Venom: Eine merkwürdige Schwäche

OneshotHumor, Freundschaft / P12
Venom / Eddie Brock
24.10.2018
24.10.2018
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Das Wichtigste vorweg:
Venom gehört nicht mir!
Alle Rechte gehen an MARVEL und die Produzenten des Filmes!!!

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Hui, meine allererste Venom FF. Leute? Der Film war einfach nur GENIAL!
Nach den Guardians of the Galaxy von nun an mein zweitliebster Marvel Film :)

Ich bin ehrlich: Eigentlich wollte ich sie hier nicht einstellen, da ich sie bis dato nur auf Englisch geschrieben hatte, aber da sie in der englischen Community doch sehr viel positives Feedback erhalten hat, habe ich mich dazu entschlossen sie zu übersetzen und sie nun doch hier einzustellen.

Falls wer Interesse an der englischen Version hat (da die ein bisschen anders ist): https://www.fanfiction.net/s/13100659/1/A-strange-weakness

Und ganz ehrlich? Normalerweile sind mir solche Geschichten etwas unangenehm, aber diese hier nicht. Nicht nach all dem kranken Sche*ß den ich von Eddie und Venom bereits gesehen habe. Ich für meinen Teil schreibe KEINE Pornos! Nur mal so am Rande bemerkt. Also wenn es das ist, was ihr hier sucht, dann geht besser wieder. Das werdet ihr von mir NEMALS lesen! Die beiden sind nur Freunde! Punkt, aus, Ende!

So, allen anderen wünsche ich nun ganz viel Spaß beim Lesen.

Ich würde mich wirklich sehr, sehr, sehr über Feedback in Form eines Kommentars von euch freuen.
Das motiviert ungemein und zeigt mir als Autor, dass ihr ehrliches Interesse an der FF habt und gerne mehr lesen möchtet. Ein Favoriteneintrag kann mir das nicht sagen und ich bezweifle mitlerweile sehr stark, dass meine FFs, wenn sie in irgendwelchen Favoritenlisten landen, überhaupt noch gelesen werden.

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Eine merkwürdige Schwäche


Das Zusammenleben mit einem Symbionten war alles andere als einfach; etwas, was Eddie Brock auf die harte Tour lernen musste. Vom Moment seiner “Infektion“ an, bis hin zum finalen Kampf gegen Riot hatte sich sein Leben drastisch verändert. Nur einige Wochen zuvor hätte er jeden, wirklich jeden, als geistesgestört betitelt, der ihm erzählt hätte, dass es außerirdisches Leben gab und dann noch auf der Erde und nun lebte ein Alien in seinem Körper!

„Hey! Wen nennst du hier einen Alien, Eddie?!“

Venom’s tiefe und dunkle Stimme schnitt wie ein Messer durch seine Gedanken und ließ ihn erschrocken zusammenfahren. Noch immer musste er sich an diese plötzlichen Unterbrechungen seiner Gedanken gewöhnen, was gar nicht mal so einfach war, da sich der Symbiont teilweise in den unpassendsten Augenblicken zu Wort meldete und oft schon hatten ihn die Passanten auf der Straße angesehen, als hätte er den Verstand verloren, als er plötzlich zusammengezuckt war und aufgeschrien hatte. Und auch durfte er nicht vergessen, dass Venom in seinem Kopf war und dementsprechend all seine Gedanken lesen konnte. Sie teilten sich nicht nur einen Körper, sondern auch ihre Gedanken…nun, zumindest konnte Venom seine Gedanken lesen. Eddie hatte auch weiterhin keine Ahnung was im Kopf seines neuen Freundes vorging, da er es nicht schaffte auch in seinen Gedanken zu lesen.

Na toll…

Doch jetzt gerade konnte er einfach nicht anders, als zu grinsen, bei dem leicht genervten Unterton, den er in Venom’s Stimme heraushören konnte. Er wusste, dass der Symbiont es hasste, wenn er ihm komische Kosenamen gab, so wie “Alien“ oder andere gemeine Dinge. Das Wort, welches er am meisten zu hassen schien, war “Parasit“ und Eddie benutzte dieses verfluchte Wort in letzter Zeit etwas zu oft für den Geschmack seines außerirdischen Kumpels, doch es war ihm egal. Selbst, wenn Venom ihm androhte seine Leber oder andere „lecker aussehende Organe“ zu fressen, war es ihm egal. Er wusste, dass all dies nur leere Drohungen waren und so konnte er seinen Freund munter weiter triezen.

Dennoch…er durfte es auch nicht übertreiben, da Venom’s Geduld von kurzer Dauer war und ja, es gab noch diese Tage, an denen der Symbiont ihm Angst einjagen konnte.

