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Die Darcys auf Pemberley Teil XXVII

von Bihi
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Charles Bingley Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy Jane Bennet OC (Own Character)
12.10.2018
30.11.2018
37
58.425
13
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06.11.2018 1.115
 
Beim Frühstück verkündete Daniel: „Also, ich hab mir was ganz Tolles überlegt: Wenn Mama wieder gesund ist, möchte ich auch ein Geschwisterchen. Ein Bruder wär toll, aber Arthur sagt, das kann man nicht aussuchen. Stimmt das?“
„Das stimmt“, bestätigte Elizabeth. „Man bittet die Vorsehung und freut sich dann, egal, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist.“
„Stimmt, ich freu mich, wenn ich nicht mehr alleine bin. Ich mein, Mama ist ja immer da und Papa morgens und abends. Aber hier so mit Arthur find ich das viel gemütlicher. Jemand so richtig zum Spielen, weißt Du? So mit auf dem Boden Rutschen und so.“
„Ja, wir verstehen, wie Du das meinst. So ein Spiel ist wirklich viel schöner.“
Francis musste lächeln. Er hatte immer viele Geschwister gehabt, aber er wollte unbedingt noch einen Bruder haben. Er hatte ja wenigstens noch zwei jüngere Schwestern gehabt, aber der arme Daniel war ein Einzelkind. Er dachte an die Probleme der Cousine Alice. Ob sie schon früher versucht hatte, Daniel ein Geschwisterchen zu geben, und es hatte nie geklappt? Er wusste nicht, ob es schicklich war, danach zu fragen. Nun, bestimmt war es unschicklich, vor allen Geschwistern, und vor allem vor Daniel, zu fragen, also schwieg er.

*

Am Abend war dann das große Abendessen. Annie war froh, dass außer Arthur auch Daniel da war. Sie liebte Arthur, aber mit ihm alleine wäre das Abendessen doch nicht schön gewesen. Sie sagte aber nichts. Ihr fiel nämlich auf, dass sie im nächsten Jahr vielleicht, und im übernächsten ganz bestimmt, nicht mehr mit ihm im Souterrain speisen würde. Nein, im nächsten Jahr ebenso bestimmt noch nicht, weil sie ja erst Ende März sechzehn wurde, und das Abendessen immer Ende Februar, Anfang März war. Wie langweilig das gerade für den trubeligen und anhänglichen Arthur würde, ein Abendessen alleine zu haben! Hoffentlich fiel ihrem tollen Papa noch eine Lösung für dieses Problem ein!
Daniel war so begeistert, ein richtiges Abendessen mit Einladung ins Souterrain zu haben, dass er eifrig darum bat, seinen Sonntagsanzug wieder anziehen zu dürfen. Arthur und Annie holten daraufhin auch ihre Sonntagskleidung hervor. Ja, nun war es auch ein richtiges Festessen.

*

Am Sonnabendmittag kam eine Kutsche mit zwei Passagieren: Tom und Darcy.
Darcy war es ein wenig unangenehm, so ohne Einladung und ohne Vorwarnung zu erscheinen. Er wusste nicht recht, wie er nach Lambton kommen konnte. Jedenfalls war es von Oxford aus ein wenig umständlich, mit mehrfachem Umsteigen. Ab London fuhren täglich Kutschen nach Derby, und wenn er erst einmal dort war, fuhr bestimmt auch eine nach Lambton. Wenn man ihm also für eine Nacht ein Bett geben könnte …?
Natürlich konnte er eine Nacht im Stadthaus bleiben. Er hätte auch noch länger bleiben können, aber es war allen klar, dass er so schnell wie möglich nach Hause wollte.

