After the Fall

von Red-Sky
GeschichteRomanze, Horror / P18
Armin Arlert Eren Jäger Hanji Zoe Levi Ackermann / Rivaille Mikasa Ackerman OC (Own Character)
26.10.2018
24.07.2019
21
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#13: Fight for your Life

Die nächsten Stunden verbrachten wir auf der Autobahn. Wir hatten kein konkretes Ziel vor Augen, außer dass wir so schnell wie möglich aus der Nähe von Trost verschwinden mussten. Es konnte gut sein, dass uns die Militärpolizei verfolgte und daher wollten wir kein Risiko eingehen. Im Augenblick konnten wir es uns nicht einmal leisten, eine Pause einzulegen, auch wenn Levi das dringend gebraucht hätte.

Der Soldat war bereits vor Stunden in einen unruhigen Schlaf gefallen. Sein Kopf lag auf meiner Schulter und ich hatte ihm vorsichtig einen Arm um die Taille gelegt, damit er sich besser an mich lehnen konnte. Weil sein Oberkörper nur mit Verbänden bedeckt war, hatte ich vorhin eine Decke aus dem Kofferraum geholt und über ihn gelegt.

Ich seufzte leise, als er etwas vor sich hinmurmelte und sein Gesicht sich auf schmerzvolle Weise verzog. Hatte er einen Alptraum? Wundern würde es mich nicht, nach allem was er durchgemacht hatte. Als ich ihn behandelt hatte, waren mir die unzähligen Schnittwunden und Blutergüsse sofort aufgefallen. Er hatte durch seine Verletzungen viel Blut verloren und war erst vorhin noch in einem kritischen Zustand gewesen.

Ich machte mir große Sorgen um ihn. Es war schwer ihn so zu sehen. Am liebsten würde ich ihm irgendwie helfen, aber ich hatte bereits alles getan, was in meiner Macht stand. Mit den dürftigen medizinischen Mitteln, die uns hier draußen zur Verfügung standen, konnten wir froh sein, dass wir überhaupt genügend Verbände und Desinfektionsmittel im Auto hatten…

Einige der Schnitte waren tief genug, dass ich sie mit ein paar gezielten Stichen nähen musste. Es hatte mich viele Nerven gekostet, denn es war nicht leicht, die Sache durchzuziehen und gleichzeitig zu wissen, dass ich ihm für den Moment nur noch mehr Schmerzen bereitete. Damit die Wunden richtig verheilten und sich nicht entzündeten, musste es aber leider sein. Ich bewunderte den Soldaten für sein Durchhaltevermögen; selbst nach all dem Mist, den er mitgemacht hatte, war er ruhig und gefasst geblieben. Erst jetzt, wo er schlief, holten ihn die schrecklichen Erlebnisse ein.

Ich schaute in sein Gesicht. Er hatte die Stirn in Falten gelegt, die Ringe unter seinen Augen wirkten dunkler. Ich strich ihm mit meiner Hand sanft über das Haar, dann küsste ich ihn auf die Schläfe. Davon bekam er nichts mit, denn er schien noch in seinem Traum gefangen. Ob ich ihn wecken sollte? Wahrscheinlich nicht, den Schlaf hatte er bitter nötig…

„Seid ihr beide eigentlich zusammen?“, hörte ich plötzlich Connies Stimme sagen und blickte nach vorne. Im Rückspiegel traf ich seinen neugierigen Blick und schüttelte den Kopf.

„Nein, sind wir nicht. Das habe ich euch doch schon gesagt“, antwortete ich, woraufhin Sasha lachte.

„Das sieht für mich aber anders aus“, grinste sie und schaute über die Schulter zu Levi und mir auf die Rückbank.

„Das Gleiche könnte ich euch fragen“, sagte ich und erreichte damit genau das, was ich wollte. Sasha drehte sich ruckartig nach vorne und saß stocksteif in ihrem Autositz, während Connie vor Schreck den Fuß auf die Bremse drückte.

„W-Was?“, stammelte das Mädchen und lief rot an. „W-Wir sind nur Freunde, stimmt’s Connie?“

Er warf ihr einen Blick zu, der fast enttäuscht wirkte, und sagte: „Ja, nur Freunde.“

Diese beiden… wenn sie noch eine Weile so viel Zeit miteinander verbringen mussten, würden sie bald mehr als „Freunde“ sein. Die Chemie zwischen ihnen schien zu stimmen, aber ich hielt meinen Mund, denn ich wollte sie nicht noch mehr in Verlegenheit bringen.  Schmunzelnd schaute ich aus dem Autofenster und hing meinen Gedanken nach.

Wir befanden uns nach wie vor auf der Autobahn. Connie drückte ordentlich aufs Gas, sodass Bäume und Felder schnell an uns vorbeizogen. Mittlerweile war es draußen dunkel geworden, was es schwer machte, viel zu erkennen. Die Scheinwerfer erhellten zwar einen Teil der Straße, doch der größte Teil unserer Umgebung lag im Schatten. Hin und wieder passierten wir Fahrzeuge, die mitten im Weg standen, doch außer uns waren hier draußen glücklicherweise keine anderen Menschen unterwegs. Auch keine Zombies. Die hatten die Gegend auf der Such nach neuen Opfern wohl längst verlassen.

