Dämmerwacht adé

GeschichteRomanze, Fantasy / P18 Slash
11.10.2018
28.10.2019
17
47266
9
Alle Kapitel
46 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
Dies ist ein P18 FemSlash. Wer Probleme damit hat, dass Menschen des gleichen Geschlechts zueinander finden, wenn deine Religion Homosexualität verpönt oder verbietet, wenn du ein Gegner sexuell, graphisch detaillierter Handlungen bist oder denkst das ein FemSlash dem Spiel und dem Charakter von Serana gegenüber einfach unangebracht ist, dann lies diese FanFic bitte NICHT!!

Es sind keine Urheberrechtsverletzungen beabsichtigt, geschweige denn ist es gewollt das Ansehen des Spiels und der enthaltenen Charaktere zu schädigen. Diese Geschichte ist reine Fantasie. Sie wurde nur geschrieben, um die Fantasie der Leser zu beflügeln.

Der Hauptteil der Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der Nord erzählt, es wird jedoch auch Kapitel geben wie zum Beispiel das erste.

Natürlich wird es ein paar Parallelen zum Spiel geben, dennoch wird hier eine komplett neue Geschichte erzählt. Ich wage mich hier zum ersten Mal in Richtung eines Games, das, trotz horrender Macken - die Spieler unter euch wissen, was ich meine - unglaublich faszinierend ist. Hier ist alles offen, ich hoffe, es gefällt euch.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen :o)

LG ForgottenNightingale





Dämmerwacht adé



Eisherbst 4. Ära

Hjaalmarsch nähe Morthal...


„Verdammt! Wir kommen zu spät!“, Israns Schrei durchbrach den dichten Nebel bevor er vom Pferd sprang und auf die Karawane zu rannte.

„Isran, wartet!“, rief Celann, doch sein warnender Ruf blieb ungehört, „...verfluchter Dickkopf!“, schnell hatten er und der Rest der Truppe die Armbrüste geladen und verteilten sich um die Wagen herum. So leise wie möglich bewegten sie sich im tiefen Schnee. Dennoch konnten sie nicht verhindern, dass er knarrende Geräusche unter den dicken Sohlen ihrer schweren Stiefel verursachte.

„Schnell, die Fackeln!“, als der Schein die Finsternis erhellte, enthüllte er ein Bild des Grauens.

„Sie sind noch nicht lange weg, das Blut ist noch warm. Thoralf! Wo seid Ihr?“

„Bei Stendarr!“, entwich es Celann laut bei dem entsetzlichen Anblick, der sich ihm bot. Die vier hölzernen Wagen lagen seitlich auf dem Weg. Unter dem letzten konnte er die zerdrückten Überreste eines Mannes erkennen. Sein blondes Haar war von Blut durchtränkt, in der Hand hielt er noch immer sein Schwert. Eine langgezogene rote Spur führte zum Leichnam einer Frau, deren Brustkorb aufgerissen wurde, ihre Eingeweide lagen um sie herum, während eine dritte Person über dem Rand des hölzernen Wagens hing. Erst als Celann näher kam, erkannte er, dass es ein weiterer Mann war, dessen Kopf sich nicht mehr auf seinem Rumpf befand.

„Thoralf? Talvi?“, rief Isran erneut.

„Ich will ja nicht meckern, doch denke hier so zu brüllen, ist keine gute Idee...“, Vanik, ein großer stämmiger Nord blickte sich nervös um, die Armbrust weiterhin im Anschlag. Plötzlich wirbelte er herum und richtete seine Waffe nach vorn.

„Habt Ihr etwas gesehen?“

„So hört doch!“, augenblicklich legte sich eine drückende Stille um den Schlachtplatz.

Erst vernahm der Trupp nichts, bis plötzlich ein leises Röcheln an ihre Ohren drang...

'Vanik, Celann und Vori von links, Durak, Ingjard und ich von rechts', wies Isran seine Leute stumm mit mehreren schnellen Handbewegungen an. Gerade als sie sich in Bewegung setzen wollten, huschten etliche dunkle Schatten durch die kalte Nebelwand. Nicht einer wagte auch nur die kleinste Bewegung...

