[D'c I] Destiny's choice ... Spiel mit dem Feuer

GeschichteAbenteuer, Romanze / P18
13.10.2018
22.01.2019
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Dieses Kapitel
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„Setz Dich Junge.“ Walter saß hinter seinem Schreibtisch und stand auf als Bryan das Büro betrat. „Whiskey?“ Ohne lange abzuwarten, nahm er ein Glas und goss gut zwei Finger breit ein, bevor er einen winzigen Tropfen stilles Wasser dazugab und es dann Bryan reichte, bevor er sein eigenes ebenfalls wieder etwas auffüllte.

„Danke“ Stirnrunzelnd nahm Bryan das Glas entgegen, öffnete das Jackett und setzte sich in den gemütlichen Sessel, während er die Beine lang von sich streckte. „Bella sagte, Du willst mit mir reden?“ Langsam ließ er seinen Blick durch den Raum gleiten. Hier hatte sich seit Jahren nichts verändert. Immer noch war der ganze Raum mit Teakholz verkleidet, dicke und schwere Vorhänge hingen am Fenster das von der Decke bis zum Boden reichte. Und während eine Seite des Raums von dem großen Barschrank eingenommen wurde, war auf der anderen Seite ein offener Kamin über dem ein großes Gemälde seiner Großeltern und damit Walter und Mary's Eltern hing. Der einzige Unterschied lag in der großen Hundedecke, die neben dem Kamin lag und stirnrunzelnd sah er zu Walter. „Seit wann habt ihr einen Hund?“

„Seit etwas über zwei Jahren. Nach meinem leichten Schlaganfall hat der Arzt gemeint ich solle viel laufen, also hat Bella mir einen Hund aufs Auge gedrückt.“

„Was? Warum wurde ich nicht informiert, dass es Dir nicht gut ging?“ Bryan sah fassungslos auf seinen Onkel und beugte sich etwas vor, während er ihn musterte.

Walter lehnte sich zurück und fixierte seinen Neffen mit einem genervten und fragenden Blick. „Weil Bella Dich nicht erreichen konnte und weil es nicht so schlimm war. Mir geht es bestens … das ist jetzt auch nicht das Thema hier Bryan. Ich will wissen, was da los ist. Seth, Lisa und Du. Seit fast zehn Jahren kommen die beiden Jahr für Jahr zu unserem Ball. Sie sind relativ gute Freunde geworden. Du hast Dich nie für den Ball interessiert, machst Dein Ding mit Deinem Job...“ Er hob die Hand, als er sah, das Bryan was sagen wollte. „Du weißt was ich meine, dass ich, anders als Deine Tante, Deinen Wunsch respektiere und dass Du Deinen eigenen Weg gehen willst, so wie Dein Vater. Ich habe Deinem Wunsch entsprechend alles was die Firma betrifft in einen Vorstand gegeben. Selbst wenn Bella und ich nicht mehr sein sollten, brauchst Du die Firma nicht zu leiten. Der alte Anderson hat mein vollstes Vertrauen und arbeitet gerade seinen Sohn Ryan, den neuen CEO, ein. So das Du Dich um absolut nichts kümmern müsstest, außer vielleicht ein oder zweimal im Jahr die üblichen Vorstandssitzungen, wo Du Dich zeigen musst und Deine Muskeln spielen lassen kannst.  Ansonsten hat Anderson überall seine Augen drauf und passt auf alles auf.“

„Dann ist doch alles gut, warum müssen wir dann reden? Ich habe absolut keine Ahnung von dem geschäftlichen, Walter. Ich bin Marshal, kein Geschäftsmann. Ich jage und verhafte Verbrecher und keine Geldscheine.“ Bryan nippte an seinem Glas, schloss kurz die Augen und genoss den weichen Geschmack des alten Whiskeys.

Walter seufzte und Bryan öffnete wieder die Augen. Walter sah ihn an und zeigte dann auf die Türe „das Problem ist da draußen. Seth, Lisa und Du … was zum Teufel ist da los?“

„Du willst wirklich jetzt darüber reden?“

„Ja verdammt, weil es jetzt gerade stattfindet.“

Bryan seufzte „Lisa und ich haben uns kennengelernt, getroffen, was miteinander angefangen … ende der Geschichte.“

Walter fauchte auf „Sicher! ... Ich will wissen, was los ist, weil Seth, sah beim Essen nicht so aus, als akzeptiere er die Situation. Ihr seid Euch fast an die Kehle gegangen. Ich will keinen Kampf hier. Also verdammt... Die ganze Geschichte.“

Bryan schoss genervt die Augen „eigentlich geht Dich das absolut nichts an. Doch dies ist Dein Haus...“ Kurz erzählte er Walter von seiner Begegnung mit Lisa in der Mall und was seit dem passiert war. „...und jetzt sind wir hier.“
...jetzt weißt Du fast alles, außer das Seth scheinbar ein verdammter, sexueller Sadist ist, der anscheinend darauf steht Frauen zu fesseln oder zu schlagen...