Oft schon hatte er sich einfach vor ihm materialisiert und ragte dann wie eine gewaltige Schlange aus seiner Schulter oder seinem Bauch heraus und starrte ihn finster aus diesen großen, weißen Augen aus an und wann immer Eddie auf diese langen, rasiermesserscharfen Reißzähne starrte, die schon so manch einen zerfleischt hatten, zog er es lieber vor seine Zunge zu hüten und sich für die Sticheleien zu entschuldigen und sich lieber wieder um seinen eigenen Kram zu kümmern.

Und da war das zweite Problem: Venom war immer hungrig und brauchte viel, sehr viel, zu essen. Und da Eddie nicht jede Nacht auf eine regelrechte Jagd gehen wollte, in dem Venom der Meinung war, er müsse die Köpfe von schlechten Menschen abbeißen oder gar eine ganze Kuh verschlingen, musste er sich etwas anderes einfallen lassen, wie er das Monster in ihm fütterte, denn seine wohl verdiente Ruhe und allen voran sein normales Leben litten extrem darunter. Und es war auch gar nicht mal so einfach den Symbionten zufrieden zu stellen, denn er fraß viel und Eddie hatte ihm schon oft genug erklären müssen, dass er kein Millionär war. Essen war teuer und er konnte sich nicht jeden Tag Unmengen an Fleisch leisten und so mussten sie auf eine Alternative zurückgreifen, denn Eddie konnte es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren jede Nacht auf die Jagd zu gehen, denn Venom sagte ihm oft, dass ein paar „schlechte Menschen“ oder ein, zwei Kühe auch ausreichen würden. Doch glücklicherweise schien Venom gefallen an Tiefkühlkost gefunden zu haben und er liebte Schokolade über alles. Das war immerhin schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Eddie musste immer noch grinsen, wenn er seinen “Mitbewohner“ dabei beobachtete, wie der sich wieder eine Tafel Schokolade gönnte und Venom verstand nicht so recht, was Eddie daran so urkomisch fand. Menschen waren wirklich seltsame Kreaturen seiner Meinung nach, aber ihm sollte es egal sein, solange Eddie ihm weiterhin all diese Köstlichkeiten vorsetzte. Ja, er fing an diesen Planeten immer mehr zu lieben. Allen voran, da er hier kein „Loser“ war, wie er es Eddie mal erzählt hatte. Nein. Hier auf der Erde, hatten sie alle Angst und Respekt vor ihm und es war genau das, was er wollte!

Doch im Moment war ihm selbst das egal. Er mochte Eddie, mochte es seine Zeit mit ihm zu teilen und noch mehr mochte er es, wenn er ihm all diese leckeren Dinge besorgte. Und wenn er diese nicht bekommen konnte, dann schnappte er sich eben all das, was danach aussah, als könne man es essen. Und Eddie erinnerte sich noch sehr gut daran, wie er einmal auf seiner Couch gelegen und die Tageszeitung gelesen hatte. Venom war auf einmal erschienen und hatte ein Loch in die Mitte der Zeitung gebissen, hatte Eddie dabei so sehr erschreckt, dass es diesen fast von seiner Couch gefegt hätte und knurrend hatte er Venom angefunkelt, als dieser  für einige Sekunden auf der Zeitung herumgekaut und sie danach mit einem angewiderten Gesichtsausdruck ausgespuckt hatte. Auch mochte der Symbiont es, die Dinge zu essen, die Eddie eigentlich für sich gemacht hatte und so kam es nicht selten vor, dass Venom so dreist war und ihm das Essen regelrecht von seinem Teller oder gar aus der Hand stahl. Eddie erinnerte sich noch daran, als er sich einmal eine Tiefkühlpizza in den Ofen geschoben und sich schon darauf gefreut hatte. Als er das erste Stück in seiner Hand gehalten hatte, hatte er gespürt wie ihm etwas in die Schulter piekste und er hatte seinen Kopf gedreht und hatte…nichts gesehen. Nur einen kleinen, schwarzen Tentakel, der schnell wieder verschwand und ehe er sich hatte umdrehen können, hatte Venom ihm auch schon das Stück Pizza aus der Hand stibitzt. Manchmal fraß er auch einfach die komplette Pizza mit einem Happs und grinste, wenn Eddie ihn wütend anfunkelte. Oder an diesem einen Tag, als er Venom dabei erwischt hatte, wie der auf der Fernbedienung für seinen Fernseher herumgekauft hatte. Es war ein langer Kampf gewesen die Fernbedienung wieder aus seinem Maul zu ziehen und er hatte sie danach auch wegwerfen können und musste sich eine neue kaufen. Noch immer verfinsterte sich seine Miene, wenn er daran zurückdachte…

Wenigstens hatte er es irgendwann geschafft Venom zu erklären, dass es einige Dinge in seiner Wohnung gab, die nicht zum Essen da waren und das er gefälligst seine Zähne von diesen Dingen lassen sollte.
     
