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Der Tod ist mein Schatten

von ReScripta
Kurzbeschreibung
OneshotDrama, Tragödie / P16 / Gen
OC (Own Character)
18.10.2018
18.10.2018
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3.342
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Hi, heute hab ich zwar auch eine Rango Geschichte oder genauer gesagt eine kleine Hintergrundgeschichte, aber sie handelt diesmal nicht von bekannten Figuren aus dem Film. Nein, ich schreibe diesmal über eine OC Figur und zwar über “Hughes” eine Klapperschlange von Diana-Sylvia-Jones auf fanfiction.net.

Diana-Sylvia-Jones: https://www.fanfiction.net/u/7468205/Diana-Sylvia-Jones

Hughes ist der Hauptbösewicht aus der Fanfiktion "Linked in Love – An old legend in the flesh".

Story Link: https://www.fanfiction.net/s/12559847/1/Linked-in-love-an-old-legend-in-the-flesh

Hier könnt ihr ein Bild von Hughes auf deviantART anschauen, um eine kleine Vorstellung von ihm zu bekommen:
https://www.deviantart.com/dianavqgdk/art/Hughes-old-legend-art-696100074
(Das Bild ist nicht von mir! Es wurde von Diana-Sylvia-Jones erstellt, die mir auch erlaubt hat, das Bild zu linken.)

Zuerst zur Mini-Geschichte selber: Ich hatte eigentlich nie geplant etwas über eine OC Figur von jemand anderen zu schreiben. Aber da ich nach Schlangen total verrückt bin, musste ich nachdem ich die Geschichte gelesen hatte, wieder an diese Klapperschlange denken. Das war als ich vor meinem Computer saß und nicht wusste was ich schreiben sollte. Dann tippet ich ein paar Zeilen und so wurde aus den paar Sätzen viel mehr Wörter. :D

Der Text beschreibt hier Hughes’ Gedanken und Rückblicke aus seiner Vergangenheit, während er im Gefängnis sitzt und bevor er fliehen wird, wo dann später auch die Geschichte von Diana-Sylvia-Jones beginnt. Ich hoffe, es gefällt euch, trotz dass ich ein paar dunkle Schreckensszenen einbauen musste. Aber ich hab so wenig grausige Details wie möglich verwendet. Es ist auch eher eine Sammlung von Ideen wie ich mir Hughes’ Vergangenheit vorstellen könnte, es sei denn jemand hat bessere Ideen. XD.
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Die Original-Story "Linked in Love - An old legend in flesh" stammt nicht von mir! Auch nicht die Rango OC Figur "Hughes Rattlesnake". Ich hab nur eine mögliche Hintergrundgeschichte geschrieben und hab keine Entstehungsrechte über ihn. Ich erhielt die Genehmigung von Diana-Sylvia-Jones (deviantART Name: DianavQgdk) diese Geschichte zu schreiben und sie hier hochzuladen.
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Okay, wie so oft sage ich auch hier, viel Spaß beim Lesen. ;)




Der Tod ist mein Schatten



Um mich herum nur Schreie. So wie jeden Tag in diesem dunklen Gefängnis, irgendwo in der Mojave Wüste. Keiner weiß wo es lag. Alle kennen es nur als Area 23. Ein Ort wo allerlei Abschaum hinkommt, einschließlich mich. Ich öffne meine Augen, wie jeden Morgen in diesem steinigen, kalten Raum. Die Zelle ist zwar groß, dennoch passt knapp die Hälfe meines Körpers der Länge nach rein. Ich rolle meinen langen Körper enger zusammen im Schatten der kalten Betonwände. Fenster gibt es keine. Kein Licht, dass meine Augen sehen. Meine grünen Augen. Grün wie das Gift, das durch meine Adern pulsiert. Es durchdringt meine Seele, meinen Verstand, und vergiftet alles um mich herum.
Für eine Schlange wie mich gibt es keinen guten Ort auf dieser Welt. Für die meisten Leute ist eine Schlange ein Symbol für Unglück und Tod. Und der Tod trat recht früh an meine Seite. Er wurde mein Schatten, seit ich ein Kind war.