Es verging eine weitere Stunde, in der wir die meiste Zeit über schweigend im Auto saßen. Wir waren alle müde und ich war drauf und dran, Connie zu fragen, ob ich ihn mit dem Fahren ablösen sollte. Er sollte sich nicht überanstrengen. Bevor ich allerdings etwas sagen konnte, warf er mir im Rückspiegel einen sorgenvollen Blick zu.

„Alina? Wir haben ein kleines Problem“, sagte er und biss sich auf die Unterlippe. „Das Benzin ist fast alle.“

„Oh scheiße!“, rief ich entsetzt. Das waren keine guten Nachrichten, ganz und gar nicht.

„Was machen wir jetzt?“ Sasha gefiel der Gedanke nicht, hier draußen zu stranden, aber da war sie nicht die Einzige. Niemand von uns wollte das.

„Laut den Schildern müsste in ein paar Kilometern eine Tankstelle auftauchen. Wir könnten dort Halt machen, aber ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist“, erklärte Connie.

„Es ist definitiv keine gute Idee, aber wir haben keine Wahl. Entweder das oder mitten im Nirgendwo festsitzen“, erwiderte Sasha. In der Dunkelheit war es schwer ihren Gesichtsausdruck auszumachen, doch ich hörte an ihrer Stimme, dass sie angespannt war.

„Im schlimmsten Fall müssen wir uns den Weg freikämpfen. Im besten Fall können wir unbehelligt weiterfahren“, sagte ich und runzelte die Stirn, als mein Blick auf Levi fiel, dessen Kopf auf meiner Schulter lag. Er schlief immer noch und bekam von unserem Problem rein gar nichts mit. Das war vermutlich auch besser so, denn ihm würde unser Plan gehörig gegen den Strich gehen, vor allem jetzt, wo er nicht kämpfen konnte. Er konnte ja kaum stehen. Besorgt seufzte ich.

„Das einzig Gute ist, dass wir hier im Auto noch genug Waffen und Munition haben. Levi hat immer darauf geachtet, dass uns diese Sachen nicht ausgehen.“

„Wo ist das Zeug?“, fragte Sasha.

„Unter deinem und Connies Sitz.“

„Wir werden in ein paar Minuten da sein“, murmelte Connie an mich gewandt. „Wäre es nicht besser, wenn du den Kommandanten aufweckst?“

„Ja, aber er wird nicht gerade begeistert sein von unserem Problem“, seufzte ich und erntete mitleidige Blicke. Die beiden wussten, wie Levi sein konnte, wenn ihm etwas nicht passte.

Ich legte meine Hand auf Levis Wange und strich darüber, bis er ein unwilliges Knurren von sich gab. „Levi, wach auf“, sagte ich und stellte fest, dass er bereits zu blinzeln begann. Müde fuhr er sich über sein Gesicht, allerdings nicht ohne den Mund zu verziehen. Wahrscheinlich tat ihm alles weh.

Er öffnete die Augen und hob langsam den Kopf von meiner Schulter, während er mich fast überrascht anschaute. „Hallo, Dornröschen“, murmelte ich lächelnd. Seine Augen wurden größer und musterten mich. Als er jedoch realisierte, wie ich ihn gerade genannt hatte, verzog er das Gesicht und lehnte sich nach hinten gegen den Autositz.

„Tsk. Etwas Dümmeres ist dir wohl nicht eingefallen“, brummte er säuerlich.

„Ach Levi, sei kein Morgenmuffel“, schmunzelte ich.

„Es ist mitten in der Nacht!“

„Hast du noch Schmerzen?“, wollte ich wissen, ohne auf sein Gemecker einzugehen. Er warf mir einen Blick zu, der so viel sagte wie Ist das dein Ernst?

„Ich fühle mich wie ein Stück Scheiße“, knurrte er. „Was denkst du denn?“

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder mir Sorgen machen sollte, denn diese Antwort war nun wirklich nicht die, die man von jemandem erwarten würde, der ein hochrangiger Soldat war. Aber er war ja auch nicht irgendein Soldat, sondern der mit den meisten Schimpfwörtern im Repertoire.

„Warum hast du mich geweckt?“, fragte er und fixierte mich mit aufmerksamem Blick. Wenigstens konnte ich so gleich zur Sache kommen.

„Wir haben fast kein Benzin mehr und halten gleich an einer Tankstelle an“, erzählte ich knapp. Wie erwartet war er alles andere als begeistert. Er biss die Zähne zusammen und ballte die Hände zu Fäusten. „Scheiß Timing“, knurrte er leise.

„Kannst du laut sagen“, warf Connie ein, der das Auto langsamer werden ließ. Scheinbar waren wir gleich da. „Wo soll ich parken?“

„Am besten nicht direkt bei der Tankstelle. Irgendwo bei der Ausfahrt. Wir wollen ja nicht sämtlich Zombies dort mit dem Motorengeräusch anlocken“, sagte ich. „Ich schlage vor, dass wir zu zweit gehen und einen Kanister füllen.“

„Zu zweit? Ist das dein Ernst?“, zischte Levi.

