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GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
OC (Own Character) VFL Wolfsburg
26.10.2018
13.08.2019
52
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Hey :) Es tut mir total leid, dass so lange kein Kapitel mehr kam, aber ich hatte am Wochenende keine Zeit und irgendwie komme ich gerade auch nicht wirklich zum Schreiben. Es tut mir wirklich leid...
Aber ich hoffe trotzdem, dass euch das neue Kapitel gefällt und würde mich sehr über ein Review freuen :)
Am 28.8. kommt das neue Kapitel! :)




Seufzend sah ich aus der Frontscheibe meines Autos. Ich war gerade eben am Trainingsgelände angekommen und sollte eigentlich langsam aussteigen, wenn ich vor den anderen in der Kabine sein wollte. Vielleicht konnte ich so den ersten Fragen aus dem Weg gehen. Schließlich fuhren Sina und ich eigentlich immer gemeinsam zum Training, doch das ging jetzt nicht...

Ich holte noch einmal tief Luft und stieg aus. Dann nahm ich meine Trainingstasche aus dem Kofferraum und betrat das Gebäude.
Als ich die Kabinentür öffnete blieb ich überrascht stehen.
„Wieso bist du schon da?“, fragte ich und die Kapitänin drehte sich zu mir um.
„Dachte mir, dass du früher kommst und wollte dich unterstützen.“, erklärte sie und ich ging zu meinem Platz.
„Achso. Danke...“
Während ich meine Fußballschuhe anzog setzte sich Nilla neben mich.
„Was hältst du davon schon mal rauszugehen? Die ersten werden gleich kommen und dann musst du nicht sofort auf irgendwelche Fragen antworten, warum du ohne Sina da bist.“, schlug sie vor und ich nickte leicht. Dann stand ich auf, räumte meine Sachen in meinen Spind und folgte der Schwedin auf den Platz. Dort setzte ich mich auf den Rasen und Nilla tat es mir gleich.
„Warst du heute schon bei ihr?“
„Ja.“
„Und...?“, fragte die Ältere besorgt und ich sah seufzend auf das Fußballfeld. Dann erzählte ich Nilla von Sinas Verletzungen, der Wiederbelebung am Unfallort und dem Telefonat mit ihrem Vater.
Als ich fertig erzählt hatte nahm Nilla mich sanft in den Arm und ich schloss traurig meine Augen.
„Es ist gut, dass er hierherkommt.“, sagte sie leise und ich nickte schwach. Anschließend löste ich mich aus der Umarmung, denn ich hörte Stimmen auf uns zukommen.
„Na sieh einer an...heute Training im Sitzen?!“, grinste Poppi und ließ sich neben mich fallen. Ich nickte nur leicht und spürte ihren besorgten Blick auf mir.
„Alles okay? Du siehst aus als hättest du nicht viel geschlafen...“
Ich sah sie an und schüttelte leicht den Kopf. Poppi nahm mich in den Arm und ich lehnte mich an sie.
„Willst du darüber reden? Ich bin für dich da, wenn du willst.“
„Danke Poppi. Machen wir gleich, wenn alle da sind...“, antwortete ich ehrlich und sie brachte ein wenig Abstand zwischen uns.
„Muss ich mir Sorgen machen?“, fragte sie besorgt und ich schluckte die aufkommenden Tränen herunter. Dann nickte ich ganz leicht und Poppi zog mich wieder in ihre Arme. Doch sie sagte nichts und ich war ihr ziemlich dankbar dafür...


