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Eine Reise in eine fremde Welt

von Rush Push
GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P16 / Gen
Electra Greaseball OC (Own Character)
14.10.2018
24.06.2020
39
100.734
4
Alle Kapitel
57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
08.12.2018 2.798
 
Hier sind wir wieder und ich hoffe einfach mal, dass ich mich wegen diesen Kapitels nicht umbringt... Aber ich habe schon bemerkt, dass es unter den Lesern Sadisten gibt, die ähnlich wie ich sind...

~*fassungslos Leserschaft anseh* Es gibt da draußen Leute, die es mögen, dass ich zusammengeschlagen werde?~

-Wir dürfen Electra zusammenschlagen?-

~NEIN, DARFST DU NICHT!~

-Die haben es aber getan *auf Kapitel deut* Und ich bin der Held der Geschichte... Von mir aus, kann das immer so weitergehen-

~*ihn böse anfunkel*~

Viel Spaß bei dem Kapitel...

_______________

     Electra konnte nicht sagen, wo es im Moment am meisten wehtat. Sein Kopf dröhnte unerträglich laut, seine Ohren gaben ein unerträgliches Fiepen von sich, seine Nase war dicht, da sie nun angeschwollen war und jedes Mal, wenn die E-Lok versuchte durch Schniefen seine Nase zu befreien, so hustete er im Anschluss kläglich, da er nur das Blut nach oben zog.
     Er hatte seine Arme in seinen Magen gepresst und versuchte die Schmerzen, die in wellenartiger Form immer wieder kehrten, ohne einen Laut zu ertragen.
     Sein Rücken schmerzte unerträglich, seine Nase pochte und Electra war nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen. Er kniff die Augen zusammen und rollte sich tiefer in seine kokonartige Form. Nur so konnte er sicher sein, dass niemand ihm weiterhin ernsthaft wehtun konnte. Zumindest hoffte er das. Schutz zu suchen war im Moment sein einziger vernünftiger Gedanke, den er fassen konnte. Ansonsten beherrschte nur eine Emotion, ein Gefühl, ein Empfinden und ein Gedanke sein ganzes Wesen:
     
     Schmerz.
     
     Er öffnete erst wieder die Augen, als er zwei starke Hände an seinen, bebenden Schultern spürte, die ihn nach oben zogen. Schmerzerfüllt jaulte die ehemalige E-Lok auf, wie ein geprügelter Hund und wäre beinahe wieder in sich zusammengesackt, hätte ein scharfer Schmerz in seiner Wange ihn nicht dazu gezwungen, aufzusehen.
     Greaseball stand vor ihm und hatte ihm eine gescheuert.
     „Reiß dich zusammen! Du bist selbst schuld, was legst du dich auch mit diesen Idioten an, he?!“, fauchte der Diesel ihn an. Electra verstand nur die Hälfte von dem, was Greaseball ihm sagte, aber er wusste, dass er stinksauer war.
     Nicht in der Lage, irgendetwas zu sagen, begann die E-Lok kraftlos zu zittern, sodass seine Zähne aufeinander schlugen. Hilflos versuchte er seine Hände auf seine Ohren zu pressen und schloss die Augen.
     „Bitte nicht.“, murmelte er nur und schüttelte den Kopf. Er wollte nicht, dass Greaseball ihn noch einmal schlug. Sah er denn nicht, dass er Hilfe brauchte?

     Greaseball blinzelte überrascht, als Electra ihn bat aufzuhören. Electra hatte ihn noch nie um so etwas gebeten. Genauso wenig hatte die ehemalige E-Lok so heftig gezittert, wie er es im Moment tat.
     Greaseball wusste nichts mit sich anzufangen. Noch nie hatte er die E-Lok so erlebt. Von Rusty hätte er so einen emotionalen Zusammenbruch erwartet, aber nicht von Electra.
     Hilflos sah sich der Diesel um. Er musste zurück zu Christine. Am besten war es, wenn er Electra zurück in die Wohnung brachte. Dort würden Christine und Markus bestimmt auftauchen. Hauptsache klappte Electra ihm bis dahin nicht endgültig zusammen.
     „Na komm schon, du Stromschlucker. Gehen wir zurück“, murmelte Greaseball und hievte Electra ein wenig hoch, ehe er dessen Arm um seine Schultern legte.
     Als er jedoch losgehen wollte, folgte Electra ihm nicht.
     Ein Verdrehen seiner Augen unterdrückend, wandte er sich an Electra und sprach beruhigend auf ihn ein. Auch das war sehr untypisch für ihn, aber was tat man nicht alles, um Electra zu helfen?
     „Hey, ich schreie dich nicht mehr an, okay? Aber Christine muss mal ein Auge auf dich werfen.“
     Er erachtete es für besser, wenn er ruhig auf Electra einredete. Der Kerl stand ja völlig neben sich. Sogar so sehr, dass Greaseball sich darüber nicht lustig machen konnte. Nein, ganz im Gegenteil. So ungern der Diesel es auch zugab, aber das Verhalten der E-Lok bereitete ihm Sorgen.
     „Komm schon“, meinte er nun leise und sah Electra intensiv an, während er sich sehr überwinden musste, die nächsten Worte rauszubringen: „Du sagst doch immer, dass du so stark und toll bist. Jetzt ist der Moment es auch zu beweisen.“
     Er legte erneut den Arm Electras um seine Schultern und zog die ehemalige E-Lok dann mit sich. Es ging zwar nur langsam voran, aber immerhin sträubte sich Electra nun nicht mehr, seine Hilfe anzunehmen.

