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Die Darcys auf Pemberley Teil XXVII

von Bihi
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Charles Bingley Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy Jane Bennet OC (Own Character)
12.10.2018
30.11.2018
37
58.425
13
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27.11.2018 1.112
 
„Fitzwilliam?“
„Was ist, Elfchen?“
„Du lernst wirklich dazu. Du warst heute ganz und gar nicht besorgt um Dorothy.“
„Brauchte ich auch nicht. Sir Gwenoch hatte noch vor dem Frühstück erkannt, dass Dorothy kein Kobold, sondern eine Elfe, ist. Also kann er nicht bösartig sein. Außerdem hatte mir Brent verstohlen versichert, dass er auf unsere Dorothy achtgeben werde. Der Herr wirke zwar sehr nett, aber seit jenem Neujahrsball wolle er lieber auf Nummer Sicher gehen. Und beim Abschied hat er mir ebenso verstohlen versichert, dass es außer mir keinen galanteren Herrn geben kann.“
„Und was davon hat Dich besonders beruhigt?“
„Sir Gwenochs Bekenntnis hat mich positiv gestimmt, Brents Zusicherung hat mich beruhigt.“
„Ich finde, wir sollten ihn und seinen Bruder zum Neujahrsball wieder einladen, auch wenn sie keine Debütanten mehr sind – nicht zum Aufpassen, sondern als Anerkennung.“
„Ich bin sofort dafür, aber Gigi hat auf einem Ausritt erzählt, dass Brian nur kommen konnte, weil er sich den Abendanzug von seinem Bruder geliehen hatte. Sein Vater ist gegen solch unnötige Ausgaben. Sie werden also nicht beide zusagen können.“
„Der galante Herr sollte sich etwas einfallen lassen, wie man da abhelfen kann. Und ich meine jetzt nicht Sir Gwenoch. … Wie kam er eigentlich ausgerechnet auf Elfe? Hat er das erklärt?“
„Er versuchte zu beschreiben, wie Dorothy auf ihn wirkt, so damenhaft und dann doch wieder nicht, aber immer schicklich. Daraufhin sagte ich ihm, dass meine Töchter immer erst Wichtel und dann Kobolde waren, bevor sie Damen wurden und den Kobold etwas zu bezähmen lernten. Da meinte er, wenn schon Märchenwesen, dann aber eine Elfe. Das mit dem Kobold war Dorothy gegenüber vielleicht nicht ganz fair, aber ich wollte testen, wie dieser Herr darauf reagiert.“

*

„Cinderella, Dorothy erinnert mich an Dich zu Annies Taufe. Sie weiß nicht recht, ob sie den Herrn ermutigen soll oder nicht. Ich weiß ehrlich auch nicht, was besser wäre. Einerseits wäre sie dann Schottin, und sogar die willensstarke Lady Catherine beharrte auf ihrem englischen Titel, andererseits hatte diese Dame auch gezeigt, dass bei echter Liebe die Herkunft innerhalb des Empires keine Rolle spielt – spielen sollte, solange es die Politiker nicht einsehen.“
„Ob sie dann wohl in Schottland oder auf Pemberley heiratet?“
„Ich weiß nicht, wie strikt seine Familie oder die Umgebung auf die gesellschaftliche Trennung von England achtet. Dann müsste die Hochzeit hier stattfinden. Als Laird sollte er wohl eigentlich auf seinem Stammsitz heiraten. Aber, wie gesagt, …
Also, wie ist es, sprichst Du noch mit Dorothy?“
„Das sollte eigentlich nicht notwendig sein, da sie eine tolle Mutter hat. Andererseits habe ich auch eine tolle Mutter, die durchaus auch menschliche Schattenseiten hat. Ich werde es also versuchen. Mal was anderes: Es scheint mir, als ob um Weihnachten herum eine Taufe in Derby gefeiert wird. Wie machen wir das?“
„Wie wohl? Wir kommen natürlich her, schon zu Beginn der Weihnachtsferien, damit das Wetter uns kein Schnippchen schlägt, und bleiben so lange wie notwendig. Ich sollte noch fragen, wann die Taufe ist, damit ich notfalls den Hofball absage. Ich weiß auch nicht, wie Oberst Warwick das aufnehmen wird, aber das lässt sich nicht ändern. Ich gehe davon aus, dass die Attenburghs eingeladen werden.“

