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Eine Reise in eine fremde Welt

von Rush Push
GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P16 / Gen
Electra Greaseball OC (Own Character)
14.10.2018
24.06.2020
39
100.734
4
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57 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
06.12.2018 3.284
 
*vorsichtig um Ecke geschlichen komm* Ich komme in Frieden. Bitte, lasst die Tomaten und die Mistgabeln fallen! Es tut mir Leid, dass ihr so lange auf das neue Kapitel warten musstet, aber auf einer Baustelle in meiner Nähe wurde ein Glasfaserkabel durchtrennt und die komplette Stadt hatte kein Internet...

-Kein Internet? Du tust so, als wäre das Schlimm-

Ja... War es auch! Eigentlich bitter, wenn man merkt, wie abhängig man inzwischen vom Internet ist. Ich meine, wir hatten nicht einmal Fernsehen! Kabel-Anschluss und so.... Egal, auf jeden Fall geht es ab heute weiter und das hoffentlich ohne solche unangenehmen Zwischenfälle...

~Dabei habe ich meine Freizeit so sehr genossen~

_______________

     Christine und Markus verließen die Geschäfte wieder und das ohne einen neuen Anhaltspunkt. Die Verkäufer hatten Electra auch nicht gesehen.
     Christine fuhr sich durchs Haar und sah Markus an: „Prima. Und jetzt?“
     „Die Polizei können wir auch nicht informieren. Die beiden sind immer noch als vermisst gemeldet. Es würde Fragen aufwerfen, wenn wir Electra nun noch einmal vermisst melden.“, meinte Markus nachdenklich und verschränkte die Arme, während er auf den Boden blickte. Das Kopfsteinpflaster glänzte ein wenig im Licht der Straßenlaternen, die schon seit geraumer Zeit die Straßen beleuchteten.
     Christine ließ sich erschöpft auf eine Bank fallen und sah zu Boden. So hatte sie sich ihren Feierabend nun wirklich nicht vorgestellt. Vielleicht würde sie sich morgen krankschreiben lassen. Das wäre sogar nötig, sollten sie Electra nicht finden.
     „Greaseball, hast du eine Ahnung, wo der sein könnte?“, fragte sie nun erschöpft, ohne den Blick zu heben. Als dann jedoch keine Antwort kam, blickte sie verwirrt auf, nur um festzustellen, dass der Diesel nun auch verschwunden war.
     Sie sah fassungslos zu Markus, der nun auch sehr genervt wirkte.
     „Das darf nicht wahr sein.“, murmelte er nun und legte die Hand auf die Augen, während Christine das Gefühl hatte, dass das Ganze ein sehr schlechter Scherz war.
     „Ich bring die beiden um, das schwöre ich!“, murmelte sie nun und erhob sich, ehe sie stinkig weiterging. Greaseball und Electra sollten am besten beten, dass sie die beiden nicht fand. Das würde nämlich nicht schön werden, wenn sie die ehemaligen Loks in die Finger bekam.

