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Eine Reise in eine fremde Welt

von Rush Push
GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P16 / Gen
Electra Greaseball OC (Own Character)
14.10.2018
24.06.2020
39
100.734
4
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
12.12.2018 2.250
 
Herzlich willkommen zurück und... Wo ist Greaseball?

~Weg~

Wie, weg?! Wir haben gerade ein Review beantwortet... Der kann doch nicht einfach abhauen

~Offensichtlich schon...~

Dann hol ihn zurück. Ich brauche ihn für die Ankündigung, ich habe da eine wirklich tolle Nummer geplant

~Sehe ich aus, wie sein Babysitter? Geh du doch, Autorin~

Ich muss das Kapitel ankündigen?!

~Ohne Greaseball für deine Nummer?~

*zur Antwort ansetz* *grummel*

~*triumphierend grins*~

Gut, wenn du ihn nicht suchen willst und ich ihn nicht suchen kann...

~Theoretisch könntest du~

Und dich allein an meinem Laptop lassen, ja? Soweit kommt es noch...

~Vielleicht können die Leser ihn ja suchen...~

What?!

~Leserschaft, wenn ihr Greaseball seht... Sagt ihm, dass er nicht wiederkommen braucht. Ohne ihn ist es viel besser hier~

Was?! Nein! Elec-

~Viel Spaß bei dem Kapitel!~

__________________
     
„Na dann. Wollen wir mal, Grease!“ Aufmunternd klopfte Markus dem ehemaligen Diesel mit einem breiten Lächeln auf den Rücken, ehe er in die Küchennische ging.
     Greaseball folgte ihm und setzte sich dann auf einen der Barhocker, ehe er Markus misstrauisch betrachtete.
     Einerseits weil er verwirrt war. Markus hatte ihn gestern praktisch zusammengestaucht und heute sprach er dem Diesel, als wäre nie etwas vorgefallen. Auf der anderen Seite: Hatte Christine gesagt, er und Markus sollen Mittag machen? Frauen hatten zu kochen, aber nicht er.
     Markus schien sich daran nicht sehr zu stören, sondern legte summend ein großes Brett vor dem Diesel, dazu ein Messer und Knollen, die der Diesel nicht wirklich kannte. Allgemein war die Küche ihm fremd. Das war Dinahs Bereich, nicht seiner.
     Markus erkannte seine Ratlosigkeit und lachte etwas: „Das sind Zwiebeln. Du musst zuerst die braune Schale entfernen und dann in Würfel schneiden. Kriegst du das hin, ohne dir einen Finger abzuschneiden?“
     „Wieso sollte ich so etwas schneiden? Das ist Frauenarbeit!“, protestierte der Diesel und schob das Brett weg, ehe er angewidert die Zwiebeln betrachtete.
     Markus sah ihn eine Weile schweigend an, ehe er sich auf den Tresen lehnte und sich zu Greaseball beugte: „Soll ich dir mal ein Geheimnis stecken? Diese Zwiebeln…“, er deutete mit seinem Finger auf das Gemüse, ehe er weitersprach: „… die sind nur für ganz harte Kerle.“
     Greaseball hob die Augenbraue: „Für wie blöd hältst du mich eigentlich?“
     Markus richtete sich in seine volle Größe auf, schloss die Augen und zuckte mit den Schultern: „Ich sag nur, wie es ist. Sogar ich habe bei den Dingern geheult.“
     Greaseballs Augen wurden groß, ehe er zu den Zwiebeln sah. Wie konnte so ein Gemüse dafür sorgen, dass jemand wie Markus heulte?
     „Aber wenn du dich das nicht traust, dann verstehe ich das.“ Markus war schon dabei das Brett wegzuziehen, da packte Greaseball das Messer und zog die erste Zwiebel zu sich. Er würde Markus zeigen, wer hier der härtere Kerl war.
     So begann er umständlich die Schale der Zwiebel zu entfernen.
     