***


     Christine warf ergeben die Arme in die Luft: „Vergiss es. Die finden wir nicht mehr.“
     „Und jetzt?“ – „Ich weiß es echt nicht. Wir können nicht zur Polizei und auf eigene Faust sie zu suchen, das dauert zu lang.“, murmelte die Ärztin und verschränkte die Arme.
     „Lass uns anders an die Sache herangehen. Wo haben wir Greaseball zuletzt gesehen?“, fragte Markus nun und hob beruhigend die Hände, während Christine nachdenklich in eine Gasse sah: „Dort wo ich auf euch gestoßen bin, habe ich ihn zuletzt gesehen. Warum war der eigentlich so angepisst?“
     „Ich habe ihm gesagt, was für ein Arschloch er ist, wenn du es unbedingt wissen willst.“ – „Das erklärt zumindest warum er die Fliege gemacht hat.“
     Christine reagierte gelassener als gedacht, während sie Markus beeindruckt ansah. Markus war nicht leicht aus der Ruhe zu bringen und man musste schon ganz schön viel verzapfen, damit das geschah.
     Sie fragte sich, was Greaseball getan hatte, damit Markus ihm die Meinung geigte.
     „Dann lass uns zurückgehen und nachsehen, ob es dort irgendwelche Nebenstraßen gibt, in die er gegangen sein könnte. Vielleicht finden wir ihn ja. Dann kann ich ihm den Arsch aufreißen.“, sagte Christine, während sie versuchte, noch ein wenig ihrer guten Laune zu behalten.
     Markus ging auf ihren makabren Witz nicht ein, nickte nur und folgte ihr dann. Hoffentlich würden sie Greaseball und Electra finden.
     Die junge Ärztin war sich ziemlich sicher, dass sich ihre Welt sehr von der Welt der Loks unterschied. Die sprangen vermutlich von einem Fettnäpfchen ins Nächste.
     