„Was war das?“, flüsterte Vori.

„Langsam zurück, geht an die Wagen. Ihr zwei sichert uns von hinten. Ihr beiden die Mitte, Durak und ich passen vorne auf...“

Binnen weniger Sekunden hatte die Dämmerwacht ihre Position eingenommen, kurz darauf sahen sie deutliche Umrisse, die sich ohne Hast näherten, ein tiefes Knurren drang an ihre Ohren, dem weitere folgten...

„Das sind keine Vampire...“, Ingjards Finger zuckte gefährlich am Abzug.

„Nein. Es sind Wölfe. Das Blut hat sie hier her gelockt...“, zischte Durak verachtend.

„Das Blut und der Geruch von frischem Fleisch...“

„Ruhig bleiben...“, der erste Wolf zeigte fletschend seine Zähne, ein großes Männchen, hinter dem weitere Tiere sichtbar wurden.

„Die Bastarde versuchen uns einzukreisen!“, sprach Vori entsetzt.

„Dazu wird es nicht kommen. Macht Euch bereit! Feuer!!“, brüllte Isran.

Das Surren der Stahlbolzen, welche dumpf auf festes Fleisch trafen, vermischte sich mit dem Jaulen der Bestien. Gerade als die Armbrüste erneut beladen wurden, folgte die zweite Angriffswelle.

„Wie viele sind das?“, schrie Vori, während sie zu der Axt griff, die in der ledernen Schlaufe ihres Gürtels ruhte. Noch ehe der Wolf zum Sprung ansetzte, drehte sie die scharfe Waffe in ihrer Hand und warf sie gezielt auf ihren Widersacher, der tot zu Boden sackte. Eine erneute Salve von Bolzen streckte weitere der Scheusale nieder.

Der große Leitwolf rannte hechelnd auf Durak zu...

„Oh nein! So haben wir nicht gewettet!“, noch im Laufen zog der Ork den Kriegshammer hinter seinem Rücken hervor und hielt genau auf das Alphatier zu.

„Durak!!“, Israns Stimme schien sich zu überschlagen.

„Haltet mir die anderen vom Leib!“, konnte er noch schreien, bevor das kräftige Männchen ihn zu Boden riss, sein riesiger Kiefer verbiss sich in dem Griff des Hammers, den Durak schützend vor sich hielt. Stinkender Atem hüllte ihn ein, während die Zähne tiefe Kerben im Holz hinterließen. Mit aller Kraft zwang Durak das Tier zurück und schaffte es sich zu erheben, ehe der Wolf zu einem weiteren Angriff übergehen konnte.

Mit lautem Krachen traf der Kopf des Hammers auf den Schädel des Tieres, der in alle Richtungen zerbarst, eine gekonnte Drehung seiner geliebten Waffe und weitere Fleischstücke verteilten sich auf dem schneebedeckten Boden der Ebene.

Augenblicklich hielt der Rest der Meute inne...

„Habt Ihr genug? Kommt schon, Ihr dreckiges Gesindel!“ brüllte Durak in die Nacht, doch kein Wolf wagte mehr einen weiteren Angriff. Jaulend zog sich der Rest des Rudels schließlich zurück, „...dachte ich mir.“, wütend spuckte er auf den leblosen Körper.

„Bei Talos! Was für eine Leistung!“, Vanik lief auf Durak zu und nickte anerkennend.

„Wirklich nicht schlecht.“, Ingjard klopfte ihm auf die Schulter.

„Das war sehr leichtsinnig!“, Israns Tonlage verriet nichts Gutes, „... habt Ihr vergessen, warum wir hier sind?“, fragte er wütend.

„Isran, beruhigt Euch. Wir...“, ein lautes Röcheln ließ den Trupp erneut zu seinen Waffen greifen.

„Da vorne ist immer noch etwas oder jemand.“

„I... s... r... a... n? Seid...Ihr...das?“, kam es gepresst aus der Dunkelheit.