Meine Mutter starb nach meiner Geburt. Dafür hasste mich mein Vater, zusammen mit meinen Geschwistern. Oft trank er und fluchte über uns. Eines Tages wurde es ihm zu viel. Sein Verstand funktionierte nicht mehr. Er schrie, brüllte und fluchte. Er schleuderte meinen Bruder durch die Luft. Ich höre immer noch das knackende Geräusch, als er meiner Schwester das Genick brach. In diesem Moment verspürte ich Angst. Bis auch er meinen Körper brechen wollte. Ich fühlte gar nichts. Nur Leere. Er dachte, er hätte gewonnen, bis ich einen Sprung zur Seite machte. Ich suchte mich nach einem Gegenstand um, der meinen Tod verhinderte. Er brüllte mich an. Meine Augen wanderten über die am Boden liegenden toten Körper meiner Geschwister. Meine Schwester hatte noch versucht aus der Schublade ein Messer rauszuholen. Sie hatte es nie beenden können. Stattdessen lag sie jetzt leblos in der Ecke. Ich wusste nicht wie es passierte. Ich wusste nur, dass ich auf einmal ein Messer in meiner Schwanzspitze hielt. Danach nur Blut von ihm. Blut spitze auf den Boden, auf meine Haut – überall.
Ich hörte erst auf, als er keinen Laut und keine Bewegung mehr von sich gab. Mein ganzer kleiner Körper war mit seinem kalten Blut bedeckt. Ich fühlte gar nichts, nur Erleichterung.
Nach dieser Tragödie, ich wusste gar nicht, ob die anderen Leute dachten, ich hätte den Rest meiner Familie ebenfalls getötet. Ich sagte gar nichts.
Trauma, geistesgestört und armes Kind, waren die Worte, die ich aufschnappte und nie wieder vergaß.
Man fürchtete mein Gift. Schließlich schickte man mich in ein spezielles Waisenhaus für Problemkinder. Alle hatten Angst vor mir. Einige der großen Jungs wagten es mich einzufangen. Sie traten und schlugen mich, bis ich wie tot da lag und mich zurückließen. Blutend und allein. Aber der Tod war nicht bereit mich zu holen und mich in seinen Schatten zu nehmen. Stattdessen verließ er mich und ließ mich überleben, während ich darüber nachdenken konnte zurückzuschlagen. Ich wollte das Gefühl der Erleichterung wieder spüren. Genau dasselbe nachdem ich meinen Vater getötet hatte. Ich erholte mich von meinen Verletzungen. Im Waisenhaus dachten inzwischen alle ich wäre abgehauen. Die bösen Buben, die es besser wussten, blieben im Glauben ich wäre tot. Umso größer war ihre Überraschung mich in einem verlassenen Haus wiederzusehen. Ich biss sie, zerschnitt sie, ich folterte sie. Sie schrien und weinten und ich tötete sie mit Vergnügen. Statt Demütigung und Beleidigungen, bettelten sie mich an wie ein Gott um Gnade. Ich hörte ihnen nicht zu bis sie ihren letzten Atem zur Erde spuckten.
Ich belächelte ihre toten Körper. Wieder hat mir der Tod Erleichterung verschafft und gab mir Frieden vor Unterdrückung.
Ich wartete nicht bis mich jemand entdeckte. Ich rannte weg, so weit wie ich konnte, bis ich keine Meldungen mehr über ein geistig gestörtes, verwirrtes Kind hörte, das ein paar kleine Jungs ermordet hatte.
Was für eine verdrehte Welt.
Alles für mich war falsch.
Ich hielt mich in der Wildnis verborgen, ohne Zivilisation in meiner Nähe. Aber der Tod half mir zu überleben. Dafür musste ich nur töten, um meinen leeren Bauch zu füllen. Manchmal stahl ich auch, um etwas zu Essen zu bekommen.
Ich war bei niemanden willkommen, auch nicht auf deren Land. Egal ob Tier oder Mensch.
Eines Tages verfing ich mich in einer Falle, als ich eines der Tiere von einer Menschen-Farm stehlen wollte. Ein Mensch kam angerannt und schlug ohne Erbarmen mit einem harten Gegenstand auf mich ein. Er wollte mich zu Tode schlagen. Ich nahm alle meine Kräfte zusammen und schaffte es ihm ins Bein zu beißen. Ich nutzte diese letzte Chance und konnte aus der Falle entkommen, wenn auch mit vielen Einschnitten und tiefen Wunden. Aber ich lebte noch. Der Tod hat mir mein Leben zurückgegeben.
Schwer verletzt setzte ich meinen Weg durch die Wüste fort. Aber der Tod hatte kein Interesse daran mich zu nehmen. Er wanderte nur an meiner Seite. Nie berührte er mich, er führte mich.
