Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Nebenbuhler [Morden im Norden]

GeschichteKrimi, Freundschaft / P12 / Gen
11.10.2018
13.10.2018
18
20.158
1
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
11.10.2018 959
 
Disclaimer: Die Charaktere der Serie 'Morden im Norden' gehören nicht mir! Ich leihe sie mir lediglich für diese Story.
A/N: Da meine neue Lieblingsserie leider keinen eigenen Bereich hier hat, muss ich diese Story in 'Sonstige Serien' packen. Sie spielt ungefähr zwischen Staffel 2 und 3 und ist bereits fertig geschrieben, in 16 Kapiteln plus Pro-und Epilog abgeschlossen. Ich lade erstmal den Prolog und die Kapitel 1 bis 5 hoch. Viel Spaß!

Prolog

Die Tür zur Lagerhalle öffnete sich.
Schritte waren zu hören.
Sie kamen näher und näher.
Er schloss die Augen, obwohl sie sowieso verbunden waren.
'Nicht schon wieder.'
Er wollte einen Seufzer ausstoßen, aber seine gebrochenen Rippen schmerzten sofort - ließen ihn zusammenzucken. Wie viele Verletzungen hatte er schon ertragen müssen seit er hier war? Wie lange war er überhaupt schon hier? Er wusste es nicht mehr.

Die Schritte waren fast da.

Wieso fanden ihn die Kollegen denn nicht? Wo blieben sie?
Vor seinem inneren Auge sah er Finns Bild aufblitzen.
Erschöpft musste er sich ein schiefes Lächeln abringen.
'Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals an dich denken und darauf hoffen würde dich zu sehen.'
Niemals hätte er erwartet, dass seine letzte Hoffnung an Finn hängen würde.
'Aber ich hätte auch nicht gedacht, dass gerade eine mir wohl bekannte Frau mich mal in solche Schwierigkeiten bringen würde.'
Das Lächeln verschwand. Frauen brachten ihn anscheinend ständig in brenzlige Situationen. Aber wahrscheinlich hatte er das verdient. Er war schließlich nicht umsonst schon zweimal geschieden, oder?
Vielleicht war das hier die Strafe für alles.

Die Schritte kamen zum Stehen innerhalb des Raumes.

"Ich bitte Sie... Lassen Sie mich doch einfach gehen."
Wie oft hatte er schon darum gebeten? Es hatte nichts gebracht. Er saß noch immer hier, gefesselt an einen Stuhl inmitten einer alten Lagerhalle am Hafen.
Sein Entführer würde ihn nicht gehen lassen. Egal wie oft er sagte, dass er sich ändern würde, egal wie oft er sich entschuldigen und um Vergebung bitten würde. Er würde nicht frei kommen.
Er sendete ein stummes Stoßgebet zum Himmel.
'Beeilt euch bitte.'

* 1 Tag zuvor *

Staatsanwältin Elke Rasmussen atmete die frische, morgendliche Seeluft ein, die in ihr Gesicht wehte und trank einen Schluck des heißen Kaffees, den ihr Freund ihr eben gereicht hatte, bevor er wieder ins Haus gegangen war, um sich selbst eine Tasse zu holen.
Eigentlich war es doch wirklich schön hier draußen, außerhalb der Stadt. Aber der Gedanke immer so abgelegen zu leben, war für sie noch immer so gut wie unmöglich. Liebe zu Finn hin oder her.
Eine Zweitwohnung in der Stadt war einfach Pflicht. Sie brauchte nunmal ein bisschen Luxus!
Elke wurde aus ihren Gedanken gerissen als ein junger Mann in Postuniform auf einem Fahrrad angefahren kam und vor dem Zaun des Vorgartens hielt.
"Für Sie."
Der Mann reichte ihr ein paar Briefumschläge und sie nahm diese entgegen, bedankte sich.
Der Mann nickte ihr zu und fuhr dann wieder los um seiner Arbeit weiter nachzugehen.
Elke schaute sich einen Brief nach dem anderen an und stoppte auf einmal.
"Nicht schon wieder.", murmelte sie und zuckte leicht zusammen als sie eine Stimme hinter sich hörte:
"Eine Rechnung?"
Sie schüttelte den Kopf und sah auf zu Finn Kiesewetter, ihrem Freund und Kollegen, der nun neben ihr stand.
"Nein... Es ist ein Brief von irgendeinem unbekannten Mann. Das ist jetzt der Dritte.", gab sie zu und Finn musste schmunzeln.
"Oh... Hat unsere Frau Staatsanwältin etwa einen heimlichen Verehrer?", neckte er und Elke zuckte mit den Schultern.
"Es scheint mir ganz so. Er hat mich wohl im Gerichtssaal bei einer Verhandlung gesehen und sich, ich zitiere, 'sofort in mich verliebt'."
Elke schaute auf den absenderlosen Brief in ihrer Hand.
"Muss ich mir Sorgen machen?"
Bei Finns Frage schüttelte sie erneut den Kopf.
"Ach was. Das ist doch nichts. Der Mann schreibt mir nur Briefe, traut sich allerdings nicht mich persönlich zu treffen. Und wenn er es doch tut, dann kannst du mich ja beschützen."
"Oh ja, das tue ich auf jeden Fall."
Finn beugte sich hinab und gab Elke einen Kuss. Als er fertig war, grinste er hämisch.
"Und wer weiß? Vielleicht ist dein heimlicher Verehrer ja auch nur ein gewisser Kriminaldirektor, der sich nicht traut dich persönlich zu umgarnen."
Elke stieß ihm mit dem Ellbogen in die Seite.
"Haha, sehr witzig, Finn."
Er hob abwehrend die Hände.
"Hey, ich sag's ja nur."
Das Klingeln seines Handys zerstörte die harmonische Situation.
Finn blickte aufs Display und seufzte
"Wenn man vom Teufel spricht."
Er ging ran.
"Guten Morgen, Lars. Was gibt's?"
Elke hörte dem Gespräch nicht richtig zu, schaute weiter auf den Brief in ihrer Hand.
Wieso schrieb der Mann nie eine Absenderadresse? Wenn er sie  wirklich kennenlernen wollte, dann wäre das doch viel klüger. Nicht, dass sie den Menschen unbedingt kennenlernen wollte. Sie war schließlich in einer glücklichen Beziehung.
"Bin schon unterwegs."
Finn steckte sein Handy wieder in die Hosentasche nachdem er aufgelegt hatte.
"Eine Leiche in einem abrissreifen Haus am Rande der Stadt, na toll. Schwartenbeck ist schon da. Ich muss los, aber ich kann dich vorher noch im Revier absetzen."
Elke nickte langsam.
"Alles klar. Ich bringe die Tassen und die Post eben schnell rein und hol meine Handtasche."
Finn reichte ihr seine Tasse, als sie ihm die offene Hand hinhielt und sah ihr dabei zu wie sie reinging.
Dann ließ er seinen Blick über das Meer schweifen. Die Sonne lachte, der Himmel war blau. Es würde ein schöner Tag werden.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast