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Nothing Stays The Same

von alegna70
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
OC (Own Character) Samu Haber
27.10.2018
05.05.2021
122
152.944
49
Alle Kapitel
695 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
05.05.2021 1.329
 
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121

Fest zog Samu Kimmo dicht an sich ran, für einen Moment extreme Nähe, dann aber gab er ihn wieder frei, mehr durfte einfach nicht sein ...
Leise sagte er zu Kimmo: „Ich melde mich Montag bei dir, damit wir absprechen können, wann ich vorbei komme, damit wir eine Show auf die Beine stellen können, die keine deutsche Lady vergessen wird!“
Und wieder hatte Samu innerhalb von Sekunden gezwitscht, was Kimmo faszinierte. Er brauchte einen Moment länger, um adäquat zu antworten: „Klingt gut! Meld dich einfach, wir treffen uns ab zehn Uhr!“
Leicht grinste Samu: „Perfekte Musikerzeit! Komm, lass uns verschwinden!“ Er machte einen Schritt zurück, griff nach seinem Rucksack und auch Kimmo nach seiner Tasche und dann verließen sie gemeinsam das Studio und auch das Gebäude. Draußen goss es in Strömen und leise fluchte Kimmo auf, sie waren mit der Tram gekommen und bis zur Haltestelle war es doch noch ein gutes Stück zu Fuß. Samu sah ihn an: „Komm, ich fahr dich gerade! Bei dem Wetter lässt man keinen Hund draußen laufen!“
Nun grinste Kimmo Samu schief an: „Danke für den Vergleich!“
Samu lachte auf: „Und Musiker erst recht nicht! Soll ich dich grad rumbringen?“
Dankend nickte Kimmo: „Sehr gerne! Dann muss ich meinen Koffer nicht nochmal ausräumen, um mir trockene Klamotten anzuziehen!“ Sie gingen zu Samus wagen, der schloss mit seiner Fernbedienung schon von weitem auf, sodass sie sich direkt ins Trockene flüchten konnten. Nachdem sie sich angeschnallt hatten, machte Samu das Radio an, stellte es aber leise. Kimmo sagte leise: „Danke, wirklich nett von dir!“
Samu sah in den Rückspiegel, um auszuparken, nickte leicht zu Kimmo rüber: „Wirklich kein Ding, liegt ja fast auf dem Weg ...“
Nach einer kurzen und auch stillen Fahrt fuhr Samu vor dem Hotel vor, in dem Kimmo die letzten Wochen gewohnt hatte. Er stellte den Motor ab und sah zu dem jüngeren Mann rüber. Einen Moment lag sein Blick auf ihm und mal wieder musste er feststellen, wie perfekt Kimmo in seinen Augen aussah. Nie hätte er gedacht, dass ein Mann mit androgynem Aussehen, ihn so ansprechen könnte. Leicht räusperte er, lenkte so Kimmos Aufmerksamkeit auf sich: „So, ganz reinfahren geht leider nicht! Was für ein Sauwetter! Wenn es wenigstens Schnee wäre ...“
Kimmo sah zu ihm rüber, nickte: „Ja, das stimmt allerdings! Den Mist brauch kein Mensch! Soll aber erst mal auch so bleiben haben sie gemeldet ...“
Samu nickte, dabei fand er es absolut absurd, dass sie nun über das Wetter sprachen ...
Es gab so viel, was gesagt werden müsste, gerade nach den vergangenen Stunden ...
Ob er wollte oder nicht, er musste sich jetzt von Kimmo verabschieden, auch wenn es nur übers Wochenende war: „Kim, ich wünsche dir ein schönes Wochenende! Es war eine tolle Zeit! Ich denke, das Album wird richtig gut werden! Wir sehen uns dann nächste Woche bei den Proben!“
Kimmo sah zu ihm, nickte leicht und spürte, dass Samu absolut verkrampft gerade war. Auch er fühlte sich angespannt, irgendwie war das gerade eine komische Situation zwischen ihnen. Vorhin diese extreme Nähe und jetzt wieder dieses professionelle, eine Achterbahnfahrt der Gefühle ...
Er nickte leicht und antwortete „Danke dir, Samu! Danke für alles! Ich bin wirklich glücklich, was wir geschrieben haben und wie weit wir jetzt schon sind. Ich hatte wirklich keine Ahnung, wie alles laufen würde ...“
Samu schluckte leicht, so, wie Kimmo ihn gerade ansah, löste es in ihm wieder das Verlangen aus, ihn in seine Arme zu ziehen. Seine Augen sahen in traurig aber auch fragend an. Fragen, die Kimmo vermutlich nie stellen und er nie beantworten würde ... Leise räusperte er sich und sagte dann: „Ihr habt so ein hohes Niveau, das ist unfassbar! Ich bin wirklich froh, dass ihr uns vertraut! Es wäre richtig traurig gewesen, wenn du oder besser gesagt ihr als Band die Zusammenarbeit abgelehnt hättet! So ein Talent darf nicht in der Provinz versauern ...“
