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Die Darcys auf Pemberley Teil XXVII

von Bihi
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Charles Bingley Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy Jane Bennet OC (Own Character)
12.10.2018
30.11.2018
37
58.425
13
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14.10.2018 1.070
 
Elizabeth schlich sich nach ihrer Klavierzeit in die Elfenkammer, um dort für Ordnung zu sorgen. Dann überlegte sie, wer denn in diesem Jahr die Einladungen zum Weihnachtsfest bekommen sollte. Natürlich war es keine Frage, dass sie die Stammgäste einlud. Auch Mr. und Mrs. Charles Darcy bekamen eine Einladung. Die Cantervilles konnte sie nicht einladen. Die waren entweder bei Hofe oder der Mittelpunkt der Weihnachten in Hampton Court. Aber wie sollte sie es mit den Gardiners halten? Sie beschloss schließlich, eine Einladung an die Gardiners zu schicken mit dem Zusatz, dass eine Einladung nach Hampton Court selbstverständlich Vorrang hätte.
Dann schickte sie ein Billett an Mary. Sie möge doch bitte Fanny vermessen, damit klar sei, ob und was an dem Ballkleid zu ändern wäre.
Mary hatte eine bessere Idee. Sie nahm das Sonntagskleid, das Fanny erst vor zwei Wochen bekommen hatte, und brachte es nach Pemberley. Sie stand in Elizabeths Salon staunend vor dem Kleid und sagte beinahe andächtig, dass ihre Fanny damit ganz bestimmt wie Aschenputtel im Feengeschenk neben den anderen Debütantinnen wirken würde. Nur zögernd konzentrierte sie sich auf eventuell notwendige Änderungen. Die Seitennähte im Oberteil mussten vielleicht ein wenig eingehalten werden, aber das konnte erst nach Fannys Geburtstag geschehen. Schließlich sollte sie ja bei der Tanzhaltung genügend Bewegungsfreiheit haben – und keine Sorge darauf verwenden, ob das Kleid zu jeder Zeit perfekt saß.
Sie erkundigte sich nach dem Preis und war erleichtert, dass sie ohne Rücksprache mit Thomas – und vor allem ohne Rechnerei – die Bezahlung zusagen konnte. Das war ihre älteste Tochter beim Debüt, es war ein normales Jahr, einkommensmäßig, und wenn das Kleid schon ohne sie ausgesucht wurde, wollte sie es wenigstens bezahlen. Sie brauchte den letzten Grund nicht anzuführen. Elizabeth verstand sie auch so.
Nach einer gemütlichen Tasse Tee, natürlich im Salon mit Mr. Bennet und Fitzwilliam, zog Mary beglückt wieder ab, das neue Kleid unter dem Sonntagskleid im Korb. Sie selber hatte damals ein selbstgenähtes Kleid zum Debüt getragen. Es war mit größter Sorgfalt hergestellt worden, aber Fanny bekam ein gekauftes Kleid, welch ein Luxus! Ein Luxus, den sie ihrer Tochter selbstverständlich gönnte. Sie konnten sich jetzt so etwas leisten, weil Fitzwilliam die Kosten für Darcys Ausbildung zur Gänze übernommen hatte. Das war sein Versprechen zur Geburt des Jungen gewesen. Ab Februar würden dann die Schulausgaben für Fanny fortfallen und Charleen konnte die Schulsachen Fannys benutzen, sowohl die Uniform als auch die Bücher. Ja, das Leben wurde jetzt so einfach wie noch nie. Sie musste ihren Thomas fragen, wie es um das Heiratsgut für ihre Töchter stand. Vorerst schickte sie einen Boten mit dem Betrag für das Kleid nach Pemberley. Thomas sah nur in Marys strahlendes Gesicht, dann auf das herrliche Kleid. Ja, der Preis war eigentlich viel zu gering angesetzt. Aber er brauchte nicht zu befürchten, dass die Darcys sich da eingeschaltet hatten. Fanny hatte ja schon im März vom Preis geschrieben.