     Schnell war die schmale Gasse verloren, in welcher beide Greaseball zuletzt gesehen hatten. Christine kam schwer atmend zum Stehen und sah sich um, ehe sie auf eine Nebengasse zeigte: „Dort! Das ist die einzige Nebengasse.“
     „Dann lass uns die am besten versuchen.“ Markus nickte ihr zu, ehe die beiden ihren Weg fortsetzten.
     Während sie der Gasse folgten, schwiegen sie. Zumindest solange, bis Christine etwas fragte: „Was genau hattest du eigentlich Greaseball gesagt?“
     „Ich sagte ihm, dass er ein Narzisst sei und nur so tut, als wäre er so toll. Dass er in Wahrheit gar nicht so toll ist und ein sehr geringes Selbstwertgefühl hätte.“, erklärte Markus kühl, was Christine dazu brachte, beeindruckt zu nicken.
     „Damit hast du das Feingefühl eines Presslufthammers an den Tag gelegt. Das ist ja für gewöhnlich Greaseballs Art, findest du nicht?“ Mit einer hochgezogenen Augenbraue wandte sie sich zu ihrem Freund um, der nur kühl mit den Schultern zuckte: „Es ist die Wahrheit. Wenn er das nicht verkraften kann, dann bestätigt das nur meine Aussage ihm gegenüber.“
     „Wow, bei dir hat er es sich im Moment wirklich verscherzt.“ Christine konnte sich, obwohl die Situation so ernst war, ein Grinsen nicht verkneifen.
     „Was hat er überhaupt getan um eine derartige Ansage zu verdienen?“ – „Er meinte, es sei ihm egal, was mit Electra passieren würde und dass er ihn nicht einmal suchen würde, würde er ihn nicht für seinen Heimweg brauchen.“
     „Gut, dann hat er es wirklich verdient.“ Christine blieb an der nächsten Gabelung stehen und sah unschlüssig hin und her: „Und jetzt?“
     Markus seufzte und schüttelte den Kopf, ehe er seine Stimme erhob: „Greaseball! Verdammte Scheiße, wo bist du?“
     Christine zuckte zusammen, als ihr Kumpel plötzlich losschrie und rieb sich im Anschluss ihr Ohr: „Danke für den Tinnitus.“
     „Ein Versuch war es wert.“, murmelte Markus, ehe er sich leise entschuldigte. Als sie dann aber Schritte vernahmen, horchten sie auf.
     Synchron sahen die beiden zu dem rechten Weg und konnten ihren Augen nicht glauben, als Greaseball mit Electra um die Ecke kam.
     Eigentlich hatte Christine ja vorgehabt, die beiden zusammenzustauchen, sobald sie sie wiederfanden, aber als sie sah, in was für einen Zustand sich Electra befand, schrillten bei ihr sämtliche Alarmglocken.
     Sie warf einen Blick zu Markus, der nun auch einige Nuancen bleicher geworden war, ehe sie zu den beiden ehemaligen Loks stolperte.
     Sofort überprüfte sie Electra nach Verletzungen und erkannte zunächst nur die Nase und eine Platzwunde an der Schläfe.
     „Was ist passiert?“, fragte sie an Greaseball gerichtet, ohne den Blick von der ehemaligen E-Lok zu nehmen.
     „Er wurde von vier Typen zusammengeschlagen. Keine Ahnung, was genau passiert ist. Als ich dazukam, lag er auf dem Boden und sie hatten auf ihn eingetreten.“, erklärte Greaseball und machte Platz nickte Markus dankend zu, der nun Electras anderen Arm um seine Schultern legte.
     „Der ist total merkwürdig drauf. Er zittert und ist ganz kalt. Außerdem habe ich das Gefühl, dass er jeden Augenblick losflennt. Und ich glaube er hat sich in die Hosen gemacht.“, zählte Greaseball auf, während Christine sofort wusste, was mit Electra nicht stimmte. Er hatte einen gehörigen psychischen Schock. Nichts Ungewöhnliches nach diesem physischen Trauma.
     Sie nickte: „Er hat einen Schock. Lasst ihn uns nach Hause bringen. Da kann ich mich um ihn kümmern.“
     Sie warf Markus einen Blick zu, der ihr zunickte, ehe die vier sich auf den Weg nach Hause machten.

***


     Zuhause angekommen, brachten Markus und Greaseball Electra hoch in das Gästezimmer, während Christine den Medizinschrank im Bad plünderte.
     Sie hechtete die Treppenstufen nach oben und legte alles vorsichtig ab, ehe sie zu Markus sah: „Kannst du mir bitte etwas holen, damit ich die Wunden desinfizieren kann?“
     Sie wartete gar nicht auf die Antwort von Markus, sondern wandte sich an Electra. Sie nahm die Decke, die sie vom Bett genommen hatten, rollte sie zusammen und legte Electras Beine nach oben, während sie ihm sanft über die Hand strich: „Keine Sorge, Electra. Es ist alles wieder gut.“
     Als daraufhin nur ein jämmerliches Wimmern kam, seufzte sie. Das war ein typisches Verhalten von Schockpatienten. Sie standen sehr oft neben sich. Kalter Schweiß, Zittern, Angst, Depression, Überaktivität. Das waren alles Symptome, die deutlich auf einen Schock hinwiesen.
     Es war aber dennoch eine sehr individuelle Sache. Dass Electra nun Angstzustände hatte konnte man logisch nachvollziehen. Die E-Lok war es vermutlich gewohnt, dass man ihn anhimmelte und mit Komplimenten bewarf. Dass man sofort den Schwanz einzog, wenn er es befahl. Dass nun vier Typen ihn, eben wegen dieser Arroganz zusammengeschlagen hatten… Electra hatte das nie erwartet. Das war für ihn eine neue Situation. Zum ersten Mal stand er nicht über den anderen, sondern stand am anderen Ende der Nahrungskette.
     Zumindest vermutete Christine das und dankte Markus, als er mit den Sachen zur Desinfektion kam.
     Ein einfaches Wunddesinfektionsmittel, das man in jeder Apotheke bekam. Sie als Ärztin verzichtete nur ungern darauf.
     So begann sie Electras Wunde an der Schläfe zu desinfizieren. Anfangs zuckte die ehemalige E-Lok noch weg, blieb aber dann ruhig, als Christine ihm beruhigend zuflüsterte.