***


     Greaseball ging schweigend über eine Pflastersteinstraße und sah sich suchend nach allen Seiten um, während er sich ein Aufstöhnen unterdrückte.
     Wenn er Electra in die Finger bekam, würde das unschön werden, dessen war sich Greaseball sicher.
     „Ich werde ihn umbringen. Das verspreche ich hoch und heilig.“ Sein Gemurmel war im Moment das einzige Geräusch auf der menschenleeren Straße, während er eben jene Straße hinab lief. Die Hände an seiner Seite zu Fäusten geballt.
     Zumindest seine linke Hand. Seine rechte Seite war wegen des Gipses noch immer stark eingeschränkt.
     Dabei könnte er jetzt so schön in der Wohnung sein und fernsehen. Oder einen Weg zurückfinden. Aber nein, er musste eine abtrünnige und überaus nervige E-Lok finden.
     Er konnte gar nicht in Worte fassen, was er alles mit Electra anstellen wollte, wenn er ihn erst einmal gefunden hatte. Electra würde sich wünschen, nie in sein Leben getreten zu sein.
     In seine säuerlichen Gedanken versunken, schaute der Diesel auf, als er ein höhnisches Lachen vernahm. Überrascht sah er auf und versuchte den Ursprung der Stimmen auszumachen. Er drehte sich einmal um seine eigene Achse, ehe sein Blick an einer dunklen Seitengasse hängen blieb.
     Die Straßenlaternen, die die gepflasterte Straße nur spärlich erleuchteten, fanden ihren Weg nicht mehr in die finstere Gasse. Obwohl Greaseball ein mulmiges Gefühl hatte, machte er einige Schritte nach vorn und spähte in die Gasse hinein, ehe er ein Anblick zu sehen bekam, der ihn erschütterte.
     Vier Kerle, allesamt Schränke, standen in einem Kreis um eine fünfte Person herum, auf welcher sie gnadenlos eintraten.
     Die fünfte Person lag zusammengesunken auf dem Boden, hatte sich zu einem Kokon zusammengerollt, während sie die Hände schützend über den Kopf hielt.
     Obwohl Greaseball seine Fassungslosigkeit nicht in Worte fassen konnte, so kam ihm dieses Bild sehr vertraut vor. Wie oft hatte er Rusty schon so zusammengeschlagen?
     Unter normalen Umständen hätte er das mit einem Schulterzucken abgetan und hätte seinen eigenen Weg fortgesetzt. Aber das waren keine normalen Umstände. Er kannte dieses Häufchen Elend, dass zusammengerollt am Boden lag.
     Die auffällige Kleidung, das auffällige rot-blau-weiße Haar, das jeglichen Halt verloren hatte. Tausende Fragen schwirrten wie ein Schwarm Moskitos in seinem Kopf herum, während er, wie festgefroren, das Szenario betrachtete.
     Was hatte Electra angestellt? Warum prügelten diese Kerle auf ihn ein? Warum stand er wie angewurzelt noch hier herum? Sollte er Christine und Markus suchen? Würde er diese Typen überwinden können? Sie waren eindeutig in der Überzahl. Und Greaseball erinnerte sich noch zu gut an seine vergipste Hand. Mit der konnte er unmöglich zuschlagen.
     Sicher, der Diesel hatte sich schon öfter geprügelt. Aber da war seine Gang dabei gewesen und er war nicht allein. Nicht, dass das ein Problem darstellen würde. Er konnte sich gut verteidigen. Aber es war nicht wie sonst.
     Er war ein Mensch. Er war verletzt und die Typen dort machten den Eindruck, als würden sie sich täglich mit irgendwen prügeln.
     Christine und Markus holen wäre auch viel zu riskant. Er wusste nicht, wie weit diese Kerle gehen würden und bis ins Koma geprügelt, brachte Electra ihm recht wenig.
     Er musste anders an diese Sache rangehen. Vielleicht konnte er sie weglocken. Aber wer versicherte ihm, dass sie ihm folgten? Obwohl, wenn sie so drauf waren, wie er selbst, dann würde es vermutlich genügen, sie zu beleidigen.
     Greaseball war schnell, das war nicht das Problem… Nur sein Plan hatte große Risiken. Die Chance, dass er so funktionieren würde, wie Greaseball es sich vorstellte, war sehr gering.
     Aber er musste sie ergreifen. Er brauchte Electra um nach Hause zu kommen. So atmete er durch, schloss kurz die Augen und ging dann entschlossen auf die Gruppe zu, er laut pfiff: „Hey!“
     Synchron sahen sie nun auf und taxierten den ehemaligen Diesel mit grimmiger Miene, während sie von Electra abließen. Die E-Lok senkte seinen Arm ein wenig und fixierte nun auch, aus erschöpften Augen den Diesel.
     Greaseball indes bekam ein sehr mulmiges Gefühl, sprach sich aber Mut zu. Er war Greaseball, die Diesellok. Er brauchte keine Angst vor diesen billigen Schlägern haben. Sie konnten ihm nicht das Wasser reichen und wäre seine Hand nicht gebrochen, würde er ihnen zeigen, wo der Hase lang ging.
     „Legt euch mit jemanden an, der sich auch wehren kann.“, sprach der ehemalige Diesel nun mit fester Stimme weiter, ehe er sie mit einem schelmischen Grinsen stichelte: „Oder habt ihr etwa Angst?“