„Ja! Du kannst offensichtlich nicht mitkommen und einer sollte im Auto bleiben, für den Notfall. Falls wir schnell fliehen müssen, oder es Schwierigkeiten gibt. Du kannst dich in deinem Zustand nicht verteidigen, Levi“, erwiderte ich, wobei meine Stimme zum Ende hin etwas sanfter wurde. Das schien er zu merken, denn er seufzte.

„Wer von uns soll gehen?“, fragte Connie.

„Du solltest am Steuer bleiben. Also Sasha und ich“, meinte ich, und tauschte einen Blick mit der Rekrutin. „Ist das in Ordnung?“

Sie nickte und zog sofort zwei Pistolen und Munition unter dem Sitz hervor. Beide Waffen waren mit Schalldämpfern ausgestattet. Zusätzlich steckte ich mir mein langes Messer in den Gürtel. Levi musterte mich mit zusammengezogenen Augenbrauen und offenem Unwillen. Er hasste es, nicht mitkommen zu können. Es war für ihn das Schlimmste, seine eigenen Freunde ins Ungewisse zu schicken, während er in Sicherheit auf sie wartete und nur hoffen konnte, dass alle in einem Stück wiederkamen.

„Alina, das ist kein guter Plan“, begann er ernst. Ich war kurz davor zu widersprechen, doch sein schwerer Blick ließ mich innehalten. War er etwa… besorgt? „Ihr solltet zu dritt gehen. Ich brauche hier keinen Babysitter… mit einer Knarre kann ich mich gut genug verteidigen und solltet ihr flüchten müssen, werde ich den Wagen fahren.“

„Aber Levi…“, entgegnete ich.

„Tsk. Entweder ihr geht zu dritt oder ihr geht gar nicht.“ Er verschränkte stur die Arme vor der Brust und starrte mir ins Gesicht. Ich sah ihm an, dass er seine Meinung zu diesem Thema nicht mehr ändern würde. Ein Dickkopf, schlimmer als jeder andere. „Wir gehen zu dritt“, sagte Connie, dem es ohnehin nicht gefallen hatte, Sasha nur mit mir als Begleitung dort hinauszuschicken. Er machte sich wohl Sorgen, was eigentlich ganz süß war. Sasha musste ihm viel bedeuten.

Der Jeep hielt unmittelbar vor der Autobahnausfahrt zur Tankstelle an. Ich schnallte mich ab und verließ den Wagen mit Connie und Sasha. Indessen setzte Levi sich hinter das Steuer und lud seine eigene Pistole. Ich holte einen Kanister aus dem Kofferraum, dann verabschiedete ich mich von Levi. „Bis später“, sagte ich und winkte ihm zu. Er nickte halbherzig, schien sich gar nicht wohl bei dem Gedanken zu fühlen, uns allein gehen zu lassen.

Seite an Seite gingen wir die schmale Straße entlang, die still und verlassen da lag. Wir verzichteten fürs Erste darauf, Taschenlampen zu benutzen, da wir nichts und niemanden auf uns aufmerksam machen wollten. Deshalb war das schwache Mondlicht unsere einzige Lichtquelle.

Wir näherten uns den Zapfsäulen der Tankstelle und bis jetzt hatte ich nichts Verdächtiges gesehen. Es war still um uns herum, doch das musste nichts heißen. Ein kühler Luftzug brachte mich zum Frösteln. Ich schlang die Arme um meine Mitte, damit die Kälte der Nacht ein wenig erträglicher war und blieb vor den Zapfsäulen stehen. Connie und Sasha flankierten mich und behielten die Umgebung genauestens im Auge, während ich den Kanister füllte. Das Geräusch, das ich dabei verursachte, war unangenehm laut. Ich spannte mich an, spürte wie ich nervös wurde. Hatte ich gerade ein Knurren gehört? Oder war das bloß Einbildung?

Ich schraubte den Deckel auf den Kanister und erhob mich. Als ich den Blick nach vorne in die Dunkelheit richtete, hörte ich es wieder. Ein metallisches Kratzen. Es klang unerträglich in den Ohren und ich widerstand dem Drang sie zuzuhalten. Connie und Sasha schauten mich an und bedeuteten mir, dass wir rennen würden. Was auch immer da draußen lauerte, es durfte uns nicht in die Finger kriegen.

Ich hob den schweren Kanister hoch und begann zu rennen. Mein Puls erhöhte sich vor Aufregung und Angst. Immer wieder schaute ich mich um, doch es war einfach so verdammt dunkel, dass man nichts erkennen konnte. Das Gebäude der Tankstelle ließen wir rasch hinter uns, doch das metallische Geräusch folgte uns. Es wurde nicht leiser, im Gegenteil.

„Was ist das?“, fragte ich keuchend, während ich meine Beine zwang weiterzurennen. Der schwere Kanister verlangsamte mich, sodass Connie und Sasha ein bisschen Vorsprung hatten. Connie drehte den Kopf und warf einen Blick über die Schulter. Seine Augen fielen auf mich und blieben dann an etwas hängen, das sich hinter mir befand. Er riss geschockt den Mund auf, brachte jedoch kein Wort heraus. Jetzt packte mich die nackte Panik. Was um alles in der Welt war da hinter mir?