Kurze Zeit später waren alle anderen aus dem Team da und wir stellten uns zu Stephan und Ariane in den Mannschaftskreis. Ich stand neben Alex und Nilla und die Schwedin legte mir von rechts eine Hand auf den Rücken. Ich sah sie dankbar an und drehte mich dann wieder zu den Trainern.
„Bevor wir das heutige Training beginnen müssen wir euch leider noch etwas mitteilen.“, begann Stephan und ich spürte erneut Tränen in meinen Augen. Doch dieses Mal drängte ich sie nicht zurück. Es würde sowieso nicht lange funktionieren.
„Sina hatte gestern Abend einen ziemlich heftigen Autounfall und liegt auf der Intensivstation.“, sprach er und einige sahen geschockt von Stephan zu mir.
„Warst du bei ihr?!“, fragte mich Poppi besorgt und ich nickte leicht. Dann sah ich sie an und seufzte.
„Sie ist stabil, aber extrem schwach. Sie liegt im künstlichen Koma, hat eine ziemlich schlimme Knieverletzung, eine Platzwunde am Kopf, eine Verstauchung der Halswirbelsäule und wahrscheinlich Rippenprellungen von der Wiederbelebung...“, sagte ich leise und Poppi nahm mich fest in den Arm. Jetzt konnte ich meine Tränen endgültig nicht mehr zurückhalten...
„Was?!“
„So schlimm?!“
„Was ist passiert?!“
Riefen die ersten geschockt und Nilla räusperte sich, sodass sie alle ansahen, nur Poppi hatte immer noch einen Arm um meine Schultern gelegt.
„Sie war auf der Autobahn anscheinend zu schnell und wegen dem Wetter hat sie die Kontrolle verloren.“, erklärte die Kapitänin und Anna sah Nilla fragend an.
„Was wollte sie auf der Autobahn?“
„Sie fuhr Richtung Berlin...zu Sarah nach Potsdam. Wahrscheinlich wollte sie einfach nur weg von hier...“, antwortete ich schwach und strich mir die Tränen von den Wangen.
„Wir wollten es euch persönlich sagen und nicht, dass ihr es über die Pressemitteilung erfahrt, die jetzt gleich rauskommt. Ich weiß die Situation ist nicht einfach, aber versucht bitte euch auf das Abschlusstraining jetzt und das Spiel morgen zu konzentrieren. Jeder, der jetzt sagt, dass er das nicht kann spielt morgen nicht. Ich weiß es klingt hart, aber unkonzentriert spielen ist ein enormes Verletzungsrisiko und das wollen wir vermeiden.“, sprach Ariane sanft und wir sahen wieder zu den Trainern.
„Lauft euch bitte 5 Runden warm.“, sagte Stephan und die meisten setzten sich in Bewegung. Nur Joelle, Katha und ich blieben bei den beiden. Allerdings flüsterte Katha Joelle etwas zu und lief dann ebenfalls los.
Ich setzte mich in Bewegung und blieb bei dem Trainerteam stehen.
„Bist du dir sicher Jo?“, fragte Ariane gerade nach und die Angesprochene nickte leicht. Dann sah sie zu mir und ließ ihren Kopf sofort sinken.
„Okay, dann sitzt du morgen auf der Tribüne.“, beschloss Stephan und sie nickte leicht.
„Danke...“, schluchzte sie und lief davon. Doch anstatt ihre Aufwärmrunden zu laufen, lief sie zur Kabine und ich sah wieder zu den Trainern.
„Weißt du warum sie das so sehr trifft?“, wollte Ariane wissen und ich seufzte leise.
„Ja. Darf ich nach ihr schauen? Ich glaube sie sollte nicht alleine sein...“
„Ja, mach das. Aber...ich wollte dir noch sagen, dass wir dich morgen nicht aufstellen werden. Nimm es nicht persönlich, wir wissen, dass du sicher trotzdem deine Leistung abliefern würdest, aber wir denken es wäre für dich besser.“, sagte Stephan behutsam und ich nickte.
„Danke. Ich wollte euch eh schon fragen...“, gab ich zu und beide nickten verständnisvoll.
„Könntest du nach ihr schauen?“, bat Ariane und deutete mit ihrem Kopf Richtung Kabine. Ich nickte leicht und lief zur Kabine.