Und auch heute war wieder einer dieser Tage, in denen Venom ihm in den Ohren lag, dass er gerne neue Dinge ausprobieren wollte und schrecklich Hunger hatte und daher mussten sie auf eine kleine Einkauftour gehen, auf die Eddie aber heute so gar keine Lust hatte. Sein Tag war lang gewesen. Zu lang und alles, was er jetzt tun wollte, war unter die Dusche zu gehen, sich danach in bequeme Kleidung und auf sein Bett zu werfen und…nichts zu machen. Und das war es auch, was er jetzt gerade machte.

Er war gerade aus seiner Dusche gekommen und trocknete sich die kurzen Haare ab. Danach zog er sich seine bequemen Klamotten an, die stark an einen alten, ranzigen Pyjama erinnerten, der auch schon mal bessere Zeiten gesehen hatte (wofür er auch sofort wieder Spott von Venom erhielt, doch er versuchte die dunkle Stimme in seinem Kopf so gut es ging zu ignorieren) und dann warf er sich auf sein Bett, schnappte sich die Fernbedienung, schaltete den Fernseher ein und versuchte sich zu entspannen. Seine wohlverdiente Ruhe dauerte für gerade mal fünf Minuten an, bis Venom sich vor ihm manifestierte und wieder wie diese gigantische Schlange wirkte, die ihn jede Sekunde töten und fressen wollte. Doch er wusste, dass er nichts zu befürchten hatte. Dennoch…an diesen Anblick konnte er sich kaum gewöhnen und noch immer bekam er Gänsehaut davon. Doch er versuchte sich nichts anmerken zu lassen und war sogar so mutig, Venom eine Hand auf den Kopf zu legen und ihn wegzudrücken.

„Komm schon, Kumpel. Du bist im Weg. So kann ich den Fernseher nicht sehen.“

„Wir sind hungrig, Eddie.“

„Oh nein, wir sind nicht hungrig und nun geh aus dem Bild.“

Der Symbiont knurrte, als Eddie versuchte an ihm vorbeizugucken und ihn dabei so gut es ging ignorierte. Wenn es da etwas gab, was Venom noch mehr, als diese dämlichen Kosenamen hasste, dann war es ignoriert zu werden. Und zu allem Überfluss sah es auch so aus, als könne er Eddie heute Abend nicht einschüchtern, denn dem Menschen schien es egal zu sein, als er ihn anknurrte und er rollte sogar seine Augen, als er ihm androhte, einfach ihn zu fressen.

„Wir wissen beide, dass du mich nicht fressen wirst. Wenn ich sterbe, dann stirbst auch du. Hast du mir das nicht mal selbst gesagt?“

„Ja!“

Eddie grinste.

„So ein Pech, was? Und nun sei ein guter Freund und geh mir aus dem Weg. Ich werde uns nachher etwas bestellen, aber für die nächste Stunde würde ich mich gerne ein bisschen entspannen. Du wirst ja wohl nicht innerhalb von einer Stunde verhungern, oder?“

„Nein…“, war die einzige Antwort die er daraufhin bekam und zufrieden mit sich und der Gewissheit, dass er diesen kleinen “Kampf“ für sich entschieden hatte, machte er es sich wieder bequem und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf und kuschelte sich in sein Kissen, welches er an das Kopfende des Bettes gelehnt hatte und er versuchte das TV Programm zu genießen, als Venom wieder verschwand und endlich die Sicht freigab. Aber natürlich musste auch heute wieder nur kompletter Müll im Fernsehen laufen und Eddie merkte, wie das Interesse am heutigen TV Programm schnell verschwand und daher entschied er sich dazu, lieber in der Tageszeitung zu lesen, die neben ihm auf dem kleinen Nachttisch lag. Den Fernseher ließ er laufen, da er wusste, dass Venom hier und da auch gerne mal durch das TV Programm zappte, nachdem er gelernt hatte, dass weder die Fernbedienung noch der Fernseher selbst zum Essen gedacht waren. Und es dauerte auch in der Tat nicht lange, bis Venom wieder da war und sich nun selber durch das Programm schaltete. Dafür benutzte er einen kleinen Tentakel, den er manifestiert hatte und mit dem er vorsichtig die kleinen Knöpfe auf der Fernbedienung drücken konnte.

Eddie musste sein breites Grinsen hinter der Zeitung verstecken, als plötzlich Spongebob’s alberne Stimme an seine Ohren drang und schnell biss er sich auf die Zunge, um seinen Freund nicht wieder zu triezen und sich über ihn lustig zu machen.  

