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Die Darcys auf Pemberley Teil XXVII

von Bihi
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Charles Bingley Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy Jane Bennet OC (Own Character)
12.10.2018
30.11.2018
37
58.425
13
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28.11.2018 1.283
 
Arthur kam singend zum Kuscheln.
Nach dem Grund befragt, sagte er freudestrahlend: „Jetzt passt der Heger auf, jetzt kann ich wieder sammeln gehen!“
Elizabeth räusperte sich: „Arthur, natürlich kannst Du sammeln gehen. Aber Dir ist doch klar, dass heute der erste Sonnabend im Monat ist, nicht wahr? Außerdem haben wir noch Gäste.“
„Gut, dass Du mich daran erinnerst. Das hätte ich glatt vergessen. Hm, dann geh ich eben nur morgen sammeln. Das muss als Anfang reichen, weil ich doch am ersten Tag immer einen so schlimmen Muskelkater kriege.“
Fitzwilliam fiel etwas auf.
„Was macht ihr eigentlich im Unterricht zur Leibesertüchtigung? Und wie machst Du das bei der Ernte in der Schule?“
„Aber Papa, Du glaubst doch wohl nicht, dass Mr. Brennan uns Schüler massiert? Im Unterricht machen wir zur Vorbereitung der Ernte Rumpfbeugen und Kniebeugen. Aber das ist für die Schulernte. Da haben wir außerdem bestimmt kein Lavendelöl!“
Dann sah er erstaunt auf die Seite, wo Mama lag. Die Matratze zitterte so komisch.
Elizabeth sagte, so ernst es ging, ein Glucksen konnte sie nicht ganz unterdrücken: „Ja, das Lavendelöl ist wunderbar zur Massage, nicht wahr? Der Duft beruhigt und entspannt so schön.“
„Mama, hilfst Du etwa heimlich bei der Ernte mit?“
Fitzwilliam kam ihr zu Hilfe.
„Nein, das tut sie nicht, aber Du weißt, dass ich sie immer schonen will. Wenn sie dann doch einmal zu schwer tragen muss, massiere ich gleich mit dem Öl, damit sie keinen Muskelkater bekommen kann.“
„Wir haben Glück mit Papa, was Mama?“
„Und wie!“

Als der Faun gegangen war, kicherte Elizabeth: „Da kannst Du mal sehen, der Schulunterricht wirkt sich nicht am Wochenende aus. Da musst Du gegen Muskelkater massieren!“
„Jetzt, wo Du 's sagst: Er hatte mich gleich im zweiten Jahr gefragt, ob er auch eine Massage bekommt, wenn er keinen Muskelkater hat. Da haben wir beschlossen, es zur Sonderextrazeit zu machen, die es nur einmal im Jahr gibt. Das haben wir beide heute vollkommen außer Acht gelassen. So, heute noch einmal Gäste und dann können wir uns gemütlich und ohne Angst vor Wildschweinen auf den Herbst vorbereiten.“
Beinahe hätte er 'auf die dunkle Jahreszeit' gesagt. Aber diesen Begriff verwendete er ihr gegenüber nicht so gerne. Sie standen also auf und machten sich zum Frühstück bereit.

*

Wie seit dem Michaelistag kam auch Sir Gwenoch. Er wollte anschließend erst nach Kympton fahren und dann nach Schottland. Er hatte erfahren, dass es noch alte Gräber dort auf dem Friedhof gab, und die wollte er gern betrachten. Er verriet nicht, warum er so interessiert daran war.
Als er sein Vorhaben beim Frühstück erwähnte, riet ihm Fitzwilliam, erst zur Schule zu fahren und dort Mr. Brennan um eine Führung zu bitten, er kenne sich sehr gut mit den Grabsteinen an der Westseite der Kirche aus. Sir Gwenoch nahm den Rat sehr gerne an. Er wusste auch, warum die Westseite betont wurde. Deshalb wollte er doch auf ausgerechnet diesen Friedhof!
Beim Abschied holte er tief Luft, als ob er noch etwas sagen wollte, ließ es dann aber und bestieg nach einer weiteren galanten Verbeugung vor Dorothy seine Kutsche. Sie knickste und sah ihm still nach.

