Dream a little dream

GeschichteRomanze, Fantasy / P12
Draco Malfoy Hermine Granger
23.10.2018
14.08.2019
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Das letzte Jahr in Hogwarts. Voldemort war endlich bezwungen, der Aufbau der Schule hatte die Ferien über angedauert und auch wenn Hermine die Chance gehabt hatte einen Beruf als Auror zu ergreifen, so hatte sie sich doch dazu entschlossen wieder dort hin zurück zu kehren, wo die Geschichte begonnen hatte. Sie wollte ihren Abschluss machen, auch wenn dies bedeutete, dass sie diesen ohne ihre besten Freunde Harry und Ron machte. Immerhin hatte sie Ginny an ihrer Seite und auch so manch anderen, der ebenfalls dies als sein letztes Jahr ansah. Doch dass gerade das letzte Schuljahr alles über den Haufen werfen würde, woran sie je geglaubt hatte, hatte sie nicht für möglich gehalten.
Zur Schule zurück zu kehren und das Schloss nach dem Neuaufbau zu betrachten war schon recht eigenartig und dennoch freute sie sich. „Kommst du?“, fragte Ginny, die soeben aus der Kutsche gestiegen war und auch Neville und Luna blieben stehen, um auf die Brünette zu warten. Hermine nickte und schloss zu den Anderen auf. „Ich bin gespannt, wer alles zurück gekehrt ist.“, äußerte sich Neville, blieb aber plötzlich auf dem Treppenabsatz stehen und drehte sich zu Hermine herum. Doch er brauchte nichts sagen, denn auch die Anderen hatten schon längst gesehen, was ihn doch einen gewissen Unmut ins Gesicht zauberte. „Dass man die hier wieder aufgenommen hat.“, stellte Ginny fest und Hermine nickte knapp. Es waren Draco Malfoy und Blaise Zabini, die vor ihnen ins Schloss getreten waren und offenkundig wieder den Unterricht besuchen wollten. Nein, Hermine fand diese Idee nicht gerade prickelnd und doch ließ sie sich davon nicht die Laune verderben. Sie lächelte ihren Freunden zu und beschloss mit ihnen zunächst die große Halle zu betreten, um zu sehen, was Professor McGonagall dazu zu sagen hatte.
In der großen Halle herrschte große Aufregung und wie so oft sprachen alle durcheinander. Auch wenn sich durch den Krieg viele Kluften zwischen den Schülern getrieben hatten, so musste Hermine feststellen, dass sich einige davon wieder geschlossen hatten und manche hatte es sogar näher zusammen gebracht. Trotz der Eröffnungsszeremonie saßen viele Schüler bunt durcheinander. Slytherins, die sich während des Krieges nicht auf Voldemorts Seite geschlagen hatten, saßen bei Ravenclaws und Hufflepuffs. Auch Gryffindors hatten sich an andere Tische gesetzt. Die einzigen, die Hermine allerdings wirklich ins Auge stachen waren drei Slytherins und ein Ravenclaws, die ziemlich abseits von allen anderen saßen.
Die Gruppe setzte sich an den Gryffindortisch und nach und nach, sortierten sich die übrigen Schüler wieder an ihre eigenen Tische. Es folgte der sprechende Hut und teilte die neuen Schüler in ihre Häuser ein.  Das Buffet erschien und die Masse begann zu Essen und sich über ihre Ferien zu unterhalten. Als schließlich die meisten Teller geleert waren, erhob sich McGonagall von ihrem Platz und bat um Ruhe. „Ein neues Jahr hat in Hogwarts begonnen. Während des Krieges mussten wir viele Verluste erleiden und so bitte ich um eine Minute des Schweigens, um der Opfer zu gedenken, bevor wir mit dem üblichen Ablauf fortfahren.“ Die Masse verfiel in Schweigen und manche schlossen sogar die Augen. Erst als McGonagall erneut zu sprechen begann, sahen die Schüler wieder zu den Lehrern hinüber. „Zu Beginn des neun Schuljahres möchte ich Charlie Weasley begrüßen, der sich dazu bereit erklärt hat die Drachenforschung zu pausieren und Verteidigung gegen die dunklen Künste zu lehren.“, erklärte Professor McGonagall und die Menge jubelte, während Charlie sich kurz erhob und in die breite Masse winkte. „Mom hat mir gar nicht gesagt, dass Charlie für dieses Jahr hier ist.