All the love

GeschichteAllgemein / P16 Slash
Harry Styles Liam Payne Louis Tomlinson Niall Horan Zayn Malik
17.10.2018
21.09.2019
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Hellou ihr Lieben :)
Ich versuche mich auch einmal an OneShots.
Viel Spaß beim Lesen!
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Schwungvoll stelle ich das Glas mit der klaren Flüssigkeit vor mir auf den Tresen.
„Jake, mach mir bitte nochmal so einen.“ Rufe ich dem Barkeeper zu, der nur wissend nickt.
Fuck. Warum fängt der Alkohol nicht endlich an zu wirken? Wahrscheinlich war ich durch die vielen Abende im Studio einfach zu abgehärtet, was das Trinken betraf. Gut für mein morgen aufstehendes Ich, jedoch schlecht für den Zweck, warum ich hier in meiner Stammbar sitze.
Alles was ich will, ist diese blöden Gefühle zu betäuben.
Gefühle…. Warum sind Gefühle immer so verdammt kompliziert. Ist man traurig, ertrinkt man förmlich im Selbstmitleid. Doch ich man glücklich, steigert man sich oft so stark in das Glücksgefühl hinein, dass man gar nicht bemerkt, wie nahe man eigentlich am Abgrund steht.
Gefühle können uns zum Lachen, zum Weinen, aber auch zum Nachdenken bringen. Und genau das ist wahrscheinlich das Schlimmste an ihnen. Denn egal was man fühlt, der Kopf lässt sich am Ende vom Tag dann doch nicht ganz ausschalten. Und sind es nicht diese Gedanken, die sich von unseren Gefühlen steuern lassen die gemeinsten?
Sie lassen uns manchmal Situationen falsch einschätzen und führen somit zu fatalen Entscheidungen. Oftmals verpassen wir dadurch wunderbare Chancen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, verletzen wir mit unserem Verhalten nicht selten unsere Mitmenschen und stoßen sie so von uns weg. Manchmal so weit weg, dass es für sie keinen Weg mehr zurück zu uns gibt.
Gefühle lassen uns Dinge sagen, die wir schon wenige Sekunde nachdem wir sie ausgesprochen haben, bereuen. Doch leider lässt sich nichts von all dem rückgängig machen. Weder unser Verhalten, noch unsere Worte.
Egal wie sehr wir es auch versuchen, haben wir den Schaden erst einmal angerichtet, bleibt uns nichts anderes mehr übrig, als die Scherben aufzukehren. Wir können zwar versuchen, diese wieder zusammenzufügen, doch es werden immer Lücken in diesem Mosaik zurückbleiben.
Eine ganz schön lange Liste an negativen Dingen, nicht wahr? Und das alles ausgelöst durch diese beschissenen Gefühle.
Genau deswegen sitze ich auch hier und versuche sie mithilfe von Alkohol zu ertränken. Mit viel Alkohol. Ich weiß, das ist wahrlich nicht die beste Idee, doch über den Punkt von guten Ideen war ich an diesem Abend schon lange hinweg. Und egal was heute noch passieren sollte, schlimmer konnte es eigentlich gar nicht mehr werden.
Verzweifelt vergrabe ich mein Gesicht in meinen Händen.
Fuck!
Was habe ich nur getan?
FLASHBACK -WENIGE STUNDEN DAVOR
Völlig geschafft ließ ich die Haustür hinter mir ins Schloss fallen. Der Tag war einfach nur schrecklich gewesen. Ich stand kurz vor meiner ersten eigenen Solo-Tour, dementsprechend arbeitsintensiv waren die letzten Wochen auch. Heute waren die letzten Promointerviews gewesen und ich mussste sagen, ich hatte wirklich vergessen wie anstrengend solche waren. Die Journalisten stellten lauter Fragen, die weder mit meinem Album noch mit meiner Tour zu tun hatten, sondern vor allem mit den restlichen Jungs von 1D.
Doch war nicht genau DAS der Grund, warum wir die Pause machten? Damit wir endlich einmal unseren eigenen Projekten nachgehen können, ohne ständig untereinander verglichen zu werden?
Seufzend zog ich meine Schuhe aus und stellte sie feinsäuberlich in das Schuhregal neben der Garderobe, da ich wusste wie sehr sich Louis immer darüber aufregte, wenn ich sie mitten im Gang stehen ließ.
„Louis? Ich bin wieder Zuhause!“ rief ich durch unser Haus.
Normalerweise dauerte es nach meiner Begrüßung nur wenige Sekunden, bevor mein Freund gutgelaunt vor mir stand und mir einen Kuss auf die Lippen drückte. Aber heute blieb es still.
