Soul2Soul

von Iphigenia
GeschichteRomanze, Übernatürlich / P16 Slash
23.10.2018
10.03.2019
16
18769
2
Alle
7 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
Also, wer hat Lust auf eine schulische Tragödie? Das war meine erste Woche. Schule tritt mir richtig hart in den Hintern, wenn ich denke, ich habe es unter Kontrolle.
Freizeit? Was ist das? Schlaf? Nie von gehört. Motivation? Ideen? Schreibflow? Kenne ich nicht. Und im Grunde bin ich einfach nur müde..

Ich werde wahrscheinlich nur einmal die Woche updaten, wenn überhaupt. Tut mir Leid :/
Trotzdem hoffe ich, dass ihr weiterhin Spaß an dieser Story habt!


- - - - - - - - -

Taehyung

„Jin-Hyung!“, sage ich erfreut. Mein Cousin lässt sich nur ab und zu blicken und wenn, dann in geschlossener Gesellschaft. Es überrascht mich nicht, dass er uns hier besucht. Er nickt uns beiden einmal zu, dann lässt er seinen Blick kritisch über die Einrichtung wandern. „Kann man hier drauf auch schlafen?“, fragt er und beäugt das Schlafsofa, auf dem er sitzt. „Tu es nicht!“, warne ich ihn, doch es ist zu spät. „Ist ja zum Ausfahren!“ Er lacht eine seiner Scheibenwischer-Lachen, die so typisch für ihn sind. Ich presse meine Lippen aufeinander. Wenn ich jetzt lache, fühlt er sich nur bestätigt in seinem Humor und macht weiter. „Du alterst nicht gut“, wirft Ye-ji ein. „Ich altere gar nicht“, kontert Jin. „Deswegen bleibst du ja mental bei deinen sechs Jahren“ Unberührt wirft sich Ye-ji auf den großen, tarnfarbenden Sessel. Lachend stupse ich sie in die Seite. Jin sieht nicht erfreut aus. „Was hast du gesagt? Ich zeig dir mal, wer hier noch in Windeln scheißt!“ Ich kann nicht anders, als über ihn zu lachen. Seine ganze Art ist einfach lustig. Wie er sich über jeden kleinen Kommentar aufregt und in die Defensive geht. Göttlich. Aber man darf ihn niemals richtig wütend machen. Gerade hat er noch gute Laune. Einmal war er so wütend, da hat er neben einer Schimpftirade auch ein Buch nach seinem damaligen Krankenpfleger geworfen. Ich werde dieses Bild niemals aus meinem Kopf kriegen. Danach hat der Krankenpfleger sich geweigert, Jins Zimmer noch einmal zu betreten. Jin war das nur Recht.

„Was machst du hier?“ Gekonnt lenke ich vom Thema ab. Jin zuckt mit den Achseln. „Mir war langweilig. Ich kann nichts machen, das regt mich so auf!“, jammert er. Ich tausche einen kurzen Blick mit Ye-ji aus. „Wir arbeiten dran“, erwidert sie. „Merk‘ ich nichts von“ Mit Wucht lasse ich mich neben meinen Cousin fallen. „Es ist schwierig“ Und schwierig ist es, ihn zu beruhigen. Aber wir werden ihm auf jeden Fall helfen.

Jungkook

Ich sitze mit Suga in unserer neuen Küche und versuche, mich zu verteidigen. „Aber Hyung! Er war super nett und er hat mir sogar den Kakao spendiert!“ Suga schüttelt fassungslos mit dem Kopf. „Da lässt man dich einmal alleine und du spazierst mit fremden Menschen durch die Stadt. Ich versuche meinen Job zu machen und auch wenn ich es gern würde, kann ich nicht mehr 24/7 auf dich aufpassen! Zeig etwas Verantwortung“ Ich beiße mir auf die Lippe. Tatsächlich fühle ich mich schlecht. Ich wollte doch nur meinen Auftrag finden. Doch nicht mal das habe ich geschafft. Betretendes Schweigen erfüllt die Küche. Wir essen schweigend, wir machen den Abwasch, auch schweigend, wir liegen auf dem Sofa, tun nichts, und schweigen. Irgendwann habe ich das Bedürfnis, die tickende Wanduhr von der Wand zu reißen, das Glas zu zerstören, die Zeiger einzeln raus zu brechen und den erbärmlichen Rest geradewegs in die Unterwelt zu schmeißen.

„Tut mir Leid, Hyung“, murmele ich also. Suga zieht einen Kopfhörer aus seinem Ohr. „Was hast du gesagt?“, fragt er ernst. „Es tut mir Leid!“, wiederhole ich lauter. „Was?“ Ich unterdrücke einen Fluch. Er hat ganz genau verstanden, was ich gesagt habe. So ein elendiger ---

„Jungkook. Ich will nur, dass du weißt, dass das hier kein Spaß ist und dein Leben davon abhängt. Nimm es ernst. Wer ist dein Auftrag überhaupt?“

Auf meinem Gesicht breitet sich ein Lächeln aus. Inzwischen kenne ich Suga ziemlich gut und auch wenn seine Worte hart wirken, steckt dahinter Sorge. Das sieht man an seinen Augen, die mich prüfend mustern, ob seine Worte auch angekommen sind, an dem betont unbeteiligten Tonfall, den er benutzt, um zu beweisen, dass ihn das eigentlich gar nicht interessiert und daran, dass seine Arme verschränkt sind. All dies hat mich Monate gekostet, um es herauszufinden und ich würde den Teufel tun, ihm diese Angewohnheiten unter die Nase zu reiben. Er würde nur versuchen, sich diese abzugewöhnen.

„Warum grinst du so dämlich?“ Sugas Tonfall wechselt zu misstrauisch. „Nichts. Hier“ Ich strecke ihm mein iPad entgegen. Keine zwei Sekunden später runzelt er die Stirn. „Herzlichen Glückwunsch“, kommentiert er und drückt mir die Elektronik wieder in die Hand. „Wieso?“, frage ich verunsichert. „Ich habe das Gefühl, wir werden doch zusammen arbeiten müssen“ Im ersten Moment bin ich glücklich, ich habe gehofft, seine Hilfe zu bekommen, doch bei seinen nächsten Worten werde ich stutzig. „Wir stecken tief in der Scheiße. Sehr tief“ Sie sind nur genuschelt, kaum zu vernehmen und eindeutig nicht für meine Ohren bestimmt, aber sie lösen eine große Unsicherheit in mir aus. Wovor hat er Angst? Ich spüre sie deutlich, die Angst. Sie strömt durch seinen Körper und hinterlässt eine ekelhafte Ungewissheit. „Hyung?“ Vorsichtig stupse ich ihn in die Seite. Sofort schaut er auf. „Hast du seine Nummer?“ Etwas verwirrt betrachte ich mein Gegenüber. Die Angst ist plötzlich weg. „Taehyungs?“, frage ich.

„Ja“

„Ja, habe ich“

Suga nickt. „Ich denke, es ist ganz gut, wenn du ihn näher kennen lernst“ Hat er nicht eben noch gesagt, ich soll mich auf meinen Auftrag konzentrieren? Ich verstehe ihn einfach nicht. „Okay“, gebe ich von mir und greife nach meinem Handy.

Hey :)
Hier ist Jeongguk, von heute morgen! Hast du Lust,
dich nochmal mit mir zu treffen?
Review schreiben
'