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Die Darcys auf Pemberley Teil XXVII

von Bihi
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Charles Bingley Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy Jane Bennet OC (Own Character)
12.10.2018
30.11.2018
37
58.425
13
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25.11.2018 1.172
 
Dorothy wurde allmählich nervös: Welches Kleid sollte sie zum Michaelis-Fest tragen? Die Modeexpertin fragte schließlich Gigi. Die zog die Nase kraus.
„Das kommt darauf an, was Du bezweckst. Willst Du Dir ein schönes Michaelis-Fest machen und die Bewunderung aller genießen, dann nimm eines der schlichten Abendkleider, vielleicht das in creme und rot, mit dem Du die Pächter beeindrucken kannst. Die fühlen sich immer geehrt, wenn sie der großen Aufmachung würdig sind, und werden Dich bewundern. Willst Du den bestimmten Herrn beeindrucken, von dem Du erzählt hast, dann nimm Dein schönstes Sonntagskleid. Er kennt sich mit Erntedankfesten aus und wird es zu schätzen wissen, wenn Du Dich so entscheidest. Wenn nicht, ist er keines weiteren Gedankens wert, weil ihm dann sein Grund und Boden – und seine Verantwortung dafür – unwichtig ist.“ Natürlich war es Gigi klar, dass es um den Herrn ging. Sonst hätte die Modeexpertin doch nicht um Rat gefragt. Aber sie ließ sich nichts anmerken. Wer weiß, wie nervös sie einmal werden würde, wenn sie einen anderen Herrn als Henry James in Betracht zog – ziehen musste.
Dorothy überdachte den Rat und nickte dann zustimmend. Das schönste Sonntagskleid war dunkelblau mit weißen Akzenten. In der Kirche schickte es sich leider nicht, mit einem strahlend roten Kleid von der Predigt abzulenken. Aber angesichts der Farben Schottlands war blau-weiß wohl nicht unangemessen. Sie hoffte, dass Sir Gwenoch Ardmore auf den Plan ihres Vaters eingegangen war. Wenn nicht, wäre sie festlich genug gekleidet, um ihre Enttäuschung zu überspielen.

*

Vorher galt es, Agathas zweiten Geburtstag zu feiern. Die Feier fand wieder auf Pemberley statt – wegen des Platzangebots und wegen Agathas Hang, immer ein wenig lauter zu brüllen als der Rest. Sie wollte schließlich nicht überhört werden unter all den Großen. Sogar George schüttelte mitunter den Kopf über seine kleine Krachmaschine.
Sie war jetzt auch so gut im Stimmeinsatz, dass eine Erholung bei Milch mit Honig nicht mehr notwendig war. Um wirklich absolut sicheres Spielen im Park zu gewährleisten, waren der Heger und seine Hilfsheger 'auf Posten': Sie patrouillierten zwischen den spielenden Kindern und der Südseite, um mögliches Getier fernzuhalten. Zur Nordseite hin standen die Stallungen, sodass von dort wohl kein Getier kommen würde.
Auch wenn Agatha sehr gut im Wirbeln war, wurde es doch noch vor dem Tee merklich ruhiger. Sie war der Bestimmer, und sie war ziemlich 'zertobt'. Dadurch war zwangsläufig nicht mehr ganz so viel los. Tom und Schosch wirbelten zwar noch, weil sie die Regel noch nicht verstanden, aber das ließ sich nicht ändern.
Immerhin hatten sie schon ein 'Naturgesetz' erkannt: „Wenn viel warm, is viiel Borsdach un viiiel Karach!“
In der Tat, seit Arthurs Geburtstag war dies nun der fünfte des Sommers, der sechste, wenn man Francis' mitzählte. Es war nicht so ganz klar, ob die beiden Kurzen das taten – ob sie überhaupt zählten. Wohl eher nicht.
Fitzwilliam und William saßen da und freuten sich, als ob sie die Beschenkten wären. Nun, in gewisser Weise waren sie es auch. Susan betrachtete sie schmunzelnd. Ihr George war mit den Zwergen zur Lichtung gegangen, als es im Haus ein wenig zu ungebärdig wurde, wie er es nachsichtig formulierte.
Willi und William schlichen sich zu den Kindern auf die Sturmgebrüll-Lichtung. Sie kamen kopfschüttelnd zurück.
„Wenn die Lichtung nicht schon vor Jahren für George entdeckt worden wäre, müsste man für diese Generation Brüller danach suchen. Gut, dass George nicht bei Agatha in die Lehre gehen konnte.“
„Und was sagt George dazu?“, wollte Georgiana wissen.
„Der freut sich!“

