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Eine Reise in eine fremde Welt

von Rush Push
GeschichteAbenteuer, Übernatürlich / P16 / Gen
Electra Greaseball OC (Own Character)
14.10.2018
24.06.2020
39
100.734
4
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
14.10.2018 2.305
 
Puh, ich hätte nicht gedacht, dass ich so spontan eine neue Geschichte starten würde. Wenn ich mich erst einmal vorstellen dürfte. Ich bin Rush Push und komme aus dem weit entfernten Transformers-Universum. *verbeug*
Schon seit einigen Jahren habe ich keine Geschichte mehr veröffentlicht und das hier ist das erste Mal, dass ich etwas in ein anderes Fandom schreibe.
Und da im Moment meine Starlight-Phase außer Rand und Band ist, entschied ich mich, mein Glück hier zu versuchen und euch ein wenig zu unterhalten. Meine Geschichte wird sich hauptsächlich um Electra und Greaseball drehen und es kann möglich sein, dass es längere Pausen geben wird. Ich versuche das aber zu vermeiden.
Von daher möchte ich euch nicht unnötig zuquatschen, poste hiermit das erste Kapitel und wünsche euch viel Spaß!

P. S. Und für all jene, die Rechtschreibfehler finden. Auf die ist die Jagdsaison eröffnet und sie können gerne umgehend eliminiert werden.

__________________

Es war Sommer.
Der vermutlich wärmste und langanhaltendste Sommer, den die Loks im Starlighttal je erlebt hatten. Es war unerträglich warm und das schon seit beinahe drei Monaten. Drei Monate in der brühenden Sonne; drei Monate ohne einen richtigen Regenschauer. Der wenige Regen, den sie bekamen, war wie ein Tropfen auf dem heißen Stein, der sofort verdunstete.
Die Depots der Züge hatten sich unerträglich aufgeheizt, sodass an Schlaf kaum zu denken war. Der Wasservorrat für die Dampfloks war beinahe komplett aufgebraucht und sie erhielten schon Lieferungen von anderen Bahnhöfen. Dennoch sollten Rusty und Papa keine Dienste übernehmen. Und das solange, bis es wieder richtig regnete. Das kam den beiden gerade gerecht. Es war sowieso viel zu warm um überhaupt etwas zu machen. Dennoch musste jemand die Arbeiten verrichten, immerhin konnte man die nicht einfach liegen lassen.
Und so kam es, dass Greaseball und Electra Doppelschichten schieben mussten, was den beiden selbstgefälligen Loks überhaupt nicht gefiel. Beinahe jeder durfte sich ausruhen, nur die Beiden mussten Sonderschichten schieben.
Zu einem waren die Gleisen unerträglich warm unter ihren Rädern, auf der anderen Seite brannte die Sonne mit beinahe Vierzig Grad auf ihre Lackierung, an der man sich verbrannte, sobald man sie berührte.
     
Zuerst hatten sich die Beiden vehement geweigert zu arbeiten, während die Dampfloks gezwungenermaßen Pause machen mussten, aber Papa kannte den Diesel und die E-Lok inzwischen gut genug um sie zu dem zu bringen, was er wollte.
So hatte er sich damals schulterzuckend von den Beiden abgewandt, als diese sich weigerten zu arbeiten.
„Ihr habt Recht…“, hatte er mit einer Unschuldsmiene geflötet: „… Ihr müsst das nicht tun. Das war ja auch viel zu viel verlangt. So etwas schaffen auch nur die stärksten und besten Loks. Ich werde Control bitten einen anderen Bahnhof zu kontaktieren.“
So schnell konnte die alte Dampflok gar nicht sehen, da hatten der Diesel sich ihm in den Weg gestellt; die Arme vor der breiten Brust verschränkt, während er mit beleidigter Miene auf Papa hinabsah: „Ich bin die stärkste und beste Lok!“
„Du musst das nicht tun, Greaseball. Nicht, wenn du es nicht möchtest. Es ist nicht schlimm, wirklich! Schone deinen Prachtkörper. Ich werde einfach beim Golia-Bahnhof nachfragen. Ich habe gehört, die haben da auch eine Diesellok. Die kann bestimmt deine Fahrten übernehmen.“ Er hatte dem Diesel auf die breite Schulter geklopft und ist bereits an ihm vorbeigerollt, als Greaseball sich ihm wieder in den Weg stellte: „Eine andere Diesellok? Gib mir jede Fracht die du hast und ich werde sie dir bis ans Ende der Welt ziehen!“
„Oh? Na wenn das so ist…“, er reichte dem Diesel ein Papier: „Das hier ist dein Plan. Verschlafe es nicht.“
Greaseball schenkte ihm nur ein triumphierendes Grinsen, ehe er auf den Plan gesehen hatte und einige Nuancen blasser zu werden schien.
„Stimmt etwas nicht? Wenn du Hilfe brauchst…“, wollte Papa schon anfangen, da schnaubte Greaseball aber schon: „Pah! Hilfe… Ich brauche keine Hilfe!“
Damit war der Diesel auch schon davongerollt, das Kinn in die Höhe gestreckt.
Papa drehte sich daraufhin zu Electra um, der nur seinen bunten Kopf schüttelte: „Auf gar. Keinen. Fall!“
„Das ist wirklich schade. Dann können ja all die Menschen, die mit der Bahn fahren dich gar nicht bewundern, bei diesem schönen Wetter!“
Und ehe Papa sich versah, hatte Electra ihm den anderen Plan aus der Hand gerissen und war grummelnd davongeraucht.
Papa hingegen nickte nur zufrieden und fuhr zu seinem Depot. Man brauchte ja nur an den Stolz der beiden Loks kratzen und schon taten sie alles was man wollte.
Er würde aber dennoch ein Auge auf die Beiden werfen, nicht dass sie wegen der zusätzlichen Arbeit zusammenbrachen.

