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Live aus dem Keller!

von Animiribi
Kurzbeschreibung
GeschichteHumor, Parodie / P12 / Gen
22.10.2018
23.02.2020
16
13.464
56
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Dieses Kapitel
11 Reviews
 
 
22.10.2018 525
 
ACHTUNG! Das hier ist selbstverständlich ernst gemeint und absolut satirefrei. Natürlich bekommen wir alle zwei Tage Nahrung!!! (Bitte hau mich nicht, Spooky :D)
Gezeichnet: Katla
~~~

Kellertagebuch, Tag 3.065, Stunde 6

Seit Minuten schon sitzen wir in der Dunkelheit. Unser wertes Oberhaupt Spooky hat es nämlich nicht geschafft ihre Stromrechnung zu bezahlen. Das ist insofern fatal, dass wir nun alle unsere Zeichnungen auf Papier bringen müssen. Schrecklich, da eine Zeichnung auf Papier schlecht auf Computer zu übertragen ist. Es ist so furchtbar zeitaufwendig.
Die Schüssel mit den versprochenen Keksen steht hinter schusssicherem Glas in der Mitte unseres Kerkers. Wir würden alles tun, um eine dieser unsagbar kostbaren Leckereien zu erhaschen. Alles.
Hiro hat es vorhin mit einer Brechzange versucht, erfolglos. Davor Minha mit Dynamit und davor noch Eiki mit einem Flammenwerfer. Alles sinnlos. Es gibt nur einen Schlüssel dazu und der wird vor dem gefürchteten dunklen Lord persönlich aufbewahrt.
„Wasser“, krächzt es irgendwo aus der Ecke. Ja, wahrlich bescheuerte Zustände. Es flackert kurz und dann ist das Licht wieder da. Grüner Schimmelpilz (wir haben ihn liebevoll „Patrick“ getauft, da wir in besonderen einsamen Stunden zu ihm sprechen) wuchert an der Wand. Durch das Licht strahlt er in einem sonderbaren Glanz. Anscheinend war der Strom doch nicht wertvoller, als die gesparte Zeit.
Das Eisengitter über unseren Köpfen knirscht, als es angehoben wird. Unisono heben die Zeichner die Köpfe. Nahrung? Ein neuer Zeichner? Nahrung? Kekse? Bitte lass es Kekse sein.
Nein, es ist nur ein Päckchen mit neuen Wunschänderungen. Formate, Fandoms und anderes bescheuertes Zeug, von dem wir schon jetzt mehr als genug herumfliegen haben.
Das Päckchen öffnet sich in der Luft und lässt einen Regen von Papier auf uns niedergehen. Ein Zettel landet vor meinen Füßen und ich hebe ihn umständlich auf. Ist schwerer als es klingt mit einem Zeichentablet auf dem Schoß. Es ist eine Liste von TV-Serien. Mit einem tiefen Seufzen lege ich den Zettel neben mich.
Ach, waren das noch lebenswerte Tage, als wir alle jung und ahnungslos eine nach dem anderen in diesen Keller spazierten … okay, eigentlich ist es ein Loch in der Erde. Mit Gitter. Und wir sind reingefallen.
Man beachte, dass ausschließlich weibliche Wesen in diesem Keller festgehalten werden (mit Ausnahme von Patrick, dem Schimmelpilz, aber das ist eine eigene Geschichte die mit viel Alkohol und übermäßigem Verzehr von Keksen zu tun hattet …). Dies kommt daher, dass wir einfach sehr vertrauensselig hinter Spooky hergelaufen sind, als sie sagte, sie hätte Kekse für uns. Dumm gelaufen.
Mystoria räuspert sich und beginnt dann leise mit Patrick zu sprechen. Wir anderen tun so, als würden wir das nicht mitbekommen. Haben wir doch alle den kleinen Schimmelpilz in unser Herz geschlossen. Manchmal, wenn der dunkle Lord zu Besuch kommt (diese lästige Angewohnheit pflegt er einmal die Woche durchzuführen, angeblich um zu überprüfen, ob wir ordnungsgemäß arbeiten), meinen wir, eine Stimme zu hören, eine Stimme mit einem sonderbaren Akzent. Wir reden uns dann ein, dass das von der langen Dunkelheit herrührt. So und damit beende ich den heutigen Eintrag. Silvana hat da zwei Krümel vom trockenen Brot der letzten Woche und wenn ich mich beeile kann ich ihr vielleicht noch einen abluchsen.
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