***


     Christine griff nach einer Salbe, die sie aus dem Bad in der oberen Etage geholt hatte und rieb damit Electras Rücken ein, der mehr blaue Stellen als andere aufwies.
     Was auch immer dieser Schläger getan hatten, sie hatten auf ihn eingetreten, als Electra schon am Boden lag. Solche Typen waren ihr ja die liebsten. Feiglinge! Sie hoffte, dass Greaseball sich angemessen in Electras Namen revanchiert hatte.
     Sie drückte ein wenig der Salbe aus der Tube und begann dann den nackten Rücken der ehemaligen E-Lok einzureiben. Dieser zischte nun überrascht auf.
     Christine konnte nicht sagen, ob Electra das tat, weil es ihm wehtat oder weil es plötzlich so kalt geworden war.
     „Tut mir Leid.“, entschuldigte sie sich und rieb dann den Rücken weiter ein. Eine Antwort erhielt sie nicht, was sie nicht sonderlich verwunderte.
     Electra saß der Schreck von gestern vermutlich noch immer in den Gliedern. Immerhin hatte er vor ihr sein Oberteil ausgezogen. Und er war freiwillig auf sie zugegangen um nach Hilfe zu fragen. Das war in ihren Augen ein unangefochtener Erfolg.
     Sie konnte nur erahnen, wie es in der ehemaligen E-Lok aussah. Er war wahrscheinlich verwirrt, verstört und rastlos. Sie konnte es sogar verstehen. Sie war zwar keine Psychologin – ihre Fachrichtung war die Chirurgie – aber sie wusste, dass Electra noch immer unter dem Schock stand. Und dieser war immer sehr individuell. Vor allem im geistigen Bereich.
     Sie atmete durch, während sie sich entschied, mit Electra so feinfühlig wie möglich, über diese Sache zu reden: „Electra, wir denken jetzt nicht schlechter über dich, wenn du das denkst.“
     Schweigen war ihre Antwort. Electra zeigte keinerlei Reaktion, dennoch wusste Christine, dass er ihm zuhörte, also sprach sie weiter, während sie erneut Salbe in ihre Hand drückte: „Das hätte jedem passieren können und du hattest Glück, dass du so glimpflich davon gekommen bist. Es hätte viel schlimmer enden können. Glaub mir, ich habe das schon oft genug gesehen.“
     Schweigen.
     „Ich will dir damit nur sagen… Wenn du Probleme hast, damit zurecht zu kommen, dann kannst du jederzeit zu mir oder Markus kommen. Ich verspreche, wir werden es niemanden erzählen.“ Sie blickte fest in seinen Rücken, ehe sie diesen weiter einrieb: „Wenn du das aber in dich hereinfrisst, wirst du damit nie abschließen können, verstehst du? Es könnte eines Tages vielleicht noch schlimmer werden...“ Sie schüttelte den braunen Schopf: „Ich will dir damit keine Angst machen. Nur das Angebot, dass du nicht allein bist.“
     Erneutes Schweigen. Christine seufzte stumm und schlug die Augen nieder, ehe sie sie Tube mit der Salbe verschloss. Es brachte nichts, wenn sie Electra zu einem Gespräch zwang. Die ehemalige E-Lok musste von allein kommen. Ansonsten hatte das alles keinen Zweck.
     Gerade wollte sich von dem Bett erheben, auf dem die beiden saßen, da wurde sie aber an ihrem Unterarm festgehalten.
     Überrascht sah sie auf ihren Arm und japste erstaunt auf, als Electra sie in eine Umarmung zog. Eine kurze Weile war Christine nicht in der Lage, darauf angemessen zu reagieren. Zu groß war die Überraschung, immerhin war Electra nicht derjenige, der mit Sentimentalitäten um sich warf.
     Nach einigen Sekunden, erwiderte sie aber die Umarmung und strich Electra über den Rücken. Solange die Wunden noch frisch waren, war es das Beste, wenn sie Electra zeigte, dass es nicht schlimm war, auch einmal Schwäche zu zeigen.
     Sie hatte von Anfang an gewusst, dass Electra tief in sich, gar nicht so arrogant war, wie er sich immer gab. Christine vermutete eher, dass Electra diesen übertrieben Narzissmus eher als Schale genutzt hatte; das glaubte im Übrigen auch bei Greaseball, auch wenn dem bei dem ehemaligen Diesel schwerer werden würde, die harte Schale zu knacken.
     Nein, Electra und Greaseball waren in Wahrheit keine so schlechten Kerle. Man musste ihnen nur einmal zeigen, dass sie sich nicht immer so aufspielen mussten, damit man sie mochte.
     Und sie mussten sich nicht einmal groß ändern. Das wäre ja auch gar nicht möglich. Man konnte eine Persönlichkeit nicht einfach ändern. Man ist, wer man ist.
     Man musste nur lernen, auch einmal „Schwächen“ zuzulassen, auch wenn diese „Schwächen“ nicht wirklich Schwächen waren.

     Nach einer Weile löste sich Electra schließlich von ihr und blinzelte sie einige Male an. Christine erkannte Spuren von Tränen auf seinen hohen Wangenknochen, lächelte aber nur, als Electra diese eilig fortwischte.
     Er sollte ruhig verstehen, dass es für sie nichts Schlimmes war, wenn er Gefühle zeigte. Dennoch erhob sich Electra nun schnell und warf sich sein Oberteil über und sie eine Weile schweigend ansah.
     „Geht es dir jetzt besser?“, fragte sie verständnisvoll und musste beinahe Kichern, als Electra sich um eine hochnäsige Antwort bemühte: „Selbstverständlich. Ich bin eine E-Lok.“
     „Schön, dass du deine Arroganz nicht verloren hast.“, kicherte die junge Ärztin und erhob sich, während sie Electra dabei zusah, wie er sein Oberteil zuknöpfte – die E-Lok trug wie immer ein Knopfhemd. Dieses Mal in einem dunklen Blau.
     „Und dein Rücken?“, fragte sie weiter, jedoch horchte sie überrascht auf, als von unten Schreie erklangen.
     Electra runzelte verwirrt die Stirn, was man unter dem Verband nur schwer erkennen konnte und sah im Anschluss zu Christine, die seinen Blick ratlos erwiderte.
     Danach verließen sie das Zimmer und wurden Zeuge eines denkwürdigen Anblicks.
     
