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Die Darcys auf Pemberley Teil XXVII

von Bihi
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Charles Bingley Elizabeth Bennet Fitzwilliam Darcy Jane Bennet OC (Own Character)
12.10.2018
30.11.2018
37
58.425
13
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28.10.2018 1.215
 
An Silvester setzte rege Packtätigkeit ein, jedenfalls bei den Familien, die Schuljungen hatten. Die, die in den Süden mussten, wollten früh am 1. Januar abfahren. Diejenigen, die nach Shrewsbury oder Rugby gingen, wollten sich ebenfalls am 1. Januar auf den Weg machen, aber da reichte hoffentlich eine Abfahrt nach einem ausgedehnten zweiten Frühstück. An dem Tag sollte es nur bis Stanfolk Place gehen und dann am Sonntag erst weiter zu den Schulen. Willi übernahm gutmütig die Packerei für Matthew, damit er noch einmal beim Rodelspaß mitmachen konnte. Arthur und Peter genossen es, 'so ganz ohne Aufsicht' zu rodeln. George und Eliza zählten nicht, die waren ja nur wegen ihrer eigenen Rodelzwerge dabei.
Nachmittags wurde im Haus gespielt. Frische Luft macht müde und man wollte doch auf alle Fälle bis zum Toast durchhalten, nicht wahr?
Alle Kutschen derer, die nach Süden fahren mussten, hatten in diesem Jahr nicht nur Kufen, sondern auch die Laternen, die Miller im Jahr zuvor so raffiniert verändert hatte, man konnte also beruhigt sein, wenn es langsamer voranging als geplant.
Die Schüler hätten gar nichts dabei gefunden, wenn die Eltern einfach auf Pemberley geblieben wären, bis der Schnee geschmolzen war, aber die ließen nicht mit sich reden. Solange der Schnee so war, war eine Fahrt zu riskieren. Heathcoat und Emma sahen das ein wenig anders, aber die waren solche Verhältnisse ja nicht gewohnt.
Charles beruhigte: „Emma, wir haben keine Schulkinder, wir können notfalls noch etwas länger bleiben, aber nur, wenn wir dadurch nicht den Hofball verpassen. Das wäre nicht nur für uns, sondern auch für Deine Eltern peinlich. Am 4. müssen wir spätestens los, wenn Du die Robe von neulich trägst. Für einen Abstecher nach Longbourn Heights wäre dann die Zeit zu knapp.“
Die Einladung zum Hofball war ein Weihnachtsgeschenk an das junge Paar gewesen, so als große Ausnahme, weil doch Erwachsene eigentlich keine Geschenke mehr bekamen.
Heathcoat stimmte erleichtert zu: „Die vorausfahrende Gruppe schickt uns von Coventry einen Bericht, und wir fahren nur los, wenn es geht, sonst warten wir eben noch einen Tag. Da wir dann mit zwei Kutschen fahren, ist es auch sicherer.“
Tom grinste: „Wir werden wohl drei Kutschen sein, Darcy und ich werden uns anschließen. Wir müssen am 10. für unsere Ferienkurse in Oxford sein.“
Georgiana rief dazwischen: „Wenn Ihr eine Unterkunft in London braucht, nehmt doch mein Haus, das ist schneller warm zu bekommen, weil es kleiner ist, und für zwei Personen reicht es allemal!“

*

Die erste Gruppe der Segenswünscher erzählte, dass man auch die Strecke Richtung Süden so befestigt hatte, dass Schlittenfahrten möglich seien. Das war ja für die Versorgungslage wichtig. Allerdings nur bis an die Grenze derer von Derby.

Edmund grinste. Als er den Brief an den Schreiner geschickt hatte – vor dem Schneesturm, hatte er auch eine Anweisung an den Stammsitz geschrieben, dass die Zuwegung zu Derby auf dem Besitz seiner Familie zumindest für Schlitten in Ordnung sein müsse. Das gelte für den Stammsitz, Pemberley und London. Er hoffte nun darauf, dass sich andere Grundbesitzer dieser Haltung angeschlossen hatten. Wenigstens war die erste Strecke zum Gespann Einfahren nun einigermaßen in Ordnung. Sicher, bei Verwehungen war nichts zu machen, aber das war dann einfach Vorsehung, nicht wahr?

