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Don‘t ask

GeschichteHumor, Freundschaft / P16 / MaleSlash
Aomine Daiki Kagami Taiga
14.10.2018
14.10.2018
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Its my Fault



Genervt streiche ich mir durch die Haare, kratze mich am Nacken. Er schmerzt vom Training, auch das warme Bad konnte leider nichts daran ändern. Laute Musik hallt durch meinen Kopf, der Bass vibriert.

Leise seufze ich, gehe langsam die Treppen zu meinem Apartment hoch. Ich muss mich unbedingt hinlegen. In der Küche noch schnell was zu essen machen und dann auf die Couch und... Nichts tun. Vielleicht schaffe ich es ja noch ins Bett. Ins bequeme Bett.

Als ich die letzte Stufe erklimme, ziehe ich die Kopfhörer aus meinen Ohren, rolle das Kabel zusammen. Doch statt das es so viel leiser ist, höre ich immer noch Musik. Doch sie kommt nicht aus meinem Handy, sondern aus einer der Wohnungen neben mir. Wer...?

Aus meiner Hosentasche krame ich meinen Schlüssel, reibe mir leicht über die schmerzende Schulter. Das Klimpern wird übertönt. Hoffentlich geht die Party nicht mehr allzu lange.

Im selben Moment als ich meine Türe öffne, geht die neben mir auf. Ich gähne, mit der Hand vor dem Mund, und sehe zur Seite. Licht spiegelt sich auf dem dunklen Holz, laute Stimmen hallen durch den lauen Abend.

"Neeein, ich will nich!", ruft jemand, dann tapsende Schritte. Jemand stolpert raus, beugt sich über das Holzgeländer und würgt. Ich glaube es war ein Er... Und er reihert gerade total in den Busch.

"Oh man...", ich schüttle den Kopf, wende mich ab.

"Alles okay Kagami? Du solltest nach Hause gehen", meint dann Tetsuya. Ich würde seine Stimme immer wieder erkennen, auch wenn zwischen uns gerade Funkstille herrscht. Und das obwohl wir nebeneinander wohnen.

"Scheiße man...", lallt der angesprochene und reihert weiter. Der Hellblauhaarige tritt in mein Blickfeld und klopft leicht auf den gebeugten Rücken seines mir unbekannten Kumpels.

"Oh... Aomine", sagt er dann meinen Namen, worauf ich still stehen bleibe und mich ihm wieder zuwende. Mein Nacken schmerzt.

"Tetsuya... Ist alles... Okay?", frage ich höflich nach, schmeiße meinen Tasche durch die halb offene Tür. Meine Mutter hat mich gut erzogen also lege ich den Kopf schief, Hefte meinen Blick an sein Gesicht.

"Ehm.. Ja.. Eigentlich schon. Haben heute nur einen eh... Wir haben etwas gefeiert und Kagami hats übertrieben."
"Das sehe ich", erwidere ich und kann sehen wie er sich verlegen kratzt. Wieder erklingt ein Würgen. Das ist verdammt unangenehm.

"Ich glaube ich bringe ihn mal nach Hause", erklärt Tetsuya leise, streicht sich kurz durch die Haare und legt dann seine Hand auf den bebenden Rücken seines Kumpels. Ich kann es vor meinem inneren Auge sehen. Wie der kleine und dünne Tetsuya den schweren und großen Kagami auf die Schulter hievt und zu dessen Wohnung schleift. Ein wirklich erbärmliches Bild für beide.

"Soll ich ihm vielleicht bringen?"
Fast hätte ich mir auf den Mund geschlagen. Meine Mutter hat es zu gut gemeint. Zu gute Erziehung, ich will das doch eigentlich gar nicht. Doch ich kann mich selbst schalten und lehne mich nur in den Türrahmen.

"Würdest du das für mich tun Daiki?" Er nennt mich beim Vornamen. Eine Gänsehaut kriecht über meinen Rücken. Es ist viel zu lange her das er ihn ausgesprochen hat. Nicht das ich das unbedingt wollen würde... Es erinnert mich an die alten Zeiten. Längst vergangene Momente als wir auf der Teikō waren. Vielleicht hat es sich gebessert, aber nicht so weit.
Ich nicke.

"Ist kein Problem", setze ich nach, lächle ihn an. Er beäugt mich kurz perplex, neigt dann den Kopf.

"Ich schreibe dir schnell die Adresse auf."
"Alles klar."

Gähnend gehe ich in mein Apartment, schlage mir die Hand an die Stirn und öffne energisch den Kühlschrank. Daraus kralle ich mir eine Wasserflasche und trinke einen großen Schluck daraus. Kurz starre ich die Wand an, dann wische ich mir über den Mund, knalle die Flasche zurück in den kleinen kalten Raum und gehe aus meinem Heim. Eigentlich will ich doch gar nicht. Aber ich kann mich schlecht raus reden. Und ich will Tetsuya nicht so stehen lassen. Er ist ja doch immer noch tief in mir drin... Ein guter Freund.

