Soul2Soul

von Iphigenia
GeschichteRomanze, Übernatürlich / P16 Slash
23.10.2018
26.05.2019
18
20584
2
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Dieses Kapitel
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Ich habe es tatsächlich geschafft, noch ein Kapitel vor Neujahr zu schreiben, also wünsche ich nochals einen guten Rutsch!

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Suga

Die nächste Vorlesung beginnt in Kürze und ich bin noch keinen Schritt weiter. Ich muss Hoseok sehen, um ihn einschätzen zu können und der studiert Medizin, was bedeutet, dass seine Vorlesungen anders gelegt sind als unsere. Ihn jetzt zu suchen ist also Zeitverschwendung. Und ihn zufällig zu treffen ist unglaublich unwahrscheinlich. Ich glaube nicht an Schicksal, nur an den Tod. Also schlendere ich langsam hinter Jimin her, der inzwischen endlich seine Klappe hält, und schaue mich ein wenig um. Die Uni befindet sich mitten in einer Parkanlage mit systematisch gepflanzten Bäumen und Bänke unter ihnen. Auf einen von diesen Bänken sitzt ein schwarzhaariges Mädchen mit schwarzen Kopfhörern auf und ebenso schwarzen Klamotten und starrt in den Himmel. Sie weckt meine Aufmerksamkeit. Etwas an ihr… Ist seltsam. Und das sind weder ihre Erscheinung, noch die Tatsache, dass sie zu schlafen scheint. Es ist ihre Aura. Ich bleibe stehen und betrachte das Mädchen genauer. Eine ähnlich starke Aura wie Jimin, tatsächlich fühlen sie sich fast gleich an und doch… Ist bei ihr diese Nuance von etwas anderem dabei, das ich nicht genau identifizieren kann. Als ob sie mein Starren bemerkt hätte, hebt das Mädchen ihren Kopf und sieht direkt in meine Augen. Das erste was mir auffällt: Sie ist schön. Übernatürlich schön. Ich bin mir ziemlich sicher, sie bemerkt meine Aura genauso wie ich ihre. Keiner von uns senkt den Blick, bis eine Hand auf meiner Schulter mich auffahren lässt. Es ist Jimin. „Yo, ich will ja nicht deine Träume oder so zerstören, aber schlag dir die aus dem Kopf“, sagt er und nickt mit dem Kopf auf die besetzte Bank. Das Mädchen senkt desinteressiert ihren Blick, als wäre nichts gewesen. „Warum?“, frage ich. Jimin zuckt mit den Schultern. „Sie studiert Medizin, weißt du? Und trotzdem sehe ich sie immer nur draußen am entspannen. Ich kenne niemanden, der ihr nahe steht und auch niemanden, der jemals mehr als zwei Worte mit ihr gewechselt hat“ Klingt nach mir. „Ich kenne nicht mal ihren vollen Namen“, fährt Jimin fort, „Und ich kenne jeden hier bei Vor-und Nachnamen“

„Du kennst meinen Nachnamen nicht“

„Min Yoongi, natürlich kenne ich den“ Ruckartig drehe ich mich zu Jimin, der mich amüsiert anlächelt und mir mit meinem Ausweis vor der Nase rumwedelt. Vermaledeiter Bastard einer Hure. Ich bring ihn um! Spätestens in sechs Monaten. Schnell greife ich nach meinem Eigentum und Dank meiner übernatürlichen Reflexe kriege ich es auch zu fassen. Er muss mir den Ausweis aus meiner Jackentasche geklaut haben, als ich mich auf das merkwürdige Mädchen konzentriert habe. „Woah, dafür, dass du dich wie ein alter Opa verhältst, kannst du dich ziemlich schnell bewegen“ Haha. Ich kann doch keINE SECHS MONATE MIT DEM ZUSAMMEN AUSHALTEN!! Warum ich? Warum ich, Herr Tod? Das mit dem anderen Auftrag tut mir ehrlich Leid, aber bitte, lass mich hier weg!