Trotz meines Giftes, war ich immer noch zu schwach um mich gegen alle anderen behaupten zu können. Gegen Schusswaffen und Messer hatte mein Gift keine Chance. Die meiste Zeit verbrachte ich im Untergrund, dort wo die Kriminellen ihr Zuhause hatten, wo ich nur Spott erntete. Man machte sich lustig über meinen arm- und beinlosen Körper. Ich wäre schlimmer dran als ein Krüppel.
Mit jeden Tag der verstrich, staute sich mehr und mehr die Wut. Ich würde alles darum geben, um den Bastarden ihre Münder zu stopfen. Und zwar für immer. Alle sollten Respekt vor mir haben. Ich dachte ständig darüber nach meinen Körper auszubessern. Schließlich wurde meine Wut stärker, als die heilige Unberührtheit meines Körpers.
„Tod!“, schrie ich. „Gib mir einen Teil deiner Instrumente, um meine Feinde zu zerschlagen.“
Der Tod antwortete nicht und so sah ich mich selber nach etwas Passendem um, und ich fand es. Statt einer Rassel platzierte ich einen eisernen Keulenstern. Ich versklavte meinen Körper und unterwarf ihn meinen Willen. Ignorierte jeden Schmerz. Eisen wickelte ich um einen Teil meines Körpers und bedeckte meinen Verstand. Ich legte Waffen an. Als Zusatz meiner Fangzähne.
Jeder, der nur ein abfälliges Wort über mich äußerte, brachte ich zur Strecke. Ein Farmer, der sich über meine Anwesenheit beschwerte, erlebte den nächsten Tag nicht mehr. Auch seine Familie und seine Arbeiter tötete ich ohne Rücksicht.
Eine tiefe Einsicht überkam mich. Ich fand Frieden auf eine andere Art und Weise.
Ich hatte alles was ich gewollt hatte. Dazu brauchte ich nur Waffen und keine Angst.
Als ich an einem heißen Tag auf der Jagd war, sah ich aus der Ferne einen Habicht, der sich über ein getötetes Beutetier hermachte. Da ich Hunger hatte, fiel ich ohne Zögern über den Fressräuber her. Ich hatte keine Hemmungen. Nach einer Weile hatte ich den Kampf schließlich gewonnen. Der tote Habicht fiel zu Boden und ich konnte mich statt seiner über die Beute freuen.
Plötzlich bemerkte ich eine kleine schmale Figur, die etwas weiter entfernt mich beobachtete. Ich hob den Kopf.
Eine viel kleinere Schlange stand dort und starrte mich wie vom Donner gerührt. Ich schaute mich um. Aber sie schien allein zu sein.
Ich zischte. Die kleine Schlange duckte sich.
„Verschwinde!“, zischte ich lauter.
Die Schlange erschrak, aber dann wagte sie doch etwas zu sagen. „Das war mein Essen.“
Spöttisch sah ich zu ihr rüber. „Na und? Willst du etwa auch mein Essen werden?“
Ich kroch auf sie zu. Die Schlange wich ein paar Meter weg.
Sie hatte Angst. Mit großen Augen schaute sie zu mir hoch. Kein Wunder. Immerhin hatte ich gerade einen Habicht vor ihren Augen erlegt.
Plötzlich machte ich einen gewaltigen Satz nach vorne und wickelte sie in meinen mächtigen Körper ein. Die Schlange schrie auf.
„Verschwinde, kleiner Wurm“, sagte ich.
„Ich bin eine Klapperschlange!“, erwiderte die kleine Schlange zu meiner Überraschung.
Ich beäugte sie skeptisch. Sie hatte keine Rassel an der Schwanzspitze. Ich lachte über den unvollständigen Klapperschlagen-typischen Körper.
„Du bist gar nichts, kleiner Wurm“, hänselte ich. „Oder dachtest du etwa, du könntest gegen mich gewinnen, Hughes, einer echten Klapperschlange?“
„Du bist Hughes? Die Legende?“
Ich lächelte teuflisch. „Sieh einer an, du kennst mich? Ich bin zutiefst gerührt, kleiner Wurm. Wenn du meine Beute haben willst, dann muss ich zuerst dich fressen.“
Ich konnte spüren, wie das Kind zitterte. Ich konnte immer noch keine anderen Schlangen ausfindig machen. Er schien wie ich ein Waisenkind zu sein.
„Du hast Angst, nicht wahr?“
Die Augen konnten nicht lügen.
„Ja, Angst ist eine schöne Waffe.“ Ich beugte mich weiter zu ihm runter. „Der Tod ist so ein schöner Verbündeter.“
Ich drückte mehr auf den kleinen Körper. Es bedeutete mir nichts, ob er dieselbe Spezies wie ich war oder nicht. Plötzlich glitt das kleine Reptil durch meine Körperschlingen und flitzte so schnell davon wie es konnte. Ich wollte ihm folgen und wieder einfangen, aber in diesem Moment umkreisten andere Vögel den Himmel und ich war gezwungen die Beute an einen sicheren Ort zu bringen, bevor sie sie sich schnappten. Trotzdem hielt ich nach der kleinen Schlange Ausschau. Aber sie war längst verschwunden. Noch lange dachte ich an diesen dummen Schlangen-Jungen. Seine feurigen Augen hatten mich ein wenig irritiert. Und ich war ein wenig in Sorge, dass er überall herumerzählen würde, wie er dem mächtigen Hughes entkommen war.
Von Zeit zu Zeit dachte ich darüber nach ihn aufzuspüren und zu töten, falls ich ihn wiedersehen würde, aber es kam anders.
Tatsächlich fand ich ihn ein paar Wochen später in der Nähe einer Stadt. Aber er konnte fliehen bevor ich ihn mir schnappen konnte.
„Ich werde besser sein als du!“, waren seine letzten Worte bevor er komplett verschwand.
Noch nie zuvor war ich so wütend gewesen über so eine große Unverschämtheit. „Wie schade, dass du nur diesen Tag nicht mehr erleben wirst.“
Aber ich erhielt nie die Chance es zu tun.
Es passierte während eines kleinen Zwischenfalls in einer Stadt. Ich tötete den Sheriff kurz nachdem er mich einbuchten wollte. Ich war inzwischen bekannt genug, dass mich viele mieden. Andere waren dennoch dumm genug und versuchten mich zu fangen. Eine dieser Dummköpfe waren diese verrückten Typen. Sie versuchten mich zu stoppen. Einer von ihnen, David, wechselte die Seite. Doch trotz allem schaffte es seine dumme Familie mich zu besiegen mit einer albernen Falle. Was für eine Schande.
Ich lächelte bei den Gedanken sie dafür zu zermalmen. Es kitzelte regelrecht unter meiner Haut. Wie schade, dass ich ihre Leichen nicht an die Wand hängen konnte, wie so viele Jäger es zur Gewohnheit taten.
Nach meiner Niederlage, tankte ich meine Kräfte wieder auf. Ich machte meine Wut stärker und kräftigte meinen Widerstand.
Während ich in der dunklen Zelle im Gefängnis saß, wurde ich von geisteskranken Kreaturen und dem Abschaum der Welt umgeben. Alle Gefangenen fürchteten mich. Niemanden ließ ich in meine Nähe.
Ich saugte all ihren Hass, alle Boshaftigkeit, alle Dunkelheit um mich herum auf, wie ein Schwamm. Ich fütterte meine Seele, meinen Verstand damit wie meine zweite Nahrung.
Ich aß meine tägliche Ration um bei Kräften zu bleiben. Das Essen war scheußlich, das Wasser ungenießbar.
Wenigstens war ich der größte Gefangene in dieser Hölle auf Erden. Jeder wusste das. Diese Feiglinge hatten keinen Mut gegen mich zu kämpfen. Stattdessen versuchten sie mich zu vergiften. Sie vergifteten mein Essen. Der Wachmann versuchte mich zu töten, immer und immer wieder. Aber ich überlebte. Meine Wut gab mir die Kraft dafür. Der Tod hatte kein Interesse mich zu sich zu nehmen in seinen Schatten. Er nahm mich in die Arme.
An manchen Tagen, wenn ich in meiner Zelle mit verkrampften Magen auf dem Boden lag, schlugen und traten sie auf mich ein. Wann immer ich den Mund öffnete. Ihr beigemischtes Gift tötete mich nicht. Das Leben hing an mir wie eine Klette. Es wollte mich nicht loslassen. Ich nahm ihre hässliche Abscheu in mir auf und fütterte meine Kräfte. Statt, dass es mich schwächte, machte es mir nur noch stärker um zu überleben.
Im Laufe der Jahre ging unter den Gefangenen ein Gerede um, das über eine große Klapperschlange mit einer Gating Gun berichtete. Ich fühlte mich etwas gekränkt, und lächelte bitter. Ich vermutete, dass es die kleine Klapperschlange von damals gewesen war. Er war stärker geworden. Aber wer weiß für wie lange noch. Eines Tages würde er einen Fehler machen aufgrund von Überschätzung. Er war nicht so eine widerstandsfähige Kreatur wie ich. Ich war fest entschlossen dieses Leid zu überleben. Egal was passierte. Keiner wagte es mir den Kopf abzuschlagen, oder mich zu erschießen, aber es gab kein Gesetz, das es verbot einen Kriminellen zu demütigen. Ich ließ nichts an mich rankommen, nichts kam raus, nichts kam rein.