***


     Greaseball sah auf, als Markus die Wendeltreppe hinunter kam und atmete tief durch, ehe er von dem Barhocker sprang und zu dem Pfleger ging: „Markus?“
     Fragend sah er Greaseball an, der nur seinen vergipsten Arm hob: „Einer der Schläge hat mich mit seinem Messer angegriffen. Und getroffen. Könntest du dir das einmal ansehen?“
     „Klar. Setz dich auf die Couch.“ Markus deutete auf die Couch, auf die sich Greaseball setzte, während Markus nach oben ins Gästezimmer verschwand.
     Greaseball war das ganze sehr unangenehm. Einerseits ärgerte es ihn, dass er überhaupt verletzt wurde. Auf der anderen Seite war er… verwirrt. War das das richtige Wort? Es war das erste Wort, das ihm in den Sinn kam, wenn er an die momentane Situation dachte.
     Noch nie war er in einer solchen Lage gewesen, wenn man mal davon absah, dass er im Moment ein Mensch war. Was ihn mehr verwirrte war, wie nah es ihm eigentlich ging, dass Electra so verstört in seinem Zimmer lag. Noch nie hatte er die E-Lok so erlebt, noch nie hatte Greaseball so selbstlos gehandelt.
     War es denn selbstlos von ihm gewesen? Eigentlich war es ihm nur darum gegangen, einen Weg zurück zu finden. Für den Fall, dass er es ohne Electra nicht schaffte.
     Aber irgendwie war es ihm die ganze Zeit nicht darum gegangen. Er konnte es sich einreden; das war eine Sache. Aber wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann war es ihm schon an die Nieren gegangen, dass diese Typen die E-Lok verprügelt hatten. Wenn jemand diese Lok fertig machen durfte, dann war er das. Außerdem würde er niemals jemanden derartig verprügeln. Nie!
     Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Markus sich neben ihn setzte. Mit ein paar Utensilien, die Greaseball aber nicht genauer betrachtete.
     Stattdessen sah er Markus dabei zu, wie Markus vorsichtig den schwarzen Verband entfernte, ehe er die Gipsschiene entfernte, die schon eine verdächtige Rotfärbung angenommen hatte.
     Er hörte den Pfleger seufzen, der die Schiene auf den kleinen, gläsernen Couchtisch legte. Im Anschluss sah er sich die Wunde an. Sie war knapp über dem Handgelenk und es war Glück, dass der Diesel den Gips umhatte, ansonsten wäre die Wunde tiefer gewesen. So konnte Markus sich darauf beschränken, die Wunde mit Klammern zu fixieren.
     Greaseball sah dabei zu, wie Markus zwei, dünne Streifen hervorzog und damit seine Wunde behandelte. Er straffte sie über die Wunde, sodass sie zu gehalten wurde, nachdem er sie gereinigt hatte.
     Greaseball sah überrascht auf. Das war es schon? Er musste zugeben, dass Menschen es mit ihren Wunden zum Teil wirklich einfacher hatten. Sie mussten nicht auf Ersatzteile warten. Der Körper regenerierte sich selbst.
     Nachdenklich betrachtete er seinen rechten Arm. Er runzelte die Stirn. War sein Arm schmaler geworden?
     „Das ist normal. Du kannst die Muskeln im Moment nicht benutzen, deswegen bilden sie sich zurück.“, erklärte Markus ruhig.
     Alarmiert sah Greaseball ihn an: „Sie bilden sich zurück?!“
     Ein Nicken, seitens Markus: „Aber das geht schon. Du kannst sie ja wieder trainieren, wenn der Bruch verheilt ist.“ Markus erhob sich: „Aber den Gips können wir vergessen.“
     Er stieg die Treppen hinauf und schaute in das Gästezimmer. Greaseball hörte nicht viel, aber das war auch gar nicht nötig, denn nur eine Minute später kam Markus zu ihm, mit dem Autoschlüssel in der Hand: „Alles klar. Ab ins Krankenhaus.“
     „Wieso?“ – „Du brauchst einen neuen Gips und dann können wir auch gleich mal schauen, ob sich bei deinem Bruch was getan hat.“
     Damit ging Markus zur Tür und sah Greaseball an: „Versuch die Hand ruhig zu halten.“
     Greaseball warf noch einen Blick zum Gästezimmer und folgte dann Markus in die Tiefgarage.
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