Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Die Darcys auf Pemberley Teil XXVII

von Bihi
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Charles Bingley Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy Jane Bennet OC (Own Character)
12.10.2018
30.11.2018
37
58.425
13
Alle Kapitel
52 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
16.10.2018 1.240
 
Da mit sechs Sternen nicht so gut ein ganzer Salon zu schmücken war, hatten Silvia, Tom und Schosch noch eine Bastelstunde im Stammsitz. Das war viel toller als bei Oma und Opa, weil sie mit jedem fertigen Stern zu Mama in den Salon gingen und dann gemeinsam mit ihr den Stern aufhängten.
Jane hatte sich dafür entschieden, damit dieser Weihnachtsbrauch auch wirklich ihrer war. Sie wollte nicht, dass man ihr Heimweh unterstellte. Das hatte sie tatsächlich nicht. Dazu waren ihre Kinder viel zu lebhaft. Ihr Aufenthalt im Salon, während die Kinder mit Nanny Lydia bastelten, beruhte darauf, dass Silvia nach dem ersten Gang in den Salon wollte, dass Mama dort auf die weiteren Sterne wartete. Da Nanny Lydia meinte, sie käme mit den dreien auch alleine zurecht, gab Jane nach und schrieb in der Zwischenzeit Briefe. Sie wollte ja den Kontakt zu ihren Freundinnen nicht einschlafen lassen. Sie schrieb auch an William jr., da der Kontakt der Cousins und Cousinen nicht abreißen sollte. Auf jenem Osterball hätte sie nicht geglaubt, dass sie sich jemals dazu überwinden könnte, mehr als kalte Höflichkeitsfloskeln mit ihm zu wechseln, und nun konnte sie sich nicht mehr vorstellen, ihm oder Fanny kalte Höflichkeit zu zeigen. Er wurde freundlich behandelt, Fanny komplett ignoriert. Nicht einmal förmliche Grüße wurden an sie aufgetragen.

*

Charles und Emma waren sich natürlich einig, dass die Weihnachtszeit auf Pemberley stattzufinden habe. Die Cavendishs sahen es ein und baten darum, dass ab 1825 Ostern das große Familienfest werden sollte, an dem dann auch das Gutsherrenpaar teilnehmen sollte. Diesem Plan konnten die beiden jungen Leute freudig zustimmen.
Emma war eigentlich nicht so sehr begeistert von Weihnachten auf Pemberley. Sie befürchtete vorwurfsvolle Blicke, weil sie noch nicht empfangen hatte und die anderen Verheirateten alle bereits Kinder hatten. Als sie eine Andeutung machte, war Charles entsetzt.
„Emma, Liebling, das wird auf Pemberley niemand tun, absolut niemand! Sieh es doch einmal positiv: Wir haben dafür Zeit für uns allein, was den Paaren, die früh Eltern wurden, nicht vergönnt war. Peter und Arthur fragen vielleicht nach, wann der Liefertermin ist, aber die kennen die Zusammenhänge noch nicht. Die sind dann mit der Antwort zufrieden, dass wir den noch nicht erfahren konnten. Alles kein Problem, wirklich nicht!“
„Und wieso fragen sie nach dem Liefertermin?“
„Die glauben, Babys werden bei der Vorsehung bestellt, die dann ungeheuer lange braucht, bis sie sich entschließt, den zukünftigen Eltern einen Termin zu nennen. Arthur war bei Silvia zu der Erkenntnis gekommen, dass die Fertigung eines Babys wohl ungeheuer schwierig ist.“
Emma war jetzt getröstet. Es ging ihr ja nicht wirklich um die Vorwürfe der Verwandtschaft. Aber Charles schien auch keine Vorwürfe gegen sie vorbringen zu wollen. Das war doch wirklich angenehm.

*

Fitzwilliam starrte wieder einmal finster, diesmal auf seinen Kalender.
„Elfchen, ich habe einen dummen Fehler gemacht. Ich habe die Einladungen für den Neujahrsball für den 2. Januar drucken lassen, ohne auf den Kalender zu sehen. Das ist aber ein Sonntag und am Montag fängt die Schule wieder an, jedenfalls in Shrewsbury und wohl auch in Rugby. Na gut, auch in Kympton, aber für die Schule wäre es vielleicht zu bewerkstelligen, wenn wir den Kindern das Quieken untersagen. Für die Teilnehmer aus dem Süden ist es auch nicht machbar. Wir sollten den Ball ausnahmsweise auf den 30. Dezember legen.“
„Selbstverständlich wird der Ball vorverlegt. Ich kann mir nicht vorstellen, wie wir es bewerkstelligen sollen, dass die Mädchen nicht quieken, oder auch die Jungen. Die müssten ja nicht nur lauter Einzelzimmer bekommen, sie bräuchten auch vor jeder Tür einen Wächter. Nein, sie müssen quieken dürfen. Sieh nur zu, dass die Korrektur möglichst schnell auf den Weg gebracht wird. Schließlich müssen die eingeladenen Familien nun auch umdisponieren.“
„Ich werde George und Susan sagen, dass sie den Gästen in Kympton Bescheid sagen sollen, und Rev. Malcolm bitten, dass er es in Lambton weiterträgt. Die schriftliche Korrektur erfolgt dann so schnell wie möglich.“
„Gut, und ich schreibe an die eingeladenen Weihnachtsgäste, damit sie Bescheid wissen. Vielleicht sind sie ganz froh, wenn sie sich nicht schon wieder mit den Hauslehrern absprechen müssen.“
„Natürlich müssen sie informiert werden, aber Hauslehrer sind reine Hausangestellte und müssen sich nach dem Arbeitgeber richten.“