Der große, böse, allesfressende Außerirdische liebte eine Kinderserie. Wie niedlich…

Dieser Gedanke war so lächerlich, dass Eddie schnell den Lachanfall herunterschluckte, der sich in seinem Bauch aufstauen wollte und er zog es vor sich lieber wieder schnell auf seine Zeitung zu konzentrieren, bevor Venom wieder in seinen Gedanken herumschnüffeln konnte. Es dauerte auch nicht lange, bis er seine Umgebung komplett ausblendete, als er sich die verschiedenen Artikeln durchlas und er vergaß sogar den Fakt, dass er sich sein Apartment und seinen Körper mit einer außerirdischen Macht teilte, die gerade dabei war Spongebob Schwammkopf zu gucken und dabei gar nicht mehr so böse wirkte, wie sie aussah…

Und so verstrich Minute um Minute und Venom merkte, wie die Langeweile ihn praktisch auffraß. Selbst das TV Programm fing irgendwann an ihn zu langweiligen und er zappte sich durch die einzelnen Kanäle, die Eddie empfing. Ab und an warf er finstere Blicke zu dem Menschen, der dies jedoch nicht bemerkte, da er sich noch immer hinter diesem dämlichen Stück Papier versteckte. Er wollte etwas tun, wollte diesen Planeten erkunden, wollte etwas essen, doch dafür müsste Eddie erst einmal seinen faulen Hintern aus diesem Bett schwingen, doch es sah nicht danach aus, als würde dies bei Zeiten passieren. Natürlich wäre er in der Lage dazu gewesen, die Kontrolle über Eddie’s Körper zu übernehmen und ihn zu zwingen nach draußen zu gehen, doch er wollte dies nicht tun, denn er wusste das dies nicht gut für ihre Freundschaft sein würde. Er mochte diesen Planten und wollte mehr davon sehen und dafür brauchte er Eddie, denn ohne einen passenden Wirt wäre er hilflos und zum Sterben verdammt. Außerdem mochte er den Journalisten. Allen voran, nach allem, was sie zusammen erlebt hatten. Sie hatten sich im Kampf gegen Riot gegenseitig das Leben gerettet und seitdem war das Band ihrer Freundschaft stärker geworden. Er wollte diese Freundschaft auf gar keinen Fall kaputt machen und so war er gezwungen sich in Geduld zu üben und zu warten, bis Eddie sich bequemte von selbst auf die Idee zu kommen nach draußen zu gehen.

Doch Venom’s Langeweile wurde von Minute zu Minute schlimmer und er entschied sich dazu sich wieder auf das TV Programm zu konzentrieren, in der Hoffnung so ein wenig Zeit totschlagen zu können, doch schnell wechselte er die Sender, als er eine Essenswerbung nach der nächsten sah, was seine Situation nicht gerade besser machte.

Nach einigen weiteren Augenblicken fand er dann endlich einen Film, der ihn zu interessieren schien. Nun ja, mehr oder weniger. Romanzen…blehhhh…

Er folgte dem Film für einige Zeit, doch merkte er, wie das Interesse daran ebenfalls schnell vorüberging und seine Langeweile wie ein Hammerschlag auf ihn niederging. Nur halbherzig schaute er noch hin und war in seinen eigenen Gedanken gefangen, bis…ja, bis eine Szene in dem Film zu sehen war, die seine Neugierde weckte. Fragend legte er seinen Kopf schief, als er die Szene beobachtete, in der der Freund des weiblichen Menschen sie mit irgendetwas bedrohte und sie dabei durch den Raum jagte. Doch dabei wirkte sie mehr fröhlich als ängstlich. Etwas, was Venom nicht verstehen konnte und es wurde nicht gerade besser, als der Typ seine Freundin auf das Bett warf und sie anfing zu lachen, als er sie an ihrem Körper berührte.  Der Symbiont folgte der Szene neugierig und er konnte sich vage daran erinnern, so etwas vorher schon einmal gesehen zu haben. Vor einigen Tagen, als er und Eddie einen Ausflug durch den in der Nähe liegenden Park gemacht hatten und Venom die Menschen durch Eddie’s Augen hatte beobachten können. Er hatte gesehen, wie eine Menschenmutter ihr Junges ebenfalls mit diesen Berührungen zum Lachen gebracht hatte, doch er hatte nicht lange darüber nachgedacht und es beinahe wieder vergessen. Bis…ja, bis jetzt. Und die Neugierde in ihm explodierte beinahe. So etwas hatte er noch nie zuvor gesehen, schon gar nicht in der Welt, aus der er kam, verstand es nicht wirklich, doch es wollte ihn auch nicht mehr loslassen. Vor allem dann nicht, als der weibliche Mensch im Fernsehen anfing ihren Freund um Gnade anzuflehen und ihm versprach alles zu machen, was er von ihr verlangte, wenn er nur mit dem aufhören würde, was er da gerade mit ihr tat.