„Du willst mir sagen, dass Sie denkt, Du bist ein Verbrecher? Ein verdammter Biker? Und jetzt erst hat sie erfahren das Du ein Darsteen bist? Also bist Du in ihren Augen ein Krimineller? Sie weiß nichts von Deinem Job? Himmel Junge... Und Seth denkt das natürlich auch...“ Walter fuhr sich durch die Haare und trank sein Glas in einem Zug leer. „Ich habe Deiner Tante nichts von Deinem undercover Job erzählt. Sie weiß nur das Dein Job Dich, momentan und die letzten Jahre, so beansprucht das Du selten zeit hast zu telefonieren oder mal vorbeizukommen. Du weißt, dass sie sich gerne mal verplappert, wenn sie sich unterhält.“ Grinsend stand er auf und schenkte sich erneut ein „Das war schon immer ihre Schwäche, sie will was für sich behalten und merkt nicht, wenn sie sich verplappert. Deshalb weiß sie nichts davon das Du in diesem MC steckst.“

„Sie ist gerade bei Lisa im Garten.“

„Und Lisa trägt die Kette. Gut, Du hättest sie vorhin erleben sollen als sie das gesehen hat. Sie hat sich gefreut wie ein kleines Kind. Wenn Du Glück hast, wird sie nichts von Deinem Job erzählen oder Lisa dazu drängen wollen, dass sie Dir den Job ausredet, weil sie mit Hochzeitsplänen vorbereitet ist.“ Walter sah aus den Augenwinkeln, wie Bryan blass wurde und drehte ruckartig den Kopf zu ihm. „Was ist los?“

„Lisa weiß nicht was die Kette bedeutet.“ Bryan sah blass in sein Glas und schloss dann fluchend die Augen.

„Aber...“ Walter schüttelte verwirrt den Kopf und ließ sich in seinen Sessel fallen. „...aber ... wieso trägt sie die Kette, wenn Sie nicht um deren Bedeutung weiß? Willst Du sie nicht heiraten? Warum hast Du sie ihr dann gegeben? Himmel nochmal Junge … es muss Dir doch klar gewesen sein, was hier los ist, wenn Lisa den Schmuck trägt, der Deiner Mutter gehörte und den sie ihr ganzes Leben getragen hatte. Jeder weiß um die Bedeutung der Kette, die Dein Vater ihr geschenkt hat.“

Bryan rieb sich über den Nacken und knurrte leise „Verdammt, natürlich will ich sie heiraten. Verflucht nochmal. Aber ich habe sie noch nicht gefragt. Es ist zu früh, verdammt.“

„Zu früh um sie zu fragen, aber nicht zu früh ihr die Kette zu schenken? Kann es sein, dass da gerade etwas nicht stimmt in dem Satz?“

„Sie hat bis gestern, nicht einmal zugegeben, dass sie schon lange von Seth getrennt ist. Die Kette hab ich ihr umgelegt weil...“ Fluchend stand Bryan auf und trat ans Fenster. Walter sah ihn an und seufzte lautlos.

„Die Kette trägt sie, weil sie ihr gehört. Punkt. Aber sie weiß nicht um die Bedeutung. Es erschien mir nur so verdammt richtig sie ihr zu geben.“ Bryan vergrub die Hände in den Hosentaschen und schloss erneut kurz die Augen. „Aber einen Antrag … ich wollte erst den Job zu Ende bringen und den richtigen Moment abwarten.“

„Bryan … Du kannst nicht den Job zu Ende bringen UND den richtigen Moment abwarten. Denn Du weißt nicht, wie lange Du noch in dem MC steckst. WENN Du sie heiraten willst, such den Moment, sag ihr alles, wirklich alles und dann wenn Du ihre Reaktion siehst … dann frag sie. Aber sonst wird das nie etwas werden.“ Walter lehnte sich zurück und zog die Augen zu schlitzen zusammen „An Deiner Stelle würde ich nicht zulange warten, um ihr alles zu sagen. Zumindest das solltest Du so schnell wie möglich erledigen. Frauen sind da ziemlich empfindlich, wenn es um diese Vertrauens Frage geht.“