Schlüssel klimpern an meiner Zellentür.
Walking time, wie viele den Freigang hier nennen.
Normalerweise habe ich so gut wie keinen Freiraum. Aber laut den Gefängnisvorschriften soll jeder Gefangene wenigstens einmal die Woche Bewegung bekommen.
Jemand öffnet die Zelle und ich gleite raus. Ihre Waffen begleiten und verfolgen mich. Meine eingeschlafenen Muskeln schmerzen mir. Ich ignoriere es. Doch ich zische ein wenig. Mein Mund tut mir immer noch weh nach der letzten „Harmlos-Machung“ welche darin bestand mir die Giftzähne zu ziehen.
Die ersten paar Jahre, hatte ich einen Maulkorb tragen müssen. Nur war es schlecht für diejenigen, die mir dann das Essen bringen mussten und auch ich mir wurde es unangenehm. Seit diesem Jahr ziehen sie es daher vor mir die Zähne zu ziehen.
Ich musste knurren. Alles haben sie mir genommen. Meinen Hut, meinen Gürtel, meine Waffen. Sogar den eisernen Waffenstern am Ende meiner Schwanzspitze war dahin. Stattdessen hängt jetzt eine Kette daran, die mit meinem Hals verbunden ist.
Welch Ironie. Wer hätte je gedacht, dass ich mal ins Gefängnis kommen würde und jetzt war die Eisen-Schwanzspitze wie dafür geschaffen. Klimpernd schleife ich die Kette über den Boden. Hätte ich gewusst, dass ich mal in einem Gefängnis sein würde, hätte ich mein Design geändert.
Ich lächle über diese blöde Idee. Ein harter Schlag des Wächters lässt mein Grinsen wieder sterben. Mein Gesicht wird wieder wie Stein und ich krieche weiter. Für den Rest des Weges bleibe ich still um neuen Bestrafungen aus dem Weg zu gehen.
Die Bestrafungen hier sind grausam. Von Prügel bis hin zu Vergewaltigungen anderer Gefangener, die einen Dreck drauf geben in welchem Zustand man ist.
„Therapie“ wie man es nennt, um denjenigen zu heilen.
Ich hielt die meiste Zeit meinen Mund um meine Kräfte zu schonen.
Langsam krieche ich den Korridor entlang. Meine Bewegungen sind langsam. Ohne Wärme war ich weniger aktiv. Und alle wissen es.
Sonnenstrahlen scheinen durch die kleinen Fenster zu mir hindurch, aber sie können mir kaum Energie mit ihrer Wärme spenden. Ich halte den Kopf nach oben gerichtet. Eines Tages werde ich ausbrechen.
Ich betrete die leere Auslauf-Halle. Die Wächter befestigten meine Schwanz-Hals-Kette an eine weitere Kette, welche mit einem Bolzen tief in die Wand geschlagen worden war. Es schränkt meine Bewegungsfreiheit ein, nur um sicher zu gehen, dass ich niemanden (aus Versehen) töte.
Heute halten sich wenig Gefangene in der Halle auf, um sich die Beine zu vertreten. Ich krieche auf und ab um meine Muskeln zu bewegen. Nach so einer langen Zeit in einer kleinen Zelle ist dies eine große Erleichterung.
Mein Blick wandert zu zwei gefangenen Säugetieren, die mich mit abfälligen Blicken beobachten. Ich verenge meine Augen. Alle hassen mich. Ich wich ihren Blicken aus.
Kurz nach Beginn meiner Gefangenschaft hatte ich zuvor jeden angeschrien. Aber nach zig Strafen die darauffolgten, sah ich ein, dass es das bestes war sich ruhig zu verhalten, bis ich die Chance bekomme sie zu töten.
Ich höre sie flüstern. Ich ignoriere ihr Gerede. Es sind eh nur alle krank im Hirn.
Ich spüre wie sie näherkommen. Mein Körper krampft sich zusammen. Ich mag es nicht, wenn man mir auf die Pelle rückt.
Plötzlich spuckt der Erste mich an, der andere wirft mir eine Hose auf den Kopf. Das reicht! Ich brülle auf und transformiere von eine Sekunde zur andern zu einem Dämon.
Ich springe sie an. Sie lachen, als die Kette mich festhielt. Mit aller Kraft ziehe ich dran wie noch nie zuvor. Die Kette springt aus ihrer Verankerung und ich grabe meine kleinen nachgewachsenen Zähne ins Fleisch des ersten Körpers das ich erwische. Brüllende Schreie füllen die Halle. Wächter blasen ihre Polizeipfeifen. Sie schlagen auf mich ein, aber ich denke nicht daran meinen Kiefer zu lockern. Schließlich verliere ich das Bewusstsein, als man mir ein mit Chloroform getränktes Tuch auf die Nase hielt.

