The Villain Among The Heroes

von Zeronime
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P12
11.10.2018
24.11.2018
21
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Es war endlich draussen. Das langersehnte Spiel Sword Art Online war endlich vorhanden. In allen Medien wurde dies berichtet. Die Menschen standen tagelang an um sich die Hardware, das Nerve-Gear, zu sichern.
Ein junger Student sass in seinem Zimmer und las die Nachrichten online. In nur wenigen Minuten soll es möglich werden sich einzuloggen. Er nahm sein Nerve-Gear und schnallte es sich um den Kopf. Auf dem Bett liegend sah er zur Digitaluhr auf dem Display des Helmes. Jetzt nur noch Sekunden. Schliesslich sagte er es. «Link Start!»

Es war seltsam sich in einem neuen Körper wiederzufinden. Körpergrösse und Gewicht waren anders als in der Realität. Aber trotzdem füllte sich die Umgebung real an. Die warmen Sonnenstrahlen, der kühle Wind und die Geräusche der Umgebung. Alles wirkte echt. Nach all der Zeit war er wieder in dieser Welt. Er blickte sich um. Die hohen Gebäude, der grosse Platz auf dem er sich befand und die Anzeigen in seinem Blickfeld. In der oberen linken Ecke war seine HP-Leiste mit seinem Namen. Ceadas.
Auf den Strassen der Stadt der Anfänge war einiges los. Spieler handelten mit den NPCs oder formten sich zu Gruppen. Doch Ceadas hatte kein Interesse an Gruppen. Was er wollte war endlich rauszugehen und zu kämpfen. Als er das Stadttor passierte begegnete er schon seinen ersten Gegner. Ein blaues Wildschwein. Der Cursor über dieser war gelb gefärbt, aber es änderte sich zu Rot als es Ceadas entdeckte. Der Spieler griff zu seinem Schwert am Gürtel, doch etwas stimmte nicht. Er hatte kein Schwert. Er war unbewaffnet. Kein Schwert, kein Dolch oder sonst eine Klinge. Ein unbewaffneter Spieler war für jeden ein gefundenes Fressen, egal ob NPC oder Spieler. Das Schwein erkannte dies und rannte auf Ceadas los. Schnell machte er eine Hechtrolle zur Seite und wich somit dem Monster aus. Vom Boden hob er einen kleinen Stein auf und holte aus. Der Stein begann sich rot zu verfärben. Als das Schwein wieder auf ihn zu rannte, warf Ceadas den Stein und eine rote Linie zog sich durch die Luft. Am Auge getroffen, stürzte das Schwein zu Boden. Die Chance zu fliehen. Ceadas nahm die Beine in die Hand und sprintete wieder in die Stadt.
Am Stadttor stiess Ceadas versehentlich mit jemanden zusammen. «Pass doch auf, du Idiooo…» Er unterbrach sich selbst beim Anblick des anderen Spielers. Es war eine Spielerin. Dazu noch eine überraschend Hübsche. Schulterlange, orange-blonde Haare und himmelblaue Augen zeichneten sie. Unverzüglich sprang Ceadas auf und reichte ihr die Hand. «Verzeihung, tut mir leid.» Als sie vor ihm stand dachte er kurz an etwas. «Entschuldigung, wenn ich das frage, aber du bist doch nicht etwa ein Kerl, oder?» Der entsetzte Gesichtsausdruck des Mädchens verriet schon die Antwort. «Bitte nicht falsch verstehen. Es gibt oft Männer, die dann einen weiblichen Avatar nehmen.», redete Ceadas sich raus.
«Dürfte ich durch?», fragte das Mädchen und schob Ceadas zur Seite.
Als er sie kurz von hinten musterte bemerkte er, dass sie, genau wie, unbewaffnet war.
«Du bist unbewaffnet, oder?», fragte er sie. Sofort blieb sie stehen und tastete sich kurz ab.
Sie fasste sich an den Kopf und drehte sich zu Ceadas um. «Wo kann ich hier eine Waffe kaufen?»
«Normalerweise auf dem Marktplatz…», erklärte Ceadas. «Aber die Waffen dort sind nicht gerade gut. Auf der anderen Seite der Stadt müsste es einen geheimen Waffenhändler geben der einen bessere Waffen verkauft. Mit dem Startkapital müsste es für eine Waffe reichen.»
Zögernd fragte das Mädchen: «Könntest du es mir zeigen?»
«Kein Problem, ich wollte gerade selbst dort hingehen.», sagte Ceadas und reichte ihr die Hand. «Wie ist dein Name?»