„Ich weiß nicht wie sie reagieren wird Walter.“

„Himmel Junge … Sie liebt den Biker oder Kriminellen und hat für ihn ihren Mann verlassen, mit dem sie ...glaub fünfzehn? Sechzehn? Jahre zusammen war. Glaubst Du wirklich, dass sie Dich verlässt, wenn sie erfährt, das Du ein Marshal bist, der gerade nur undercover in dieser Szene ist? Der Mann, den sie liebt, dürfte der gleiche sein … hoffe ich mal, oder?“

Bryan drehte sich wieder um und lehnte sich gegen die Fensterbank, während er Walter ansah. „Naja, wenn ich mit dem Club arbeite, bin ich ein bisschen, … sagen wir mal so … ich habe mir meinen Respekt und Platz erarbeitet.“

„Mag sein, aber das ändert doch nichts an der Tatsache, wie Du Dich ihr gegenüber verhältst oder gibst, nicht wahr? … Ich denke mal, was sie sieht, ist, … wie Du bist, wenn ihr beide alleine seit, nicht wie Du in der Öffentlichkeit bist. Sei es als Biker oder als Darsteen … geschweige den als U.S.Marshal.“


Leise klopfte es und dann steckte Bella den Kopf durch die Türe „Ihr seid seit fast einer Stunde hier drinnen. Ihr solltet Euch mal langsam wieder unter die Menschen mischen.“


Bryan drehte ruckartig den Kopf und sah Bella stirnrunzelnd an „Wo ist Lisa?“

„Sie ist im Garten, … glaube ich, wir saßen vorhin auf der Schaukel und haben geplaudert. Doch dann hatte eine der Gäste ein paar Fragen und ich bin hineingegangen.“

Bryan sprang auf und knallte fluchend sein Glas auf den Schreibtisch, bevor er mit langen Schritten das Büro verließ. Verwirrt sahen Walter und Bella ihm hinterher.

„Warum macht ihn das so wütend, wenn sie alleine im Garten ist? Gott, er tut gerade so, als könnte ihr etwas passieren.“ Bella sah verwirrt zu Walter der nur die Schultern zuckte und dann einen Arm um seine Frau legte.

„Wer weiß schon was in Bryan vorgeht, meine Liebe. Du kennst ihn. Er macht nicht viele Worte. Er sagt so gut wie nie etwas und wenn nur das nötigste. Er ist wie sein Vater.“ Seufzend strich er sich durch die Haare „...komm lass uns zurück zu den Gästen gehen.“



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Langsam kam Seth näher und lehnte sich dann gegen einen der Pfeiler der Pergola. „Er wird Dir irgendwann weh tun Lisa. Ist es das wirklich wert?“ Er sah, dass sie etwas sagen wollte und schüttelte den Kopf. „Lass mich bitte ausreden...“

Sein Blick glitt über sie, sah wie aufgewühlt sie war, obwohl sie es zu verbergen versuchte. Himmel er kannte sie schon solange und doch sah sie gerade aus wie eine Fremde. Wunderschön, sexy und fremd. Und trotzdem schlug sein Herz einen Takt schneller, er liebte sie und würde sie immer lieben. Kurz presste er die Lippen zusammen.



Mit langen Schritten stürmte Bryan durch den kleinen Salon, den Flur entlang und dann die Treppe hinunter. Gleichzeitig warf er einen Blick durch die Flurfenster und sah hinunter in den Garten, doch bis auf wenige Lampen, lag dieser mehr oder weniger im Dunkeln.
...Du wirst eh nichts sehen, vom hell ins Dunkel sieht man nichts...


Er betrat die große Halle, wo das Orchester spielte und einige schon am Tanzen waren. Genervt schlängelte er sich durch die Paare Richtung Ausgang und versuchte den Leuten auszuweichen die mit neugierigem Blick auf ihn zukamen. Es hatte wohl blitzschnell die Runde gemacht, wer er war und nun trat genau das ein, was er befürchtet hatte. Die meisten wollten ihn kennenlernen und Mütter ihm unbedingt ihre Töchter vorstellen. Von den alleinstehenden Damen ganz zu schweigen. Es waren zwar alle in Begleitung hier, aber er sah bei einigen durchaus den berechnenden Blick. Den hatte er schon früh als Jugendlicher kennengelernt, wenn die Mädchen damals erfahren hatten, wer er war.


Endlich erreichte er die Terrassentüre und verschwand blitzschnell im Dunkeln neben der Türe. Leise ging er am Haus entlang und dann an der Mauer Richtung Pergola. Er wollte eigentlich nur das erste Stückchen Weg abkürzen und irgendwelchen Damen entkommen, die ihm vielleicht auf die Terrasse gefolgt waren, doch langsam gewöhnten sich seine Augen ans Dunkel und je näher er der Pergola kam, umso deutlicher sah er, das dort zwei Personen waren.

Langsam und leise trat er näher, bis er die beiden Personen sah und die Stimme von dem Mann hörte. Seine erste Reaktion war gewesen, vorzuspringen und den Kerl umzubringen. Doch irgendetwas hielt ihn zurück und Walters Worte kamen ihm in den Sinn.
...„Ich will keinen Kampf hier“...
Trotzdem raste glühende Eifersucht und Wut durch seinen Körper und ließen seine Augen aufglühen.



„Lisa … egal wie verliebt Du glaubst zu sein. Er wird Dich verletzten. Erinnerst Du Dich an den Marshal, der ins Haus kam, als Du … mit diesen Bikern da warst? Der Marshal jagt ihn schon seit Jahren und will ihn unbedingt ins Gefängnis bekommen. Und wenn er endlich alle seine Beweise hat, die er braucht, wird Harper's ganzes verdammtes Vermögen ihn nicht mehr retten können. Er wird verurteilt werden und für lange, sehr lange Zeit ins Gefängnis wandern. Bei dem was er auf dem Kerbholz hat, wird er wahrscheinlich niemals wieder das Tageslicht sehen.“ Langsam kam er näher, als er die Unsicherheit auf ihrem Gesicht sah und setzte sich neben sie. Vorsichtig nahm er ihre Hände in seine.


Wütend glühten Bryan's Augen noch mehr auf, als er sah wie Seth nach Lisa's Hände griff und sie streichelte. Doch noch schlimmer waren die leisen Worte die er hörte und womit Seth Lisa bearbeitete.


Lisa schluckte und merkte, wie Tränen in ihren Augen brannten. „Warum tust Du das Seth? Warum kannst Du nicht einfach akzeptieren...“

Über Bryan's Gesicht huschte trotz der Wut auf Seth ein kleines Lächeln als er Lisa's Worte hörte.
...genau, akzeptiere endlich, dass sie jetzt zu mir gehört und hau ab...

„Weil ich will, dass Du es siehst Lisa. Du bist gerade blind, … sei es, wegen dem Sex oder weil Du glaubst verliebt zu sein. Und bei all dem siehst Du die Gefahr nicht, die von ihm ausgeht. Er ist gutaussehend, reich und momentan verdreht er Dir scheinbar den Kopf. Doch was ist, wenn er verhaftet wird? Willst Du dann draußen sitzen und hoffen und warten? Oder reicht es Dir ihn vielleicht einmal die Woche oder einmal im Monat für eine Stunde zu sehen? Bis er rauskommt oder bis zu Eurem Lebensende, weil er eben nicht mehr rauskommt?“ Seth seufzte und strich ihr sanft über die Hand.

„Darling. Du hast mich verlassen, weil ich, Deiner Meinung nach, nicht mehr soviel mit Dir geschlafen habe. Aber was ist, wenn er … im Gefängnis ist? Liebe scheint Dir nicht zu reichen, denn ich liebe Dich, hab ich immer und werde ich immer und doch bist Du gegangen. Und nun überlege Dir was passiert, wenn...“

„...nicht mehr soviel? Seth, Du hast mich vielleicht einmal im Jahr angefasst und mir dabei noch das Gefühl gegeben, das es nur eine verdammte Pflichtnummer ist, damit ich ruhe gebe.“

Seth schloss kurz die Augen und sah sie dann wieder an. „Ich weiß, das ich so verdammt viele Fehler gemacht habe. Es ist einfach … ich weiß nicht, es war mir bewusst und gleichzeitig auch nicht.“ Frustriert ließ er ihre Hände los und fuhr sich durch die Haare. „Doch ich hätte niemals … Gott, wenn ich nur den kleinsten Verdacht gehabt hätte das ich Dich verlieren könnte … Lisa...“

Lisa sah auf seine Hände, die ihre festhielten und sanft streichelten. Sie wartete darauf das sich etwas in ihr tat, dass sie etwas fühlte. Doch was sie fühlte, war nicht annähernd das, was Bryan in ihr mit nur einem Blick auslöste und auslösen konnte.

„Seth, ich...“

„Nein, sag nichts. Bitte...“ Seth rutschte von der Bank und kniete sich vor ihr hin, während er immer noch ihre Hand hielt. „Lisa … Ich liebe Dich, werde ich immer tun. Gib mir eine zweite Chance und heirate mich … Bitte. Lass mich Dir beweisen, dass ich es wert bin.“

Seth hörte, wie Lisa nach Luft schnappte und ihn erschrocken ansah.

„Ich weiß, ich habe immer gesagt, dass ich niemals heiraten werde … aber, Du bist alles wert und noch mehr...“