*

Sir Gwenoch hatte niemanden zum Reden, obwohl er doch so gerne jemanden gehabt hätte, dem er von diesem wundervollen Tag – und besonders von der wundervollen Baronesse Dorothy – vorschwärmen konnte. Er setzte sich an den Tisch in seinem Zimmer und holte Papier und Stift hervor. Als er den Stift wieder aus der Hand legte, lachte ihm Dorothy entgegen wie bei einem der Reels. Diesen Eindruck wollte er festhalten, nicht nur für sich, sondern auch für seine Mutter. Sicher, sie war auch von seiner Beschreibung bereits angetan, aber es ging ja nun um die standesgemäße Hochzeitsfeier. Die sollte wohl auf seinem Stammsitz stattfinden; wegen der Gäste, und er ging davon aus, dass es nicht nur die angelsächsische Verwandten würden, die er bisher kennengelernt hatte, wäre aber Pemberley sicherlich angemessener. Hier gab es allerdings keine Hochkirche … Wie gesagt, er musste seine Mutter so gewinnen, dass sie sich mit ihm gegen die Verwandtschaft stellte, entweder bei der Wahl des Ortes oder bei der Wahl der Gäste. So, wie er seine Cousins, die er nur sah, wenn es auf Ardmore etwas zu feiern gab, einschätzte, würden die lauthals protestieren, selbst in Anwesenheit der Gäste. Die hörten selten auf ihn, aber meistens auf seine Mutter. Nun ja, eigentlich war das verständlich. Er war jünger als sie. Aber als Laird war er auch automatisch das Clan-Oberhaupt.

*

Dorothy hatte Unterhaltung: Sie wäre zwar lieber in ihre eigene Suite gegangen, um den Tag noch einmal in Gedanken zu erleben, aber dafür hatten weder ihre Schwestern noch ihre kleinen Gäste sonderlich großes Verständnis. Als dann der Trubel mit Macht einsetzte, dachte sie sich, dass es so vielleicht ganz gut war. Auf Ardmore gab es wahrscheinlich nicht so viele Mädchen, wohl keine, mit denen man gut quieken konnte. Der Gedanke war zwar im ersten Moment erschreckend, aber sie sagte sich nach kurzer Überlegung, dass ihr Sir Gwenoch doch wichtiger war als das Gequieke zwei- dreimal im Jahr. Trotzdem war sie nicht geneigt, ihm bereits am nächsten Tag eine Antwort zu geben. Bei der Tragweite der Entscheidung musste sie wirklich gut überlegen.

*

„Mr. Gardiner, wenn der Schein nicht trügt, wird Darcy noch im nächsten Jahr wieder eine Hochzeit ausrichten müssen. Und dieses Mal zieht die Tochter dann auch noch so sehr weit fort. Elizabeth und er tun mir leid.“
„Mrs. Gardiner, Ihr habt doch wohl gehört, dass Ardmore etwa so weit von Pemberley liegt wie Pemberley von London, nicht wahr? Und bedenkt, dass Elizabeth damals doch das gleiche getan hatte. Sie hat zwar keinen Schotten geheiratet, aber einen aus dem sogenannten wilden Norden, auch wenn es Mittelengland ist, in den damals Leute vom Süden doch nur für exotische Reisen gingen – oder wenn sie versetzt wurden. Wenn Dorothy dort so glücklich wird wie Elizabeth auf Pemberley, ist doch nichts weiter zu wünschen!“
„Jedenfalls hoffe ich, dass es uns mit unserer Harriet nicht auch einmal so gehen wird. Noch haben wir unsere Kinder alle in London.“
„Aber für das Glück unserer Kinder würden wir auch andere Orte akzeptieren, nicht wahr?“
„Hm. Hoffentlich klärt sich noch vor unserer Abfahrt, wie Emily das dieses Jahr mit Weihnachten hält. Dann habe ich wegen Weihnachten kein schlechtes Gewissen mehr ihr gegenüber.“
„Das solltet Ihr sowieso nicht haben. Sie lebt ihr Leben, ist kein Küken mehr. Und wir haben es nicht mehr nötig, gackernd um unsere Küken zu flattern, damit ihnen nichts passiert.“
„Mr. Gardiner, Ihr würdet doch aber krähen, nicht gackern!“, wies sie ihn lachend zurecht.
Er stimmte ein. Damit war auch die leise Irritation verflogen, dass sie ihm nicht bezüglich der verschiedenen Wohnorte zustimmen mochte.
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