Als ich die Tür öffnete hörte ich ein Schluchzen aus dem Bad und ging vorsichtig dorthin. Joelle saß in der Ecke und hatte ihr Gesicht in ihren Händen vergraben. Ich zögerte kurz, doch dann ging ich zu ihr, setzte mich neben sie und nahm sie sanft in den Arm.
„Sie schafft das schon...“, flüsterte ich und Joelle verharrte in ihren Bewegungen. Doch dann begann sie heftiger zu weinen und vergrub ihr Gesicht an meiner Schulter.
„Sie wird wieder gesund werden...“, sagte ich leise und streichelte der Jüngeren sanft über den Rücken.
„Es tut mir leid...ich...ich...“
„Pscht...alles wird gut.“, unterbrach ich sie sanft und Joelle löste sich ein wenig von mir, lehnte ihren Kopf aber gegen meine Schulter.
„Ich wollte nie, dass es so endet. Ich...ich war total eifersüchtig und idiotisch und ein schlechter Mensch...“, schluchzte sie und ich legte einen Arm um ihre Schultern.
„Ich weiß. Sina und ich sind nicht ganz unschuldig an gestern.“, gab ich zu und sie schüttelte sofort den Kopf.
„Nein! Es ist alles meine Schuld!“
„Ist es nicht. Wir hätten dich gestern nicht so provozieren sollen.“
„Ich hätte eure Beziehung nicht veröffentlichen dürfen. Es...es war mir sofort klar nachdem ich das Bild verschickt hatte. Aber ich war in dem Moment so sauer gewesen...“, erklärte sie mir leise und ich seufzte.
„Ist schon okay...“
„Nein! Es tut mir wirklich, wirklich leid! Ich weiß, dass macht es nicht besser aber ich...ich weiß nicht was ich sonst sagen soll...“
Nachdem sie das gesagt hatte begann sie wieder zu weinen und ich zog sie enger an mich. Allerdings weinte Joelle nur noch mehr und ich überlegte kurz. Dann begann ich leise zu summen und schloss meine Augen, damit ich die Tränen zurückhalten konnte.
„Das Lied beruhigt Sina total. Ihre Mutter hat es ihr früher immer vorgesungen, wenn es ihr schlecht ging. Aber anscheinend hilft es auch bei dir...“, brach ich die Stille nachdem ich fertig war und wischte mir mit einer Hand die Tränen von den Wangen.
„Wieso bist du noch so nett zu mir...? Ich hab dir dein Leben zerstört...“, hauchte sie und ich lächelte leicht.
„Weißt du, dass Sina kurz überlegt hat Verein zu wechseln, damit wir beide uns nicht mehr streiten?“, stellte ich die Gegenfrage und Joelle sah mich überrascht an.
„Echt? Sie wäre lieber von dir weg, damit wir uns versöhnen?!“
Ich nickte langsam.
„Sie wollte hierbleiben, aber nicht, dass die Situation so bleibt wie jetzt. Sie hat recht damit...irgendwas müssen wir ändern. Wir leiden gerade alle drei total und das merkt man auch im Training. Wir sollten versuchen uns wieder zusammenzureißen und uns aufs Fußballspielen konzentrieren.“
Jetzt löste sich Joelle komplett von mir und sah mich überrascht an.
„Du gibst mir noch eine Chance...?“
„Ja. Für Sina und den Vfl. Ich kann nicht mit dir in einer Mannschaft spielen und nicht mehr mit dir reden. Außerdem will ich, dass Sina glücklich ist.“
Joelle sah mich mit Tränen in den Augen an und umarmte mich dann nochmal.
„Danke! Ich...ich besser mich. Versprochen! Für Sina...“


Am Abend
Ich wartete am Flughafen auf Sinas Vater. Eigentlich musste er gleich durch die Tür kommen, schließlich war der Flieger aus Wien vor ein paar Minuten gelandet.
Es dauerte noch kurz, doch dann sah ich Peter auf mich zukommen. Irgendwie war ich erleichtert, dass er hier war. Jetzt war das alles nicht mehr meine Verantwortung falls etwas entschieden werden musste...
Wir begrüßten uns und gingen zu meinem Auto. Dann luden wir seinen Kofferraum in den Kofferraum und stiegen ins Auto.
„Sollen wir gleich zu ihr...?“, fragte ich leise und Peter nickte leicht. Ich fuhr los, doch wir beide sprachen nicht wirklich viel. Uns ging es beiden nicht gut mit der Situation und das merkten wir, doch ich hatte keine Ahnung wie ich ihn aufmuntern konnte. Wahrscheinlich hätte ich selbst aufbauende Worte brauchen können...