Noch immer leicht betäubt, stoßen und schlagen sie mich zurück in meine Zelle, nachdem ich wieder aus der Ohnmacht erwacht und einigermaßen dazu in der Lage war meinen Körper ein wenig zu bewegen.
Ich schmecke kaltes Blut. Sie hatten mir wieder die Zähne gezogen, während ich betäubt gewesen war.
Mehrere Male schlagen und treten sie mich noch bis ich bewegungslos am Boden liege. Dann verlassen sie die Zelle. Kurz nachdem ihre Schritte verhallt sind, wage ich meinen tauben Körper wieder zu entrollen. Zitternd atme ich aus und ein. Ich spucke das Blut und das Gift aus, das meinen gefolterten Mund füllte.
Ein heiseres Lachen entgleitet meiner Kehle. Ich lebe immer noch.
Ich lege mich zum Schlafen hin, bis ein Wächter vorbeikommt und mir Wasser bringt.
Ich spucke das Wasser aus. Wie immer ist es schmutzig. Ich weiß, dass ich die nächsten paar Tage davon krank sein werde. Aber ich muss meinen Wasserhaushalt aufrecht halten. Ich versuche das hässliche Gefühl zu ignorieren. Aber ich muss zugeben, dass ich gar nichts mehr fühle. Nur süße, süße Rache, um die Bitterkeit in diesem steinigen Gefängnis zu überleben.
Ich brauche niemanden, nur den Tod, der mir mehr als oft mir in der Dunkelheit zur Seite stand, in meinen Schatten.
Ich werde warten. Warten auf meine Rache. Ich fühle immer noch nichts. Niemand wird mich auf ewig besiegen. Eines Tages werde ich sie besiegen.
Niemals werden sie meiner Rache entkommen.


Nun, ich hoffe es hat euch gefallen. Besonderen Dank an Diana-Sylvia-Jones für die Schlangen OC. :)
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