Er hob seine Pistole und feuerte ein paar Schüsse, schien aber nicht getroffen zu haben, denn die Furcht in seinem Gesicht wurde größer. „Ich kann es nicht aufhalten! Es ist zu schnell“, stieß er hervor. Es? Was meinte er mit Es? „Wir müssen kämpfen!“

„Scheiße!“, fluchte ich, als Connie und Sasha unvermittelt anhielten und ihre Messer zogen. Ich wäre fast an ihnen vorbeigerannt, ließ aber dann den Kanister fallen und drehte mich um. Ein Schatten schälte sich aus der Dunkelheit und näherte sich uns schnell. Ich hatte einen Zombie erwartet, doch das, was ich da sah, glich eher einem Wesen aus der Hölle. Es bestand nur noch aus Haut und Knochen, hatte keine Augäpfel und keine Haare mehr. Das bisschen Haut, das noch übrig war, spannte sich über die Knochen, sodass sie sich deutlich abhoben. Schwarze Augenhöhlen und zwei kleiner Löcher, wo sich einst die Nase befand, bildeten das Gesicht. Der Mund war aufgerissen und zeigte zwei Reihen scharfer Zähne, die nur darauf warteten, uns zu zerfetzen.

Jetzt sah ich auch endlich, was das Geräusch verursacht hatte. Das Vieh hatte eine lange Metallstange in der Hand, die es beim Rennen auf dem Boden schleifen ließ, sodass Funken sprühten. Es sah beängstigend aus, wie es auf uns zustürmte. Als wäre es der Tod persönlich.

Vor lauter Angst gefror ich für zwei lange Sekunden zu Eis. Ich konnte mich nicht rühren. Der Untote kam immer näher, hatte uns fast erreicht. Er hob die Stange zum Angriff.

Im letzten Moment rollte ich mich aus dem Weg. Ich landete ungeschickt auf meinen Beinen, die unter der unsanften Landung streikten. Sasha feuerte zwei Schüsse, doch als hätte das Monster geahnt, was sie vorhatte, wich es aus, sodass der Angriff seinen Kopf verfehlte.

„Wieso ist das Ding so schlau?“, schrie Connie, dem das Entsetzen ins Gesicht geschrieben stand.

„Keine Ahnung, aber wir müssen weg, bevor noch mehr davon auftauchen!“, rief Sasha, die der Metallstange, die es nach ihr schwang, nur knapp entgehen konnte. Sie stolperte rückwärts und schürfte sich die Ellenbogen auf, als sie über den Beton schlitterte. Der Untote zögerte nicht. Er schien genau zu wissen, dass seine Beute ihm nun unterlegen war. Mit einem gellenden Schrei, der das Blut in meinen Adern gefrieren ließ, stürzte er sich auf sie. Gleichzeitig rammte Connie ihn hart mit der Schulter in die Seite. Der Zombie verlor das Gleichgewicht und schwankte. Dann zuckte sein Kopf herum und fixierte den Jungen, der das Gesicht verzog. „Fuck, fuck, fuck!“, fluchte er, hob seine Pistole. Zitternd zielte er auf den Untoten, der jedem seiner Schüsse mühelos auswich und ihn sofort erreichte.

Ich biss die Zähne zusammen und rannte auf den Zombie zu, der mir den Rücken zugekehrt hatte. Meine Finger schlossen sich um den Griff meines Messers, das ich hervorzog.  Dann holte ich aus, doch der Untote hatte mich bereits bemerkt. Ich verfehlte mein Ziel – seinen Schädel – knapp und versenkte die Klinge stattdessen mitten in seinem Rücken, wo die Wirbelsäule verlief. Er knurrte wütend, woraufhin ich vor Schreck das Messer losließ und rückwärts stolperte. Jetzt hatte ich nur noch die Pistole, um mich zu verteidigen.

„Was jetzt?“, rief Sasha, die langsam die Nerven verlor. Dass dieses Ding so stark war… es war auf einem ganz anderen Level als die übrigen Zombies.

„Keine Ahnung“, brummte Connie entmutigt. Lange konnte dieser Kampf nicht mehr gutgehen. Wir mussten ihn irgendwie beenden. Und ich glaubte eine Idee zu haben.

„Hat jemand von euch Streichhölzer?“, fragte ich, während ich dem ekelhaften Zombie nur um Haaresbreite entging. Er schien mich jetzt, wo ich ihn getroffen hatte, ins Visier genommen zu haben. Das ließ mir kaum eine Möglichkeit zum Angriff überzugehen. Ich war viel zu beschäftigt damit, nicht zu sterben.

„Nein, aber ein Feuerzeug“, rief Sasha zurück, die einen Blick mit Connie tauschte. Ich brauchte ihnen meinen Plan nicht zu verraten, sie schienen von selbst zu wissen, was ich tun wollte. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Connie den Kanister öffnete und sich dem Untoten von hinten näherte. Dieser holte gerade mit seiner Eisenstange aus und versuchte sie mir in den Bauch zu rammen. Schnell ließ ich mich auf den Boden fallen. Keuchend stieß ich mich sofort mit den Händen ab und stand wieder auf den Beinen.

