Soul2Soul

von Iphigenia
GeschichteRomanze, Übernatürlich / P16 Slash
23.10.2018
26.05.2019
18
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*kriecht aus einer dunklen Ecke hervor*

Ich lebe noch. Betonung auf noch. Da ich jetzt mit den meisten Klausuren durch bin, die Hausaufgaben gestern gemacht  und sonst keine Hobbies habe, habe ich es tatsächlich geschafft, ein Kapitel zu schreiben.

Ich hoffe, irgendjemand liest das hier überhaupt noch XD
Na ja, jedenfalls viel Spaß beim Lesen~


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Jimin

Wenn mir bald mal nicht jemand erklärt, was hier abgeht, raste ich wirklich aus. Was denkt Yoongi sich eigentlich?! Einfach so abzuhauen. Und Hoseok ist auch nicht da. Alleine und angepisst komme ich Zuhause an. Ich schmeiße meinen Rucksack in die Ecke und werfe mich mit dem Gesicht zuerst aufs Sofa. So bleibe ich liegen, bis die Luft knapp wird. Schmollend drehe ich meinen Kopf zur Seite. Warum will mir niemand etwas sagen? Ich wusste bis heute ja nicht mal, dass Taehyung eine weibliche beste Freundin hat, die ich nebenbei nicht ausstehen kann.

Mein Handy fängt an zu klingeln. Am liebsten würde ich es ignorieren, wer wagt es denn schon, meine Schmollphase zu unterbrechen? Aber es ist schon nervig. Lustlos richte ich mich mehr oder weniger auf und greife nach der Geräuschquelle. Ich achte nicht mal auf den Anrufer, als ich rangehe. „Hallo?“, grummele ich in den Hörer. „Hey, Jimin!“, flötet eine hohe Stimme zurück, die ich nur zu gut kenne. Es ist meine Schwester. Oh bitte lass es nichts Ernstes sein. „Was gibt’s?“ Ich vernehme ein Kichern im Hintergrund. „Gute Neuigkeiten“ Mit einem Ächzen setzte ich mich komplett auf, dieses halb liegen, halb sitzen ist unbequem. „Und was?“, frage ich. „Stell dir vor-…“ Sejin wird von einer männlichen Stimme unterbrochen. Ihrem Freund. Wieder kichert sie. „Ja, okay, also Jiminie, komm einfach her, klar? Es ist eine Überraschung“ Wenn ich eines mehr hasse, als Hoseoks verdammte Naturheilmittel, dann ist es Geheimnistuerei. Es reicht schon, dass scheinbar jeder meiner Freunde ein dunkles Geheimnis hat, dann muss meine Familie das nicht nachmachen. Ein etwas enttäuschtes ‚Okay‘ verlässt meine Lippen, dann lege ich auf. Ich gehe nicht gern nach Hause, aber so wie ich Sejin kenne, hätte sie so lange auf mich eingeredet, bis ich mich heulend bei ihr entschuldigt und freiwillig meinen Arsch in die Gefahrenzone bewegt hätte. Alles schon passiert.

Allerdings… Wenn ich so drüber nachdenke, habe ich sowieso keine Lust meinen Mitbewohner zu sehen, also könnte ich durchaus für eine Weile abhauen. Zumindest bis er besorgt mindestens 10 Mal angerufen und vier Sprachnachrichten hinterlassen hat, in denen er fast eine Panikattacke bekommt, während er mich verzweifelt fragt, wo ich denn stecke. Ja, das ist eine angemessene Strafe.

Ich schnappe mir meine Schlüssel, als mein Blick an dem Tattoo hängen bleibt, das dort eindeutig nichts zu suchen hat. Wie ist das dahin gekommen?! Könnte mir mal das mal jemand erklären? Irgendjemand? Nein? Weil warum sollte man Jimin irgendetwas erklären? Wird vollkommen überbewertet. NICHT!

Wütend lasse ich das Mal auf meiner ursprünglich mal makellosen Haut unter dem Ärmel verschwinden. Er darf es auf keinen Fall sehen. Ich will nicht sterben. Nicht, bis ich weiß, was hier abgeht. Die Tür fällt laut ins Schloss und ich stürme das Treppenhaus hinunter. Die Nachbarn können mich mal kreuzweise. Sind eh alle taub.

„Oh, guten Tag, Herr Park“, grüßt mich eine alte Dame im Flur. „Guten Tag, Frau Kim“, gebe ich höflich zurück und verbeuge mich leicht. Die muss ja nicht wissen, was ich denke.

-

Ich habe das Gefühl, heute ist die U-Bahn besonders überfüllt. Vielleicht ist es eine Warnung, dass ich doch nicht gehen sollte. Auch sehe ich wieder den Mann mit roten Augen. Das kann doch kein Zufall sein! Oder ich werde einfach senil. Bin ich da nicht zu jung für? Egal.