„Bei den Neun. Talvi!“, die alte Frau lag unter einem der schweren Wagenräder, das auf ihren Bauch drückte, Blut rann aus ihrem Mund und sie atmete schwer.

„Is... Isran... bitte. Ihr müsst...“

„Ich werde Euch befreien, redet nicht, ich...“

„Nein. Für...mich ist...es zu spät. Bitte...Ihr müsst...sie retten."

„Wen soll ich retten, Talvi?“, er blickte sich verzweifelt um.

„Rettet sie...vor Thoralf...“, mit letzter Kraft hob sie ihre Hand und zeigte in die Finsternis genau vor ihnen, „...Ver...versprecht mir...dass Ihr Euch um sie kümmern werdet, helft ihr...und helft auch Thoralf. Sie haben ihn...zu einem der...Ihren...er...wird... sie...töten.“, ihr Kopf sackte nach hinten, während ein letzter, tiefer Atemzug ihren Mund verließ...

„Talvi?", Isran schüttelte den zarten Körper leicht, "...Talvi!!"

„Isran...“, Celann näherte sich behutsam und legte sanft die Hand auf die Schulter des Rothwardonen, „...sie ist tot.“

„Was hat sie damit gemeint?“, Vanik sah sich um, doch eher er seine Gedankengänge beenden konnte, packte etwas den vorderen Wagen und schleuderte ihn in die Bäume.

„Zündet weitere Fackeln an!“, Isran und Durak bewegten sich langsam, gefolgt von Celann und Vori. Als sie den Umriss einer großen Gestalt erkannten, gab Isran ein weiteres, stummes Zeichen. Eine der Fackeln wurde nach vorne geschleudert und bohrte sich mit ihrem Ende in den Schnee. Es dauerte nicht lange und der gelbliche Schein enthüllte die Gestalt eines Mannes.

„Gebt Euch zu erkennen!“, forderte Isran laut, doch sein gegenüber schien das nicht zu stören. Stattdessen gruben sich dessen bleiche Hände in den blutigen Schnee. Ohne Vorwarnung wurde der zweite Holzwagen nach hinten geworfen, „... ich rede mit Euch, Vampir!“, donnerte Israns Stimme.

Als er keine Antwort bekam durchbohrte einer seiner Bolzen die Schulter des Untoten...

Was folgte war ein markerschütternder Schrei...

Wütend wurde der Fremdkörper aus dem Fleisch gerissen...

„Verschwindet...“

„Zeigt mir Euer Gesicht, verdammter Hurensohn!“, ein weiterer Stahlbolzen traf hart auf den Mann. Als er sich umdrehte, geriet Isran für Sekundenbruchteile ins Schwanken.

„Oh nein...“, Celann versagte der Atem als er das Gesicht der weißen Gestalt erkannte. Das glänzende Orange der Augen vermischte sich mit den markanten Falten, über die etliche Narben liefen.

„Thoralf...“, es war mehr ein Flüstern, Israns Stimme schien zu versagen.

„Is... Isran?“, röchelte Thoralf und schrie gepeinigt auf.

„Was haben diese widerlichen Kreaturen Euch angetan, mein treuer Freund...“, röchelte Isran, vom Schock wie gelähmt.

„Isran...helft...mir...“, Thoralf krümmte sich gepeinigt, „...ich will das...nicht. Es ist...zu... stark. Ich...kann...nicht. Oh...bei Thalos!!“

„Er wurde gebissen, seht Euch seinen Hals an.“, Israns Hand legte sich schmerzend um den Griff seiner Armbrust.

„Helft...mir...“, Thoralfs Flehen erschütterte sie alle bis ins Mark.

„Isran!“, Injgard schüttelte ihn heftig, „...es ist zu spät. Er hat sich bereits verwandelt! Wir dürfen nicht zögern!“

„Is...ran...“

„Ich werde Euch helfen, Thoralf...“, eine einsame, ungesehene Träne verließ den Winkel von Israns Auge, als er Durak und den Anderen zu nickte, „...ich schwöre, dass ich Euch rächen werde.“

Für einen kurzen Augenblick schien Thoralf ihn anzulächeln, doch Isran konnte erkennen, wie stark die dunkle Macht an seinem Freund zerrte.