Endlich, acht weitere Gruppen später, war es wieder kurz vor Mitternacht und die Kinder kamen aus dem Spielzimmer. Wie nicht anders zu erwarten, kamen auch Agatha und Marc mit. Die konnten zwar schlafen, wenn die anderen Kinder Rücksicht nahmen, aber die wollten ja unbedingt für den Toast munter bleiben.
Die Wünsche rangierten von 'Weihnachten immer hier' von Joany, über 'Glück und Zufriedenheit', 'Gesundheit' und 'ein frohes Wiedersehen' bis zu 'Ommo, Milli – mhm', natürlich von Marc. Stokes hatte so etwas schon vermutet und sogar einen kleinen Becher vorbereitet. Der Kleine hatte doch bestimmt nicht verstanden, dass es ein Wunsch für die Zukunft sein sollte.
William jr. hatte seinen spontanen Wunsch nicht ausgesprochen. Er hoffte auf weitere Rodelpartien. Aber der Wunsch kam ihm zu kindisch vor. Er wünschte also, dass sich seine Gesundheit so stabil zeige wie im vergangenen Jahr. Auf seinem Zimmer nannte er dann seinen wichtigsten Wunsch: Dass seine Kinder trotz der Störversuche der Mutter fröhliche Kinder bleiben konnten.
Nurse Wicker sagte: „Da ich im Salon nicht dabei war – da gehöre ich ja auch nicht hin, möchte ich jetzt zwei Wünsche aussprechen. Erstens wünsche ich ebenfalls, dass es gelingt, den Einfluss der Mutter unter Kontrolle zu halten, und zweitens hoffe ich, dass Ihr weiterhin so vorsichtig wie bisher auslotet, was mit der Krankheit alles machbar ist.“

*

Am nächsten Morgen machte sich also die erste Gruppe ziemlich verschlafen auf den Weg. Da nicht klar war, wie gut der Service an den Raststellen war, hatte jede Kutsche einen Picknickkorb bekommen – mit einem halben Wildschweinschinken. Das tröstete die Jungen ein wenig darüber hinweg, dass sie als letzte gekommen und nun als erste gehen mussten. Der Schinken schmeckte wirklich gut. Die Väter machten aus, in London die Reste gleichmäßig zu verteilen. Aber sie hatten den Appetit ihrer eigenen Jungen stark unterschätzt. Es gab nach zwei Tagen keinen Rest, nicht einmal eine kleine Kostprobe für die Großeltern. Die Idee war ihnen erst gekommen, als es zu spät war.

*

Kurz vor Mittag fuhren dann diejenigen los, die nach Westen fuhren, natürlich ebenfalls mit Verpflegung, auch wenn Stanfolk Place nicht so weit entfernt war. Fitzwilliam wollte für alle Eventualitäten gerüstet sein. Die Verpflegung wurde nicht gebraucht. Er nahm seinen Anteil dann für die Fahrt nach Shrewsbury, zumindest den Teil, der sich noch einen weiteren Tag hielt. Der andere Teil wurde beim Abendbrot verzehrt.

*

Die übrigen Gäste, zumindest diejenigen, die um die Straßenverhältnisse bangten, warteten angespannt, ob eine der beiden Gruppen wieder zurückkam, weil die Straßen unpassierbar waren. Das war aber nicht der Fall. Das beruhigte sogar Elizabeth, die doch immer unter Anspannung war, wenn Fitzwilliam unterwegs war.

*

William jr. erzählte seiner Joany: „Morgen oder übermorgen fahren wir ab, dann besuchen wir Silvia, Tom und Schosch.“
„PAPA, die sind doch hier!!“
„Ja, aber die fahren morgen oder übermorgen nach Hause, und wir fahren in unserer eigenen Kutsche hinterher. Nach Charles' Geburtstag fahren wir dann wieder in unser Zuhause.“
„Weihnachten ist bestimmt schon vorbei?“
„Das war schon vorbei als wir auf dem großen Hügel waren!“
„Ja, dann fahren wir wieder nach Hause. Wir müssen dem Gärtner doch sagen, dass er die gelben Blumen pflanzen soll, ne?“
„Gut, aber die kommen erst einmal in Kübel und dann auf die Terrasse. Gepflanzt werden sie draußen kurz nach Michaelis.“
„Und in Kübel draußen geht das?“
„Wir lassen sie erst einmal im Gewächshaus, bis es draußen warm genug ist. Im Schnee kann man sie doch nicht pflanzen, nicht wahr?“

*

Arthur tat es zwar leid, dass jetzt alle wieder abfuhren, aber da er selber am Montag wieder in die Schule musste, hätte er sich sowieso nicht mehr so gut um seine niedlichen und reizenden Gäste kümmern können. Ob er wieder einen so tollen Bericht in der Schule schreiben durfte? Jetzt wusste er ja, wie die schwierigen Wörter buchstabiert wurden. Er musste dann nur daran denken, Papa vor der Schule zu fragen, von wann bis wann Weihnachten denn nun genau ging. Ach nee, der kam doch erst am Montagnachmittag. Gut, dann fragte er eben Mama, die wusste das bestimmt auch. Er kannte ja Dorothys Spruch von der Regalfrau nicht.
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