“, meinte Ginny in einem etwas enttäuschten Tonfall. Ob Molly vergessen hatte, Ginny davon zu erzählen, war für Hermine kaum vorstellbar. Aber vielleicht war Ginny einfach zu sehr mit Harry abgelenkt gewesen. „Wie sie alle sicherlich bemerkt haben, sind auch einige Schüler hier, die sich während des Krieges Voldemort angeschlossen hatten, doch es soll ihnen versichert sein, dass dies nicht aus freien Stücken der Fall gewesen war. Die Hintergründe für jegliches Handeln zugunsten von Voldemort wurde vom Ministerium geprüft und es wurde versichert, dass jene Schüler wieder bereit für ein Wiedereingliederungsprogramm sind. Es gibt von ihrer Seite nichts zu befürchten. Die Zauberstäbe jener Schüler wurden mit einem speziellen Zauber belegt, sodass schwarzmagische Handlungen erkannt und blockiert werden. Auch hat das Ministerium sie wieder mit einer Spur belegt. Nichts desto trotz werden sie hier in Hogwarts nicht vollkommen ohne Aufsicht sein. Sie stehen unter ständiger Beobachtung von Charlie Weasley und unserer Schulsprecherin Hermine Granger.“ Hermines Augen weitesten sich. Sie hatte zwar gewusst, dass sie Schulsprecherin war, allerdings nicht, dass sie Nanny für einen der Anhänger spielen sollte. Trotzdem musste sie zugeben, dass sie vermutlich auch diese Maßnahme an McGonagalls Stelle gewählt hätte. „Und mit diesen Worten wünsche ich Ihnen viel Freude an einem weiteren Jahr in Hogwarts.“ Die Schüler klatschen, wenn auch etwas verhalten. Sicher das Ministerium hatte sie während der Ferien überprüft, die Frage war allerdings wie gründlich sie da gewesen waren.
Hermine hatte noch eine Weile in dem Gemeinschaftsraum der Gryffindors verbracht, bevor sie schließlich zu den Räumlichkeiten der Schulsprecherin gegangen war. Eigentlich hatten diese Position immer zwei Inne, warum das in diesem Jahr anders war, lag vermutlich daran, dass nicht alle nach Hogwarts zurück gekehrt waren und somit die Häuser deutlich kleiner waren, als in Hermines sechsten Schuljahr.
Ziemlich müde von der Fahrt und dem langen Gespräch mit den anderen Gryffindors, öffnete Hermine die Tür zu ihrem neuen Zimmer. Schulsprecherin zu sein hatte so seine Vorteile. Sie hatte ihre eigenen Räumlichkeiten mit einem kleinen Wohnzimmer, dazu einem Schlafraum und einem kleinen Badezimmer mit Dusche. Besser könnte man es wohl kaum für sein letztes Jahr treffen. Das war zumindest ihr erster Gedanke als sie ihr Zimmer betrat. Bis dahin war auch alles in Ordnung, doch als sie dann sah, wer es sich auf dem Sofa in dem kleinen Wohnzimmer bequem machte, wäre sie am Liebsten wieder Rückwärts raus gegangen. „N’Abend Granger.“, meinte Draco Malfoy knapp, wobei er es noch nicht mal für nötig hielt von seinem Buch auf zu sehen. „Was machst du hier, soweit ich weiß bist du kein Schulsprecher.“ Ihre Tonlage war keinesfalls freundlich und schon jetzt hatte sie ihren Zauberstab in der Hand, um sich notfalls verteidigen zu können, wobei er sich jedoch nicht wirklich bewegte und seinen Zauberstab hatte er auch nicht gezogen, soweit sie es sehen konnte. „Du kannst deinen Zauberstab weg packen. Glaub mir, mir gefällt es genau so wenig wie dir hier zu sein, vorallem weil ich mir deutlich bessere Gesellschaft als dich vorstellen kann. Aber ich will meinen Abschluss, also muss ich wohl mit dieser unangenehmen Gesellschaft vorlieb nehmen.“ Er blätterte auf die nächste Seite, schaute sie allerdings noch immer nicht an. Hermine ließ ihren Zauberstab nicht sinken, runzelte schlicht die Stirn, als sie seinen Worten lauschte. „Was soll das heißen, Malfoy?“, fragte sie nach, wobei er nun doch das Buch zuschlug und genervt seufzte. „Bei Merlin, hat Weaselby so auf dich abgefärbt. Ich hab ja mal gehört, dass Leute die zusammen sind, sich irgendwann intellektuell angleichen, aber das es dich gleich so viel dümmer macht.“ Nun richtete Hermine ihren Zauberstab auf seinen Kopf und zischte nur ein „Vorsicht“, während sich der Blonde von seinem Platz erhob. „Okay, also nochmal so dass du es verstehst. Ich soll hier unter gebracht werden, damit du ein Auge auf mich haben kannst. Anordnung unserer Schulleitung, weil ich – im Gegensatz zu den Anderen – als potentiell gefährlicher eingestuft werde.“ Er leierte die Erklärung wie einen auswendig gelernten Text runter, bevor er sich umdrehte und auf eine Tür zuging, welches wohl sein Zimmer war. „Ich, von einer wie ihr beaufsichtigt, lächerlich.“, murmelte Draco nur noch und Hermine ließ den Zauberstab sinken. Dass ihnen beiden das Ganze nicht schmeckte war mehr als offensichtlich, doch konnte Hermine durchaus nachvollziehen, weshalb McGonagall das Ganze so handhabt. Soweit sie wusste, war Draco der Einzige, der das dunkle Mal entgegen genommen hatte und somit war er wohl wirklich potentiell gefährlicher, als die Anderen. Charlie hatte bestimmt keine Zeit ihn die ganze Zeit im Auge zu behalten. Ärgerlich war es trotzdem.
