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Die Darcys auf Pemberley Teil XXVII

von Bihi
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Charles Bingley Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy Jane Bennet OC (Own Character)
12.10.2018
30.11.2018
37
58.425
13
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19.11.2018 1.454
 
Da der Kontakt zu Opa Stanfolk gut gewesen war, traf Peter dieser Verlust wirklich schwer. Er sah ein, dass er als Zeichen der Trauer schwarz tragen musste, auch wenn er darin gar nicht gut toben konnte. Als er aber erfuhr, dass Arthurs Geburtstag in die Vierzig-Tage-Trauer fiel, war er doch aufgebracht. Geburtstag ohne Toben ging nun gar nicht!
Georgiana war der Meinung, da müsse er nun mal durch, schließlich sei er schon zehn. Es ging ihr nicht darum, dass sie jetzt die Gutsherrin war. Sie glaubte einfach, dass Peter alt genug war, seinem geliebten Opa dieses Opfer zu bringen.
William ließ heimlich normale Kleidung zum Toben einpacken. Er tat es nicht nur für Peter, sondern auch für Arthur.

*

Auf Pemberley gab es dann die große Empörung nicht von Peter oder Arthur, die die Situation missmutig akzeptierten, sondern von Silvia, die kurzerhand befahl: „Los, Tom und Schosch, ihr kommt mit und sagt, dass ich Recht hab!“
Sie waren zwar willig, wussten aber nicht so recht, was sie tun sollten, und das sah man ihnen an.
Silvia seufzte theatralisch und erklärte: „Immer wenn ich fertig bin mit reden, sagt ihr 'Stimmt!', kapiert?“
Ja, sicher, solche einfachen Regieanweisungen verstanden sie. Sie waren doch schon groß, nicht wahr?
Die drei bauten sich also vor Georgiana auf, wobei sich die beiden Unterstützer wichtiger taten als Silvia. Georgiana und William unterdrückten ein Schmunzeln angesichts dieser geballten Empörung.
„Also, Tante Georgiana, ich weiß, dass man traurig ist, wenn der Opa stirbt. („Stümmt!”) – Und Du, Opa, musst noch ganz lange halten! (Fitzwilliam nickte schmunzelnd, und die beiden Brüder riefen „Stümmt!”.) – Aber wenn sein Opa stirbt und Peter darf nicht toben, nur weil das in schwarz nicht geht, dann geht das doch nicht! („Stümmt!”) Peter hat gesagt, dass Du nur sein Nachtgewand eingepackt hast. („Stümmt!”) Nee, Tom und Schosch, hier brauch ich das nicht! („Stümmt!”) Also – jedenfalls kann der arme Peter doch nicht im Nachtgewand toben, er ist doch ein Herr, nicht wahr?“
„Stümmt!”
William sah, dass seine zauberhafte Gattin sprachlos war, nicht wegen der glänzenden Rhetorik der Großnichte, sondern weil sie wegen der Situationskomik lachen musste und nicht wollte, um die aufgebrachte Silvia und ihre Sekundanten nicht zu verletzen.
Er sagte also: „Ich schlage vor, dass Peter noch einmal genau nachsieht, ob wirklich nur sein Nachtgewand eingepackt wurde. Wenn das der Fall ist, kann Arthur ihm vielleicht Kleidung zum Toben leihen.“
Silvia sah ihn einen Moment überlegend an und stob davon, um die Weisung weiter zu geben. Peter und Arthur hatten anerkennend grinsend auf dem Gang gelauscht und mussten sich sehr beeilen, noch vor ihr wieder im Spielzimmer zu sein.
Die Kleidung für Peter war wohl die richtige gewesen. Für den Rest des Tages hörte man den gewohnten Trubel aus dem Spielzimmer.
Gut, das Problem mit der Kleidung war gelöst, ein anderes war aber nicht so leicht lösbar: Es war den kleinen Jungen nicht klarzumachen, dass ihr 'Stümmt!' nun nicht mehr erwünscht war. Silvia stöhnte. Hoffentlich machten sie das nur noch heute! Silvia ahnte zu ihrem Glück nicht, dass Tante Annie das monatelang gemacht hatte.

*

William war unterdessen seine Idee vom Mai wieder eingefallen.
„Übrigens, Jane, wir brauchen dringend zum Feiern einen Geburtstag im Mai, wenn Peter in Rugby ist. Kannst Du das arrangieren?“
„Das wird nicht klappen, tut mir leid. Das nächste Geschwisterchen wird wohl Anfang Dezember kommen, wenn alles gut geht. Und dann ist die Zeit bis Mai einfach viel zu knapp.“
Als William daraufhin Susan ansah, fragte sie nur: „Hast Du schon gebetet? Vielleicht lässt sich die Vorsehung damit überreden.“
Fitzwilliam starrte Jane an: „Willst Du damit sagen … ?“
„Ja, und ich muss Edmund noch überzeugen, dass mein Terminplan vollkommen in Ordnung ist. Ich möchte die Taufe gleich am Anfang des neuen Jahres in Derby haben, aber nach dem Neujahrsball. Dazu kommen hoffentlich die Gäste aus dem Süden, falls der Schnee nicht zu hoch liegt. Das Weihnachtsfest ist ganz normal auf Pemberley. Noch ist Edmund dagegen, weil er meint, ich dürfe drei Wochen oder so nach der Niederkunft nicht die eine Stunde in der Kutsche fahren. Aber vielleicht lässt er sich darauf ein, wenn ich verspreche, bestimmt nicht rodeln zu gehen.“
Sie freute sich, weil die Überraschung offenbar gelungen war, wenn die Gesichter ihrer Eltern ein Maßstab waren.
„Aber, Onkel William, um auf Deinen Vorschlag zurückzukommen, vielleicht reicht es auch, wenn wir in den übrigen Monaten genügend Anlässe bieten? Dann laden wir Euch immer zu den Geburtstagen der Kinder ein. In vierzehn Tagen sind Tom und Schosch dran, im August Silvia.“
„Danke, Jane, das ist wirklich ein tolles Angebot, das wir gerne annehmen. Feiert ihr immer auf dem Geburtstag, oder am Sonnabend davor oder danach?“
„Wegen Arthur feiern wir in der Schulzeit immer an einem Wochenende. Ich glaube, er hätte kein Verständnis dafür, wenn er wegen seiner ungeliebten Schule auch noch Geburtstage verpassen müsste“, gluckste Jane.
„Ich werde Euch immer eine Einladung schicken, keine Sorge.“
„Also, für den nächsten brauchen wir keine, wir kommen auf alle Fälle, Du hast ja gesagt, der ist in vierzehn Tagen.“
Jane und Georgiana blinzelten sich zu. William hatte in seiner Erleichterung, dass seiner 'drohenden Vereinsamung' entgegengewirkt wurde, gar nicht bemerkt, dass er doch auch in den letzten Jahren zu den Geburtstagen der kleinen Fitzwilliams eingeladen wurde.