«Philia.», stellte sie sich vor und schüttelte seine Hand. «Wie ist dein Name?»
«Ceadas.», stellte er sich vor.

Auf dem Weg durch die Stadt schaute sich Philia die Umgebung genau an. Sie konnte es kaum fassen, dass dies eine virtuelle Welt sein sollte. Ceadas hingegen, war wieder ruhig. Als er in dieser Welt ankam war er ebenfalls begeistert, obwohl er die Welt schon aus der Beta kannte. Plötzlich bemerkte er, dass Philia verschwunden war. Schnell blickte Ceadas sich um. Es waren einfach zu viele Spieler in der Nähe um sie so einfach zu entdecken. Da tippte ihn jemand an die Schulter und erschrak kurz. Schnell drehte er sich um fand die Spielerin vor sich. «Bitte, mach so etwas nie wieder!», bat er sie.
Der geheime Händler befand sich in einem kleinen Laden in einer dunklen Gasse. Äusserlich war es eine schäbige Bruchbude. Doch der erste Eindruck konnte täuschen, denn der Laden war alles andere als schäbig eingerichtet. An den Wänden hingen Waffen und Rüstungen mit Preisschildern, von denen Philia versuchte eines abzunehmen. «Wieso geht es nicht ab?», fragte sie.
«Die kannst du nicht nehmen. Das sind Ausstellungsmodelle, wenn du eins kaufen willst musst du zum Händler gehen.»
Auf der Liste waren sehr viele Waffen aufgelistet. Es fiel ihr schwer sich zu entscheiden was sie nehmen sollte. Ceadas hingegen fand das Schwert, welches er wollte. Ein verzierter leichter Degen. Der Preis für die Waffe war dafür sehr hoch. 4500 Cor für ein Schwert und das Startkapital betrug gerade mal 5000 Cor. Zögernd führte er seinen Finger auf den Knopf um den Kauf abzuschliessen. Schliesslich kaufte Ceadas die Klinge. Eine Nachricht erschien vor ihm auf in der es hiess, dass sich die Waffe im Inventar befand.
«Schon entschieden?», fragte er Philia.
«Ich habe das hier genommen.», sagte sie und zeigte dem Spieler ihre Waffe.
«Ein einhändiges Kurzschwert? Interessante Wahl.»
«Stimmt etwas nicht damit?», fragte sie ihn mit ernster Stimme.
«Nein, alles gut. Dein Kauf.», wank Ceadas ab.
Plötzlich fingen jedoch die Spieler an zu leuchten und wurden teleportiert.

Die Beiden fanden sich auf dem Hauptplatz der Stadt wieder. Alle 10'000 Spieler wurden dorthin teleportiert. Eine rote Kuppel aus Sechsecken schloss dann die Spieler auf dem Hauptplatz ein.
«Was ist hier los?», fragte Philia nervös.
«Ich habe keine Ahnung…»
Eine rote, dicke Flüssigkeit tropfte herab und formte sich über den Spieler zu etwas. Eine geisterhafte Gestalt. Eine schwebende rote Magier Robe ohne Gesicht. Lange geschah nichts. Die Gestalt hob die Hände. «Willkommen. Willkommen in meiner Welt Spieler.», sagte die Gestalt zur Begrüssung. Ceadas wurde misstrauisch und blickte sich um. Entweder dachten die meisten Spieler es wäre die Einführung oder sie waren auch nicht ganz sicher war los war. «Mein Name ist Akihiko Kayaba. Im Moment steht diese Welt allein unter meine Kontrolle.» Kaum zu glauben, dass er es war. Jener Mann der das Spiel erst entwickelt hat. «Ich vermute, dass euch allen der fehlende Log-Out Button in eurem Menü aufgefallen ist.» Mit einer Handbewegung öffnete Kayaba sein Menü vor sich und zeigte auf die Stelle wo sich der Log-Out Button befinden müsste. «Dies ist jedoch keine Fehlfunktion des Spiels. Ich wiederhole: Dies ist keine Fehlfunktion, sondern ein Feature in Sword Art Online.»
«Was ist ein Feature?», fragte Philia an Ceadas gerichtet.
«Eine Eigenschaft des Spiels.»