Hermine hatte sich umgezogen und die Zähne geputzt, bevor sie sich mit einem Buch auf das Sofa setzte, die Decke, die sich darauf befunden hatte über ihre Beine zog und schließlich zu lesen begann.

„Warum wohnst du mit Malfoy zusammen, aber nicht mit mir.“, meckerte sie Ron an, wobei Draco nur mit den Schultern zuckte. „Wenigstens bin ich intelligenter als du und lesen kann ich auch.“, zog dieser ihn auf, wobei Hermine die ganze Zeit versuchte Ron zu erklären, dass dieses Zusammenleben bestimmt nicht freiwillig war. Anschließend kam auch noch Victor Krum hinzu und verschränkt die Arme vor seiner trainierten Brust. „Ich will auch mit Hermine zusammen wohnen.“, beschwerte er sich und die Brünette, hatte langsam zu viel. Sie hatte genug von diesem Streit und da kam ihr die zart rosafarbene Tür auf der verschiedene Buchzitate in schnörkeliger Schrift standen gerade gelegen. Sie ergriff die Klinke und trat hinaus in einen Flur. „Eigenartig… Ich muss wohl träumen.“, merkte sie an und sah sich auf dem Flur um, auf dem sie nun gelandet war. Auf diesem Flur gab es noch viele andere Türen, die alle sehr individuell wirkten und soweit Hermine gucken konnte, zweigten noch mehrere Flure von dem ab, auf dem sie sich gerade befand. Sie brauchte nicht nach zu sehen, um fest zu stellen, dass es dort noch mehr Türen gab. Sie beschloss die fremde Gegend zu erkunden und wanderte eine Weile umher, versuchte sich dabei allerdings zu merken von wo sie gekommen war.
Als sie eine der Abzweigung nahm, sah sie beinahe am Ende des Flures Blaise Zabini, der zusammen mit der Ravenclaw eine weiße Tür passierte. Hermine beschloss näher heran zu gehen, nachdem sie sich sicher sein konnte, dass die Beiden verschwunden waren. Ihre natürliche Neugierde wurde geweckt und sie wollte unbedingt wissen, was ihr Unbewusstes hier versuchte ihr mit zu teilen. Sie trat näher an die weiße Tür heran und konnte auf weißem Marmor feine Einritzungen mit grüner Farbe entdecken, welche Schlangen darstellten. Ungefähr in der Mitte war ein Zitat zu lesen: „Be all my sins remembered“ las Hermine und erkannte das Zitat aus Hamlet wieder. Hermine staunte nicht schlecht und ging schließlich auf die Tür zu, wollte gerade die Klinke herunter drücken, als sich diese schließlich in eine Schlange wandelte und sie aus gelben Augen ansah. Etwas verwundert trat Hermine einen Schritt zurück und musterte das Tier, bevor es doch tatsächlich sein Maul öffnete, um mit ihr zu sprechen. „Was steckt hinter allem Besonderem?“, zischte sie Hermine zu, wobei die Brünette etwas verwundert dreinschaute. Ein Rätsel? Nun gut, die Brünette mochte Rätsel, aber warum ihr Traum ihr nun ein Rätsel aufgab, wusste sie beim besten Willen nicht. Wahrscheinlich wäre jeder Andere spätestens jetzt umgekehrt um die Sache auf sich beruhen zu lassen, allerdings wollte sie nur zu gern wissen, was sich hinter dieser Tür verbarg und so überlegte sie eine ganze Zeit. „Etwas Tragisches.“, sagte sie schließlich und die Schlange nickte, bevor sie sich wieder in den Türknauf wandelte und Hermine endlich eintreten konnte.