*

Elizabeth machte sich daran, die Liste für die Einladungen zum Neujahrsball zusammenzustellen. Das war jetzt viel einfacher als in den ersten Jahren, weil sie bereits seit dem Frühjahr dezente Hinweise bekommen hatte, wer Interesse hätte. Besonders wichtig waren die Hinweise auf die Debütanten. Die waren auch am deutlichsten. Das hatte nichts mit Bettelei zu tun. Die betreffenden Eltern mussten doch wissen, wie sie das Debüt ihrer Kinder planen sollten.

Als Fitzwilliam die Liste entgegennahm, wurde er auf einmal sehr nachdenklich.
„Wir müssen uns noch etwas für den Frühling einfallen lassen!“
„Wieso das denn?“
„Der Hofball am Fetten Dienstag wird am 22. Februar sein. Das wäre normalerweise der Termin für Gigis Debüt. Aber der Osterdienstag ist der 5. April, und ich vermute, das wird das Debüt für Prinz Henry James sein. Selbst wenn er auf den glanzvolleren Ball verzichten wollte, um mit Gigi sein Debüt zu feiern, werden seine Eltern und seine Großmutter verständlicherweise dagegen sein.“
Elizabeth starrte vor sich hin. Wie angestrengt sie überlegte, war daran zu bemerken, dass die Näharbeit ruhte, wenn sie sie auch zu betrachten schien. Aber das schien eben nur so. Es war natürlich ganz und gar undenkbar, dass der Erbprinz nicht den glanzvolleren Ball für sein Debüt wählte. Andererseits war auch nicht vorstellbar, dass er das Debüt ohne seine Gigi plante, nicht, wenn sie im Frühjahr in London war. Genau so wenig würde Gigi ein Hofballdebüt so richtig genießen, wenn sie wüsste, dass Henry James seines sechs Wochen später hatte. Also müsste Gigi ihr Debüt bei Hofe um diese sechs Wochen verschieben. Das Problem war Arthur und Annie. Waren sie schon alt genug, alleine nach Pemberley zu reisen? Sie waren zwar älter als George und Jane bei ihren ersten Heimfahrten ohne Eltern, aber die waren ja damals unter der Obhut Miss Grants und beim nächsten Mal der der Bingleys. Bis nach Coventry konnten sie ja mit Francis fahren. Aber die letzte Tagesetappe wären sie auf sich gestellt. Jedenfalls war Elizabeth nicht vorstellbar, dass entweder sie oder Fitzwilliam darauf verzichteten, Gigi auf ihrem ersten Hofball zu begleiten. Da man aber gegenüber dem Kronprinzen und jetzigen König George IV. betont hatte, dass für einen Darcy das Pflichtgefühl das höchste Gut war, konnte man auch nicht für Arthur und Annie eine Woche Ferienverlängerung erwirken. Sie sah auf.
„Ich sehe keinen Ausweg aus dieser Situation. … Es sei denn, ein Diener oder Dein Schreiber fährt den Jungen bis Coventry entgegen. Ab da fährt Francis alleine nach Shrewsbury und die Kinder mit männlicher Begleitung nach Pemberley. Arthur hat zwar bewiesen, dass er in einer Krise überlegt wie ein Erwachsener handeln kann, aber ich finde, wir sollten es ihm nicht abverlangen.“
„Die Lösung ist hervorragend. Wie bist Du darauf gekommen?“
„Bis zum Ende des ersten Satzes hatte ich die Idee selber noch nicht. Aber dann fiel mir auf einmal wieder ein, welchen Vorschlag entweder Cavendish oder Southey machte, als es darum ging, dass wir die Kinder vorausschicken müssen, weil die Emilia der Attenburghs getauft wurde. Der Vorschlag war dann nicht notwendig, weil Vater die Begleitung übernehmen konnte. Das war im Jahr von Pauls Gutsübernahme, nicht wahr?“
„Kann sein. In solchen Dingen ist Dein Gedächtnis viel besser als meines. Auf jeden Fall können wir das so machen.
Nun, ich gehe jetzt erst einmal, die Einladungen auf den Weg zu bringen.“
„Lass Dir ruhig Zeit. Für die Elfenkammer ist es heute sowieso zu spät. Die holen wir morgen nach, ja?“
„Ich wüsste nichts, was mich davon abhalten könnte!“, strahlte er. 'Und da morgen Schule ist, kann uns der Faun nicht in die Quere kommen.'
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