Im Nachhinein könnte sich Greaseball selbst verprügeln. Diese alte Lok hatte ihn ganz gemein reingelegt. Sicher, er mochte die alte Lok, immerhin hatte er ihm schon mehr als einmal geholfen. Aber dennoch. Er könnte jetzt genauso gut in seinem Depot sein, mit Dinah in seinem Arm und irgendeinem dieser kitschigen Filme, die sie so mochte.
Diese Filme konnte er zwar überhaupt nicht leiden, aber Dinah war danach so leicht ins Bett zu bekommen, dass er diesen Mist gerne über sich ergehen ließ. Eine angemessene Belohnung, für diesen Mist. Er musste ja nicht wirklich zusehen. Die meiste Zeit surfte er mit seinem Handy und gab nur zustimmende Geräusche, wenn Dinah ihn fragte, ob er den Film auch so toll fand.
Aber nein! Stattdessen fuhr er über die glühend heißen Gleisen, mit Flap Top, Dustin und den drei Rockys im Schlepptau in den Bahnhof ein.
Die ganze Fahrt lang unterhielten sich die Frachtwaggons über den größten Blödsinn, den der Diesel je in seinem Leben gehört hatte. Zuerst ging es darum, wer mehr Fracht laden könnte. Auf der zweiten Hälfte er Fahrt waren sie dazu übergegangen irgendwelche dämlichen Lieder zu singen.
Würde Control ihn nicht zusammenpfeifen, hätte er am liebsten die Waggons abgekuppelt.
So aber hatte er sich diesen Mist über sich ergehen lassen und konnte nicht schnell genug flüchten, als sie angekommen waren.
Schnell merkte er, dass er nicht mehr die Energie hatte, wie noch vor wenigen Tagen. Diese Doppelschichten schlauchten, das konnte er nicht verleugnen. Zwar zeigte er das nicht vor den anderen, aber er war erschöpft. Lange konnte er diese Schichten nicht mehr fahren.
Als er an seinem Depot ankam, zog er an dem großen Tor nur um festzustellen, dass abgeschlossen war. Zuerst runzelte er die metallene Stirn kraus. Sollte Dinah nicht bereits zuhause sein?
Bis ihm wieder einfiel, dass sie heute eine längere Fahrt mit Electra hatte.
Greaseball seufzte und griff um seinen Hals nach der Halskette, an welcher seine wichtigsten Habseligkeiten hingen.
Schweigend betrachtete er eine Weile die feingliedrige, silberne Kette, deren Anhänger sich ein wenig drehten.
Es befanden sich genau drei Dinge an seiner Kette. Einmal der Schlüssel zu seinem Depot. Eine reine Vorsichtsmaßnahme. Er erinnerte sich noch gut, wie oft er den damals verloren hatte.
Meistens, wenn er vor den Mädchen mit seiner Geschwindigkeit geprahlt hatte. Aber auch, wenn er sich mit irgendjemanden geprügelt hatte, er ihm seiner Meinung nach, dumm gekommen war.
Papa hatte irgendwann genug davon, dass Greaseball ständig seinen Schlüssel verlor. Also drohte er ihm damit, dass der Diesel neben dem Kohlelager schlafen durfte, würde er noch einmal seinen Schlüssel verlieren.
Damals hatte Greaseball ihm das nicht geglaubt und nur spöttisch gegrinst, bis er tatsächlich seinen Schlüssel wieder verloren hatte.     
Aber entgegen seiner Vermutung, Papa würde seine Warnung nicht wahrmachen, durfte Greaseball tatsächlich die Nacht im Kohlelager verbringen. Am nächsten Morgen sah er auch dementsprechend aus. Während er damals die schadenfrohen Blicke ignoriert hatte, hatte er akribisch seinen Schlüssel gesucht und auch in einem Gebüsch wiedergefunden. Seitdem hatte er sich geschworen, seinen Schlüssel nie wieder zu verlieren.
Neben seinem Schlüssel, klimperte sein Zugehörigkeitsanhänger an seiner Kette. Jener Anhänger, den jede Lok und jeder Waggon hier hatte. Darauf stand, wer man war, zu welchem Bahnhof man gehörte, welches Baujahr man war und – und darauf war Greaseball ganz stolz – auf der Rückseite war eingraviert, wie oft man schon Weltmeister war. Er war rechteckig und bestand aus Aluminium.
Und als letztes klimperte an seiner Kette ein Schriftzug mit dem Namen „Dinah“.
Den hatte er sich nach der letzten WM machen lassen, bei welcher Rusty gewonnen hatte. Erst nach dieser WM hatte er zu schätzen gelernt, was er mit Dinah hatte und wollte ihr das auch beweisen, indem er sich ein Anhänger mit ihrem Namen hat machen lassen.
Dabei hatte er einen kitschigen Spruch abgelassen. Was hatte er noch einmal gesagt? Damit trage ich dich immer an meinem Herzen.
Dinah jedenfalls war ihm um den Hals gefallen und hatte ihm die wildeste Nacht seines Lebens beschert.

