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Wenn Wünsche wahr werden

GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Boris Saalfeld
21.10.2018
20.03.2019
32
42.134
30
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23.10.2018 733
 
Boris hielt die Luft an. Und hoffte gleichzeitig, Tobias würde nicht merken, wie nervös er auf eine Antwort wartete. «Was hättest du eigentlich gemacht, wenn ich den Brautstrauss gefangen hätte?» Er bereute bereits, die Frage überhaupt gestellt zu haben.
«Einen Heiratsantrag», sagte Tobi da schlicht und Boris wusste, dass er genau darauf gewartet hatte – auch wenn er nicht ganz sicher war, ob sein Herz nun vor lauter Glück so schnell schlug, oder ob da nicht doch auch etwas Angst mitmischte. Er hielt seinen Freund weiterhin am Jacket fest, senkte den Blick und lächelte leicht – nur um kurz darauf wieder in Tobis Augen zu versinken, die genau so strahlten wie seine. Tobias erwiderte das Lächeln und Boris zog ihn leicht zu sich, um seine Lippen mit einem innigen Kuss zu verschliessen. Er wollte diesen Moment festhalten.
«Mann, ihr zwei. Nehmt euch doch ein Zimmer», kam es da vom anderen Ende des Raumes. Paul – sichtlich angetrunken – unterbrach den Augenblick. Boris schaute kurz in seine Richtung, und beschloss gleichzeitig, den Fitnesstrainer zu ignorieren. Wieder suchte sein Blick den von Tobi und diesmal liessen es die beiden nicht bei einem leichten Kuss bewenden. Tobias zog Boris näher zu sich und die beiden vertieften den Kuss – wurden leidenschaftlicher, drängender.

«Nach Hause?», fragte Tobi da leise und Boris nickte leicht. Schnell und ohne viel Zeit zu verlieren, verabschiedete sich das Paar von seinen Freunden und lief Hand in Hand in Richtung WG. Dort schafften sie es gerade so ins Wohnzimmer, bevor sie erneut in einen leidenschaftlichen Kuss versanken. Tobi umfasste Boris' Gesicht mit beiden Händen und dieser drängte ihn gegen die Tür, um ihm möglichst nahe zu sein. Da war noch zu viel Stoff zwischen ihnen - Boris machte sich an Tobis Hemd zu schaffen, während sein Freund rasch seine Weste aufknöpfte und dann sanft über seinen Rücken strich. Schon halb ausgezogen, packte Tobi Boris' Hand und zog ihn mit sich ins Schlafzimmer. Worte verloren die beiden keine mehr.

Es war dunkel im Zimmer. Die Uhr zeigte drei Uhr früh. Boris stand am Fenster und blickte in die Nacht. Er hatte noch lange wach gelegen, nachdem er und Tobias sich geliebt hatten. Nun betrachtete er seinen Freund. Friedlich schlafend lag dieser da und Boris überkam erneut dieses unglaubliche Glücksgefühl – wie so oft in Tobis Nähe. Er liebte diesen Mann – so sehr, dass es ihm manchmal Angst machte. Nun hatten sie auf der Hochzeitsfeier seines Bruders sogar übers Heiraten gesprochen.
Er kannte Tobi noch nicht allzu lange, konnte sich ein Leben ohne ihn aber nicht mehr vorstellen. Mit seiner Unterstützung hatte er es geschafft, zu seinen Gefühlen für einen Mann zu stehen und konnte nun endlich genau so leben, wie er sich immer gewünscht hatte. Und dennoch: Der Gedanke, dass es in seiner ersten, offen gelebten Beziehung gleich so ernst wurde, hielt Boris wach.

Er schloss kurz die Augen, da hörte er, wie Tobi sich bewegte. Sein Freund trat zu ihm ans Fenster und umarmte ihn von hinten. Boris lehnte sich an ihn und seufzte leise. «Kannst du nicht schlafen?», fragte Tobias leise. Boris schüttelte den Kopf. Tobi hielt ihn noch etwas fester und eine Weile schwiegen die beiden. Dann sagte Tobias: «Ich hab dir Angst gemacht mit meiner Antwort heute Abend.» Boris überraschte es nicht, dass sein Freund genau wusste, was in ihm vorging. Er strich über Tobis Hände auf seinem Bauch und verschränkte die Finger mit den seinen. «Das Gefühl kenn ich», sprach Tobias leise weiter. «Ich bin nämlich nicht ganz sicher, was du geantwortet hättest, hätte ich die Frage aller Fragen tatsächlich gestellt.» Nun drehte Boris sich um, um seinem Freund in die Augen sehen zu können. «Ich hätte keine Sekunde gezögert, Tobi. Natürlich hätte ich Ja gesagt.» Er wollte, dass sein Freund wusste, wie viel er ihm bedeutete. Tobias sah ihn mit glänzenden Augen an und Boris lehnte die Stirn gegen seine, strich mit den Händen über sein Gesicht und küsste ihn schliesslich ganz sanft. «Ich liebe dich», sagte er mit rauer Stimme. «Mehr als alles andere auf der Welt. Tobi, ich...», weiter kam er nicht, denn Tobias küsste ihn erneut – ein Kuss voller Hingabe, Innigkeit, Hunger. Ein Kuss, in den die beiden all ihre Gefühle legten.

«Ich liebe dich», flüsterte Tobi, als sie eng umschlungen im Bett lagen. Sie beide – sie hatten sich gesucht und gefunden, dachte Boris. Sie gehörten zusammen. Und mit diesem Gedanken – dem einzigen, der wirklich zählte – schlief er ein.
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