*

Vierzehn Tage später traf man sich also in Derby.
Es war wieder ein wilder Wirbel, nur dass diesmal die beiden Jungen Tom und Schosch im Zentrum standen – und sogar hin und wieder Charles als Dritten im Bunde akzeptierten. Ja, mit nun sechs kleinen Kindern, also Kindern kleiner als Peter, konnte auch William wieder entspannt in die Zukunft sehen.
Silvia besah sich das Chaos und ging dann zu ihrer Mutter.
„Mama, für Geburtstage ist es nun wirklich gut, aber für jeden Tag brauchen wir ein Mädchen mehr. Tom und Schosch sind zwei und ich bin nur eins. Das ist doch unfair!“
Jane wiegelte ab: „Das lässt sich vorerst nicht ändern. Geh doch jetzt lieber wieder und freu Dich, dass es heute so gut passt!“
Silvia zog tatsächlich wieder ab.
Jane fragte nur in die Runde: „Irgendwelche Vorschläge, was ich im Dezember sagen soll, wenn es wieder ein Junge ist?“
Elizabeth lächelte: „In diesem Alter nützt es noch, wenn man erklärt, dass es beim Wirbeln nicht darauf ankommt, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Aber wenn sie in zwei Jahren, oder auch drei, auf die Idee kommt, dass sie einen Ausgleich wünscht – stehst Du einfach vor dem gleichen Problem wie damals Papa und ich, als Du ständig gleich viele Mädchen wie Jungen gefordert hattest.“
„Hm, da hilft also nur die Hoffnung, dass es jetzt zum Ausgleich kommt und Madamchen mit sieben Jahren dann vernünftiger ist. Mal sehen, ob es klappt.“
Die Countess sagte nur amüsiert: „Das bedeutet es also, wenn man sagt, man wünscht der Dame solche Töchter, wie sie selber eine gewesen ist. Aber warum wollte Lady Jane denn unbedingt noch Schwestern haben?“
„Ganz einfach, ich hatte nur eine Schwester, und Brüder gehen ins Internat. Nur eine Schwester zu umsorgen war mir einfach zu wenig, gemessen an den Brüdern, die gingen.“
Jane hatte das oft genug von ihren Eltern gehört, sodass sie das erzählen konnte, als ob sie sich erinnerte. Sie konnte sich aber auch gut in ihr jüngeres Ich hineinversetzen. Sie fand es ja immer noch schade, dass sie bei ihren drei Kindern, besonders bei den Zwillingen, Hilfe brauchte. Am liebsten hätte sie 'alleine gekümmert', wie es bei den Kindern auf Pemberley immer genannt wurde.
Joany hatte darauf bestanden, ihre Schürze mit den Narzissen zu tragen.
Als sie bemerkte, dass Elizabeth sie anlächelte, erklärte sie: „Die Schürze ist wirklich gut, jetzt brauchen wir gar nicht mehr zu schimpfen, dass ein Vorhang am Tor ist. … Da wachsen jetzt sowieso Himbeeren, aber das macht nichts, dann sieht man den doofen Vorhang nicht mehr.“
Diese Erläuterung schien eine Erinnerung in Silvia wach zu rufen.
„Mama, weißt Du, wo der Weihnachtsmann wohnt? Ich will ihn doch fragen, ob er ganz bestimmt nicht die Schürze mit dem Pferd vergisst.“
„Silvia, das geht nicht. Der Weihnachtsmann lässt sich nicht drängeln.“
Als Silvia wieder spielen gegangen war, sagte Fitzwilliam: „Frag hier in den Geschäften in Derby. Wenn die keine passenden Stoffe haben, schreibst Du an Tante Lydia, an Walter oder Edward oder an Emily.“
„Vielleicht schreibst Du erst an Emily und fragst, ob sie noch Toile-Reste hat. Sie hat Parklandschaften. Es könnte sein, dass da auch Pferde drauf sind, die für Applikationen reichen.“, schlug Elizabeth vor. „Wir haben unsere Reste selber aufgebraucht für eine Tagesdecke.“
Jane nickte nur dazu. Sie wusste ja, um welche Tagesdecke es ging. Sie war sich nur nicht sicher, ob Silvia blaue, grüne oder rote Pferde akzeptieren würde. Nein, da waren Walter und Edward die besseren Ansprechpartner.
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