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Der Junge mit zwei Gesichtern

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Akashi Seijūro Hayama Kotarō Kise Ryōta Kuroko Tetsuya OC (Own Character)
24.10.2018
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„Mami ich hab Angst!“ beschwerte ich mich bei meiner Mutter und klammerte mich an ihr linkes Bein und schaute mit wässrigen Augen zu ihr auf. Ein sanftes Lächeln zierte ihr Gesicht „Wovor hast du denn solche Angst?“ und hockte sich zu mir runter. „Das ich keine Freunde finde…weil meine Haare so komisch sind.“ antwortete ich traurig. Sanft stricht mir meine Mutter durch mein schneeweißes, schulterlanges Haar „Dein Haar ist etwas ganz besonderes, dafür brauchst du dich nicht zu Schämen. Sie strahlen so schön wie der Schnee.“ munterte Mama mich auf, die die gleiche Haarfarbe hatte wie ich. Sofort strahlte auch ich wieder. „Okay Mami. Ich werde ganz viele Freunde finden.“ lachte ich und verabschiedete mich von bevor ich ins Schulgebäude lief.

Allerdings änderte sich alles innerhalb der ersten Woche. Die Mitschüler machten sich lustig über meine Haare, dass sie unnormal wären, sie zogen an ihnen um die Echtheit zu prüfen oder beleidigten mich. Natürlich erzählte ich meinen Eltern nichts davon, ich wollte sie ja nicht traurig machen. Also entschied ich mich für sie weiter zu Lächeln und so zu tun als würde mir die Schule Spaß machen.

„Aua! Aufhören! Das tut weh!“ flehte ich einen Jungen aus meiner Klasse an, der an meinen Haaren zog und mit seinen Freunden lachte. „Deine Haare sind komisch und überhaupt nicht echt! Die Farbe ist so hässlich!“ grinste er amüsiert und zog weiter. „Ne, lass sie uns einfach abschneiden!“ schlug er vor und holte eine Schere hervor. Panik stieg in mir auf und mein Fluchtinstinkt packte mich „Nein, bitte hört auf!“ flehte ich. Ein stechender Schmerz durchzog meine Kopfhaut, als ich versuchte mich aus seinem Griff zu befreien.

Das öffnen der Tür ließ die Jungs innehalten, als sie sahen wer es war entspannten sie sich etwas. „Akashi! Erschreck uns nicht so, ich dachte du wärst der Sensei!“ beschwerte sich der Junge, der mein Haar immer noch eisern festhielt.

Akashi Seijuro. Er stammte aus einem reichen Elternhaus. Seine Mutter ist genauso freundlich wie meine, sein Vater war richtig gruselig und streng. Akashi hatte immer die besten Noten und spielte meistens Basketball in den Pausen, aber vermied es in Kontakt mit den Mitschülern zu kommen, es sei denn ist für die Schule.
Akashi schaute mich mit desinteressiertem Blick an, während ich schon flehend bat, dass er mir doch bitte half. „Also wo waren wir?“ riss mich der gemeine Junge aus meinen Gedanken, „Ach ja. Wir wollten Friseur spielen.“  grinste er und setzte die Schere an meinen Haare an. „NEIN! Bitte aufhören!“ flehte ich und gab alles um mich aus dem Griff zu befreien. Plötzlich landete jedoch ein Hausschuh im Gesicht des Jungen und vor Schreck ließ er die Schere, sowie meine Haare los. Aus Reflex rannte ich von ihm weg und versteckte mich hinter dem Rothaarigen, der immer noch in der Wurfhaltung verharrte. „Es ist ganz schön unfair Schwächere zu ärgern, vor allem wenn man es als Gruppe tut.“ sagte Akashi gelassen  und stellte sich wieder normal hin. „Teme…! Das wirst du bereuen!“ der Junge hielt sich die Hand vor die Nase, anscheinend blutete sie. „Dann kommt doch her. Aber ich hoffe, ihr wisst über die Konsequenzen Bescheid.“ entgegnete Akashi ruhig. Die Jungs bissen die Zähne zusammen und stürmten an uns vorbei aus den Klassenraum.