"Soo... Bist bereit, Kagami richtig?", frage ich, schließe meine Tür und stecke den Schlüssel in die Hosentasche. Er hebt den Kopf, starrt mich mit seinen rötlichen Augen an, die verklärt und verschleiert wirken. Betrunken halt.

"Ich will aber nich", murrt er undeutlich, wendet sich von mir ab.

"Komm alter. Tetsuya muss jetzt auch schlafen und aufräumen", erkläre ich, nehme seine Schultern und manövriere ihn zur Treppe.
"Fass mich nich an man", mault er, windet sich unter meinen Bewegungen weg. Ich drehe mich kurz zu Tetsuya um, nehme den Zettel mit der Adresse und winke ihm im weg gehen zu. Er lächelt entschuldigend.

Neben dem nächsten Busch steht Kagami und starrt auf den Boden. Kurz studiere ich die fein säuberlich geschriebene Adresse, dann tippe ich den Betrunkenen an.

"Wer bistn du?", fragt er, kneift angestrengt die Augen zusammen. Echt jetzt?
"Aomine", antworte ich, schiebe ich ihn leicht nach vorne. Er wehrt ich nicht.

"Aha... Und Wass machs du hieeer?"
"Ich wohne hier. Und unser Kumpel Tetsuya hat gesagt ich soll dich heim bringen." Er ist schon nervig. Aber kann man einem Betrunkenen böse sein? Er kann ja mehr oder weniger nichts dafür und gleicht im Moment einem kleinen Kind. Grummelnd vergrabe ich meine Hände in der Hosentasche.

"Wass?", fragt er nach.
"Geh einfach."
"Wow... Dein Stimme is so rau", bemerkt er, sieht mich eindringlich an. Sein linkes Augenlid hängt herunter. Achja und nervig ist er auch. Ich verdrehe die Augen.

"Und dein Haare sin ja auch blau...", grobmotorisch greift er nach meinen Haarspitzen und zupft ruckartig daran. Wir bleiben an einer roten Ampel stehen, ich nehme seine Hand weg.

"Gut erfasst Sherlock."
"Aber Kuroschos sind schöner..."
"Es sind zwei völlig verschiedene Farben, Kagami", knirsche ich leise, blicke die Ampel an.

Seine Hand winkt vor meinem Gesicht um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
"Dein sind so Aschadunkel. Voll hässlich." Fast schon spuckt er die Worte aus. Betrunkene sind so wundervoll ehrlich und nett. Die Ampel wird grün.

"Das sagt der mir den dunkelroten Haaren. Meine sind mitternachtsblau und jetzt geh weiter."
"Man bis du grob... Gefällt mir." Irgendwie versucht er mich anzuzwinkern aber es endet in einer nicht schönen Grimasse. Und es gefällt ihm? Ist er kaputt im Kopf?

"Oh Kagami! Lauf!"
"Woher kennst du meinen Namen?!", ruft er aus, wirkt ehrlich schockiert.
Ich packe seine Schultern, drehe ihn um und drücke ihn voran. Leicht stolpert er, dann geht er plappernd weiter. Gelegentlich antworte ich mit einem 'Ja' oder 'Mmh' das er wahrscheinlich auch ignoriert.


"Ich will noch was Essen!", brüllt er plötzlich quer durch die Straßen. Zwei junge Frauen drehen sich zu uns um, ich winke nur entschuldigend lächelnd. Kagami ist die reinste und peinlichste Plage die ich je nach Hause bringen musste. Und Momoi ist schon sehr peinlich, weil sie so unheimlich anhänglich ist.

"Es gibt jetzt aber nichts. Wir sind sowieso gleich bei dir zuhause", widerspreche ich.
"Ich hab aber unger!", jammert er, wie ein verdammtes kleines Kind.
"Du bist nervig!"
"Essen!"

Ich verdrehe mal wieder die Augen, sehe mich um. Nicht weit entfernt ist ein Burgerrestaurant. Wahrscheinlich ist der Idiot nur deswegen darauf gekommen. Nächstes mal verbinde ich ihm die Augen. Obwohl! Ha! Es wird kein nächstes mal geben. Ich verkrieche mich einfach in meiner Wohnung und reagiere nicht auf Geklingel.

Murrend wechseln wir die Straßenseite, gehen in den Burgerladen. Dort hält er zum Glück den Mund, sieht zu wie ich Essen für ihn bestelle. Warum auch immer steht er plötzlich ganz nah an mir dran, umarmt mich und legt sein Kinn an meinen Oberarm. Kurz sehe ich ihn an, blicke ihm in die roten Augen.
Er ist ein Vollidiot.