Vor der Haustür bleibe ich stehen. Ich bin nervös, mein Herz schlägt leicht schneller und meine Hände schwitzen. Sanft, fast vorsichtig, drücke ich auf die Klingel neben dem Namenschild ‚Park‘. Kurz darauf wird die Tür geöffnet und meine Schwester steht vor mir. Sie grinst mich an. Die Nervosität fällt von mir ab und ich grinse zurück. Ich bin froh, dass sie wieder lächeln kann. Das ging unerwartet schnell. Wir umarmen uns kurz, dann gehen wir zusammen in die Küche. „Was ist denn jetzt los?“, erkundige ich mich neugierig. Doch Sejin schüttelt den Kopf. „Mama kommt gleich auch zurück. Bis dahin musst du warten“ Ich ziehe einen Schmollmund. „Das zieht nicht mehr, Jimin. Du bist keine fünf mehr“ Beleidigt betrachte ich die Blumenvase auf dem Tisch. „Kommt er auch?“, frage ich nach einer Weile. Sejins Mundwinkel zucken für einen Moment nach unten. „Ja… Er wohnt hier, weiß du? Bist du deswegen nicht gegangen?“ Sie ist ernsthaft noch sauer deswegen. Eigentlich kann ich sie verstehen. Ich habe nie genau gesagt, warum ich so plötzlich weg wollte. Wahrscheinlich ist das besser. Schließlich hält er sie über Wasser. Innerlich lache ich kurz auf. Ich bin auch nicht besser als meine Freunde.

Die erdrückende Stille wird durch ein Klacken der Haustüre unterbrochen. Sejin springt auf. „Das werden sie sein, warte hier“ Und weg ist sie. Ich kann hören, wie sie unsere Mutter freudig begrüßt. Die Stimmen werden lauter. Meine Mutter kommt lächelnd in den Raum, doch als sie mich sieht, gefriert es auf ihrem Gesicht, bevor es noch breiter wird. „Jimin!“, ruft sie glücklich und stürmt auf mich zu. Ich erwidere die feste Umarmung. „Hallo, Eomma“, sage ich leise. Unsere Beziehung ist etwas kompliziert. Sie muss sehr enttäuscht gewesen sein und trotzdem ist sie immer für mich da. Sie ist eine starke Frau. Sie hat Sejin mit gerade 18 Jahren bekommen und  hat Sejin und mich fast allein großgezogen, bis mein Vater, wie ich ihn immer genannt habe, gekommen ist und uns ein besseres Leben ermöglicht hat. Doch dann ist er plötzlich erkrankt und gestorben. Danach kam er.

Wir lösen uns voneinander. Hinter meiner Mutter kommt eine große Gestalt zum Vorschein, der ich normalerweise so gut wie es möglich ist, aus dem Weg gehe. Zumindest, nachdem was alles passiert ist. Am Anfang habe ich wirklich versucht, ihn zu mögen. Er blickt mich warnend an, sagt aber nichts. Ich senke den Blick.

„Was wolltest du uns denn sagen, Schatz?“, richtete sich Eomma an Sejin. „Wenn sogar Jimin hier ist, muss es ja wichtig sein“ Sejin nickt bestätigend. Ihr Freund setzt sich neben sie und legt einen Arm um ihre Hüfte. „Also, ich…“ Auf einmal wirkt sie unsicher. Sie holt einmal tief Luft. „Ich bin wieder schwanger“ Eomma betrachtet sie kurz, schließlich nimmt sie Sejins Hände in ihre. „Das ist doch toll!“, meint sie enthusiastisch. Unsicher beobachte ich meine Schwester. Sicher, sie hat sich immer ein Kind gewünscht, aber so kurz nach dem Vorfall? Doch scheinbar teilt sie meine Zweifel. „Eomma, ich weiß, aber ich habe Angst, dass…“ Sie fängt an zu weinen. Ihr Freund nimmt sie in den Arm. „Guck mich an, ich habe schon die typischen Stimmungsschwankungen“, lacht sie schniefend. „Ich habe einfach Angst, dass es genauso endet wie mit So-Min“

Ich stehe auf, um ihr ein Taschentuch zu reichen und sie ebenfalls tröstend einen Arm um die Schulter zu legen. Eomma hält weiterhin ihre Hände fest. „Schau mal, Sejin. Schlimme Dinge passieren, ob du willst oder nicht, du kannst nichts daran ändern. Und das ist schmerzhaft. Aber wir können nicht in der Vergangenheit leben. Es ist merkwürdig, aber glaube mir, manche Menschen weigern sich über ihre Trauer hinweg zu kommen, weil sie denken, dass sie ihre Verstorbenen sonst vergessen. Das ist Schwachsinn. Und ich wette, So-Min hätte gewollt, dass du glücklich wirst. Aber das bedeutet, Risiken auf sich zu nehmen, ansonsten wirst du niemals aus diesem emotionalen Loch kommen, verstehst du? Ich möchte für dich, dass du dich traust, diesem Kind genauso viel Liebe zu schenken wie So-Min“

Sejin weint weiterhin, nickt jedoch. Ich sehe zwischen den beiden hin und her. Eomma weiß immer, wie man Leute beruhigt. Ich wünschte bloß, sie würde auf ihre eigenen Ratschläge hören.

Später, als es draußen schon dunkel ist, verabschiede ich mich. Ich drücke Sejin und Eomma kurz und will durch die Tür, als ich aufgehalten werde. Er packt meine Schulter und kommt meinem Ohr näher. „Wag es ja nicht, dich wieder hier blicken zu lassen. Glaub ja nicht, ich hätte dein kleines Tattoo nicht gesehen“, warnt er mich leise. Eine Schauer läuft mir über den Rücken. Ich werde vor die Tür geschoben und ich stehe alleine in der Dunkelheit. Ich weiß wieder, warum ich mich von diesem Haus fernhalte. Seufzend mache ich mich auf den Rückweg. In der Bahn stöpsel ich mir Kopfhörer in die Ohren und starre auf mein Handy.

11 Anrufe in Abwesenheit

Ich erschrecke mich kurz, als es wieder klingelt. Automatisch schleicht sich ein Grinsen auf mein Gesicht, als ich abnehme. Den habe ich vollkommen vergessen.
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