Interessant…

Ob das auch bei Eddie funktionierte?

Er wusste es nicht, doch dieser Gedanke wollte ihn nicht mehr loslassen; ganz egal wie sehr er auch versuchte sich wieder auf den Film zu konzentrieren, der nach dieser merkwürdigen Szene wieder einen dunkleren Ton aufgelegt hatte. Hier und da warf er einen Blick auf Eddie, der davon jedoch herzlich wenig mitbekam, da er noch immer ganz in seine Zeitung vertieft war und von seiner Umgebung nichts mehr mitzubekommen schien.

Hmm, das hieß doch, dass er nichts bemerken würde, richtig?

Ein breites Grinsen erschien bei diesem Gedanken auf Venom’s Gesicht, welches all seine rasiermesserscharfen Zähne zeigte, als eine Idee in seinem Kopf Gestalt annahm. Eine brillante Idee!

Das wäre die perfekte Gelegenheit dieses neue Wissen direkt auszuprobieren und wer, wenn nicht Eddie wäre der perfekte Kandidat für ein Versuchskaninchen?

Soooo, was hatte der Typ mit seiner Freundin gemacht?

Er hatte sie an bestimmten Körperstellen berührt, richtig?

Venom erinnerte sich daran, dass er ihre Seiten “angegriffen“ hatte.     

Er wartete gar nicht erst länger, manifestierte einen kleinen schwarzen Tentakel und führte diesen in Richtung von Eddie’s linker Seite und strich sanft darüber und es passierte…rein gar nichts. Eddie kratzte sich nur mit einem genervten Murren an seiner Seite, nachdem Venom es noch einmal versuchte hatte, bevor er sich wieder auf seine Zeitung konzentrierte und zur nächsten Seite umblätterte. Und Venom konnte seinen Unmut und seine Enttäuschung kaum verbergen, dass es nicht funktioniert hatte. Doch er würde so schnell nicht aufgeben und so versuchte er es noch einmal und dieses Mal drückte er den Tentakel ein wenig fester in Eddie’s Seite und dieses Mal bekam er auch eine Reaktion, denn der Journalist fuhr zusammen und schrie überrascht auf. Venom zog den Tentakel schnell zurück und ließ ihn wieder verschwinden, als Eddie zu seiner Seite blickte, die Zeitung leicht senkte und dann ihn ansah. Doch der Symbiont sah nicht zurück, tat stattdessen so, als hätte er seine komische Reaktion nicht bemerkt und starrte verbissen auf den Fernseher. Doch innerlich grinste er wie ein Honigkuchenpferd. Es funktionierte. Perfekt!

Er wartete, bis Eddie seine Aufmerksamkeit wieder auf die Zeitung richtete, bevor er eine zweite Attacke startete und dieses Mal zwei Tentakel benutzte; einen für jede Seite. Und Eddie’s Reaktion war unbezahlbar, denn dieses Mal war es ein lautes Quietschen, welches da über seine Lippen drang und er warf vor Schreck die Zeitung von seinem Bett.  

„Hey, V! Was zur Hölle machst du da?!“ knurrte er, doch wenn Venom genauer hinhörte, so meinte er den Hauch eines leisen Lachens in seiner Stimme zu hören und er machte weiter, ließ seine Tentakel sanft, aber effektiv über seine Seiten streichen und dabei genoss er jede noch so kleine Reaktion die er daraufhin bekam. So etwas Seltsames hatte er noch nie gesehen und irgendwie amüsierten ihn Eddie’s Reaktionen ungemein und daher machte er weiter und dachte nicht einmal daran aufzuhören. Warum auch? Menschen waren doch glücklich, wenn sie lachten, oder etwa nicht? Dennoch verwunderte es ihn, dass Eddie nach den beiden Tentakeln griff und versuchte sie von seinem Körper zu drücken und dabei sah er ihn an, als wolle er ihn gleich umbringen. Nur warum?

„V-verdammt! Hör auf damihihit,V! D-das kitzelt!“ beschwerte er sich und er fing an zu kichern, als er es nicht mehr aushielt und Venom hörte sogar auf, schenkte ihm einen so konfusen Blick, den Eddie erneut zum Lachen brachte.

„Was soll das sein?“

Seine Stimme klang so verwundert und sein Blick war es ebenfalls, dass Eddie nur schmunzelnd den Kopf schütteln konnte und er setze sich auf und strich sich dabei seine kurzen Haare zurück.