„Lou?“ rief ich deshalb erneut. Hatte Louis etwa irgendeinen Termin, den ich völlig verplant hatte? Stirnrunzelnd ging ich in die Küche und was ich dort vorfand, ließ es mir wie Schuppen von den Augen fallen.
Shit! Ich hatte wirklich einen Termin vergessen, jedoch nicht nur irgendeinen, sondern unseren Jahrestag.
Vor mir stand ein perfekt gedeckter Tisch mit einer Kerze in der Mitte. Die Stoffservietten hatte Louis zu Herzen gefaltet und hatte auf der Tischdecke sogar einige Rosenblätter verstreut.  Allein diese Geste rührte mich zutiefst, denn während Louis so etwas für gewöhnlich für ziemlich kitschig befand, war an mir ein kleiner Romantiker verloren gegangen, der genau solche Kleinigkeiten über alles liebte. Wäre das nicht schon genug, konnte ich auf der Anrichte einige Töpfe wahrnehmen und ein kurzer Blick in diese verriet mir, dass Lou doch tatsächlich meine Lieblingsspeise zubereitet hatte. Mein Freund hasste kochen und ich hätte deshalb eher damit gerechnet, dass wir uns etwas bestellten. Naja sagen wir mal, ich hätte damit gerechnet, wenn ich unseren Jahrestag nicht einfach komplett vergessen hätte…
Allein der Gedanke daran, wie viel Zeit Lou heute wohl hier in dieser Küche verbracht hatte, machte mir ein unglaublich schlechtes Gewissen.
Mist, mist, mist! Ich hatte noch nie unseren Jahrestag vergessen. Noch nie! Warum also ausgerechnet jetzt, wo sich unsere Beziehung sowieso in einer, sagen wir einmal schwierigen Phase befand?
Etwas unsicher darüber, was ich nun tun sollte, ließ ich mich auf einen der Stühle sinken und starrte das Serviettenherz vor mir an. Ich war so ein Idiot! Ob Louis wohl einfach abgehauen war? Verübeln könnte ich es ihm nicht. Doch wenn ich ehrlich war, hätte ich es wegen der bevorstehenden Tour so oder so nicht eher nach Hause geschafft. Wobei man sagen musste, dass dies die Gesamtsituation nicht wirklich besser machte, da die Tour gerade Streitpunkt Nummer Eins im Haushalt Tomlinson/Styles war.
Gerade als ich mein Handy aus der Tasche ziehen wollte, um Louis anzurufen, wo er denn sei, hörte ich im oberen Stockwerk die Dusche laufen.
Aha… Mein Freund war also sehr wohl zu Hause, er ignorierte mich nur.
Seufzend stand ich auf und machte mich auf den Weg nach oben. Ich kannte Louis lange genug, um zu wissen, dass in solchen Momenten eigentlich jede Entschuldigung umsonst war. Aber ich wollte und sollte es wenigstens versuchen.
Langsam ging ich in unser Schlafzimmer, nur um festzustellen, dass Lou immer noch im Bad war. Also beschloss ich hier auf ihn zu warten. Nervös setzte ich mich auf das Bett und begann meine Hände zu kneten. Ich hatte keine Ahnung, was ich überhaupt sagen wollte. Es tat mir leid, klar! Aber ändern konnte ich es nun schließlich auch nicht mehr.
Nach gefühlt einer halben Ewigkeit hörte ich, wie Louis das Wasser abstellte. Es dauerte keine Minute bis er nur mit einem Handtuch bekleidet das Zimmer betrat.
Er schien mich zunächst nicht zu bemerken, doch als er mich sah, verdüsterte sich sein Blick schlagartig.
„Ach… Was verschafft mir die Ehre, dass sich der werte Herr Styles doch noch dazu entschließt nach Hause zu kommen?“ Wütend funkelte mich mein Gegenüber an.
Doch mehr als ein gehauchtes „Es tut mir Leid“ brachte ich nicht über die Lippen.
Viel zu sehr zerbrach mir der verletzte Ausdruck, der meinem Freund in den Augen lag, das Herz. Schnell stand ich auf und wollte einen Schritt auf ihn zu machen, doch sobald ich mich aufgerichtet hatte, schubste mich Louis sofort wieder zurück auf das Bett.
