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Für immer glücklich?

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Christian Ozera Dimitri Belikov Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
26.10.2018
12.01.2019
7
9.981
2
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09.12.2018 1.817
 
Ich erwachte in einem kleinen in weiß gehaltenen Raum. Er kam mir sehr bekannt vor und dann kam es mir. Die Krankenstation der Academy. Wie war ich denn hier her gekommen? Da bemerkte ich ein leises Schnarchen rechts neben mir. Dimitri saß neben meinem Bett auf einem Stuhl. Seine Hände waren mit meiner Rechten verflochten und sein Kopf lag daneben auf seinem Arm.
„Dimitri?“ Ich strich mit meiner linken Hand durch sein weiches Haar. Sofort schreckte er hoch, doch ließ meine Hand nicht los.
„Rose, mein Schatz.“ Er schenkte mir ein strahlendes Lächeln, welches ich erwiderte.
„Wie geht es dir?“ Dimitri nahm meine Hand hoch und gab mir einen Kuss darauf.
„Ganz gut eigentlich. Mir ist etwas komisch im Kopf aber ansonsten fühle ich mich gut. Was ist eigentlich passiert? Ich erinnere mich noch an den Strigoiangriff und deine Umarmung als wir sie überwältigt hatten. Danach ist alles schwarz.“ Ich sah ihn fragend an.
„Viel mehr war dann auch nicht. Du bist in meinen Armen zusammengebrochen. Auf der dortigen Krankenstation haben sie dir eine Infusion gegen und mir erklärt, dass du nur viel Schlaf brauchen würdest und dich wieder entlassen. Wir sind dann alle zur Academy zurück gefahren, wo ich dich dann hier her gebracht habe. Dr. Oletzki hat dich bereits angesehen. Sie meinte es sei ein Schwächeanfall gewesen, warum weiß sie allerdings auch nicht.“ Damit beendete er seinen Vortrag. Ich nickte nur gedankenverloren, denn mir kam ein Gedanke welcher mich nicht mehr los ließ. Könnte eine mögliche Schwangerschaft meinen Zusammenbruch erklären? Ich wollte es mir nicht eingestehen aber während des Trips wurde ich auch deutlich schneller müde und hatte die Pause wirklich nötig gehabt. So ging es mir doch sonst nicht. Ich war bekannt für meinen Dickkopf und meine Zähigkeit. Mich konnte so schnell nichts umhauen.
„Du siehst sehr müde aus. Du solltest dich auch ausruhen.“
„Ich lasse dich hier nicht allein Roza. Dr. Oletzki wollte gleich nochmal nach dir sehen.“
„Dimitri du bist seit fast zwei Tagen wach, geh ins Bett und schlaf. Ich komme auch alleine klar, die Krankenstation ist mir ja nicht fremd und viel machen kannst du hier ja auch nicht.“ Ich grinste.
Er nickte nur, anscheinend war er zu kaputt um mit mir diskutieren zu wollen. Er zog sich seinen langen Staubmantel über, kam nochmal zu mir und gab mir einen Kuss auf die Stirn.
„Ich liebe dich Roza.“ Und damit verschwand er aus meinem Zimmer. Ich kuschelte mich wieder in meine Kissen und schlief kurze Zeit später wieder ein. Das nächste Mal wurde ich geweckt, als Dr. Oletzki mit etwas sehr hellem in die Augen leuchtete.
„Rose, ich meine natürlich Wächterin Hathaway, wie geht es ihnen jetzt?“ Ich richtete mich auf.
„Sie können ruhig weiter Rose zu mir sagen. Ich bin ja nicht meine Mutter. Ganz gut eigentlich. Etwas schwindelig ist mir allerdings.“
„Wächter Belikov meinte, dass sie einfach nach einem Kampf in seinen Armen zusammen gebrochen seien. Können sie sich erklären warum? Gab es irgendwelche Vorkommnisse in den letzten Tagen beziehungsweise Wochen?“ Sie sah mich durchdringend an und ich hatte das Gefühl, dass sie wusste, dass mich etwas beschäftigte. Also nahm ich all meinen Mut zusammen und erzählte ihr von der Übelkeit, dem Unwohl sein und dem Ausbleiben meiner Regel. Ich äußerte sogar den Verdacht von Lissa, dass ich schwanger sein könnte. Bei dem verdutzten Gesicht, welches Dr. Oletzki machte fügte ich noch die Geschichte von Dimitri und seiner Rückverwandlung und die dadurch entstandene Möglichkeit hinzu, dass er Kinder auch mit Dhampiren zeugen konnte. Ich wollte nicht, dass sie auch nur für eine Sekunde dachte, dass ich meinen Geliebten betrogen haben könnte. Sie sah mich weiterhin etwas verwirrt an aber nickte.
„Eine Schwester wird dir gleich Blut abnehmen um ganz sicher zu sein und ich werde dich heute Nachmittag nochmal genau untersuchen. Jetzt muss ich leider zur Visite aber nach dem Mittagessen machen wir einen Ultraschall. Vielleicht kann man schon etwas erkennen, falls eine Schwangerschaft bestehen sollte.“ Ich nickte nur und blieb mit meinen Gedanken allein. Das Blut war kurze Zeit später abgezapft und ich bekam etwas zu essen. Meine Gedanken jedoch kreisten jetzt nur noch um ein Thema. Schwangerschaft ja oder nein? Ich dachte über mein bisheriges Leben nach, was ich schon alles erlebt und erreicht hatte und was ich noch alles machen wollte mit Dimitri und Lissa an meiner Seite. Mein Kopf fühlte sich an als würde er gleich platzen. Ich legte mich zurück in mein Bett und fing leise an zu weinen. Dabei musste ich eingeschlafen sein, denn das nächste was ich mitbekam war Dr. Oletzki, welche mich leicht an der Schulter berührte.
„Rose aufwachen. Wir haben die Blutergebnisse und sollten sie jetzt mal untersuchen um Gewissheit zu bekommen.“ Ich war sofort hellwach, richtete mich auf und nickte. Die Ärztin führte mich in ein Behandlungszimmer. Es war groß und hell eingerichtet. Ein Schreibtisch mit zwei Stühlen davor stand auf der rechten Seite und links war eine Untersuchungsliege mit einigen Gerätschaften um diese herum. Dr. Oletzki deutete mir auf der Liege Platz zu nehmen und meinen Bauch frei zu machen.
„Ihre Laborergebnisse sind alle in Ordnung. Es gibt keine Anzeichen für irgendwelche Krankheiten oder sonstige Unregelmäßigkeiten.“, meinte sie ruhig und lächelte mich aufmunternd an, während sie begann mit dem Ultraschallkopf auf meinem Unterbauch herum zu fahren. Meine Nervosität stieg mittlerweile ins Unermessliche und ich hatte langsam wirklich Angst vor dem Ergebnis. Wollte ich es denn wissen? Eigentlich nicht aber so eine große Sache konnte ich auch nicht dem Zufall überlassen. Ich kniff vor Angst und Panik die Augen zusammen. Ich weiß nicht wie lange diese Untersuchung ging aber nach einer gefühlten Ewigkeit nahm sie den Ultraschallkopf wieder von meinem Bauch.
„Und?“, fragte ich immer noch mit zusammengekniffenen Augen. Dr. Oletzki lachte leise und meinte ich könne ruhig die Augen öffnen und auf den Monitor sehen, welcher in meiner Blickrichtung an der Wand hing. Ich tat wie mir geheißen und öffnete die Augen. Ich konnte nicht viel erkennen, es sah aus wie eine Seifenblase mit einem kleinen länglichen Ding am unteren Rand. Ich sah fragend zu Dr. Oletzki, welche mich freundlich anlächelte. Oh nein.
„Herzlichen Glückwunsch Rose. Du bist tatsächlich in der 8. Woche schwanger.“ Es traf mich wie ein harter Boxhieb. Mir war zwar klar, dass ich genau wegen dieser Frage hier lag aber ich hoffte die ganze Zeit, dass es nur eine dumme Idee von Lissa war. Dr. Oletzki druckte mir einen Abzug des Ultraschallbildes aus, welches ich nur zusammenfaltete und in meine Hosentasche steckte. Sie erklärte mir noch einige Sachen, welche ich zu beachten hatte und gab mir meinen Mutterpass. Sie erklärte mir auch, dass ich nun entlassen werden konnte. Der Grund warum ich zusammengebrochen war, war gefunden und nichts Lebensbedrohliches. Ich unterschrieb die Papiere  und fand mich irgendwann vor der Tür der Krankenstation wieder. Ich wusste nicht was ich jetzt denken, fühlen beziehungsweiße tun sollte. Dann kam die Information erst richtig zu mir durch.