*

Nachdem er am Sonntag zur Postkutsche nach Derby gebracht worden war, fuhren die Darcys in den Zoo. Daniel fragte, ob sie auch wirklich alle Tiere ansehen würden, nicht nur so einige auf dem kurzen Rundgang. Nein, es wurde der lange Rundgang.
„Daniel, wieso denkst Du, wir machen nur einen kleinen Rundgang?“, wollte Arthur wissen.
„Unsere Nachbarn machen immer nur den kleinen Rundgang, weil es sonst für Benjamin zu anstrengend wird.“
„Ist Benjamin denn so klein?
„Der ist jetzt fünf geworden und schimpft immer, weil er alle Tiere sehen will. Und für mich ist es bestimmt nicht anstrengend, weil ich doch schon sechs bin.“
Tom und Francis machten sofort untereinander aus, dass sie sich notfalls abwechseln wollten, wenn Daniel getragen werden musste. Er sollte seinen großen Rundgang bekommen.
Er musste nicht getragen werden. So, wie er stolz darauf verwies, hatten zumindest die großen Jungen und die Eltern den Verdacht, dass Daniel bisher wohl nur in Begleitung jener Nachbarn im Zoo gewesen war. Sein Gesicht war die Verblüffung par excellence, als er am Ende gefragt wurde, ob er ein Tier noch einmal ansehen wolle.
„Ja, darf man das denn? Einfach so? Gehen auch zwei Tiere?“
„Sicher, es gehen auch zwei“, bestätigte Fitzwilliam amüsiert.
„Dann möchte ich zu den Elefanten und den Zebras. Und wenn wir vorher ein wenig langsamer gehen, kann ich auch die Nilpferde noch einmal so nebenbei anschauen.“
Sie gingen bei den Nilpferden nicht nur langsamer, sie blieben sogar stehen! Daniel war von diesem Nachmittag vollkommen begeistert.
„Mit Stehenbleiben sieht man die Tiere noch viel besser, vielen Dank!“
Und dieses Mal war klar, dass er sich nur auf die Nilpferde bezog.

*

In der folgenden Woche war natürlich nicht mehr so viel los. Das sah Daniel auch ein, denn ohne einen Papa machten solche Ausflüge doch nicht so viel Spaß, nicht wahr? Vor allem hatten seine Eltern in letzter Zeit nicht viele Ausflüge mit ihm gemacht, weil Mama immer so schnell müde wurde. Das musste ja eine ganz schön doofe Krankheit sein, dass die so lange dauerte. Hoffentlich hatte er sich nicht angesteckt! Lange krank und dann auch noch lange müde war doof. Er war froh, dass er im Zoo nicht müde gewesen war, weder lange noch kurz. Müde war er dann erst auf der Rückfahrt.

*

Am Sonnabend durfte er dann aber mitgehen, als Francis seine Schulsachen kaufen musste. Fitzwilliam hätte das ja nicht angeboten, aber Francis war ganz freiwillig auf dieses Angebot gekommen. Arthur wäre auch gerne mitgegangen, sagte aber nichts.
Noch  bevor die Kutsche abgefahren war, kam Francis schnell zurück.
„Arthur, habe ich etwa nicht daran gedacht, Dich auch mitzunehmen? Das ist aber blöd. Was sollst Du hier ohne Deinen Spielkameraden, nicht wahr? Komm schnell, die Kutsche wartet vor der Tür.“
Arthur hatte auf dem oberen Gang einen Arm im Mantel, auf der Treppe den zweiten, und dann sagte er: „Zuknöpfen kann ich doch auch in der Kutsche, nicht wahr?“
„Papa, wie viele Sonnabende haben wir eigentlich noch hier in London?“
„Die Schulkinder haben mit heute noch drei Sonnabende.“
„Hm, kann ich dann nicht heute schon meine Schulsachen bekommen? Dann bleibt mehr Zeit für die Robe für Gigis Debüt. Das muss doch eine extra tolle werden, finde ich, und Kleiderkauf ist doch immer ziemlich langweilig.“
„Das ist ein sehr nettes Angebot, vielen Dank. Falls wir dann doch einen Sonnabend noch Zeit haben, werden wir noch einen Ausflug machen mit Restaurant-Essen, in Ordnung?“
Arthur strahlte. Daniel sah ein wenig nachdenklich aus.
Dann fragte er: „Wenn Mama dann wieder gesund ist und wenn ich wieder bei ihr bin und wenn ihr dann den Ausflug macht, also, wenn das alles ist – lädst Du mich und Mama dann auch ein, Milord?“
„Wenn Mama dann wieder gesund ist, lade ich Euch beide ein. Wenn sie noch nicht wieder gesund sein sollte, kommst Du sowieso mit, weil wir Dich doch nicht alleine im Haus lassen werden!“
Das war doch eine sehr beruhigende Auskunft, nicht wahr?
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