Der Diesel seufzte und schloss das Tor auf, ehe er in sein Depot rollte und sich müde auf das gelbe Sofa fallen ließ, das schon deutliche Gebrauchsspuren zeigte. Es hatte schon lang nicht mehr die leuchtende Farbe von damals und überall sah man irgendwelche Flecken, die Dinah mit Kissen zu verstecken versuchte. Es war durchgesessen und wirklich bequem war es auch nicht mehr. Aber im Moment war dem Diesel das völlig egal. Hauptsache er konnte sich endlich etwas ausruhen.
Er schloss erschöpft die Augen und wäre mit Sicherheit auch sofort eingeschlafen, hätte nicht jemand das Tor zu seinem Depot aufgerissen und hineingestürmt.
„Greaseball!“
Es war Dinah. Er könnte jetzt entweder die Augen öffnen und ihr zuhören oder zu tun als würde er schlafen. Letzteres wäre deutlich ruhiger und entspannender, aber es wäre nicht wirklich anständig. Auf der anderen Seite. Was kümmerte ihn der Anstand?
Er war hier die Lok und durfte auch schlafen, wann er wollte.
Dennoch flüsterte ihm ein kleiner Engel – woher auch immer der kam – ins Ohr, dass er vorgenommen hatte, sich zu ändern.
Murrend öffnete er seine Augen und blickte seinen wunderschönen Waggon entgegen, der begeistert noch an der Tür stand: „Du wirst nicht glauben, was heute passiert ist.“
„Ich bin gespannt.“ Wirklich überzeugend klang das nicht, aber er wollte auch lieber schlafen. Was man nicht alles tat, um sich zu bessern.
„Also, wir waren ja heute mit Electra unterwegs und der hat sich auf der Rückfahrt verfahren!“ – „Ha!“ – „Greaseball!“
Oh man, da war er schon wieder. Dieser vorwurfsvolle Ton, den sie immer anschlug, wenn er sich über jemanden lustig machte. Aber was konnte er denn dafür? Wenn diese selbstverliebte E-Lok sich verfährt, obwohl sie mit ihrer hochmodernen Technik immer aufplustert? Das war lustig.
Er zuckte nur mit den Schultern und hörte ihr weiter zu, während sie leise seufzte: „Jedenfalls waren wir mindestens eine Stunde im Wald unterwegs, bis wir auf eine Sackgasse zugefahren sind.“
„Ihr seid eine Stunde in die falsche Richtung gefahren? Irgendwann muss doch auch diese Discokugel merken, dass sie falsch fährt.“ Greaseball sah Dinah ungläubig an, die hilflos die Hände hob und mit den Schultern zuckte: „Wir hatten ihm gesagt, dass er falsch fährt, aber er war so sehr von seiner Technik überzeugt. Was soll ich da noch sagen?“
Die Diesellok musste sich ein gehässiges Lachen verkneifen, konnte aber nicht verhindern, dass er belustigt schnaubte.
Dinah blickte ihn nur kurz böse an, schüttelte dann jedoch ihren blonden Schopf und sprach weiter: „Auf jeden Fall war da diese Höhle, in die Pearl, Ashley, Buffy und ich hinein gegangen sind. Und dort waren so schöne Steine…“
Greaseball konnte nicht mehr verhindern, dass seine Kinnlade nach unten fiel: „Du hast mich geweckt, weil du schöne Steine gesehen hast?“