*

Am Tag vor Michaelis kamen wieder die Kutschen aus dem Süden – nicht nur mit den Windhams und den Markwoods, sondern auch mit Gardiner jr. und Familie und Gardiner sen. und Familie. Um so einigermaßen Ruhe auf der Fahrt zu haben, hatte man Daniel nicht informiert, wohin es ginge. 'Michaelis-Fest' sagte ihm nichts, auch wenn er es schon einmal mitgemacht hatte. Begeistert lief er so schnell auf das Haus zu, dass er schon an den Jublern vorbei war, als die schließlich jubelten. Er blieb abrupt stehen, wandte sich um und ging dann zurück. Ja, das war sein Jubel, da konnte er doch nicht einfach fortlaufen!
Jane kam aus dem Haus. Sie war so spät losgegangen, dass sie nicht mehr umgerannt werden konnte. Dorothy hatte sich erboten, Tom zu tragen.
Tante Gardiner sah sie an und fragte: „Taufe zu Weihnachten?“
„Im neuen Jahr, noch bevor die Schule wieder anfängt. Nach dem Neujahrsball auf Pemberley und noch vor dem 6. Januar wegen derjenigen, die kommen wollen und zum Hofball gehen. Und es ist lästig, dass man mir das so frühzeitig anmerkt.“
„Das liegt wohl an den Zwillingen vorher. Nein, stopp, es liegt wohl eher daran, dass es nun nicht mehr lange dauert, nicht wahr? Weiß Emily das schon?“
„Ich habe gestern entsprechende Briefe zur Poststation bringen lassen. Alle Freunde, die in London Weihnachten feiern, wurden angeschrieben. Euch kann ich es ja anders verkünden, da brauche ich keinen Brief.“
Mrs. Gardiner wandte sich an Walter: „Ich gehe davon aus, dass wir dieses Jahr Weihnachten hier feiern. Falls das Wetter abscheulich sein sollte, sind wir näher an der Taufe, als wenn wir aus Hampton Court anreisen müssen. Ich weiß jetzt nicht, wie Emily entscheidet, aber es geht nun einmal nicht anders.“
Dann drängte Elizabeth, dass doch alle ins Haus gehen mögen, damit Jane sich wieder setzen könne. Alle machten sich auf den Weg, ob sie den Hinweis nun verstanden oder nicht.
Jane stöhnte liebevoll: „Mama, Du bist noch schlimmer als Edmund! Der würde mich am liebsten immer nur tragen!“
Elizabeth schmunzelte: „Das kenne ich. Ich habe es achtmal mitgemacht und überlebt. Du wirst es auch. Du bist eine Darcy Fitzwilliam, vergiss das nicht!“

*

Es wurde eine sehr vergnügte Runde und Daniel konnte sich anfangs gar nicht recht entscheiden, wo er sich am liebsten aufhielt. Bei den vielen Kindern war es fraglos toll, aber sein geliebter kleiner Bruder war im Salon … Hoffentlich wuchs er bis Weihnachten ein bisschen schneller, damit er auch toben konnte. Jetzt ging es absolut noch nicht. War das immer so oder hatte Mama nur ein besonders langsames Baby erwischt? Sobald aber David ihn anlächelte, wie er es seit einigen Wochen tat, war jede Ungeduld verschwunden.
Daniel hatte einmal verkündet: „Niemand, auch nicht die reizendste Dame mit den schönsten Zähnen der Welt, kann so lieb lächeln wie unser zahnloser David.“

*

Am späten Abend kam ein Billett aus Lambton: Sir Gwenoch Ardmore zeigte seine Ankunft an. Fitzwilliam schickte ihm umgehend eine Einladung zum zweiten Frühstück am nächsten Tag. Er zeigte sie verstohlen seinem Kobold. Es konnte zwar sein, dass sie nun eine schlaflose Nacht hatte, aber er wollte nicht riskieren, dass ihre 'Empfangsstimme' die Kleinen zum Kreischen veranlasste, falls der Kobold mit ihr durchging. Das ging nicht bei einem wildfremden Herrn, weder der Kobold noch das Kreischen. … Obwohl das ja ein ziemlich guter Test wäre, ob er in die Familie passte.
Dorothy ging den Rest des Abends wie auf Wolken und schlief dennoch so schnell ein, wie es eben ging, wenn Silvia und Agatha für Leben sorgten.
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