Soul2Soul

von Iphigenia
GeschichteRomanze, Übernatürlich / P16 Slash
23.10.2018
26.05.2019
18
20584
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Heyhey! Da ich noch Ferien habe und mir sicher bin, dass ich während der Schulzeit nicht so oft zum Schreiben kommen werde, schreibe ich jetzt so viel wie möglich. Ab nächster Woche werden Updates dann wahrscheinlich seltener werden. Sorry :(
Ich werde mir Mühe geben, ich kann aber nichts verprechen.

Aber der Gedanke an Schule macht mich traurig, also hier zum Positiven:
Schon fast 700 Aufrufe und 11 Favos!1!!!1!1! Wth. Danke!! (auch an die Review-Schreiber, es macht mich glücklich, dass ihr das hier unterstützt ;))

Bis dann ~ Iphigenia


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Taehyung

„Jetzt warte doch!“, hechele ich und verlangsame meine Schritte. Ye-Ji dreht sich nicht mal um. Dieses Mädchen. „Du wirst auch immer antisozialer“, kommentiere ich trocken, obwohl ich ihre abweisende Haltung gegenüber Fremden kenne. „Ich hasse Menschen“ Ich lache leicht. „Du bist selber einer!“ Endlich schaut sie mich an. „Genau das ist das Problem“ Damit ist das Thema für sie erledigt. Ich warte. Wir gehen über die nächste Ampel und biegen in eine ruhigere Seitenstraße ab. Ich warte weiter. „Also, wer ist Jeongguk?“ Ich grinse breit und fange an zu erzählen:  „Ich war auf dem Weg ins Studio und da kommt mir dieser Junge entgegen und er hat so verwirrt geguckt, da habe ich ihn angesprochen“ Ich unterbreche mich selbst, um Luft zu holen. „Er hat die Uni gesucht“, fahre ich fort, „Ich habe ihm gesagt, ich kann ihn hinbringen, wenn er wartet, bis ich meine Schicht beendet habe. Hat er gemacht. Und dann sind wir zusammen noch zu Starbucks gegangen und dann hat er plötzlich gesagt, dass er los muss, aber-…“ Ich will weiter reden, aber Ye-ji hält mich mit einer erhobenen Hand davon ab. „Lass mich raten, du hast seine Nummer bekommen“ An ihrem Grinsen erkenne ich, dass sie mich durchschaut hat. Ich nicke. „Du solltest öfters lächeln“, bemerke ich. Als Antwort bekomme ich ein verächtliches Schnauben. „Wie oft hast du mir das jetzt schon gesagt?“, fragt sie mit einem Hauch von Spott. „Zu oft“ Resigniert seufze ich. Ye-jis Haare fallen ihr über die Schulter und verdecken ihr Gesicht. Automatisch schiebe ich sie zurück hinter ihr Ohr. Sie lässt mich machen. „Deine Haare sind lang geworden“, meine ich grübelnd. „Soll ich sie mir schneiden? Immerhin hängen die schon an meiner Hüfte…“ Ebenfalls überlegend dreht sie eine Strähne zwischen ihren Fingern. Plötzlich bleibt sie stehen. „Spürst du das?“, fragt sie. Ihr Blick sucht systematisch die Gegend ab. Sofort spanne ich mich an. „Nein“, antworte ich. Ich konnte sie noch nie spüren. „Siehst du es?“ Ye-ji bedeutet mir leise zu sein. Sie war schon immer gut darin, Monster zu entdecken. Und sie war auch schon immer diejenige, die mich vor ihnen beschützt. Oder warnt. Sie greift nach meinem Arm und wir rennen los. Durch die vielen versteckten Seitengässchen, das Ziel: Die Hauptstraße, wo viele Menschen sind. Hinter mir höre ich ein unheimliches Schnarren. Hat sich da gerade ein Schatten bewegt?! Ich renne schneller und ziehe Ye-ji hinter mir her. „Rechts!“, keucht sie und ich biege rechts ab. Wir sind wieder auf der Hauptstraße. Zitternd hole ich Luft und versuche, meinen Herzschlag zu beruhigen. Der Adrenalinkick, den ich immer bekomme, ebbt ab. Langsam gehen wir weiter durch die Menschenmassen. „Sag mal“, fängt Ye-ji an. „Hm?“, mache ich noch immer erschöpft. „Sind in den letzten drei Wochen nicht ungewöhnlich viele Monster hinter uns her?“ Ich denke nach. Was ist denn normal? Vielleicht ein oder zwei in der Woche. In letzter Zeit sind es etwa… sieben bis acht. Manchmal zwei täglich. „Ja. Schon irgendwie“