Anders als erwartet, landete Hermine nicht wieder im Korridor, sondern befand sich in einem Wald und etwas sagte ihr, dass es der verbotene Wald sein musste. Sie folgte eine ganze Weile einem Pfad, bis sie schließlich eine Lichtung ausmachen konnte, auf der viele Kerzen die Dunkelheit verdrängten. Im Kreis sitzend, konnte sie drei Gestalten ausfindig machen. Draco, Blaise und die Ravenclaw, die sie heute Abend bei ihnen gesehen hatte. Vorsichtig pirschte sie sich näher heran, doch konnte leider noch immer keine Stimmen hören. Was taten sie hier mitten im verbotenen Wald? Hermine fiel wieder ein, dass sie sich in ihrem Traum befand und im Traum konnte man schließlich alles mögliche sein, weshalb sie sich in ihren Kater Krummbein wandelte und einen Baum hinauf kletterte, von dem ein dicker, schwerer Ast genau über die Köpfe der drei Personen ragte. Vorsichtig schlich sie sich an dem Ast entlang und konnte nun auch endlich die Stimmen der Drei verstehen. „Bringen wir das endlich hinter uns, ich möchte heute noch etwas schlafen.“, gähnte Blaise, wobei Draco nur mit den Augen rollte. „Pass lieber auf, was du sagst, immerhin stecken wir nur wegen dir in diesem Schlamassel!“ Blaise rollte mit den Augen und breitete ein Buch vor sich aus. „Trotzdem haben wir alle damit angefangen.“, nahm ihn die Ravenclaw in Schutz und Draco schnaubte nur leicht verächtlich. Nun erkannte Hermine sie auch endlich. Es handelte sich um Morag McDougal, die zusammen mit ihr eingeschult wurde. Warum sie ausgerechnet mit Draco und Blaise herum hing, konnte Hermine nicht verstehen und sie fragte sich zudem, was ihr Unbewusstes damit wieder sagen wollte.  Immerhin war ihr Morag nie groß aufgefallen und persönlich mit ihr gesprochen hatte sie all die Jahre nicht. Aber nun gut, vielleicht würde sie irgendwann, wenn sie aufwachte, ihren Traum analysieren können.
Blaise räusperte sich und begann schließlich irgendwelche lateinischen Begriffe aus dem Buch zu lesen. Nach einem kurzen Moment stimmten die andern Beiden immer wieder mit ein und so viel Hermine verstand, wollten sie eine Widergutmachung für irgend etwas und brauchten jemand Neuen in ihrer Mitte, um alles auszuführen. Sicher Hermine konnte viele verschiedene Zauber auf Latein, aber leider verstand sie auch nicht alles, was Blaise vor sich hinrief. Sie beugte sich etwas weiter hinab, um das Geschehen noch näher betrachten zu können und genau in diesem Moment brach der Ast unter ihr und statt Krummbein, wurde sie wieder zu Hermine und landete genau in der Mitte dieser Zusammenkunft. „Granger?“, fragte Blaise etwas erstaunt und Draco seufzte genervt auf. „‘Tschuldigung, muss an mir liegen.“, erklärte er und Morag und Blaise schauten verwundert zwischen Hermine und Draco hin und her. „Ihr wisst doch, dass ich gesondert untergebracht werde und nun ja, diese Sonderung ist leider bei Granger in den Schulsprecherräumlichkeiten. Ätzend kann ich euch sagen. Wahrscheinlich träume ich jetzt schon von ihr, meine normalen Albträume reichen mir ja nicht schon.“ Während Morag aufseufzte und Draco mit einem doch etwas Mitleidigen Blick betrachtete, musterte Blaise Hermine. „Vielleicht ist Granger ja auch die Antwort.“, erklärte er nur und Draco wollte schon wieder etwas sagen, doch da fiel ihm Hermine ins Wort. „Ihr merkt schon, dass ich anwesend bin? Was treibt ihr überhaupt hier?“ Sie deutete auf ihre Umgebung und stemmte anschließend die Hände ihn die Hüften, nachdem sie sich erhoben hatte. Draco blickte die Brünette an und machte eine Handbewegung. „Das geht dich nichts an und jetzt verschwinde.“, entgegnete er und tatsächlich verschwand sie. 

Etwas irritiert über ihren merkwürdigen Traum, wachte Hermine auf und blickte auf die Uhr. Sie hatte noch einiges an Zeit und konnte sich nochmals schlafen legen. An ihren Traum erinnerte sie sich noch lebhaft und trotz dass sie schon einige Stunden geschlafen hatte, fühlte sie sich noch immer müde, was sie allerdings auf das Sofa schob. Vielleicht war es doch besser, wenn sie ins eigene Bett ging. So warf sie die Decke zurück und lief etwas schwermütig in ihr Zimmer, um sich anschließend dort in ihr Bett zu legen und schlief einige Zeit später wieder ein.
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