Natürlich bekomme ich keine Antwort. Ich halte mich etwas zurück und gebe nur bissig einen Kommentar in Richtung Jimin ab. Dieser macht daraufhin große Augen und quietscht eine Entschuldigung. Zufrieden nicke ich leicht. Ich sehe noch einmal zur Bank, doch das Mädchen ist weg. Wahrscheinlich war ihr unsere Anwesenheit zu viel. Zumindest wäre es mir das. „Hoseok, hier!“, durchbricht JImin dann die Stille. Suchend lasse ich meinen Blick zum Gebäude schweifen. Gerade kommt ein schlanker Typ um die Ecke und in der Sekunde, in der sich unsere Blicke treffen, bleibt die Welt kurz stehen und ich realisiere, dass ich echt am Arsch bin.

Auch der Typ bleibt eine Sekunde stehen, um dann doppelt so schnell auf uns zu zulaufen. Schützend stellt er sich halb vor Jimin. Dieser scheint die Spannung in der Luft jedoch nicht zu bemerken und stellt uns einander vor: „Yoongi, das ist Hoseok, mein bester Freund. Und Hoseok, das ist Yoongi, der Typ aus dem 24h-Laden“  Hoseok schenkt mir einen misstrauischen Blick, den ich gerne erwidere. „Der, der dich bedroht hat?“, hakt er nach. Jimin lächelt verlegen. „Jain. So schlimm ist er nicht. Wirklich, du brauchst dir-… Was tust du?“ Protestierend versucht sich Jimin Gehör zu verschaffen, doch Hoseok schiebt ihn komplett hinter sich und wir sehen uns einfach nur an. Jeweils darauf bedacht, die Gefahr einzuschätzen, die der andere darstellt. Eine Weile passiert nichts. Sogar Jimin ist still geworden. Ich habe keine Lust, Hoseok wütend zu machen, wer weiß, was er mit meiner Seele anstellen könnte. Darauf kann ich getrost verzichten, Danke. Das scheint er dann auch irgendwann zu merken, denn seine Abwehrhaltung lässt er langsam sinken. Seine Aura ist dennoch sehr aktiv und ich kann es ihm nicht mal verübeln. Aber sie bereitet mir Kopfschmerzen. „Ähm… Kennt ihr euch?“, fragt Jimin vorsichtig, nachdem sich die Lage mehr oder weniger (eher weniger) beruhigt hat. „Nein“, sage ich ruhig. „Wieso seid ihr euch dann so… feindlich gegenüber?“ Darauf kann ich nicht antworten. Wie es aussieht, hat Jimin keine Ahnung von übernatürlichen Phänomenen und es ist nicht meine Aufgabe, ihm das zu erklären. Aber auch Hoseok äußert sich mit Schweigen. Und irgendwie wundert mich das. Offensichtich beschützt er Jimin und wenn ich das richtig verstehe, ist er der Grund, warum Jimin nicht stirbt. Aber bis dahin müsste Jimin doch schon öfters Bekanntschaft mit jeglichen Kreaturen der Schattenwelt gemacht haben, oder nicht? Ich wette Hoseoks Aura wittern sie kilometerweit. Ich hätte ihn wahrscheinlich auch schon früher bemerkt, wäre ich aufmerksam gewesen. So ein Fehler darf mir nicht noch einmal passieren.

Hoseok sieht mich immer noch an, auch, als er endlich seinen Mund aufmacht. „Jimin, geh schon mal vor… Yoongi und ich haben noch etwas zu besprechen“ Angesprochener zögert zunächst etwas, hinterfragt die Forderung jedoch nicht und geht auf die Ecke zu, von der Hoseok gekommen ist. Er wirft mir noch einen besorgten Blick zu, dann ist er weg. Ich frage mich, was in ihm vorgeht. Doch ich sollte mich besser auf das Problem vor mir konzentrieren. Sein Erscheinen könnte, nein, wird den Lauf der Dinge unweigerlich verändern und ich weiß nicht, welche Rolle ich in diesem Spiel haben werde, und es gefällt mir nicht. Sicher ist, dass der Tod mir etwas Wichtiges verschwiegen hat. „Wir müssen reden“ Hoseoks Worte holen mich zurück in die Realität. „Das denke ich auch“, gebe ich bedächtig von mir.
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