Geweckt war vielleicht nicht das richtige Wort. Aber es war dennoch völlig… er suchte nach dem richtigem Wort. Belanglos… Es war belanglos, primitiv und simpel.
„Solche Steine hast du noch nie gesehen. Ich wollte dich nur fragen...“, sie druckste ein wenig herum, während Greaseball sie ansah, als hätte sie ihm vom Mann im Mond erzählt.
„Weil du so groß und stark bist…“, sprach sie langsam weiter und sah in der Gegend herum. Dieses Gespräch verlief in keine besonders gute Richtung. Wenn sie ihn schon in den Himmel hob.
„Ob du mir vielleicht so einen Stein besorgen könntest.“ Sie sah ihn neugierig und schüchtern an, während sie auf ihre Lippe biss und ihre Hände in ihren Schoß drückte.
Greaseball blinzelte einige Male, ehe er seine Sprache wiederfand: „Du möchtest, dass ich nach meiner Doppelschicht, noch einmal aufstehe, zu irgendeiner Höhle fahre und dir einen Stein hole?“
Dinah druckste ein wenig herum, ehe sie scheu nickte und ihn durch ihre Wimpern ansah: „Ich dachte vielleicht… als Geschenk für unseren Jahrestag morgen.“
Jahrestag? Welcher Jahrestag?
Greaseball  blickte sie eine geschlagene Minute schweigend an, während er fieberhaft überlegte, von welchem Jahrestag sie sprach. Doch nicht etwa von ihrem, oder?
Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Er hatte ihren Jahrestag vergessen. Der war morgen! Wie war das noch mal, dass er sich ändern wollte?
„Greaseball, hast du schon wieder unseren Jahrestag vergessen?“, knurrte Dinah und stemmte die Hände in ihre metallischen Hüften.
Die Diesellok fühlte sich in ihrer Position überhaupt nicht mehr wohl. Er hatte ihren Jahrestag vergessen. Dass hatte er schon letztes Jahr und Dinah hatte ihn eine ganze Woche ignoriert. Sie hatte kein Essen mehr gekocht, hat bei ihren Freundinnen geschlafen und sich geweigert mit ihm zu reden. Von Spaß im Bett ganz zu schweigen.
Sie würde ihn eigenhändig in die Schrottpresse schmeißen, würde er jetzt zugeben, dass er wieder ihren Jahrestag vergessen hat.
„Nein.“ Er fand endlich die Sprache wieder: „Nein. Ich habe doch nicht unseren Jahrestag vergessen!“
„Sicher?“ – „Ganz sicher.“ Er erhob sich aus seiner liegenden Position und legte den Arm auf die Rückenlehne des Sofas: „Eigentlich hatte ich dir schon ein Geschenk geholt. Aber wenn du diesen Stein unbedingt haben möchtest, dann muss dein anderes Geschenk bis nächstes Jahr warten.“
Genau. Ganz cool bleiben und sie wird nichts merken, dachte der Diesel still und schenkte seiner Freundin ein selbstgefälliges Grinsen.
Sie schaute ihn dennoch misstrauisch an, ehe sie langsam nickte: „In Ordnung. Ich will dir glauben.“
Greaseball schwang seine Beine über die Kante des Sofas und rollte zum Tor seines Depots: „Also, Babe. Wo war noch einmal diese Höhle, von der du gesprochen hattest?“
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