Connie schüttete einen Teil des Benzins im Kanister auf den Zombie, der ein zorniges Knurren hören ließ. Als das brennende Feuerzeug durch die Luft segelte und den Untoten traf, warf ich mich panisch aus seiner Reichweite. Die orangefarbenen Flammen breiteten sich unglaublich schnell aus. Sie fraßen sich durch Haut und Knochen des Zombies. Durch das Benzin loderten sie umso heller. Ich spürte die Hitze des Feuers, sah den gleißend hellen Schein in der Nacht. Man konnte nur noch einen vagen Umriss des Skeletts erkennen, das sich vor Schmerzen wand und gellend laut schrie.

„Gehen wir!“, rief Connie, sammelte den Benzinkanister ein und warf uns ungeduldige Blicke zu. Sasha und ich folgten ihm auf den Fuß. Wir ließen den brennenden Untoten hinter uns zurück. Seine Schreie wurden nicht leiser, doch niemand wagte es sich umzudrehen.

Von der verlassenen Straße sahen wir helle Autoscheinwerfer auf uns zukommen. Das musste Levi sein! Ich sammelte meine letzten Kraftreserven und sprintete den Rest des Weges, bis ich den Jeep erreichte. Er legte eine Vollbremsung hin und hielt mit quietschenden Reifen neben uns an. Hastig ließen wir uns alle drei auf die Rückbank fallen. Sobald die Tür zu war, gab Levi Gas. Er kehrte um, fuhr zurück auf die Autobahn. Der helle Schein des Feuers war noch eine ganze Weile im Rückspiegel zu sehen, ehe er langsam kleiner wurde.

Um Luft ringend saßen wir auf der Rückbank zusammengequetscht. „Wir haben‘s geschafft!“, rief Sasha, der Tränen der Erleichterung in den Augen standen. Sie hielt die Hand hoch und ich gab ihr ein Highfive. Connie klopfte sie auf die Schulter. „Oh ja, das Mistvieh kommt geradewegs in die Hölle“, erwiderte ihr Freund mit einem grimmigen Lächeln. „Dem haben wir’s gezeigt.“

Levi schaute in den Rückspiegel und warf uns allen einen prüfenden Blick zu. „Wieso habt ihr ihn angezündet? Ist überhaupt noch Benzin übrig?“ Er hörte sich nicht gerade gut gelaunt an, aber wer konnte es ihm verdenken? Er hatte keine Ahnung, was wir eben erlebt hatten und natürlich machte es keinen Sinn, das Benzin einfach zu verschwenden, wo wir es doch brauchten.

„Das war kein normaler Zombie. Du hättest ihn sehen sollten, wir wären fast nicht mit ihm fertiggeworden. Er war ungewöhnlich agil und ist unseren Schüssen einfach ausgewichen… er hatte sogar eine Waffe dabei, mit der er uns angegriffen hat“, erzählte ich schaudernd. „Es blieb uns keine andere Wahl, als ihn anzuzünden.“

„Es war gut, dass du auf die Idee gekommen bist“, sagte Sasha leise.

Levi seufzte und legte die Stirn in Falten. Seine Laune verschlechterte sich noch mehr und seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, konnte ich mir bereits denken, was der Auslöser dafür war. Er warf einen mürrischen Blick auf die Tankstandanzeige und hielt den Wagen am Straßenrand an.

„Dann schauen wir mal, wie weit wir mit dem übrigen Benzin noch kommen“, brummte er, und stieg aus.  

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Der Treibstoff reichte aus, um das nächste Dorf zu erreichen, das inmitten eines schönen Tals lag. Es war umgeben von Bergen und Wäldern. Die Menschen, die hier gelebt hatten, waren von der Außenwelt ziemlich gut isoliert gewesen, doch trotzdem waren sie nicht von der Seuche verschont geblieben. Die einstmals schönen Fachwerkhäuser waren teils zerstört worden. Nur ein paar davon waren noch intakt und kamen für uns als Unterschlupf in Frage. Immer wieder sah ich halb verweste Leichen auf der Straße, die offenbar schon eine ganz Weile dort lagen. Nirgendwo gab es ein Lebenszeichen von anderen Menschen und wir kamen zu dem Schluss, dass das Dorf verlassen sein musste. Entweder waren die Bewohner geflohen, oder sie waren tot.

Wir suchten uns ein Haus aus, dessen Türen und Fenster noch ganz waren und parkten das Auto in dessen Hof. Der Garten war verwahrlost, aber was konnte man anderes erwarten? Es war niemand mehr hier, der sich darum kümmerte. Viele Wildblumen blühten im hohen Gras um das Haus und auf der steinernen Treppe, die zur Tür führte, wuchs eine dünne Schicht Moos. Ein paar Schmetterlinge flogen ganz in der Nähe zwischen den Pflanzen hin und her. Wenn ich mich anstrengte, konnte ich sogar den Gesang einiger Vögel in den Bäumen hören.

Auf eine ungewöhnliche Weise war es hier sehr friedlich. Kein schlechter Ort für eine Pause.