Kurze Zeit später sitzen wir an einem Tisch, er packt einen Burger nach dem anderen aus. Und isst. Und isst. Er frisst so viel in sich rein, das ich eigentlich fast fassungslos bin. Und ich hoffe das er es nicht auskotzen muss. Scheiße, er verteilt fast alles auf dem Tisch. Bevor er den Tisch sauber lecken kann, halte ich ihn auf und wir verlassen das Restaurant.
Er ist widerlich.

Und er torkelt quer über die Straße. Fast bedauere ich es das kein Auto kommt. Aber meine Manieren rufen mich zur Ordnung, ich packe sieben Arm und ziehe ihn auf den Gehweg.

"Dankeee! War escht legger!", seine Augen strahlen. Etwas Sabber läuft über sein Kinn. Verwirrt wischt er es weg.

"Ja super... Jetzt komm. Wir sind gleich da", bestimme ich, ziehe ihn hinter mir her.

Murrend folgt er, wie ein getretener Hund und schmiegt sich etwas an mich. Hätte ich schon erwähnt das er ein Idiot ist? Ich hoffe ihn nie wieder sehen zu müssen.


Kurze Zeit später kommen wir an seiner Wohnung an.
"Gib mir deinen Schlüssel", meine ich erwartungsvoll und tippe fast mit der Fußspitze auf.

"Jaa... Hetz mich nisch...", murmelt er undeutlich und kramt in seiner Hosentasche. Kagami wirkt extrem angestrengt. Mit zusammengekniffenen Augen sehe ich ihm zu und tatsächlich, nach gefühlten Dreißig Minuten kriegt er es hin.

"Also den Rest schaffst du allein?", hake ich nach, sehe allerdings nur wie er mich ignoriert und in das Apartment torkelt. Dabei schmeißt er fast noch eine kleine Kommode um. Seufzend folge ich ihm, schließlich will ich mir nichts nachsagen lassen.
Er liegt bereits in seinem Bett. Breitbeinig.
"Hey Kagami? Schaffst du den Rest?"

"Zieh mich aus!"

"Ach komm. Du bist groß und kannst das selbst. Da brauchst du meine Hilfe nicht für", wehre ich ab, sehe zur Seite. Immer anständig bleiben.

"Nein... Mein Kopp schwirrt voll. Und ich seh ned richtig", jammert er plötzlich, legt den Arm über die Augen.
"Das ist normal. Aber okay. Ich Helf dir." Ich gebe nach.. Aber nur weil er so verloren aussieht.

"Danke man... Du bist echt cool. Dein Haare sind soooo blau", meint er wieder. Obwohl er sich wiederholt, lächle ich.
"Das waren sie vorher auch... Schon vergessen?"
"Ja... Glaub scho.."

Ich beuge mich zu ihm runter, öffne den Gürtel und den ersten Knopf der Jeanshose. Relativ flott zeige ich den rauen Stoff herunter, entferne die Schuhe von seinen großen Füßen. Es sind ausgelatschte Turnschuhe, in Rot. Die ganze Zeit fühle ich seinen Blick.

"Man du gehst voll ran. Und ich hab dein Namen vergessen", seufzt er und reibt sich übers Gesicht.
"Ich heiße Aomine und bin ein Kumpel von Testuya. Ich soll dich nach Hause bringen damit dir nichts passiert", erkläre ich, hoffentlich das letzte mal.

"Bist du Schwul?"

"Das ist doch egal. Und jetzt Deck dich zu. Ich gehe jetzt. Gute Nacht", zum Abschied winke ich, wende mich dann ab.

"Geh nicht!"

"Kagami! Du bist alt genug. Und jetzt schlaf. Das tut dir gut." Ein Ruck an meinen Beinen lässt mich stolpern, doch dann liege ich bereits auf dem Holzfußboden.

"Lass mich nicht allein!", schreit er mich an.
"Lass mich los, Kagami!", fauche ich zurück. Seine Finger schmerzen an meinem Bein.

"Nein! Du musst bei mir bleiben!"

Ich liege einfach kraftlos auf dem Boden, spüre wie er sich an mir hoch schlängelt. Sein Kopf liegt auf meinen Schulterblätter, fest umarmt er mich. Seine Erektion reibt sich leicht an meinem Bein.
Kurze Zeit später schnarcht er leise.

Das wird eine lange Nacht. Und wieder verfluche ich meine Manieren. Hätte ich bloß nicht gefragt.



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Sooo...
Jetz lag ich hier rum, und schau durch meine Notizen und finde dieses kleine Schmuckstück. Und dachte ich lade es mal hoch. Eigentlich sollte es was längeres werden, aber bis jetzt hatte ich keine weitere Idee. Deswegen bleibt es jetzt mal soweit allein stehen.

Aber ich hoffe es hat gefallen, wenn ja, lass doch deine Meinung da ;)

Nachtbrise~
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