Ophelias spätes Glück

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
22.10.2018
20.01.2019
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Guten Abend, heute gibt es hier einmal wieder ein weiteres Kapitel. Es scheint ja langsam zu werden, oder was sagt ihr? Lasst es mich wissen.

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Aspirin zum Frühstück

Ophelia erwachte mit dumpfen Kopfschmerzen. Sie öffnete die Augen und kniff sie wieder zu. Die wenigen Sonnenstrahlen, die durch die Gardine in das Gästezimmer schienen, blendeten sie. Ihr Mund fühlte sich trocken an. Es fiel ihr wieder ein – Tee. Und Rum. Unter ihrer Wange spürte sie warme Haut. Eine Haarsträhne kitzelte sie im Gesicht. Leise lächelte sie, trotz des Unwohlseins. Schließlich wachte sie im Arm ihres Liebsten auf. Leise klopfte es an die Tür des Gästezimmers. Schnell stand Ophelia vorsichtig auf, bemüht, ihren Falk nicht zu stören. Der murrte zwar im Schlaf, aber er wachte nicht auf. Sie zog sich schnell ein Shirt über, dann öffnete sie die Tür einen Spalt. Alea grinste sie an. Ah ja, das Training... sie nickte und griff noch ihre Jogginghose, dann huschte sie aus dem Zimmer. Falk schnarchte leise weiter.

Gemeinsam verließen sie leise das Haus. Auch der Hausherr schien noch zu schlafen. Im Garten begannen sie einige leichte Übungen. Das tat ihr gut, denn ein wenig spürte sie schon den gestrigen Rumabend. Die Übungen verschafften ihr einen klaren, schmerzfreien Kopf. Dem Sänger ging es offenbar nicht viel anders, wie sie an seinen Gesichtszügen erkannte. So ließen sie die Meditation nach drei vergeblichen Versuchen dann sein, statt dessen gingen sie wieder in die sanften Bewegungen des Qui Gong über. Und als ihre Köpfe endlich halbwegs schmerzfrei waren schlichen sie in das Haus zurück. Abwechselnd nutzten sie das Bad, um sich dann frisch geduscht und gekleidet zu Zweit in der Küche zu treffen. Die beiden Herren schliefen immer noch, wie die leisen Schnarchgeräusche ihnen verrieten. Schweigend, auch Schweigen kann ab und an wohltuend sein, fand Ophelia, bereiteten sie ein leckeres Frühstück. Aufgebackene Brötchen dufteten schon bald, während der Kaffeeautomat das schwarze Gold produzierte. Alea deckte süße Aufstriche und Quark auf, Ophelia schnitt Gemüse und bereitete eine Käseplatte. Sie deckten für Vier und beratschlagten dann, wie sie die Beiden wecken könnten. „Ich wecke Falk nicht!“ kommentierte Ophelia bissig. „Weil...?“ wollte Alea wissen, der erstaunt die Stirn runzelte. „Weil ich dann erst Mittags aus dem Bett komme...“ murmelte sie, errötend. „Hä? Oh... Ah! Versehe!“ er brauchte eine Weile um zu verstehen. „Dann wecke ich den Mümmel und Du den Lästerlichen.“ beschloss er, während ein „Na toll!“ als Antwort kam. Kurzerhand bewaffnete sie sich mit einem Becher frisch gebrühten Kaffee, dann klopfte sie kurz an die Schlafzimmertür. Schnarchen war die Antwort. So öffnete sie mutig die Tür und trat in dem dämmerigen Raum ans große Bett. Den Kaffeebecher hielt sie Timo, der seitlich schlief, unter die Nase. Als er unregelmäßiger atmete und mehrfach die Luft durch die Nase einzog, ging sie mit dem Becher etwas beiseite. Gerade rechtzeitig, denn in dem Moment versuchte Timo, den Kaffeebecher zu ergreifen. „Aufstehen! Sonst gibt es keinen Kaffee!“ bemerkte sie grinsend und zog am Band die Jalousie hoch. Grelles Tageslicht quälte den verkaterten Mann, der sogleich unwillig murrte und stöhnte.

Zeitgleich war der Sänger rabiater. Er betrat ohne zu klopfen das Gästezimmer, öffnete die Gardiene und entriss dem armen schlafendem Falk die Bettdecke mit einem lauten „Aufstehen, hopp hopp hopp!“ Die Antwort war ein geworfenes Kopfkissen, dem der Sänger mit Leichtigkeit auswich. „Ich will Ophelia...“ murrte der Ältere. Alea musterte ihn kurz, bis sein Blick die südliche Mitte traf. Kichernd meinte er dann nur „Ja, das sehe ich! Hoch jetzt mit Dir!“ und verließ das Zimmer. Ihm folgten ein paar unfreundliche Flüche des Herrn von Hasen-Mümmelstein. Lachend ging der Ziegenbärtige in die Küche. Dort traf Ophelia soeben ein, mit dem dampfenden Kaffee in der Hand. Hinter ihr torkelte Timo, die Arme wie ein Zombie ausgestreckt und betont langsam das Wort „Kaaaaaffeeeeee!“ leiernd. Schnell versteckte sie sich hinter Alea und flüsterte „Hilfe, hilfe, ein Zombie“ „Ich beschütze Dich, bis Dein Mann endlich da ist!“ versprach Alea und hielt Timo den Kaffeebecher, den er Ophelia abnahm, hin. Der schlürfte sofort vom schwarzen Gebräu und murmelte dabei „Kaaaaaffeeeeee!“ Dann lachten alle Drei, sich an den gedeckten Tisch setzend. Endlich erschien auch Falk, der sich die Schläfen hielt und seiner Frau erst einmal einen herzhaften Kuss schenkte. „Ahhhh, Aspirin!“ bemerkte Timo und griff nach dem Riegel, der auf dem Tisch bereit lag. Dann reichte er diesen an Falk weiter, der sogleich strahlte. Alea und Ophelia schüttelten ihre Köpfe. „Ein wenig Qui Gong...“ erklärte sie „hat die gleiche Wirkung und ist gesünder!“ „Wuaaaahhhh! Weiche von uns!“ kam es im Duo von den beiden Älteren am Tisch. Lachend reichte Alea den Brötchenkorb herum. „Guten Appetit!“

Erst nach dem ersten Kaffee besprachen sie zu Viert den Tag. Timo hielt sich genau an die Abmachung, die besagte, dass nach dem Frühstück Therapie an der Reihe ist. Zum Mittag planten sie einen Ausflug in ein Restaurant, Falk wollte sich um eine kurzfristige Reservierung bemühen. Gemeinsam räumten sie den Tisch ab, die Spülmaschine ein. Und dann zog sich Falk zurück um zu reservieren, während Ophelia mit Alea Timo in sein Arbeitszimmer folgten. Tief atmete sie durch, bevor sie durch die Tür trat, die Alea hinter ihr lautlos verschloss.
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