     Greaseball sprang wie Rumpelstilzchen in der Wohnung herum und rieb sich seine Augen, während er farbenfroh vor sich hin fluchte.
     Markus stützte sich auf dem Tresen ab und lag vor Lachen beinahe auf dem Boden. Electra und Christine sahen den beiden sprachlos zu.
     „Verdammt Scheiße! Das brennt! Wer hat diese beknackte Zwiebel gekauft?!“, brüllte der ehemalige Diesel, während Christine nun auch leise lachte und zu Markus sah.
     „Du hast ihm die Zwiebeln auf’s Auge gedrückt?“, lachte sie über den Wohnbereich hinweg und bekam nur ein Nicken von Markus. Zu mehr war der Pfleger auch gar nicht mehr imstande. Er hatte genug damit zu tun, sich vor Lachen noch auf den Beinen zu halten.     
     Electra schmunzelte nun auch und verkniff sich ein Kichern, ehe er die Treppe hinunterstieg und neben Greaseball stehen blieb, der sich nun dazu übergegangen war, sein Oberteil dazu zu benutzen, um seine Augen auszureiben.
     „Was denn? Wird die große und starke Diesellok etwa von einer kleinen Zwiebel besiegt?“, höhnte Electra triumphierend, während er die Arme verschränkte.
     Greaseball blieb in gebeugter Haltung stehen und rieb sich seine Augen: „Sei froh, dass ich nicht weiß, wo du stehst!“
     Christine hatte sich schneller im Griff und durchquerte den Wohnbereich bis zur Küche, ehe sie sich die Zwiebeln nahm. Greaseball hatte gerade einmal eine halbe Zwiebel geschnitten, aber schon jetzt merkte Christine, dass die Zwiebeln sehr scharf waren.          Dennoch schnitt sie weiter und schüttelte belustigt den Kopf, während sie das Gefühl hatte, Markus neben ihr, würde jeden Augenblick vor Lachen ersticken.

     Greaseball, der sich inzwischen etwas beruhigt hatte, sah mit feuerroten und feuchten Augen zu Christine und konnte es nicht fassen. Christine schnitt die Zwiebeln, als wäre es die einfachste Sache der Welt. Wie machte sie das?!
     Electra ging an ihm vorbei – mit einem breiten Grinsen auf den Lippen: „Oh, Greaseball! Tränen? Schön, dass du uns auch endlich deine gefühlvolle Seite zeigst.“
     Der Diesel rieb sich mit seinem Arm über seine Augen und sah Electra böse an, während er schnaubte.
     „Gesundheit!“, kam es nun von Electra, der sich auf einen der vier Barhocker setzte. Greaseball nahm auch auf einem Hocker Platz, jedoch am anderen Ende der Reihe.
     Er ignorierte Electras dämlichen Kommentar und sah zu Christine, die schon die zweite Zwiebel genommen hatte: „Dafür, dass deine Freundin ein Speisewaggon ist, verstehst du verdammt wenig vom Kochen.“
     Sie lächelte ihn an, während Greaseball beleidigt das Gesicht verzog.
     „Kochen ist Frauensache.“, meinte er nur und sah zu Markus, der sich an den Tresen lehnte. Den amüsierten Blick versuchte er zu ignorieren. Die Betonung lag auf dem Wort „versuchte“. Greaseball scheiterte kläglich und fauchte Markus an: „Hör gefälligst auf damit! Du hast mich reingelegt!“
„Würdest du mehr in der Küche bei euch zuhause machen, würdest du wissen, dass niemand gerne Zwiebeln schneidet.“ Markus warf einen Blick zu Christine, die ihn mit erhobener Braue ansah. Richtig, seine Freundin mochte es,  Zwiebeln zu schneiden, deswegen fuhr er gelassen fort: „Außer Christine, aber die ist ja auch eine Hexe.“
     Dafür kam direkt ein Handtuch in seine Richtung geflogen, dass Christine gerade in der Hand gehalten hatte.
     „Kann ich bestätigen.“, fügte Greaseball hinzu und musste sich ducken, um nicht das nächste an den Kopf zu bekommen, dass Christine zu greifen bekommen hatte. Ein leises Lachen konnte er nicht unterdrücken. Er konnte nicht einmal sagen, was genau Christine nach ihm geschmissen hatte.
     „Sehr richtig.“, antwortete nun auch Electra schmunzelnd und Christine warf der E-Lok einen fassungslosen Blick zu: „Okay, wisst ihr was. Ihr macht  heute das Essen, wenn ihr euch schon gegen mich verbünden könnt.“
     Damit zog die Ärztin ab und verschanzte sich schadenfroh in ihrem Zimmer. Das dürfte noch sehr interessant werden.
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