„Das, was du mit mir gemacht hast. Wir nennen das „Kitzeln“.

„Was ist das? Und wozu ist es gut?“

Okay, das wurde gerade mehr als seltsam…

„Uhm…nun…du berührst jemanden an bestimmten Körperstellen und er fängt an zu lachen, wenn er kitzelig ist.“

Der konfuse Blick auf dem Gesicht des Symbionten zeigte Eddie deutlich, dass er keinen blassen Schimmer von dem hatte, was er ihm da gerade zu erklären versuchte.

„Warum sollte es jemand lustig finden, wenn man ihn berührt? Das verstehe ich nicht.“

„Du musst es auch nicht verstehen. Das ist so eine Menschensache. Es ist unangenehm, also mach es nicht noch mal, okay?“

„Warum ist es unangenehm? Ich dachte ihr Menschen wärt glücklich, wenn ihr lacht?“

Eddie seufzte und strich sich mit den Händen durch das Gesicht. Oh man, wie sollte er das erklären, wenn er es doch selber kaum verstand?

„Es gibt Menschen, die es mögen und dann gibt es Menschen, die es hassen, da es für sie wie eine Art Folter sein kann. Das wurde früher sogar als eine Foltermethode benutzt, weißt du?“

„Wirklich?“

„Ja, wirklich und könnten wir jetzt aufhören darüber zu sprechen? Schau einfach Fernsehen oder schlaf ein bisschen oder mach sonst was. Lass mir doch einfach mal ein bisschen Ruhe. Nur für eine Stunde, okay?“

Er wollte schon wieder nach seiner Zeitung greifen, doch Venom machte ihm da einen gehörigen Strich durch die Rechnung, denn der dachte nicht mal im Traume daran jetzt nachzugeben und ihn in Ruhe zu lassen. Nicht, nachdem er etwas so höchst Interessantes herausgefunden hatte. Er würde mit Sicherheit nicht einfach so tun, als hätte dieses Gespräch zwischen ihnen nie stattgefunden. Oh nein. Und außerdem: Nach allem, was Eddie ihm eben über diese komische Sache erzählt hatte, schien er hier gerade die perfekte Methode gefunden zu haben, den Menschen aus dem Bett zu scheuchen und ihn dazu zu bringen, endlich nach draußen zu gehen. Er hatte schließlich immer noch Hunger!

Noch etwas mehr von dieser Schokolade wäre nicht schlecht. Vor allem, da er die letzte Tafel gestern gegessen hatte…

Er gab Eddie nicht einmal den Hauch einer Chance auch nur in die Nähe seiner heißgeliebten Zeitung zu kommen, als er ihn auch schon wieder attackierte und seine Tentakel erneut in seine Seiten drückte, da diese Stelle doch recht effektiv zu sein schien. Und er wurde auch nicht enttäusch, denn dieses Mal schaffte der Mensch es gar nicht sein Kichern zurückzuhalten und er versuchte die Tentakel erneut von seinem Körper zu drücken.  

„H-hey! Lass das, V!“

„Nein. Wir finden das äußerst unterhaltsam.“

Oh, na super!

Was konnte schlimmer sein, als ein Alien, was gerade eben herausgefunden hatte was Kitzeln war und wofür man es gebrauchen konnte und welches es “äußerst unterhaltsam“ fand ein wenig Zeit damit totzuschlagen?

Genau: Ein Alien, welches in der Lage war seine Gedanken zu lesen und welches finster knurrte, als es dieses verdammte Wort schon wieder hörte!

„Ich bin kein Alien!“ knurrte Venom und Eddie spüre wie das Kitzeln sich zu seinem Leidwesen auch noch verstärkte und wie die Tentakel langsam auf Wanderschaft gingen und sich zu seinen Rippen hocharbeiteten. Doch Eddie presste schnell beide Arme eng gegen seinen Körper und blockierte so den Weg und zeitgleich versuchte er aufzuhören wie ein Huhn zu gackern! Doch natürlich musste sein Kumpel einer von der ganz miesen Sorte sein, denn der grinste nur und manifestierte gleich noch einige Tentakel mehr und nutzte diese, um seine Handgelenke zu packen, seine Arme von seinen Seiten zu entfernen und ihn zeitgleich auf das Bett zu drücken, wo er ihn festhielt und seine Arme dabei über seinen Kopf richtete.

Scheiße! So war er ihm hilflos ausgeliefert!

