Ophelias spätes Glück

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Falk Irmenfried von Hasenmümmelstein
22.10.2018
01.03.2019
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Guten Abend, ein schönes Wochenende wünsche ich Euch - die arbeiten müssen: Ich hoffe, das Kapitel versüßt Euch den Arbeitstag! Viel Spaß beim Lesen und vielleicht hinterlasst Ihr mir wieder eine Nachricht? LG

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Gemütlich saßen sie am Tisch und ließen es sich schmecken. Gut, sie waren langsam – der Sänger hatte schon begonnen mit dem Essen. Als Timo dazu ein „Kannst Du nicht einmal warten, bis alle sitzen?“ Kam nur ein „Könnt Ihr Euch nicht einmal beeilen, damit wir essen können?“ zurück. Das Kerzenlicht flackerte sanft und hinterließ Schatten auf dem Tisch. „Mein Herz, Du bist ab jetzt der Koch in unserer Familie!“ stellte Ophelia vergnügt fest. „Auch das, meine Liebste, wenn Du das möchtest!“ kam die Antwort und Alea meinte „Ist ja schon süß, wie Falk alles für sie tut, oder?“ „Neidisch, Sänger?“ fragte Falk lachend. „Ja!“ meinte dieser und tat sich noch Salat mit Putenbrust auf. Eine ganz normale, entspannte Szene, dachte Timo zufrieden.

Den Abend ließen sie gemütlich ausklingen. Alea zog sich mit Ophelia tatsächlich noch einmal in den Garten zurück. Sie meditierten, praktizierten ein wenig Qui Gong auf dem kühlen Rasen des Gartens. Timo hielt sich an die Verabredung. Ob es andersherum auch funktionieren wird? Er baute auf das Wort seines Bandkollegen und Freundes. Später zogen sie sich in ihre Zimmer zurück. So hatte der Hausherr die meisten Räume wieder für sich. Mit einem Seufzen ging er in sein Arbeitszimmer und setzte sich an den Laptop. Seine Finger flogen über die Tastatur, als er sich seine Sorgen und seine Gedanken von der Seele schrieb. Einfach nur für sich. Als es klopfte, schreckte er zusammen. Er musste sich räuspern, dann … „Herein!“ Gespannt schaute er zur Tür, wer von seinen Gästen das Bedürfnis hatte, mit ihm zu kommunizieren. Oder zu schimpfen. Vielleicht auch Beides....

Die Tür öffnet sich. „Wir haben es zu lange aufgeschoben. Wir müssen reden!“ Sind die ersten Worte, die er hört, als sein alter Jugendfreund das Zimmer betrat. Einen Moment überlegte er, dann stand er auf und holte eine Flasche mit zwei Gläsern aus dem kleinen Schrank, der neben seinem Schreibtisch an der Wand stand. Falk blieb stehen. Er schaute zu, wie sein Freund die Gläser auf den kleinen runden Tisch stellte, der in der Ecke zwischen drei gemütlichen Sesseln stand. Der Tisch war wie alle Möbel hier in weiß gehalten. Die Sessel hoben sich ab, braunes Leder. Timo stellte die Flasche zu den Gläsern, dann richtete er sich auf. Fragend schaute er Falk an. Der zeigte ihm das alte Lächeln, dass ihn schon so viele Jahre begleitete und zog seinen Freund in die Arme. Eine kräftige, freundschaftliche und vertraute Geste, die Timo nur all zu gern erwiderte. Erst dann war Falk bereit, sich zu setzen. Timo goss von dem edlen Whisky in die beiden Gläser, reichte eins davon Falk. Sie hoben die Gläser an, mit einem tiefen Blick in die Augen ließen sie die Gläser klirren und tranken erst einmal einen Schluck. Genüsslich schmeckten beide den Whisky auf der Zunge, bevor sie schluckten. „Ich möchte nicht, dass unsere Freundschaft leidet!“ begann Falk das Gespräch und Timo hörte ihm aufmerksam zu, bevor er später selber erzählte. „Ich gebe Dir recht! Auch ich habe Angst. Um unsere Freundschaft. Aber auch darum, ob Du die Belastung in Deiner jungen Beziehung durchstehen wirst. Wie geht es Dir damit?“ Offen antwortete er: „Es ist schwer, Du hast recht. Ich habe heute mit ihrem besten Freund telefoniert. Und er erzählte mir, was alles geschah. Glaube mir, das wird noch heftig!“ „Interessante Information und darüber werden wir noch sprechen. Jetzt möchte ich wissen, wie es DIR geht! Dir ganz persönlich!“ „Ehrlich, Timo, lass den psychologen Mist bei mir, ja? Ich bin ok! Ich liebe sie nach wie vor unverändert oder sogar noch mehr. Und ich kann noch schlafen. Also lass uns über Dich und mich reden!“ verlangt der Kräftigere, mit ernstem Blick. Timo seufzte leise. „Ich will Dir doch nichts Böses... Aber gut. Das Ganze belastet unsere Freundschaft. Wie gehen wir damit um?“ Er hebt das Glas erneut, so begann ein langes Gespräch, das längst fällig war. Geschickt schaffte Timo es, dass Falk am Ende auch über seine eigenen Gefühle sprach. Alea und Ophelia waren längst wieder im haus, aber sie bekamen das nicht mit, so vertieft waren sie in ihr Gespräch.

Als Falk endlich aus dem Arbeitszimmer torkelte, war die Whiskyflasche fast leer. Auch Timo torkelte in den Wohnbereich seines Hauses. In der Küche fanden sie Alea und Ophelia bei Tee sitzen. Falk hielt sich an Timo fest, als er nach Timo die Küche betrat und nicht schnell genug zum Stehen kam. Sie lauschten kurz der Musik, die dort lief – eine Playlist a-la Ophelia und Alea. Letzterer warf einen Blick zu Ophelia, die schaute ihn schulterzuckend an. „Und wir trinken Tee ohne was...“ bemerkte sie, schnell die Flasche Rum versteckend. „Jawoll! So sind wir!“ meinte Alea. „'tschuldigt....“ murmelte der Bandlaeder breit grinsend. Der Sänger und Ophelia blieben lieber sitzen. So wurde es später und später, die anderen Beiden saßen inzwischen mit in der rusikal eingerichteten Küche mit dem Torbogen als Durchgang und tranken – Tee. Die zweite Rumflasche stand auf dem Tisch. Leise lachend schüttelte Ophelia den Kopf. „Das wird ja morgen etwas werden.... Wenn wir alle verkatert sind!“ meinte sie nur und lehnte sich an ihren Mann, der zwischen ihr und Timo saß. Der legte den Arm halbwegs geschickt um ihre Schulter und zog sie an sich heran. Seine Wange legte er an ihre Schläfe und flüsterte „Oh ja, mein Herz!“
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