Erleichert atmete ich aus. „D-Danke Akashi.“ bedankte ich mich unsicher und strich mir über die schmerzende Stelle am Kopf. „Du brauchst dich nicht bedanken. Ich wollte hier in Ruhe etwas lesen.“ er deutete auf sein Buch in der Hand, „Und die Idioten haben einfach nur gestört.“ Akashi zog seinen Hausschuh an und setzte sich auf seinen Platz, wo er dann das Buch aufschlug. Schweigend beobachtete ich ihn dabei. „Ne Akashi!“ grinsend stellte ich mich neben ihm, „Trotzdem danke, dass du mir geholfen hast.“

Die Tage zogen dahin und ich versuchte immer wieder mich mit Akashi anzufreunden. Er hingegen schien das nicht so zu gefallen und versuchte mich immer mit kalten Worten abzuschrecken, was mich jedoch nicht aufhielt. Der Grund? Akashi passte trotzdem auf mich auf, wenn mich andere Kinder anfingen zu ärgern.
Heute war ein besonderer Tag, Akashi hatte Geburtstag und ich hatte mit meiner Mutter zusammen ein Geschenk gekauft. „Mama, meinst du Akashi freut sich über das Geschenk?“ unsicher schaute ich zu ihr auf. Ihre Haare hatte sie heute zu einem Zopf gemacht. „Bestimmt mein Schatz.“ lächelte sie. Wir verabschiedeten uns am Schultor und ich lief fröhlich ins Klassenzimmer.

Endlich hatten wir Mittagspause! Ich konnte es kaum noch erwarten ihm sein Geschenk zu geben, doch jetzt war ich etwas nervös. Alle Kinder waren nach draußen spielen gegangen, nur der rothaarige Junge blieb an seinem Platz sitzen und las. Vorsichtig näherte ich mich ihm, wobei ich die Tüte fest umklammert hielt. „Ano…Akashi?“ setzte ich vorsichtig an. „Was ist?“ fragte er ohne auch nur von seinem Buch aufzuschauen. „Tanjoubi omedetou gozaimasu!“ nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und hielt ihm die Tüte hin. Sein Blick wich von seinem Buch zu mir und seine Augen waren kurzzeitig vor Überraschung geweitet. Akashi schien kurz zu überlegen, griff dann aber doch nach der Tüte und holte den Inhalt heraus. Das eine Teil war noch schön eingepackt gewesen, während der Basketball eine rote Schleife hatte. Der Rothaarige machte sich daran das Päckchen zu öffnen und zum Vorschein kam ein Trikot mit der Nummer Eins und seinem Namen darauf. Überrascht schaute er zu mir auf, während ich da stand und ihn angrinste. „D-Danke… Hiromoto…“ bedankte er sich verlegen und starrte auf das Trikot. Überrascht schaute ich ihn an, es war das erste Mal, dass er meinen Namen nannte. „Gerne, Akashi-kun!“ grinste ich und lachte etwas dabei.


„Airi! Airi, wach auf!“ eine männliche Stimme weckte mich aus meinem Schlaf. Als ich meine müden Augen aufschlug, blickte ich in leuchtend rote Augen, es waren Akashis Augen. „Sei-chin?“ gähnte ich, „Wie lange habe ich geschlafen?“ und rieb mir die Augen. Schmunzelnd strich Seijuro mir durchs Haar, wir hatten Stundenausfall also hatten wir uns nach oben aufs Dach begeben, er hatte sich entschieden zu lesen während ich ein kleines Nickerchen machte. „Nicht lange. Wir haben noch ein paar Minuten. Aber mal was anderes. Du scheinst gut geträumt zu haben, um was ging es?“ fragte er mich neugierig und spielte mit meinem schneeweißem Haar. Ich genoss seine Berührung und schloss meine Augen, „Ich hab von der Grundschule geträumt…“ seufzte ich. „Der Grundschule?“ verwirrt schaute der Rothaarige mich an. „Ja, von deinem ersten Geburtstag den wir zusammen gefeiert haben.“ lächelte ich verlegen, gähnte und öffnete danach meine Augen. Nur um dann zu sehen, dass auf Sei-chins Wangen eine leichte Röte tanzte. „Ne, Sei-chin?“ langsam setzte ich mich auf. „Hm? Was ist Airi?“ fragte mich Seijuro. „Darf ich…noch länger an deiner Seite bleiben?“ fragte ich vorsichtig und schaute ihn dann an. Seufzend wuschelte der Vizekapitän mir durch die Haare, „Was ist das für eine Frage? Natürlich darfst du das, du musst, sonst bin ich doch ganz allein…“ gestand er mir und zog mich zwischen seine Beine, an seine Brust und kuschelte mit mir.

„Ne, Akashi… Wenn du damals schon gewusst hättest, was auf dich zu kommt, hättest du dann einen anderen Weg eingeschlagen?“
 
 
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