„Ist irgendetwas Ungewöhnliches passiert?“

„Nein… Nicht, dass ich wüsste“

Schweigend gehen wir nebeneinander. „Ich hab‘ Jimin kennen gelernt“, sage ich stirnrunzelnd, „Aber das ist ja wohl nicht ausschlaggebend“ Ich bekomme einen intensiven Seitenblick. Unter Umständen hätte ich das nicht sagen dürfen. „Hey, sei bitte nett zu Jimin“, füge ich schnell an. „Er ist echt in Ordnung“ Ye-ji holt tief Luft. Das ist kein gutes Zeichen. „Du erwartest also von mir, nett zu dem Typ zu sein, der eine komische Aura hat, Monster anlockt wie Licht Motten und dich in Gefahr bringt?“ Aus ihrem Mund klingt alles immer so negativ. „Ja?“ Ye-ji schüttelt mit dem Kopf. „Dir ist nichts mehr zu helfen, Tae“ Immerhin widerspricht sie nicht. Das ist ein Anfang.

Nach weiteren zwanzig Minuten, in welchen wir mit Bus und Bahn in die äußeren Stadtteile fahren, haben wir unser Ziel erreicht. Eine alte, abgesperrte Bahnstation, mit heruntergekommenen Waggons und allem. Das ist wahrscheinlich ziemlich Klischee, aber Ye-ji und ich haben irgendwann einen Waggon aufgebrochen und ihn zu unserem kleinen Rückzugsort gemacht. Es ist das so ziemlich sicher einzig Illegale, was ich je gemacht habe und o boi – hatte ich am Anfang Angst, von der Polizei entdeckt zu werden. Allerdings kommt hier niemand hin, außer ein paar Junkies, die aber meistens zu high sind, um uns irgendwie zu stören. Die Polizeistreife fängt erst nach der Absperrung an, wo die Gleise entlangführen, die noch in Gebrauch sind.

Da man normalerweise von einer Erhöhung in den Zug steigt (die trotzdem oft noch ein, zwei Stufen haben), müssen wir ein bisschen klettern, um hinein zu kommen. Doch das erhöht den Sicherheitsfaktor. Drinnen stehen Möbel aus meiner und Dads alter Wohnung. Wir sind umgezogen und ja – ich habe ihm erzählt, was Ye-ji und ich vorhatten. Ich bin froh, dass ich das getan habe, denn er hat uns unterstützt, uns die alten Möbel überlassen und uns ein bisschen Geld für Farbe gegeben. Er meinte er wäre froh, dass ich endlich mal etwas Spannendes tun würde. Insgeheim glaube ich, er war froh, einen Grund zu haben, neue Ausstattung zu kaufen. Jedenfalls hat es ewig gedauert, bis wir die Möbel alle abgebaut, durch die erhöhte Tür gebracht und drinnen wieder aufgebaut hatten. Inzwischen haben wir sogar einen Mikrowellenherd hier rumstehen. Wir haben zwar keine Toilette, aber dafür gibt es ja die Büsche.

Ich mache eine Räuberleiter für Ye-ji, damit sie die Tür aufschließen kann. Dann reicht sie mir die Hand, ich ergreife sie, stemme einen Fuß gegen die Wand und drücke mich mit dem anderen hoch. Gequetscht stehen wir im Eingang. „Ladies first!“, sage ich und lasse meiner langjährigen Freundin Vortritt. Als ich knapp hinter ihr den Raum betrete, fällt mein Blick auf den jungen Mann, der auf dem ausziehbaren Sofa sitzt und uns gelangweilt ansieht. Er macht keine Anstalten, aufzustehen und uns zu begrüßen.

„Da seid ihr ja endlich!“, brummt er.
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