Ich war nicht die Einzige mit diesem Gedanken. Sasha lief gerade zwischen den bunten Blumen herum und schaute sich diese interessiert an. Das Lächeln auf ihrem Gesicht brachte mich selbst zum Schmunzeln, sodass ich den anderen fröhlich dabei half, das Auto auszuladen. Wir gingen ins Haus und stellten als allererstes sicher, dass sich kein Zombie darin versteckte. Dann schauten wir uns um und suchten uns aus, in welchen Zimmern wir übernachten würden.

Ich wollte sofort Levis Verbände wechseln und die Heilung der Wunden überprüfen, also zitierte ich den nicht gerade gut gelaunten Soldaten ins Wohnzimmer. Er ließ sich auf der Couch nieder. Jede Bewegung bereitete ihm Schmerzen, das merkte ich, auch wenn er sich Mühe gab es zu verbergen.  

Ich nahm eine Schere, die ich in der Küche gefunden hatte, und schnitt die Verbände an den Armen auf. Darunter kam die von Schnitten übersäte Haut zum Vorschein. Die Verletzungen sahen zwar besser aus als gestern, waren aber noch lange nicht verheilt.

Ich beeilte mich mit dem Wechseln der Verbände, denn der Anblick seiner Wunden tat mir selbst weh. Es sah schmerzhaft aus – ich konnte mir vorstellen was er hatte durchmachen müssen und es gefiel mir kein bisschen. Wenn Levi merkte, was in mir vorging, sagte er zumindest nichts dazu und schaute die ganze Zeit über an die gegenüberliegende Wand des Zimmers. Ich wusste nicht, woran er dachte, aber als ich fertig war, wandte er sich wieder mir zu.

„Danke“, sagte er. Trotz der knappen Bemerkung hörte ich an seiner Stimme, dass er es ernst meinte. Seine grauen Augen blieben an meinem Gesicht hängen, wo sich jetzt ein schmales Lächeln ausbreitete.

„Gern. Sag bitte Bescheid, falls etwas nicht in Ordnung ist. Ich habe auch noch Schmerztabletten im Auto…“, begann ich und brach ab, als er leicht den Kopf schüttelte.

„Mach dir keine Sorgen. In ein, zwei Tagen bin ich wieder fit.“

Ich unterdrückte ein Seufzen. Dieser Mann gönnte sich wirklich keine Pause, nicht einmal jetzt. Ein oder zwei Tage reichten sicher nicht aus, um sich von so einer Tortur zu erholen. Er konnte noch so ein starker Soldat sein, irgendwann musste selbst er sich eingestehen, dass es genug war. Ich bekam allerdings keine Gelegenheit, ihm das zu sagen, denn in diesem Augenblick kamen Sasha und Connie ins Wohnzimmer gelaufen.

„Wir haben im zweiten Stock eines der Schlafzimmer bezogen. Was haltet ihr davon, wenn wir uns langsam um das Mittagessen kümmern?“, fragte Sasha, die sich die Hand auf den Bauch hielt und offensichtlich ziemlich großen Hunger hatte. Ich tauschte einen amüsierten Blick mit Connie, der die Augen verdrehte und etwas vor sich hin murmelte.

„Gute Idee. Was sollen wir denn kochen? Ich schätze auf etwas Warmes müssen wir verzichten“, bemerkte ich und verzog den Mund. Dieses kalte Dosenfutter ging mir auf Dauer auf die Nerven, aber wir mussten nehmen was wir bekommen konnten. Es war nicht leicht, Essen aufzutreiben, das frisch war.

„Nein, müssen wir nicht. In der Küche gibt es einen Gasherd“, meinte Connie, der sich sichtlich darüber freute, etwas Warmes in den Magen zu bekommen.

„Na immerhin“, brummte Levi neben mir. Wahrscheinlich dachte er gerade an eine dampfende Tasse Tee – etwas, das er schon viel zu lange nicht mehr getrunken hatte. Ich erhob mich und lief zur Tür, doch vorher drehte ich mich zu ihm um und grinste ihn an.

„Ich weiß genau was du jetzt denkst. Du kriegst deinen Tee, rühr dich nicht vom Fleck!“, rief ich und sah, dass sich seine Augen überrascht weiteten. Dann breitete sich ein schwaches Lächeln auf seinen Lippen aus.

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Auch die folgenden Tage verbrachten wir an diesem Ort. Er war sicher, völlig verlassen und die ganze Zeit über sahen wir keinen einzigen Zombie. Eine willkommene Abwechslung für uns alle. So hatte Levi Gelegenheit sich zu erholen, auch wenn wir ihn des Öfteren daran erinnern mussten, dass er sich schonen sollte. Es fiel ihm schwer nichts zu tun und abzuwarten. Ich erwischte ihn manchmal dabei, wie er in einem der Zimmer trainierte. Dann musste ich ihm jedes Mal eine Standpauke halten, die er mit genervtem Blick über sich ergehen ließ.

Connie und Sasha verbrachten die meiste Zeit draußen an der frischen Luft. Das Tal, in dem wir uns aufhielten, war idyllisch und die schöne Landschaft lud geradezu dazu ein, nach draußen zu gehen. Vor allem jetzt im Frühling, wo die Wälder wieder grün wurden.