*

Als sie spürte, dass Elizabeth neben sie trat, sagte sie leise: „Ich weiß nicht, ob es ein Fehler war, noch keine definitive Antwort zu geben, aber ich hatte Angst, die Antwort Silvester nicht mehr uneingeschränkt bestätigen zu wollen – so oder so. Das wäre ein Gesichtsverlust für die Familie. Das geht doch nicht.“
„Den Gesichtsverlust nähmen wir aber gerne für Dich auf uns, solange es Dir nützt. Keine Sorge. Aber so ist es wirklich besser. Er hat erzählt, dass Du vorgeschlagen hast, er könne zu Silvester wiederkommen. Das war Ermutigung genug. Lass ihn doch jetzt ruhig drei Monate von Dir träumen. Wir haben übrigens nicht nur ihn, sondern auch seine Mutter eingeladen. Nicht weil wir eine Verlobung erwarten, sondern weil ihm zu spät einfiel, dass sie Silvester noch nie alleine verbracht hatte und seine Cousins sie wohl nur einladen würden, wenn sie alle Kosten übernähme. Da wollten wir vorführen, wie wir Familie und Freundschaft bewerten.“
„Er hat gesagt, er kann nur kommen, wenn er seine Mutter mitbringen darf?“
Dorothy war froh, ihm noch keine Antwort gegeben zu haben.
„Oh nein, er nahm die Einladung an, mit Freude, wie mir schien. Papa fragte ihn, wie es seine Familie wohl aufnehmen würde, wenn er ohne Rücksprache die Einladung annähme. Da sagte er, das Haus sei doch so gut wie leer, nur die Bediensteten wären dort, und dann wurde er blass, weil ihm einfiel, dass ja seine Mutter käme. Da haben wir die Einladung eben erweitert. Erst danach erzählte er, wie seine Cousins einzuschätzen sind. Es war ihm peinlich, aber Papa beruhigte ihn, dass er ebenfalls solchen Cousin und auch zwei solche Cousinen gehabt hätte, die Jahrzehnte gebraucht hätten, bevor sie sich zivilisiert benehmen mochten.“ 'Ob sie diesen Widerspruch bemerkt?'
„Gut, nachdem das geklärt ist: Ich muss am Montag unbedingt nach Lambton. Ich muss dringend mit meiner Aussteuer anfangen. Die habe ich bisher sträflich vernachlässigt. Das ist keine unnütze Geldausgabe, nicht wahr? Früher oder später werde ich die doch sicher brauchen.“
„Natürlich brauchst Du die. Willst Du selber fahren oder Papa schicken?“
Dorothy stutzte kurz. Dann verstand sie: Wenn Fitzwilliam Stoff kaufte, kaufte er immer reichlich.
„Ich glaube, ich lasse Papa den Stoff kaufen.“

*

Dann gingen sie ins Haus zurück, wo das Leben in bewährter Manier tobte. Es war ja Familientag. Die Cantervilles hatten beschlossen, so lange zu bleiben wie die Gardiners, also erst am Montag abzufahren. Edward war schon am Freitag gefahren, wegen des Geschäfts. Walter und er waren sich einig, dass einer fahren müsse und es Daniel zu gönnen sei, die muntere Gesellschaft so lange wie möglich zu genießen. Die Cantervilles hatten sich auch vorgenommen, jetzt schon anzukündigen, dass sie wegen der Taufe, gleichgültig, ob sie auf Pemberley oder auf dem Stammsitz der Derbys stattfand, gerne auch zum Weihnachtsfest wiederkommen würden.
„Allerdings wüssten wir wegen der Terminplanung ganz gerne, wann die Taufe denn sein soll.“
Wenn Hoheiten wünschen, diskutiert man nicht, nicht wahr? Fitzwilliam versuchte es dennoch.
„Das kann ich eigentlich nur zulassen, wenn es Euch gelingt, Oberst Warwick zu überreden, meine Einladung anzunehmen. Diese Familie können wir doch unmöglich ohne den gewohnten Freundeskreis feiern lassen! Wir schicken Ende November die Einladungen, aber Ihr müsst so gut vorarbeiten, dass die Familie auch annimmt. Der einzige Grund für eine Ablehnung, fällt mir gerade ein, ist das Holzbein. Wenn das auf Reisen zu viele Beschwerden macht, kann ich schlecht auf seiner Anwesenheit bestehen. Dann bitte ich aber schon vorher um Nachricht, damit ich gar nicht erst einlade und ihn unter Druck setze.“
„Das Bein dürfte kein Problem sein. Er hat sich inzwischen sehr gut damit arrangiert.“
„Ich verlass mich also auf Eure Überzeugungsarbeit!“
Jane fügte hinzu: „Die Taufe wird am 3. Januar sein. Das ist dann nach dem Ball auf Pemberley und so zeitig vor dem Hofball zum Dreikönigstag, dass Ihr rechtzeitig wieder in London sein werdet.“
„Wann wird denn der Ball sein?“
„Am 2. Januar.“
„Dann denkt doch bitte daran, die Taufe auf den Nachmittag zu legen, weil sonst die Ballteilnehmer in der Kutsche einschlafen und nicht pünktlich zur Taufe aussteigen.“
Jane schmunzelte: „Guter Vorschlag. Das wäre doch vor dem Bischof peinlich, nicht wahr?“

*

Arthurs Fazit zum Nachtgruß war ein erleichterter Seufzer: „Ein Glück, Mama, dass Du mich an den Familientag erinnert hast. Ich hätte sonst den ganzen Spaß verpasst, den wir doch sowieso viel zu selten noch haben!“

Dorothy hatte einen anderen Rückblick auf den Tag: Sie war schon zu alt für Geburtstagsfeiern, aber Mama hatte zum Tee Geburtstagskuchen gebacken! Sie hatte auch den Kleinen sehr gerne beim Trubeln zugesehen; jetzt, mit einundzwanzig Jahren, konnte sie wirklich nicht mehr beim Kindertrubel mitmachen.
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