*

Ansonsten erinnerte diese Weihnachtszeit an die ersten, als es noch nicht so viele Kinder gab. Nur Annie und Arthur bestanden noch auf Weihnachtstrubel. Na ja, indirekt. Sie dachten einfach nicht daran, dass es ein Weihnachten auch ohne Trubel geben könnte. Niemand freute sich darüber mehr als Fitzwilliam. Gigi machte ein wenig mit. Einerseits war sie schon sechzehn, andererseits hatte sie noch nicht debütiert. Da konnte ein wenig Trubel doch nicht schaden.
Arthur genügte dieser Trubel nicht, aber er tröstete sich damit, dass zu Weihnachten wieder viele kleinere Kinder kamen, die bestimmt alle beim Trubeln helfen würden. Agatha, Marc und Anna wären bestimmt noch keine guten Trubler, aber Joany und Silvia und ihre Geschwister würden sicherlich mit Freuden helfen.
Aus dem Süden trafen nun die Antworten auf die erste Einladung ein. Man wollte es wieder so halten wie im letzten Jahr, dass die Mütter mit den Töchtern bereits am Freitag kamen, um dann am Sonnabend beim Empfangskreischen mitzumachen, nun, nicht die Mütter, aber die Töchter. Walter Gardiner sagte ab:

Liebe Elizabeth, Darcy, Dorothy, Gigi, Annie, Arthur und Onkel Bennet,
es tut mir wirklich leid, absagen zu müssen. Es geht nicht nur um meine schönen  Erinnerungen, sondern auch um den Spaß, den Daniel bei Euch hatte.
Schwager Duke kann wieder in Hampton Court feiern, sodass die Gardiners dorthin fahren werden. Zumindest hoffe ich, dass wir wenigstens dorthin fahren können. Alice hat wieder Probleme und wir hoffen so sehr, dass es diesmal mit einem Geschwisterchen für Daniel klappt. Es bricht mir fast das Herz, Alice so zu sehen. Ich bin ja tagsüber im Geschäft und kann daher nicht viel helfen, aber Mutter kommt jeden Tag für zwei Stunden oder so und beschäftigt Daniel. Das ist uns eine große Hilfe.
Ich habe irgendwo gelesen, dass viele afrikanische Völker nur zwei oder drei Kinder haben, je nach dem, wie viele sie sich leisten können. Ich sollte mal eine Expedition dahin machen und mir Anregungen holen. Jedenfalls bin ich nicht bereit, auf Alice den Bibelvers anzuwenden 'Seid fruchtbar und mehret Euch!' Erstens kann ich nicht mit ansehen, wie sie sich quält, und zweitens mag ich nicht mehr verantworten, dass ihre Hoffnungen immer so jäh zerstört werden.
Liebe Grüße an Euch alle
Walter Gardiner und Familie


Fitzwilliam beschloss, den Brief nur Elizabeth und Mr. Bennet zu zeigen und nicht abends vorzulesen. Dass Walter die ganze Familie angesprochen hatte, zeigte nur seine großen Sorgen. Normalerweise hätte er das nicht gemacht.

*

Abends kam Arthur dann auf das Thema zu sprechen, indirekt zumindest.
„Papa, kommt Daniel dieses Mal auch wieder zu Weihnachten? Der braucht doch viele Kinder zum Trubeln, wenn er keine Geschwister hat.“
„Nein, der feiert, wie die anderen Jahre auch, in Hampton Court. Letztes Jahr war eine Ausnahme, weil der Duke of Canterville keine Zeit hatte.“
„Hat er da wirklich genügend Kinder?“
„Oh ja, er hat Klein-Joseph, Sophia, Edward, Victoria, Carlotta und Dorothy, dann noch die drei Cousins und Cousine Warwick; außerdem werden wohl die Attenburghs mit Maria und Emilia auch kommen. Du siehst also: mehr als genug Trubel.“
„Ja, das dürfte reichen. Aber zu uns kommen doch wieder alle meine Neffen und Nichten und Anna und Charles und Joany, oder?“
„Davon gehe ich aus, ja.“

*

Genau davon war an dem Tag nicht mit Sicherheit auszugehen. Aber das war auf Pemberley nicht bekannt.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast