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Die Pfeiler der Stärke

von Robidu
OneshotAllgemein / P12
21.10.2018
04.02.2020
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Die sieben Brüder

Es waren einst sieben Brüder, herabgestiegen vom Himmel über Khar’shan, geschickt von den Göttern, diese Welt zu besiedeln.
Ein neues Volk sollten sie erschaffen, nach ihrem eigenen Ebenbild und gemäß der Tugenden, die sie auf sich vereinten. Die Welt, die sie dazu auserkoren, schien ihnen besonders dafür geeignet, doch sie war wild und ungestüm. Doch sollte es das Land ihres Volkes werden.
Und so sprachen die Götter: „Dieses Land soll euch gegeben werden, damit euer Volk darauf und davon leben kann.“
Und die Brüder sprachen: „So sei es!“

Als erstes trat Batar vor. „Es bedarf jemanden, der das Volk anleitet und durch schwere Zeiten führt,“ sprach der erste der Brüder und nahm eine Steintafel zur Hand. Hierauf schrieb er die Grundsätze nieder, nach denen das neue Volk leben sollte.

„Mit dem Segen der Götter wird das Volk wachsen,“ sagte der zweite der Brüder, Raet’zal, und trat seinerseits vor, in seiner Hand ein Pergament. „Diese Schriften sollen seine Pfeiler der Stärke sein!“

Der dritte Bruder, Charn, trat vor und verkündete: „Mein Wissen soll dem Volk zu neuen Erkenntnissen verhelfen.“ Mit diesen Worten fing er das Feuer ein und machte es sich untertan.

Als viertes trat Malik vor. „Mein Schwert soll das Volk beschützen, jetzt und immerdar,“ sagte er und reckte sein Schwert gen Himmel.

„Neid und Mißgunst sind Gift für das Volk,“ stellte der fünfte der Brüder, Chrazak, fest, griff in den Erdboden und holte eine Krume reinsten Goldes daraus hervor. „Was zuviel, bringt dorthin, wo es nicht ausreicht!“

Kiram schließlich trat als sechstes vor. „All das bedeutet jedoch nichts, wenn niemand etwas erschafft,“ gab er zu bedenken und erschuf aus einem Stück Holz einen Winkel, aus einem Stein einen Hammer und aus einem Tierschweif einen Pinsel. „Schaffenskraft soll der Weg zu Fortschritt sein.“

„Und was soll dein Auftrag sein,“ ertönte eine Stimme vom Himmel, doch der siebte Bruder, Hesit, schwieg beschämt. Hatten seine Brüder die Gabe, das neue Volk zu leiten und zu fördern, so waren ihm lediglich Stärke und Ausdauer beschieden, doch keine Gabe, die es ihm gestattete, es seinen Brüdern gleichzutun.
Und so geschah es, daß er vor seinen Brüdern niederkniete und ihnen demütig anbot, mit seiner Hände Arbeit die Welt nach ihrem Willen zu gestalten. So bestimmten die Götter seine Blutlinie zu rechtmäßigen Sklaven der Nachkommen der anderen sechs Brüder, auf daß sie mit ihrer Arbeit das Werk fortsetzten, das Hesit begonnen, jetzt und für alle Zeiten.
 
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