     Die Typen lachten auf, ehe er größte von ihnen mit einem Kopfnicken auf Greaseball deutete: „Holt euch diese Arschgeige!“
     Zwei von ihnen sahen sich an, ehe sie auf Greaseball zukamen, der sie nur angrinste. Manchmal reichte es, einen guten Eindruck zu schinden.
     Die beiden gewannen an Geschwindigkeit und rannten nun auf den Diesel zu, der langsam losging und diese beiden weglockte. Es ist klüger, sie einzeln fertig zu machen. Sonst hätte er keine Chance, zu ungern Greaseball das zugab.
     Mit einem Arm hatte er nur wenige Chancen, sich vernünftig zu wehren. Er würde von Glück reden können, wenn er ohne Blessuren aus der Geschichte herauskam.
     Schnell verschwand der Diesel hinter eine Ecke und presste sich gegen die Wand, während er sich hilfesuchend nach etwas umsah, dass man zum Kämpfen verwenden konnte. Sicher, er hatte seinen Körper. Aber er wusste nicht, ob er den beiden kräftemäßig überlegen war.
     Er hörte, während er sich gehetzt umsah, wie die Schritte näher kamen. Dazu gesellt sich eine raue Stimme: „Der ist da um die Ecke! Das ist eine Sackgasse, da kommt er Wichser nicht weg.“
     Da hatte dieser Kerl leider Recht. Greaseball hing in einer Sackgasse fest. Wenn er ganz viel Pech hatte, würden die Typen ihm den einzigen Fluchtweg versperren. Oh, Electra würde für diese Aktion noch leiden. Das schwor der Diesel hoch und heilig.
     Er sah sich gehetzt in der Gasse um, bis er einige metallene Mülleimer sah, die hoffnungslos überfüllt waren. Fliegen flogen um den Müll herum und die Deckel der Mülleimer balancierten auf den schwarzen Beuteln mit Abfall.
     Besser als gar nichts, dachte der Diesel sich und nahm sich einen metallenen Deckel, während er angewidert die Nase rümpfte. Er konnte nicht fassen, dass Menschen so etwas Widerliches fabrizieren konnten.
     Aber genauer konnte er sich nicht damit beschäftigen, denn die beiden Gegner kamen nun um die Ecke und zügelten ihr Tempo, bis sie schließlich mit einem dreckigen Lachen auf ihn zukamen.
     Greaseball machte einen Schritt zurück um einen besseren Stand zu haben und hielt den Deckel des Mülleimers wie einen Schild vor sich, woraufhin nur Gelächter ertönte.
     „Was soll das werden? Captain America, oder was?!“, lachte einer der beiden, mit blonden Haaren, die vor Fett nur trieften.
     Greaseball entschied sich, weiterhin cool zu bleiben: „Wieso? Angst? Komm doch her und dann werden wir sehen, wer zuletzt lacht.“
     Genau, mach einen guten Eindruck. Die sollen ruhig sehen, dass sie sich mit dem Falschen angelegt hatten, dachte der Diesel um sich selbst Mut zu machen.
     Dann ging alles recht schnell. Mit einem Wink, wies der Blonde dem anderen an, Greaseball anzugreifen.
     Angesprochener knackte nur unschön mit den Fäusten und kam auf den Diesel zu. Mit einem schnellen Griff, packte er den Deckel des Mülleimers und wollte ihn Greaseball aus der Hand reißen, welcher sofort geahnt hatte, was sie wollten.
     Das war ein Vorteil, wenn man selbst auch zu dieser Sorte von Schlägern gehörte. Man kannte die Tricks und Kniffe.
     Greaseball ließ zu, dass er ihm den Deckel entreißen wollte und damit seine Verteidigung fallen ließ.
     Da der schlaksige Schläger den Deckel mit Rechts gegriffen hatte, wusste Greaseball, welche Seite seine stärkere Seite war und so konnte er ihn von links angreifen.
     Ein kräftiger Stoß mit dem Knie in die Kronjuwelen seines Feindes, ließ diesen schmerzhaft keuchen, ehe der Schläger in die Knie ging, die Hände in den Schoß gepresst.
     Greaseball entriss ihm den Deckel und schlug im Anschluss mit der Kante von diesem auf den Schädel des Angreifers, der nun endgültig zu Boden ging.
     Greaseball sah auf und grinste triumphierend, ehe er die linke Hand hob und mit den Fingern den Blonden zu sich winkte.
     Dieser schnaubte fassungslos und kam auf den Diesel zu. Greaseball stieg indes über den Rücken den anderen, der nun stumm geworden war. Der Bewusstlosigkeit sei Dank.
     Dann kam schon der nächste schnelle Angriff, den der ehemalige Diesel mit dem Deckel abwehren konnte. Laut schrie der Blonde auf und schüttelte seine pochende Faust, ehe er Greaseball den Deckel entriss und ihn wegwarf.
     Greaseball erkannte seine Chance und packte den Kopf des Blonden, ehe er ihm sein Knie ins Gesicht rammte, ehe er diesen nun gegen die Hauswand zu seiner Linken schlug. Daraufhin erschlaffte auch von der Seite des Blonden jegliche Gegenwehr und er brach bewusstlos zusammen. Jetzt galt es nur noch zu warten, bis die anderen ihre Kameraden suchen kamen.
     