«Ihr könnt euch nicht selbstständig aus SAO ausloggen.», fuhr Kayaba fort. «Und niemand von Ausserhalb wird in der Lage sein das Nerve-Gear auszuschalten oder es zu entfernen. Sollte es dennoch versucht werden, wird ein Sender ein starkes Mikrowellensignal aussenden und zerstört somit euer Gehirn, was somit auch euer Leben beenden wird.» Philia versuchte im Menü den Log-Out Button zu finden aber war erfolglos. Und da die rote Kuppel die Spieler auf dem Hauptplatz einsperrten, konnten sie nicht einmal aus der Stadt verschwinden. Schliesslich fuhr Kayaba fort: «Leider haben Freunde und Familienangehörige der Spieler diese Warnung missachtet und trotz allem versucht das Nerve-Gear auszuschalten oder es von den Spielern zu entfernen. Wegen diesen unwiderruflichen Fehlern haben insgesamt 213 Spieler diese Welt verlassen.» Um Kayaba herum tauchten Bildschirme auf, welche die Nachrichten zeigten. «Wie ihr seht, berichten Nachrichtensender auf der gesamten Welt über diesen Vorfall und die vielen toten Spieler. Ich denke nun werdet ihr einschätzen können wie gefährlich es ist das Nerve-Gear abzunehmen. Bleibt bitte ruhig und gebt euer Bestes um das Spiel zu beenden. Seid euch eines jedoch immer bewusst: In diesem Spiel könnt ihr euch nicht wiederbeleben. Wenn eure Lebenspunkte auf null sinken, wird euer Charakter für immer gelöscht und zur selben Zeit… zerstört das Nerve-Gear durch seine Impulse euer Gehirn.» Bildlich konnte sich Ceadas das vorstellen. Was wenn ein Schwein oder etwas stärkeres ihn besiegt? Er würde sterben und in sich Polygone auflösen. Nur um schlussendlich zu sterben. So etwas durfte er nicht zulassen. «Ihr müsst nur eine Aufgabe erledigen um freizukommen.», erklärte der Entwickler. «Spielt das Spiel durch! Ihr befindet euch auf Ebene 1, der untersten Ebene von Aincrad. Bahnt euch einen Weg durch jeden Dungeon und besiegt den jeweiligen Boss um auf die nächste Ebene zu gelangen! Besiegt den Endboss auf Ebene 100 und das Spiel ist vorbei.»
«Leichter gesagt als getan.», spottete Ceadas. «Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Einhundert Ebenen…»
«Und zu guter Letzt.», fuhr Kayaba weiter. «Habe ich jedem von euch ein kleines Geschenk im Inventar hinterlassen. Seht bitte Selbst.»
Alle Spieler öffneten ihr Inventar und entdeckten das Geschenk. Es war ein Spiegel. Als Ceadas das Ding materialisierte und reinschaute, geschah etwas. Er leuchtete, ähnlich wie bei einer Teleportation. Als es aufhörte sah er wieder in den Spiegel. Er war nicht mehr der der er vorher war. Statt das Gesicht seines Avatars, sah er sein eigenes Gesicht. Erschrocken sah er zu Philia herüber. Sein Herz blieb beim Anblick kurz stehen und zog fragend eine Augenbraue hoch.
«Alles Ok, Ceadas?», fragte Philia ihn.
Langsam neigte er den Kopf zur Seite und fragte: «Du… Wie kann das sein?»
«Was meinst du?», wollte sie wissen.
«Du hast dich kein bisschen verändert. Warum?»
Leicht verlegen fasste sich Philia am Hinterkopf und erklärte: «Ich habe mein NerveGear bisher nur benutzt um damit online zu shoppen. Dafür braucht man ja sein echtes Gesicht…» Sie musterte ihn schliesslich genauer. Anders als vorhin waren seine braunen Haare wild zerzaust. Die Gesichtszüge waren eher sanft.
«Ihr fragt euch sicherlich alle eine Sache: Wieso? Wieso würde Akihiko Kayaba, der Entwickler von Sword Art Online und dem Nerve-Gear das tun?», unterbrach der Admin die Spieler. «Mein Ziel habe ich erreicht. Ich wollte meine eigene Welt erschaffen und bewundern. Aus diesem Grund habe ich Sword Art Online kreiert. Und nun sind alle meine Wünsche in Erfüllung gegangen. Hiermit endet das Tutorial zum offiziellen Start von Sword Art Online. Ich wünsche allen Spielern viel Glück!» Die Gestalt fing an sich in roten Rauch zu verwandeln. Als er verschwand, löste sich auch die rote Kuppel über den Hauptplatz auf.
Für einen langen Moment standen die Spieler erschrocken da. Keiner konnte es fassen. Der Beginn eines Albtraumes. Eines Death Games. Verängstigt liessen einige Spieler ihre Spiegel fallen. Kurzdarauf flippten alle aus. Ceadas nahm jedoch schnell seine Begleiterin an der Hand und zog sie heraus in eine kleine Seitengasse.
«Hör zu!», begann Ceadas. «Ich habe schon einige MMOs gespielt und weiss daher, dass es viel praktischer ist mit anderen zusammen zu spielen. Normalerweise würde ich mich mit Freunden zusammenschliessen. Da meine Freunde sich heute nicht einloggen konnten und du wahrscheinlich keine andere Person hier kennst, frage ich dich: Bilden wir eine Gruppe?»
Philia zögerte zu antworten. Eigentlich hatte er Recht, und wenn das mit dem Sterbesystem stimmte, wäre es nur klug sich mit jemanden zusammenzutun der das Spiel schon kannte, anstatt blind irgendwo hinein zu rennen und zu sterben. «Wie würde dein Plan aussehen?», fragte sie.
Ceadas öffnete sein Menü und wählte die Karte an. «In der Nähe gibt es ein Dorf. Mit unserem aktuellen Level müsste es möglich sein dorthin zukommen ohne gleich in Stücke gerissen zu werden. Wir sollten dort hingehen und zwei oder drei Tage dort bleiben bis die anderen Spieler sich ein beruhigt haben.»
«Was ist mit den Anderen?»
«Was soll mit denen sein?»
«Es hat sich zwar niemand aus meinem Umfeld das Spiel geholt aber was ist mit deinen Freunden?»
«Sagte ich bereits. Sie alle konnten heute nicht kommen und wollten sich ursprünglich morgen einloggen. Falls es tatsächlich schon in den Medien publik wurde, werden sie nicht hier sein.»
«Was, wenn sie es doch konnten?»
Ceadas grübelte. Falls seine Freunde auch im Spiel waren, dann konnte er fürs erste nichts tun. «Angenommen sie wären hier. Bei 10'000 Spielern werden wir sie nie finden. Im Dorf werde ich auf der Spielerliste schauen ob sie doch hier sind.»

Die Sonne war dabei unterzugehen. Auf einer Strasse, die aus der Stadt der Anfänge führte, kämpften sich Ceadas und Philia durch Horden von Monstern. Nicht nur blaue Wildschweine, auch andere Kreaturen kamen um Jagd auf Spieler zu machen.
Mit seinem Schwert blockte Ceadas den Angriff eines Echsenmenschen ab. Die roten Augen des Gegners begannen heller und bedrohlicher zu leuchten. Plötzlich stiess Philia der Kreatur ihr Schwert von Hinten in den Schädel. Nach einem Augenblick löste sich die Echse in einen Haufen Polymeren auf. Erschöpft fiel die Spielerin auf ihre Knie und atmete tief durch. Ceadas stützte sich auf seinen Degen und rief die Karte im Menü auf. «Bei unserer Geschwindigkeit werden wir noch etwa eine halbe Stunde brauchen.», sagte er erschöpft.
«Ich glaube ich kann nicht mehr. Ich brauche eine Pause.»
«Wir hatten bereits eine Pause. Wir müssen uns beeilen. Nachts spawnen mehr Monster als Tagsüber.», warnte er.
«Können wir uns nicht zehn Minuten ausruhen?»
Mit den Augen rollend ging Ceadas mit dem Rücken zu Philia gewandt in die Hocke. Sie schaute ihn nur verwirrt an. «Komm schon, ich trage dich.», sagte Ceadas. Widerwillig stieg sie auf seinen Rücken und liess sich von ihm tragen.
«Wie kann es sein, dass wir so schnell erschöpft sind?», fragte das erschöpfte Mädchen.
«Zu Beginn des Spiels konnte man ein paar Statuspunkte verteilen und wenn man die Ausdauer niedrig lässt, dann wird man halt müde.»
«Wie kann es dann sein, dass du mich tragen kannst?»
«Ich habe meine Punkte gezielt auf Stärke, Ausdauer und Geschwindigkeit gesetzt.» Auf dem restlichen Weg schwiegen beide. Es kamen auch keine Monster mehr die sie angriffen. Als sie dann endlich das gesuchte Dorf erreichten war es bereits Nacht geworden. Philia war eingeschlafen. Ceadas war selbst auch sehr müde und suchte im Dorf sofort ein Gasthaus auf. Drinnen zahlte er ein Zimmer mit zwei getrennten Betten und legte Philia in eines der Betten.