Kurz nach dem Frühstück beschloss ich, ein bisschen nach draußen zu gehen und frische Luft zu schnappen. Ich hatte kein wirkliches Ziel vor Augen, wollte eigentlich bloß ein wenig Abwechslung von dem Haus, in dem wir uns die meiste Zeit über aufhielten. Ich ging auf den Flur und holte meine Jacke, die ich mir überwarf. Dann nahm ich sicherheitshalber eine geladene Pistole, die ich in einer der Taschen verstaute und lief zur Tür. „Ich gehe mal eine Weile raus!“, rief ich in das stille Haus, denn ich hatte keine Ahnung, wo die anderen sich gerade aufhielten.

„Warte!“, hörte ich jemanden rufen und gleich darauf kam Levi zum Vorschein, der offenbar im Wohnzimmer gewesen war. „Ich komme mit.“

„Bist du sicher, dass du…“

„Ja“, sagte er entschlossen und brachte mich mit seinem ernsten, wenn auch dickköpfigen Blick zum Schweigen. „Noch ein Tag in diesem Haus und ich werde wahnsinnig. Ich brauche Abwechslung.“

„Geht mir genauso“, seufzte ich und ging mit ihm hinaus in den Garten. Wir bogen auf einen Weg, der in ein nahegelegenes Waldstück führte. Die Sonne fühlte sich warm auf meinem Gesicht an und der Wind ließ die Bäume über uns sanft rauschen. Ich hörte einige Vögel singen, doch sie hielten sich irgendwo in den Baumkronen versteckt, sodass ich keinen von ihnen sehen konnte.

Ein entspanntes Lächeln legte sich auf mein Gesicht und zum ersten Mal seit einer langen Zeit fühlte ich mich wieder richtig wohl an einem Ort. Am liebsten würde ich für immer hierbleiben, aber ich wusste, dass das auf Dauer nicht funktionieren würde. Früher oder später musste ich mich von diesem Tal mit seiner wunderschönen Natur trennen.

Trotzdem war ich glücklich darüber, dass ich zumindest ein wenig Zeit hier verbringen konnte, auch wenn es nicht lange war. Auf dieser Welt, wo sich ständig alles ändern konnte, musste man sich über die kleinen Dinge freuen und im Jetzt leben. Was auch immer morgen geschehen würde, darüber wollte ich mir im Augenblick keine Gedanken machen.

Levi, der bis jetzt schweigend neben mir hergelaufen war, hatte die Hände in seinen Jackentaschen vergraben und schaute sich mit aufmerksamem Blick um.

„Woran denkst du?“, fragte ich, woraufhin sich seine grauen Augen auf mich richteten.

„Daran, dass ich mich noch eine Weile an diesen Ort erinnern werde. Es ist selten so friedlich wie hier“, antwortete er leise. „Nach allem, was in der letzten Woche geschehen ist, kann ich kaum glauben, dass ein Ort wie dieser überhaupt noch existiert.“ Seine Stimme nahm zum Ende hin einen bitteren Klang an, während er ins Nichts starrte, offensichtlich in einer unschönen Erinnerung versunken.

„Du… meinst die Soldaten in Trost, oder? Sie werden uns nicht mehr folgen, wir haben sie längst hinter uns gelassen.“ Es war ein schwacher Versuch ihn aufzumuntern, und seiner Miene nach zu urteilen, war er nicht sonderlich erfolgreich. Er seufzte leise und schüttelte den Kopf, ehe er seinen stechenden Blick auf mich richtete.

„Sei dir da nicht sicher. Die Militärpolizei ist sehr gut darin, Leute aufzuspüren…“, erklärte er. „Vor allem wenn sie ihre Spezialeinheit schickt. Diese Hunde… es ist unmöglich sich vor ihnen zu verstecken.“

Ein ungutes Gefühl breitete sich in mir aus und ich blieb instinktiv mitten auf dem Waldweg stehen. Mein Kopf richtete sich nach unten. „Das hört sich nicht gut an.“

„Habe ich dir Angst gemacht? Tut mir leid“, murmelte er und ich hörte seine Schritte näherkommen, bis sie vor mir verharrten. Zögerlich hob ich den Kopf und schaute ihm ins Gesicht. Unter seinen Augen lagen Schatten, ein Zeichen, dass er wieder mit seinen Schlafstörungen zu kämpfen hatte. Es wunderte mich nicht, dass sie ihm nach wie vor Probleme bereiteten.

„Nein. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass man nirgendwo mehr sicher ist“, sagte ich und lächelte schief. „Wenn wir uns nicht vor ihnen verstecken können, müssen wir uns ihnen eben entgegenstellen. Wir haben schon so viele Dinge überstanden, warum nicht auch das?“

Für eine Sekunde wirkte er fast überrascht, doch er hatte sich schnell wieder gefasst. Ein kleines Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Sein Anblick ließ Erleichterung in mir aufsteigen.

„Du hast Recht. Mit denen werden wir fertig… schließlich sind sie nicht das Schlimmste, das wir bis jetzt erlebt haben“, sagte er.