Ich war schwanger. Ich bekam ein Baby. So viele Fragen wie jetzt hatte ich schon lange nicht mehr im Kopf. Wie sah meine Zukunft aus? Wie sollte ich es Dimitri sagen? Wie würde er reagieren? Würde er sich freuen? Er mag Kinder, das wusste ich. Aber über eigene hatten wir nie gesprochen. Bis vor ein paar Tagen hatte ich es auch verdrängt, dass die Möglichkeit dazu überhaut bestand. Irgendwann stand ich in unserem kleinen Apartment. Dimitri war nicht da, was mir auch sehr recht war. Ich entledigte mich meiner Klamotten und warf sie auf meinen bereits vorhanden Kleiderhaufen vor dem Kleiderschrank. Eine Dusche würde meine Gedanken hoffentlich ordnen. Im Bad stand ein großer Standspiegel, welcher eigentlich sehr hübsch war, doch in diesem Moment kam er mir vor wie mein größter Feind. Ich stand davor und betrachtete mich. Ich sah aus wie immer aber trotzdem hatte sich etwas verändert. Ich wusste nur nicht was. Mein Bauch war immer noch flach und mir war klar, dass das auch noch eine Weile so bleiben würde. Aber konnte ich mich wirklich mit Babybauch sehen? Ich war 19 Jahre alt. Zwar würde ich in ca. 3 Monaten meinen 20sten Geburtstag feiern aber das machte einen auch nicht erwachsener. Ich riss mich von meinem Spiegelbild los und stieg in die Dusche. Das heiße Wasser auf meinem Körper tat gut und meine Laune hob sich beträchtlich. Die bedrückenden Gedanken schob ich in den hintersten Teil meines Gehirnes. Nach einer halben Ewigkeit war ich fertig mit allem und stand bereits in bequemer Unterwäsche vor dem weit geöffneten Kleiderschrank. Ich überlegte was ich sonst noch anziehen könnte als sich plötzlich zwei Arme um mich schlangen und in eine feste Umarmung zogen. Ich roch das Aftershave von Dimitri und fühlte mich einfach nur geborgen. Ich drehte mich um und schlang meine Arme um seinen Nacken und vergrub meine Hände in seinen seidigen Haaren. „Ich wusste nicht, dass du schon entlassen wurdest.“ Ich sagte nichts sondern küsste ihn einfach. Oh Gott, wie sehr ich diesen Mann doch liebte. Ein berauschendes Gefühl ergriff Besitz von mir und mein ganzer Körper fing an zu kribbeln.
„Zieh etwas Schickes an. Ich habe eine Überraschung für dich“, flüsterte er mir in mein Ohr. Wir küssten uns noch einige Minuten weiter.
„Ich sollte mich fertig machen“, flüsterte er, löste sich widerwillig von mir und ging ins Badezimmer. Mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht entschied ich mich für ein langes langärmliches schwarzes Kleid mit einem silbernen Gürtel um die Taille. Ich drehte mir die obere Haarpartie zu einem hohen Dutt und ließ die längen in leichten Wellen über meine Schultern fallen. Als ich mich, zufrieden mit mir, umdrehte sah ich meinen Geliebten, nur mit einem Handtuch um die Hüften, im Türrahmen stehen und mich beobachten. Ich ging sehr langsam auf ihn zu und fragte mit einem neckenden Unterton: „Gefällt dir was du siehst?“ Dimitri zog scharf die Luft ein und überbrückte die noch freie Fläche zwischen uns. „Ja“, kam es mit sehr rauer Stimme von ihm. Er trat direkt vor mich, sodass ich meinen Kopf in den Nacken legen musste und wir sahen uns tief in die Augen. Sein Gesicht kam immer näher und er küsste mich sehr zärtlich und sanft. Als wir uns nach einiger Zeit voneinander lösen sah ich ihn wieder an und biss mir auf die Unterlippe. Er gab mir noch einen Kuss auf die Stirn und zog mich in eine weitere Umarmung.



Hallo meine Lieben und schönen zweiten Advent.
Ich freue mich heute mein sechstes Kapitel posten zu können und hoffe wie immer sehr, dass es euch gefällt. Über Reviews würde ich mich auch sehr freuen.
Eine kurze Ankündigung habe ich noch: nächstes Wochenende wird wahrscheinlich kein Kapitel online kommen. Mit Arbeit (Mo-Fr), einem Geburtstag (Di) und zwei Weihnachtsfeiern von der Arbeit aus (Do und Fr) und der Geburtstagsfeier (Sa und So) bin ich sehr eingespannt und komme nicht zum Schreiben. Ich hoffe auf euer Verständnis und freue mich schon, wenn es weiter geht.

Ganz Liebe Grüße eure sunshine 117
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