Gähnend sah er sich im Zimmer um. Nichts Spezielles. Es war sehr schlicht eingerichtet. Ein runder Tisch mit zwei Stühlen aus Holz und ein brennender Kamin. Die einzigen Dinge die es neben den Betten noch gab. Aber er war zu erschöpft um weiter nachzudenken. Der Fechter legte seine leichte Kampfausrüstung ab und warf sich auf sein Bett wo er nach wenigen Sekunden selbst einschlief.

Die warmen Sonnenstrahlen weckten Philia aus ihrem tiefen Schlaf. Benommen setzte sie sich aufrecht und schaute sich um. Das Letzte woran sie sich erinnern konnte war, dass sie sich auf dem Weg ins Dorf befand. Als sie dann das zweite Bett im Zimmer entdeckte war ihre Müdigkeit wie weggeblasen. Sofort tastete sie sich ab. Noch immer trug sie die Standartausrüstung und aus ihrem Inventar war auch nichts verschwunden. Beim genaueren Hinsehen bemerkte sie dann, dass das zweite Bett leer war. War sie Gestern nicht mit Ceadas unterwegs? Hatte er sich ein zweites Zimmer gemietet? Oder ist er weggegangen?
Als sie dann runter ging, sah sie ihn an einem Tisch sitzen mit einem aufgeschlagenen Buch in der Hand.
«Hast du mich den restlichen Weg hierhergetragen?», fragte Philia ihn.
Ceadas schloss sein Buch und zog mit der Hand eine gerade Linie in der Luft. Sein Menü öffnete sich vor ihm. Er tippte sich blitzschnell durch bis ins Inventar und legte sein Buch dort ab. «Hätte ich dich zurücklassen sollen?», fragte er entgegen.
«Wir kennen uns überhaupt nicht. Warum solltest…»
«Sind wir doch ehrlich», unterbrach er sie. «In einem MMO muss man seinen Kameraden vertrauen, wenn man kämpft. Du bist zwar ein Noob aber um Welten besser als keinen Partner zu haben.» Eine beunruhigende Stille trat ein. Obwohl sie sich in einem Gasthaus befanden, wurde es unangenehm. «Du kannst dich ruhig hinsetzen.», offerierte er ihr mit einer Geste. Sie setzte sich zu ihm. Ihr Gesicht verriet Ceadas ihr Misstrauen.
«Was war das für ein Buch?», wollte sie plötzlich wissen.
«Ich habe es mir vorhin in einem Item-Shop gekauft. Es ist eine Art Anleitung für SAO. Zumindest für die erste Ebene.»
«Warst du damals bei der Beta dabei?»
«Natürlich», antwortete er und gähnte einmal laut.
«Also, wenn du das Spiel aus der Beta kennst, warum liest du das Buch?»
«Es gibt immer Dinge, die sich ändern.»
«Was denn zum Beispiel?»

Die ersten Tage waren vergangen. In der Zwischenzeit befanden sich die Zwei auf einer Wiese ausserhalb des Dorfes. Die blauen Wildschweine grasten friedlich. Zumindest bis sich ihnen jemand näherte. Als Philia sich mit gezogenem Schwert einem Mob näherte, färbten sich Cursor und Augen des Tieres rot. Das Schwein rannte auf die Spielerin zu. Philia wich aus und schlug mit ihrer Waffe den NPC von oben. Zu ihrem Unglück riss es ihre Waffe aus der Hand und rannte weiter. Still fluchte die Spielerin. Ceadas lag unterdessen gemütlich unter einem Baum und hatte das Geschehen beobachtet. Doch als seine Gefährtin ihre Waffe verlor stand er auf und streckte sich als ob er geschlafen hätte. Sein Schwert zog er aus der Scheide und flitzte zum Mob. Mit nur wenigen präzisen Stichen erledigte Ceadas das Monster in weniger als 3 Sekunden. Anschliessend zersprang es in einen Haufen Polymere und das Schwert des Mädchens fiel zu Boden.
«Welches Level hast du schon wieder?», fragte Philia überrascht.
«Level 7», antwortete er und steckte seine Klinge wieder in die Scheide.
«Wie konntest du so schnell aufleveln?!»
«Letzte Nacht habe ich nur drei Stunden geschlafen. Bis du aufgewacht bist, war ich hier und habe gekämpft.»
«Bist du nicht müde?»
«Nur ein Bisschen. Wollen wir weitermachen?»
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