„Das hört sich schon besser an, Levi“, lächelte ich und nahm seine Hand, um ihn hinter mir herzuziehen. „Und jetzt ist Schluss mit dem negativen Gerede, wir sollten den schönen Tag genießen!“

Er schmunzelte amüsiert und schloss zu mir auf. Wir liefen tiefer in den Wald. Dabei ließ er meine Hand nicht los.

´*•.¸*•.¸♥¸.•*¸.•*´




Wir kamen erst am frühen Nachmittag zurück zum Haus, wo Connie und Sasha bereits auf uns warteten.

„Ihr habt euch wirklich Zeit gelassen“, sagte die Braunhaarige scheinbar unbekümmert, doch das seltsame Funkeln in ihren Augen zeigte mir, dass sie sich Sorgen gemacht hatte. Etwas schulbewusst lief ich zu ihr in die Küche und stellte mich neben sie an den Herd.

„Tut mir leid, wir waren länger unterwegs als geplant“, erwiderte ich und schaute ihr über die Schulter. Sie war dabei etwas zu kochen und so lecker wie es duftete, lief mir im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser im Mund zusammen. „Was machst du?“

„Eintopf“, grinste sie. „Du weißt es bestimmt noch gar nicht, aber ich komme aus einem kleinen Dorf in der Nähe eines Waldes und mein Vater war Jäger. Er hat mir einiges beigebracht. Connie und ich sind vorhin losgegangen und haben uns darum gekümmert, dass wir endlich wieder etwas kochen können, das nicht aus einer Dose kommt.“

„Wow… das ist ziemlich praktisch!“, sagte ich, während ich mich gegen den Kühlschrank lehnte und sie anerkennend anschaute. Hinter mir hörte ich Connie in die Küche laufen.

„Wo ist der Kommandant?“, fragte er und ich drehte mich zu ihm.

„Er ist nach oben gegangen, als wir zurückgekommen sind“, sagte ich schulterzuckend. „Wieso, wolltest du mit ihm sprechen?“

„N-Naja… Ich wollte bloß wissen, wie lange wir noch hierbleiben werden. Früher oder später müssen wir weiterfahren…“

„Was ist los, Connie? Vermisst du die Zombies etwa schon?“, stichelte Sasha und stemmte die Hände in die Hüften. Ein neckisches Grinsen erschien auf ihren Lippen. Ich schmunzelte, als ich Connies entsetztes Gesicht sah. Er wirkte regelrecht schockiert.

„W-Was?! Nein, natürlich nicht!“

„Gib es zu, du willst nur eine Chance den Kommandanten zu beeindrucken!“, ärgerte Sasha ihn weiter und zu meiner Belustigung erschien ein leichter Rotschimmer auf seinen Wangen. Scheinbar hatte sie ins Schwarze getroffen.

„Eh? Wieso… nein!“

„Ich glaube ihr habt ihn mit der Rettungsaktion vor ein paar Tagen genug beeindruckt“, lachte ich und erntete ungläubige Blicke.

„Bestimmt nicht“, erwiderte Sasha und schüttelte den Kopf.

„Ich kenne ihn mittlerweile gut und ihr könnt mir das ruhig glauben. Er zeigt es vielleicht nicht, aber er respektiert euch.“

„Ja, aber nur solange wir hier alles blitzblank sauber halten…“, murmelte Connie und verdrehte die Augen.

Sasha warf mir einen unauffälligen Blick zu und drehte sich wieder zu ihrem Eintopf um, der auf dem Herd stand und vor sich hin köchelte. Ihr verstohlenes Grinsen bemerkte ich trotzdem. „Ihr kennt euch nicht nur gut… sondern sehr gut. Bist du wirklich sicher, dass da nichts am Laufen ist?“

Jetzt war es an mir, rot zu werden. Ich räusperte mich und wich Connies bohrendem, neugierigen Blick aus, indem ich aus dem nahegelegenen Fenster schaute. „S-Sasha… das ist nicht so wie du denkst“, sagte ich mit seltsam hoch klingender Stimme.

„Wer‘s glaubt wird selig“, flötete die Braunhaarige.

In diesem Augenblick trat ein Schatten in den Türrahmen. Meine Augen weiteten sich, als mein Blick auf Levi fiel. Er musterte mich mit hochgezogener Augenbraue und fragte: „Was ist nicht so wie sie denkt?“

„Dein Timing ist wie immer perfekt“, murmelte ich verzweifelt, woraufhin Sasha und Connie zu lachen begannen.

„Hey, wenn ihr Zeit habt für so einen Mist, habt ihr auch Zeit zum Putzen“, brummte Levi. Das Lachen verstummte sofort.

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Hallo Leute!

Das war vielleicht ein langes Kapitel… hat gedauert, bis alles überarbeitet war. >__<  Ich bin gerade ziemlich müde und hoffe, dass ich keine Tippfehler übersehen habe. :‘D

Ich hoffe es hat euch gefallen! Im nächsten Kapitel wird es ein paar süße Szenen mit Levi und Alina geben. :33

Liebe Grüße
Red-Sky
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