„Was tut dir Leid, Harry? Dass du eigentlich schon vor Stunden Zuhause sein wolltest? Dass du anscheinend unseren Jahrestag vergessen hast? Oder dass du seit Wochen, nein, vielleicht sogar schon seit Monaten deine Solo-Karriere über alles, was dir je wichtig war, stellst? Sag es mir Harry? Was davon tut dir Leid?“ Mit jedem Wort war Louis etwas lauter geworden und hatte sich nun bedrohlich vor mir aufgebaut.
Woah. Hatte ich gerade noch die Absicht, mich zu entschuldigen, hatte sich diese in Luft aufgelöst.
Wie konnte er mir so etwas vorwerfen? Er wusste haargenau, wie hart ich momentan arbeitete
„Louis, ich weiß, dass ich Scheiße gebaut habe! Wirklich! Es tut mir auch unendlich Leid! Und ich verstehe auch, dass du sauer bist. Aber findest du nicht, dass du gerade etwas unfair wirst?“ brachte ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
Sowohl Louis als auch ich wussten, dass diese Diskussion kurz vor der Eskalation stand. Aus Erfahrung konnten wir sagen, dass es an dieser Stelle besser wäre, sich einfach aus dem Weg zu gehen. Aber waren wir ehrlich zu uns selbst, wussten wir auch, dass dieser Streit schon lange überfällig gewesen war.
„Unfair? Findest du? Ich sag dir jetzt einmal, was ich unfair finde. Ich finde es unfair, dass ich meinen Freund seit fast einem halben Jahr so gut wie gar nicht mehr zu Gesicht bekomme, da er lieber mit anderen Kerlen im Studio abhängt und sich einen Scheiß darum kümmert, wie es mir dabei geht. Komm mal endlich wieder von deinem scheiß Egotrip runter, Styles.“
Ironisch lachte ich auf.
„Ego-Trip? Schön, dass du meinen Lebenstraum als „scheiß Egotrip“ abtust. Dann weiß ich jetzt ja wenigstens, was du wirklich von mir denkst. Ganz ehrlich Louis, mir tut nichts von all den Dingen Leid, die du gerade aufgezählt hast. Nur weil du gerade nichts auf die Reihe bringst, musst du das nicht an mir auslassen. Ich schlafe heute Nacht bei Sam.“
Wütend sprang ich auf und stürmte zur Tür. Bevor ich diese jedoch erreichen konnte, wurde ich grob an der Hand zurückgezogen.
„Erzähl du mir nicht, dass ich mein Leben nicht auf die Reihe bekomme. Du weißt doch inzwischen gar nicht mehr, wer ich wirklich bin. Würdest du dich auch nur ein bisschen für mich oder besser gesagt UNS interessieren, würde dir auffallen, dass wir uns mit jedem Tag weiter auseinanderleben. Scheiße Harry, du hast unseren Jahrestag vergessen. Das ist ein beschissener Tag, den du dir merken sollst. Ein Einziger! Du könntest einfach einmal deinen Fehler einsehen, aber nein, wie immer rennst du weg. Weißt du was Harry, hau doch ab zu Sam. Wie immer! Warum führst du eigentlich nicht mit ihm eine Beziehung? Er scheint dich ja so viel besser zu verstehen wie ich.“
DAS konnte aber jetzt wirklich nicht sein Ernst sein! Kurz war ich so perplex, dass ich ihn einfach nur für einen Moment stumm ansah.
„Ist das dein Problem an der ganzen Sache? Sam? Verdammt Louis, ich wünschte mir, deine Eifersucht wäre berechtig, dann würde mich wenigstens mal wieder jemand an sich ranlassen.“ Und noch bevor ich diese Worte zu Ende gesprochen hatte, wusste ich, dass ich geradeeben den Bogen überspannt hatte…

FLASHBACK ENDE
Noch immer kann ich Louis Handfläche auf meiner Wange spüren. Zugegebenermaßen habe ich die Ohrfeige auch mehr als verdient.
Keine Ahnung, warum ich das überhaupt gesagt habe. Es ist nicht so, als wäre ich in unserer Beziehung unglücklich gewesen, aber um ehrlich zu sein, fehlte mir das Körperliche in den letzten Monaten schon etwas. Louis hat nicht ganz unrecht damit, dass wir uns auseinandergelebt haben, nicht nur seelisch.
Aber nur weil es einmal etwas schwieriger in unserer Beziehung wird, gleich Schluss machen, war doch auch nicht die Lösung. Und trotzdem hat Lou das genau vor drei Stunden gemacht.
Und obwohl ich wirklich finde, dass Louis vorher etwas unfair wurde, war eine Trennung das aller Letzte, was ich wollte.