Samus Worte ließen Kimmo mal wieder verlegen werden. Natürlich wusste er, was er konnte, was seine Freunde drauf hatten, aber in dem Punkt war Samu einfach der internationale Star, der ihn lobte: „Danke ... Ich glaube, du übertreibst mal wieder ...“
Sofort schüttelte Samu den Kopf: „Ganz bestimmt nicht! Warte ab, wenn das Album rauskommt ...“
„Ich bin wirklich gespannt! Ich werd dann mal ...“, auch wenn er eigentlich nicht aussteigen wollte ...
Samu nickte, auch wenn er noch ewig mit Kimmo im Wagen sitzen könnte: „Mach das! Wir sehen uns!“ Es entstand für ein paar Sekunden eine Atmosphäre voller Unsicherheit, dann aber beugte sich Samu doch zu Kimmo rüber, um ihn zum Abschied ein weiteres mal in den Arm zu nehmen, er konnte und wollte ihn nicht einfach so gehen lassen. Erleichtert erwiderte dieser die Geste, einfach so aussteigen hätte sich falsch für ihn angefühlt nach diesem Tag. Es war eine intensive Umarmung, im Schutze der Dunkelheit und leise wisperte Samu: „Wir sehen uns nächste Woche ...“
Kimmo musste schlucken, Samus warmer Atem an seinem Ohr, die dunkle, fast heisere Stimme, ließ alles in ihn Durcheinder gehen ...
Fast flüsternd erwiderte er: „Bis nächste Woche ...“ Gegen ihren Willen lösten die Männer ihre Umarmung und Kimmo zwang sich, wirklich aus dem Auto zu steigen. Er machte die Tür auf, direkt kam ihm den Regen entgegen, der noch stärker geworden war und fluchte leise auf: „Boah, was für ein Mist!“
Samu, der Kimmo beobachtete, musste dann doch grinsen: „Definitiv! Sieh zu, dass du ins Trockene kommst! Bis Montag!“
Kimmo sah nochmal kurz ins Auto, nickte und sprach: „Bis dann, schönes Wochenende!“ Mit Schwung schlug er die Tür zu, winkte dann noch mal kurz und Wante sich dann ab, um schnell ins Hotel zu gehen. Samu sah ihm nach, seufzte leise auf und ihm wurde bewusst, wie gerne er das Wochenende mit Kimmo verbracht hätte. Er war sich sicher, sie hätte eine absolut entspannte Zeit zusammen verbringen können. Stattdessen würde er wieder nur für sich sein, in seinem Mökki. Diese Einsamkeit, die war nicht gut für ihn, so langsam spürte er es immer mehr, dass er Mila doch vermisste, einfach ihre Anwesenheit, ihre Gesellschaft, sie war dann doch sehr wichtig für ihn. Aber ihm war auch bewusst, dass das wieder sehr egoistisch war, denn er wusste, dass Wichtigkeit nicht die Liebe ersetzten konnte, die er ihr eigentlich gegenüber empfinden sollte. Noch immer war tief in ihm ein Funke Hoffnung, dass er sie doch spüren würde, wenn sie sich nach den langen Monaten getrennt voneinander, wiedersehen würden ...
Nochmals seufzte er auf, nun musste er ihr erst mal schonend beibringen, dass er nicht da sein würde, wenn sie zurückkommen würde ...
Sein schlechtes Gewissen wurde immer größer ...
Noch einmal ging Samus Blick zum Hoteleingang rüber, von Kimmo war natürlich nichts mehr zu sehen. Er drehte den Schlüssel im Schloss, startete den Wagen und machte sich auf den Weg zu seinem Haus. Wieder einmal fiel ihm die weihnachtliche Dekoration seiner Heimatstadt ins Auge und er musste sich eingestehen, so wirklich freute er sich nicht auf Weihnachten, es war mehr eine Pflichtveranstalltung für ihn. Wenn es nach ihm ginge, würden sie jedes Jahr ein Tag vorher schon in den Urlaub fliegen, es war ein Zugeständnis an Mila, dass sie erst nach Weihnachten in den Süden fliegen würden, damit sie richtige Weihnachten hatte ...
Aus Liebe ...
Aus Freundschaft ...
Aus einem schlechten Gewissen heraus ...
Zuhause angekommen machte Samu sich erst mal einen Kaffee, den wievielten für diesen Tag konnte er nicht mal benennen. Aber ihm war bewusst, sein Kaffeekonsum war mal wieder auf einem sehr hohen Level und nicht wirklich gesund. Aber das Geräusch des Mahlwerks seines Kaffeevollautomaten war wie Musik in seinen Ohren, der Duft des frisch aufgebrühten Kaffees einfach unglaublich gut und so trank er mit Genuss den ersten Schluck. Mit seiner Tasse in der Hand ging er ins Wohnzimmer. Dort machte es sich auf dem Sofa bequem und fuhr seinen Laptop hoch, um endlich mit Mila zu sprechen, auch wenn er es gerne noch weiter rausgeschoben hätte, aber er musste ihr endlich beichten, dass sich ihr Wiedersehen verzögern würde ...

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