***


     Electra spürte, wie erneut ein Schlag seinen Hinterkopf traf und dann wieder. Und wieder. Und immer wieder. Er konnte gar nicht mehr sagen, wie oft sie auf ihn schon eingeprügelt hatten. Er schmeckte nur den furchtbaren Geschmack von Blut und bekam durch seine Nase keine Luft mehr.
     An seiner Schläfe spürte er ebenfalls die warme Flüssigkeit und er fragte sich, ob diese Kerle Greaseball nun auch erwischt hatten. Er hatte den Diesel erkannt, obwohl seine Sicht komplett verschwommen war. Und noch nie in seinem Leben war er so froh gewesen, diesen eingebildeten Ölschlucker zu sehen.
     Doch nun kam in ihm die Frage auf, ob Greaseball überhaupt in der Lage war, es mit diesem Typen aufzunehmen. Immerhin erinnerte er sich noch zu gut an den Gips an Greaseballs Arm und wenn er sich recht erinnerte, war das der Arm, mit dem Greaseball für gewöhnlich, Schläge austeilte.
     „Wo bleiben diese Idioten? Das ist doch nicht schwer, so einen Vogel zu verprügeln.“, murrte nun der Schrank und ließ von Electra ab, der dankbar aufatmete. Er warf einen Blick nach oben, um zu sehen, dass der Schrank nun in die Richtung blickte, in denen die beiden anderen verschwunden waren.
     Dann nickte er zu dem anderen, der noch bei ihnen war: „Sieh dir das mal an, Marko.“
     
     Marko nickte nun und richtete den Kragen seiner Jeansjacke, ehe er in Richtung der Gasse ging, in der seine Kumpels verschwunden waren.
     Schnell bog er um die Ecke und fuhr sich durchs Haar: „Wo, zum Fick, seid ihr? Ist es denn so schwer, diesen Idioten zu fangen?“
     Überrascht blieb er in der Gasse nun stehen, als er niemanden erblickte. Alles war leer. Ein Deckel eines Mülleimers lag vor seinen Füßen, der an einer Kante eine leichte Delle hatte.
     Marko trat diese mit seinem Fuß, ehe er aufsah und die Augen nachdenklich verengte. Er sah in die Dunkelheit der Gasse hinein und meinte, Beine hinter den beiden Mülltonnen auszumachen. Dieses Schuhpaar kannte er doch.
     Langsam machte er einen großen Schritt über den Mülldeckel und ging auf die Mülltonnen zu, nur um festzustellen, dass seine Freunde dort lagen. Beide bewusstlos.
     Was zum Teufel?!
     Er erhob seine Stimme und rief nun auch sein „Boss“: „Hey, das solltest du dir einmal ansehen!“
     Er wollte sich gerade umdrehen, um zu seinen Kumpel zurückzukehren, da sah er aber nur noch, wie der Mülldeckel, über den er gerade gestiegen war, auf ihn zukam, ehe alles um ihn herum schwarz wurde.
     