Bevor er den Mund aufmachen und protestieren konnte, ging die Attacke in die nächste Runde und Eddie hatte das Gefühl gleich aus seiner Haut zu fahren, als der Symbiont sich nun auf seine Rippen konzentrierte. Anscheinend war er ein schneller Lerner, oder aber er experimentierte einfach nur ein bisschen um herauszufinden, wo es am effektivsten wirkte. Dabei achtete er jedoch peinlich genau darauf, keine No-go Bereiche zu überraschreiten, denn Eddie hatte ihm damals eine deutliche Warnung gegeben. Würde er es wagen ihn an diesen Körperstellen zu berühren, er schwor sich, dass er einen Weg finden würde, ihn zu töten. Ein MRT Scan wäre da schon eine gute Möglichkeit…oder ein Flammenwerfer. Und da Venom keinerlei Spaß in seinen Augen gesehen hatte, hatte er ihm versprochen diese Grenzen niemals zu überschreiten und daran hatte er sich auch gehalten und tat es jetzt auch noch. Er hatte nämlich noch nicht vor das Zeitliche zu segnen…

Daher konzentrierte sich Venom lieber wieder auf seine eigentliche Arbeit und er ließ Eddie dabei keine Sekunde aus den Augen, studierte jede noch so kleine Reaktion, jedes noch so kleine Geräusch und wollte so sehen, ob er es richtig machte. Ab und an zuckte Eddie stark zusammen und er zog scharf die Luft ein, was Venom zeigte, dass er den Druck von diesen Stellen nehmen musste, um seinem menschlichen Freund nicht noch einmal wehzutun. Sobald er den Druck weggenommen hatte und wieder sanft über diese Stellen strich, war das breite Grinsen zurück auf Eddie’s Gesicht und das allein spornte ihn an weiterzumachen. Er fand immer mehr Stellen, an denen es hervorragend funktionierte und er konnte nicht anders und schmunzelte selber, als Eddie ein lautes Quietschen von sich gab, als einer der dünnen Tentakel über dieses kleine Stückchen Haut strichen, gleich an der Seite seines Bauches, dort, wo sein Shirt nach oben gerutscht war. Zeitgleich versuchte er zu verstehen, wieso diese Berührungen Eddie zum Lachen brachten, da er hier Stellen “attackierte“ die sonst sehr schmerzempfindlich waren. Lag es vielleicht daran, dass unter der Haut so viele lebenswichtige Organe versteckt waren und diese komischen Reaktionen nur eine Art Abwehrreaktion waren? Aber warum lachte er dann und versuchte gleichzeitig den Berührungen zu entkommen? Er verstand das alles nicht wirklich, doch es war ihm irgendwann auch egal, denn das hier machte unglaublich viel Spaß und er wollte nicht so schnell damit aufhören.  Er konnte Eddie ja später noch einmal danach fragen. Sein Grinsen wurde breiter, als er dem Menschen in das bereits leicht rote Gesicht blickte und wie der immer lauter lachte, desto mehr Stellen er fand. Venom versuchte auch in seinen Gedanken zu lesen, doch diese waren nicht gerade sehr informationsreich, da Eddie gerade nur daran dachte, wie er diesen Tentakeln entkommen und sich befreien konnte. Nun, dann musst er halt weiter experimentieren…

„V! V bitte! H-hör auf! AHH! N-nihihicht! E-es tut mir l-leid d-das ich dich einen A-Alien genannt hahabe! K-komm schon, man! L-lass gut sein!“ schaffte Eddie es durch seinen anhaltenden Lachanfall zu pressen und er fing an sich wie ein Wurm zu winden, als er spürte wie mehr und mehr Tentakel seinen Oberkörper attackierten und wie einige davon unter seinem Shirt verschwanden. Venom schien besonderes Augenmerk auf seinen Bauch und seine Rippen zu legen, da er dort die besten Reaktionen erntete und am liebsten wäre Eddie dabei durch die Decke gesprungen, doch das konnte er ja schlecht. Er konnte nur dort liegen und sich winden und mit seinen Beinen auf die Matratze eintrommeln in einem erbärmlichen Versuch es einigermaßen auszuhalten. Und als er zu seinem Leidwesen auch noch spürte, wie dann auch noch seine Beine festgehalten wurden, konnte er sich auch sehr gut vorstellen, warum das im Mittelalter als Foltermethode eingesetzt wurde…

Anscheinend schien sein außerirdischer Freund seine Gedanken zu lesen, denn als er es schaffte eines seiner Augen zu öffnen und ihn anzusehen, grinste ihn dieser amüsiert ins Gesicht.

„Sieh dich nur an, Ed. Du hast Knochen, die schnell brechen, Haut, die schnell blutet, wenn man sie verletzt und dann erst diese seltsame Schwäche. Ihr Menschen seid wirklich Schwächlinge!“

„H-hey! K-k-kein Grund gleich p-persönlich zu werden d-du verdahahamter P-Parasihihit!“

Und da war es wieder: Das Wort, welches er so sehr hasste!