Das Schlimmste dabei ist eigentlich, dass mir sehr wohl bewusst ist, auf was Louis mit der Egotrip Sache anspielte. Denn hier geht es schon lange nicht mehr nur um mein so Kleinigkeiten wie Louis niedlichen Eifersuchtsanfälle oder zu wenig Sex. Hier geht es um so viel mehr. Und verdammt nochmal, Louis hat Recht… Ganz eventuell habe ich die letzten Monate wirklich meine Karriere über unsere Beziehung gestellt.
Seit sieben Jahren führen oder jetzt führten Louis und ich in eine Beziehung. Sieben lange Jahre…
Natürlich hatten wir wie jedes andere Paar unsere Höhen und Tiefen, doch ich kann mit 100 prozentiger Sicherheit sagen, dass ich in Louis meinen Seelenverwandten gefunden habe. Verdammt ich wollte ihm dieses Jahr sogar noch einen Antrag machen…
Würde ich sagen, dass unsere Beziehung immer einfach war, wäre das jedoch trotzdem gelogen. Denn aufgrund unseres Managements versteckten wir uns. Das hieß kein öffentliches Händchenhalten, kein öffentliches Küssen, einfach gar nichts. Während es mir vor allem wichtig war, dass ich Louis hinter der ganzen Publicity Fassade meinen Freund nennen konnte, litt Louis sehr unter den Umständen. Allen voran, dass ihm eine Fake-Freundin aufgedrückt wurde, damit wir unter auf keinen Fall aufflogen.
Das Ganze ging soweit, dass sich Louis vor einem Jahr mit Eleanor verloben sollte. Verständlicherweise war das das Letzte, was wir beide wollten, doch das Management ließ uns eigentlich keine Wahl.
Den einzigen Ausweg, den es aus der Misere gab, war das Sabbatjahr. Da die anderen Jungs wussten, was wir für die Band alles aufs Spiel setzten, war es sofort klar, dass sie der Pause zustimmten. Denn schon lange war das Bandklima aufgrund der Situation nicht mehr das Beste.
Nachdem wir mit unseren Anwälten gesprochen haben, konnten wir unser Glück gar nicht fassen: Sie hatten nicht nur für uns die Auszeit herausgeboxt, sondern sie fanden auch heraus, dass das Sabbatjahr unsere Chance für ein Outing war.
Solange wir nicht aktiv unter Vertrag bei unserem Management standen, konnten sie uns nicht für ein Coming Out rechtlich belangen. Es schien als hätten sich unsere Probleme von heute auf Morgen in Luft aufgelöst. Wir würden die Pause machen, uns outen und anschließend so weitermachen wie bisher. So der Plan…
Doch schon kurz nachdem wir in die Auszeit starteten, wurde mir ein Vertrag für ein Soloprojekt angeboten. Prinzipiell war das kein Hindernis für unser Vorhaben, doch das neue Management legte es mir Nahe, mit dem Outing bis nach der Veröffentlichung des Albums zu warten UND vielleicht bis zum Tourstart und immer so weiter.
Letzten Endes ist unsere Pause nun schon viel länger als ein Jahr und unsere Beziehung ist noch immer nicht öffentlich. Beziehungsweise ist sie jetzt vielleicht für immer zu Ende…
Dafür beginnt in weniger als zwei Wochen meine erste eigene Welttournee…  Das was ich doch schon immer wollte, oder?
Aber ist es mir dieser Traum wert, die Liebe meines Lebens zu verlieren?
Langsam schüttle ich den Kopf. Fuck… Was habe ich nur getan?
Ich liebe Louis, mehr als alles andere. Ohne ihn bin ich nichts.
Es gibt nur eine Möglichkeit.
Langsam ziehe ich mein Handy aus der Hosentasche und entsperre es.
Ich muss Louis beweisen, dass mir die Liebe zu ihm das Wichtigste auf der ganzen Welt ist. Und dazu gibt es nur einen Weg… Ich muss uns outen.
Mit zitternden Händen öffne ich die Twitter App und tippte den Post. Ich habe mir geschworen, sollte ich unsere Beziehung irgendwann einmal öffentlich machen, würde ich das auf eine ganz bestimmte Art machen, nämlich mit dem Text, mit dem alles begann.
„Egal was noch vor uns liegt, ich will es nicht ohne dich erleben. Ich liebe dich! Always in my heart @Louis_Tomlinson. Yours sincerly, Harry.“
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Na? Würdet ihr Harry verzeihen?
Ich würde mich wirklich seeeeehr über eure Meinungen freuen.
Ganz liebe Grüße
Su
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