10 Minuten später parkte ich vor dem Krankenhaus und wir gingen hinein. Ich zeigte Peter den Weg zu Sinas Zimmer und wir blieben bei der Schwesternstation stehen.
„Kommen Sie wieder um Sabrina Müller zu besuchen?“, fragte eine der Schwestern und ich nickte leicht. Peter holte seinen Ausweis heraus und die junge Frau sah auf der Liste nach.
„Hier bitte schön. Sagen Sie bitte Bescheid, wenn sie gehen.“
Wir nickten beide und gingen dann zu Sinas Zimmer. Anschließend traten wir ein und während Peter zu dem Krankenbett seiner Tochter ging, schloss ich die Tür. Dann ging ich zu beiden und setzte mich auf den freien Stuhl gegenüber Peter. Er sah ziemlich geschockt aus.
„Es tut mir leid...“, flüsterte ich und nahm Sinas Hand vorsichtig in meine.
„Du kannst doch nichts dafür!“, sagte er sofort und ich sah traurig zu Peter.
„Aber du hast mich gebeten auf sie aufzupassen und ich hab versagt...“
„Nein! Du hast ganz sicher nicht versagt. Es war ein Unfall...“
Ich seufzte leise und sah Sinas Vater dann an.
„Aber an dem bin ich irgendwie auch Mitschuld...“, murmelte ich und brach den Blickkontakt dann wieder ab.
„Wie meinst du das?“
„Naja...die letzten Wochen...es war alles ein bisschen kompliziert...“, gab ich zu und Peter sah mich sanft an.
„Ich weiß.“
„Was? Woher?“, fragte ich überrascht und er grinste leicht.
„Ich kenn mein Kind. Sina hat zwar versucht sich nichts anmerken zu lassen, aber ich hab gemerkt, dass sie was beschäftigt. Habt ihr gestritten?“
Ich sah wieder zu meiner Freundin und streichelte ihr sanft über den Unterarm.
„Auch...aber...naja.“, stammelte ich unsicher und atmete dann tief durch. Anschließend erzählte ich ihm von den letzten Wochen. Von Joelles Gefühlen, Sinas Überlegungen deswegen zu wechseln. Ich erzählte ihm von Sinas Geburtstag und dem Streit mit Jo. Auch davon, dass sie unsere Beziehung veröffentlicht hat und der Eskalation gestern in der Kabine.
„Und deswegen hatte sie den Unfall. Sie ist wütend abgehauen und wollte wahrscheinlich nach Potsdam zu Sarah. Es tut mir so leid...ich hätte sie festhalten sollen. Irgendwas machen sollen, damit sie nicht in dieses blöde Auto steigt...“, beendete ich meine Erzählung und begann zu weinen. Schluchzend vergrub ich mein Gesicht in meinen Händen. Doch plötzlich wurde ich in eine Umarmung gezogen.
„Es ist nicht deine Schuld...“, sprach Peter ruhig und ich beruhigte mich langsam. Deswegen löste er die Umarmung wieder und ich wischte mir die Tränen von den Wangen.
„Sina lässt sich ungern helfen. Das hat sie noch nie...“, begann er und setzte sich wieder gegenüber von mir hin.
„Sie wollte immer allen beweisen, dass sie sie stark ist. Ich weiß nicht wie viel sie dir von früher erzählt hat, aber...sie war schon immer jemand der lieber alles in sich hineingefressen hat.“
„Sie hat mir von ihrer Schulzeit erzählt. Zwar nicht ganz freiwillig, aber ich konnte sie dadurch besser verstehen.“, überlegte ich laut und ihr Vater sah mich lächelnd an.
„Sie vertraut dir. Und wenn sie dir irgendwann mal von der Zeit nach dem Unfall ihrer Mutter erzählen will, dann bedeutet das wirklich viel. Nur wäre es nicht gut, wenn ich es dir erzählen würde.“, sagte er und ich sah ihn fragend an.
„Wieso hast du es dann überhaupt erwähnt...?“, wollte ich wissen und er sah seufzend zu seiner Tochter.
„Weil ich fürchte, dass die Erinnerungen an früher wieder hochkommen werden, sobald sie aufwacht. Und ich glaube es wäre gut, dass du zumindest eine Ahnung hast was sie beschäftigen könnte.“, erklärte er mir und ich sah Sina besorgt an. Dann nickte ich leicht.

Ich wollte gerade nach Sinas Hand greifen als mein Magen knurrte.
„Hast du noch nichts gegessen?“, fragte Peter sofort besorgt und ich schüttelte leicht den Kopf.
„Seit Sina hier ist nicht wirklich viel. Ich hatte eigentlich auch keinen Hunger...“, antwortete ich ehrlich und Peter stand auf.
„Dann fahren wir jetzt essen. Du musst auch auf dich achten. Aber ich weiß, dass das schwer ist...“, sagte er sanft und ich stand ebenfalls auf. Dann gab ich meiner Freundin einen sanften Kuss auf die Stirn und folgte ihm nach draußen.
„Du kennst dich hier besser aus...“, grinste er und ich lächelte ebenfalls leicht. Dann fuhr ich zu einem Restaurant.
„Was ich dich noch fragen wollte...kennst du hier gute Hotels?“, wollte Peter wissen und ich nickte leicht. Doch dann kam mir eine Idee.
„Du könntest aber auch bei Sina in der Wohnung schlafen, wenn du willst. Oder bei mir im Gästezimmer. Dann musst du kein Hotelzimmer zahlen. Aber ich kann dir auch ein Hotel zeigen, dass ganz gut ist.“, schlug ich vor und er sah mich überrascht an.
„Du hättest nichts dagegen, wenn ich bei dir im Gästezimmer schlafen würde?“
„Nein, du bist schließlich Sinas Familie. Außerdem...ich wäre dann nicht so alleine. Vielleicht lenkt das von dem Ganzen ein wenig ab.“, gab ich zu und er lächelte sanft.
„Dann nehm ich das Angebot gerne an. Danke!“

Nachdem wir gemeinsam eine Kleinigkeit gegessen hatten fuhr ich nach Hause und zeigte Peter wo er seine Sachen abstellen konnte. Er bedankte sich erneut und irgendwie fühlte es sich echt nicht mehr so leer an, da ich jemanden hatte mit dem ich über meine Gefühle und Ängste irgendwie reden konnte. Zumindest verstand Peter meine Angst um Sina wahrscheinlich am ehesten...
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