein Team bilden. Vamp und Theo, gemeinsam bei den Strohhüten, na wenn das nicht cool wird!”

„Du sollst mich doch nicht Theo nennen.” Er verzog sein Gesicht. Er konnte sich noch heute gegen die Stirn schlagen, weil er sich im Eifer des Gefechts nach einer Teesorte benannt hatte und nun immer mit dieser assoziiert wurde - dummerweise.

Vamp kicherte. „Und damit sind die Admiräle nicht sehr glücklich. Sie reißen dir doch permanent den Arsch auf, wenn sie mitbekommen, dass wir dich bei deinem echten Vornamen nennen. Schließlich sind unsere richtigen Namen g.e.h.e.i.m.” Dabei betonte Vamp jedes einzelne der Wörter und hielt sich, um ihr Gesagtes noch zu untermauern, verschwörerisch lächelnd ihren Zeigefinger vor ihren Mund.


Fortsetzung folgt ...
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