***


     Verärgert runzelte der Schrank die Stirn und hielt Electra am Kragen in der Luft, ehe er ihn achtlos fallen ließ: „Muss man hier alles allein machen?!“
     Wutschnaubend ließ er die ehemalige E-Lok dort liegen und ging ebenfalls zu der Gasse, wo er nur vor Fassungslosigkeit schlucken konnte.
     Sein Mund stand offen, während er dabei zusah, wie Marko zu Boden ging, während dieser Hurensohn, der ihn vorhin dumm angemacht hatte, zufrieden die Hände ineinander schlug, ehe er sich zu ihm umwandte.
     Das arrivierte Grinsen, ließ in ihm die Wut aufkommen, ehe er sein Springmesser zückte: „Alles muss man alleine machen!“
     
     Greaseball sah in dem letzten und größten Kerl keine große Gefahr mehr. Er hatte die anderen auch ausgeknockt und er war verletzt. Wenn er erst wieder zuhause war und Dinah erzählte, wie heldenhaft und selbstlos er Electra gerettet hatte… Sein Grinsen wurde noch breiter.
     Er griff nach seine Mülldeckel, der – trotz seines Gestanks – zu seinem neuen Freund geworden war und hielt ihn hoch: „Du willst also auch noch eine Abreibung?“
     „Dir werde ich den Arsch aufreißen, du verfickter Hurensohn!“, knurrte der Schrank nur wütend und riss Greaseball den Deckel aus der Hand, ehe er mit seinem Messer nach dem Diesel schlug, der überrascht einen Satz nach hinten machte.
     Verdammt, wann hatte dieser Kerl ein Messer gezückt?! Anstatt sich selbst in seinen Gedanken in den Himmel zu heben, hätte Greaseball eher auf seine Umgebung achten sollen. Anfängerfehler.
     Erneut machte er einen Satz nach hinten, dann wieder und wieder. Jedes Mal verfehlte ihn die scharfe Klinge nur knapp und schon bald spürte Greaseball die Wand in seinem Rücken.
     Erneut fuhr die Klinge auf ihn zu und Greaseball zog den Kopf ein, in der Erwartung, der Schrank würde ihn dort treffen wollten. Stattdessen aber traf er seinen vergipsten Arm.
     Wie Butter drang das Messer durch den harten Gips und bohrte sich in das Fleisch des Diesel, der nur überrascht nach Luft schnappte, eher er nach dem Handgelenk seines Gegners griff und versuchte das Messer aus seinem Arm zu ziehen. Ein Glück hatte dieser nicht gemerkt, dass sein Bruch in seiner Hand war. Deswegen hatte er das Messer in seinen Unterarm gejagt. Nicht besser, aber deutlich angenehmer als ein Messer in seiner gebrochenen Hand.
     Der Schrank grinste nur dreckig und drehte das Messer ein wenig, was sich als schwieriger gestaltete, als gedacht. Ein Gips war in der Hinsicht nun wirklich etwas hinderlich.
     Derartig auf seinen Spaß, seinem Gegenüber Schmerzen zuzufügen fixiert, bemerkte er nicht, wie die Hand, die bis eben sein Handgelenk umgriffen hatte, dieses nun losließ und eine Faust ihn mitten im Gesicht traf.
     Greaseball wusste nicht, ob er fluchen oder aufatmen sollte. Einerseits tat nun seine linke Hand verdammt weh – wehe, die war jetzt auch gebrochen! – auf der anderen Seite konnte er nun das Messer aus seinem Arm ziehen.
     Er betrachtete eine Weile die dunkelrote Flüssigkeit an der silbernen Klinge, ehe er zu seinem Gegner sah, der den Kopf schüttelte und dann Greaseball wütend anstarrte.
     Er blieb auf Abstand und stierte nur zwischen Greaseball und dem Messer hin und her, das Greaseball nun erhoben hatte.
     „Ich rate dir, jetzt einen Abflug zu machen, solange ich dich noch gehen lassen.“, warnte der Diesel ihn großspurig und grinste im Anschluss zufrieden, als der Typ tatsächlich Fersengeld gab.
     Es war ein typisches Verhalten. Ohne seine Freunde waren diese Typen nicht halb so hart, wie sie sich immer gaben.
     So klappte Greaseball zufrieden das Messer zusammen und steckte es in eine Tasche seiner Lederjacke. Es wäre keine dumme Idee, das Messer zu behalten. Es würde ihm noch sicher nützen.
     Aber bevor er weiter über den Nutzen des Messers philosophierte, entschied Greaseball sich dazu, Electra aufzusuchen.
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