„Parasit?!“

Ein tiefes Grollen löste sich aus Venom’s Kehle und er attackierte Eddie so energisch, dass dieser laut aufschrie, nur um danach in einem Lachanfall auszubrechen, der jede Hyäne neidisch gemacht hätte…

Und in diesem Augenblick wollte er sich auch gar nicht vorstelle, was sein Nachbar nun dachte, wenn er ihn wie einen Geisteskranken lachen hörte. Aber nun gut, der hatte ja selber immer gehörig viel Krach mit seiner dämlichen E-Gitarre gemacht. Von daher waren sie quitt…

„Verdammter Bastahahahard! H-Hör auf!!“ schaffte er es nach einigen weiteren Augenblicken durch seinen Lachanfall zu pressen und verzweifelt krümmte er sich auf die Seite, doch entkommen konnte er der gemeinen Attacke nicht.

Doch der Symbiont grinste ihm nur gemein ins Gesicht, als er sich über ihn beugte und Eddie ihn durch tränende Augen hindurch ansah.

„Das hast du nun davon, wenn du uns so einen gemeinen Namen gibst!“

Eddie wusste, dass er nur mit ihm spielte und das er nicht wirklich sauer auf ihn war, dass er ihn “Parasit“ oder “Alien“ nannte. Das konnte er an der Art erkennen, wie er ihn angrinste. Auch, wenn das Grinsen leicht bösartig war, so konnte er dennoch auch sehen, wie amüsiert er war und komischerweise brachte ihn diese Gewissheit und die Lächerlichkeit dieser ganzen, bescheuerten Situation nur noch mehr zum Lachen.

Noch immer wand er sich wie ein Wurm unter dieser Behandlung, versuchte zu entkommen, doch egal was er tat, er wusste, dass er niemals entkommen konnte, da Venom an seinen Körper gebunden war.

Großartig…

„O-okay! Okay! Ich nehme es zurühühühck! Ahhh! B-bitte, V! Es tut mir Leid!!“ schaffte er es noch durch seinen Lachanfall zu pressen und ja, so langsam verzweifelt er wirklich.

„Wirklich?“ hörte er den Symbionten fragen und seine Stimme klang höchst amüsiert.

„V-verdahahammt V! Ja! Ja, w-wirklich! Es tut mir Leid!“

Ein Schmunzeln war in seinem Kopf zu hören, bevor der Symbiont antwortete.

„Na gut…Entschuldigung akzeptiert.“

„D-dann hör endlich auf mit diesem Sch-Scheiß!!“

„Wir werden aufhören, aber nur wenn du uns versprichst, dass du uns etwas zu Essen besorgst. Schokolade wäre gut. Wir lieben das.“

„Na gut! Na gut! Ahh! A-alles was du wihihillst! Ich verspreche es! Und jetzt…hör endlich auf damihihiht!“

Heh, das war wirklich einfach…

Beinahe sofort hörte er auf und ließ auch die Tentakel wieder verschwinden und gab Eddie somit frei, der sich auch sofort zu einer Kugel einrollte und die Beine eng an den Körper zog, um sich vor eventuellen weiteren Attacken schützen zu können. Auch, wenn er innerlich wusste, dass das praktisch unmöglich war.

Und selbst Venom konnte sich ein kleines Schmunzeln bei diesem Anblick nicht verkneifen.

Menschen…sie konnten so seltsam sein.

„Was zur Hölle war das bitte, V??“

Der Symbiont grinste ihn beinahe entschuldigend an, als Eddie sich wieder aufsetzte und sich dabei das Shirt wieder nach unten zog und sich die Tränen aus den Augen wischte.

„Wir haben es im Fernsehen gesehen und wollten es an dir ausprobieren.“

Eddie schüttelte den Kopf, als er den Symbionten amüsiert ansah.

„Nun, wenn das der Fall ist dann gibt es in Zukunft kein Fernsehen mehr für dich.“

„Das werden wir ja sehen, Eddie.“

Oh man, was hatte er hier nur angefangen?

Das konnte ja nur nach hinten losgehen.

Regel Nummer eins: Lege dich lieber nicht mit einem parasitären Alien an.

„Parasitärer Alien?!“ hörte er den Symbionten knurren und Eddie wusste, dass er einen Fehler begangen hatte.

Vor allem dann, als er sah, wie sich die Tentakel erneut manifestierten.

Oh Scheiße!

Nicht schon wieder!

Er sollte wirklich langsam mal lernen seine Gedanken unter Kontrolle zu bringen…

Ende
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