„Legt an...“, befahl er und schloss die Augen.

Sechs Schüsse verließen gleichzeitig die Läufe der Armbrüste...

Isran wusste, dass ihn die Schreie seines Freundes bis an sein Lebensende in seinen Träumen verfolgen würden. Er hörte genau wie Durak seinen Hammer zog und seinem Freund den Kopf von den Schultern riss...

Danach wurde es totenstill...

Weiße, dicke Flocken fielen vom Himmel und schmolzen kühlend auf Israns erhitztem Gesicht.

Minutenlang wagte niemand zu sprechen...

„Wir sollten von hier verschwinden...“, fand Vanik als erstes seine Stimme wieder.

„Wir werden sie mitnehmen und nach Nord-Art begraben, helft mir sie auf die Pferde zu hieven.“, doch als niemand sich bewegte, „...was steht Ihr da herum?!“

„Hört auf, Isran!“, Celann trat seinem ehemaligen Begleiter ohne Furcht gegenüber, „...Ihr müsst Euch sammeln. Was denkt Ihr Euch? Dass wir die blutigen Kadaver einfach auf unsere Tiere legen und davonreiten?“

„Wir können sie nicht einfach so hier liegen lassen, sollen wir sie den Wölfen zum Zerfleischen da lassen? Ist es das was Ihr wollt?“

„Isran!“, Celanns Tonlage klang warnend, „... ich kann Euch verstehen. Doch Ihr selbst habt einmal zu uns gesagt, solltet Ihr bei Vampiren nachlässig oder sorglos sein, sterbt Ihr. Und wegen Euch werden weitere gute Leute ebenfalls sterben. Ihr habt nur so lange überlebt, weil Ihr nichts riskiert, Eure Spuren verwischt und Eure Augen aufhaltet. Doch genau jetzt scheint Ihr das alles zu vergessen. Überlegt genau, überlegt über Euren Schmerz hinaus! Noch wissen die Vampire nicht, wo sich die Dämmerwacht befindet, doch genau das wollen sie, versteht Ihr? Das ist der Plan, sie wussten von Eurer und Thoralfs Freundschaft. Hier haben Vampire nicht ihren Hunger gestillt, sondern gezielt getötet. Das war ein Racheakt, an Euch! Wenn wir die Leichen aufladen, werden unsere geringsten Probleme auf dem Weg zurück, Säbelzahntiger und Eistrolle sein. Ein Vampir kann die Spur des Blutes meilenweit verfolgen, wenn wir jetzt einen Fehler machen, werden sie da sein, und uns durch die Nacht folgen, so lange bis sie wissen, wo die Zuflucht aller Vampirjäger liegt. Ich muss Euch wohl nicht daran erinnern, dass es mehr Vampire gibt, als Jäger!“

Seufzend ließ Isran sich neben dem toten Körper Thoralfs im Schnee nieder...

„Ihr habt Recht, Celann...“

„Ich schlage vor wir verbrennen sie...“,Vori nickte und sah in die Runde.

„Sovngarde hat sie längst zu sich geholt, ihre Seelen sind dort, sorgen wir dafür, dass sich niemand mehr an ihren Körpern vergeht...“, Ingjard und Duraks Blicke trafen sich.

„Einverstanden. Lieber weiß ich sie sicher in den Flammen eines Feuers als zu wissen, dass sie im Magen eines Trolls enden. Lasst uns aus den Holzkarren einen Haufen schichten...“


(xxx)

1 Stunde später...


„Wir sind fertig!“

„Nehmt die Kleidung und Körbe dort als Zunder, sie werden gut brennen.“, wies Isran Vanik an.

„Warum nehmen die Leute nur so viel Plunder mit.“, knurrte er, während er nach den etlichen Kleidungsstücken griff, „...ich werde das nie...“, sein Aufschrei hallte von den Bäumen wieder in deren Geäst sich das Licht des Mondes brach.

„Vanik! Warum schreit Ihr?“, Durak packte den erschrockenen Mann am Kragen.

„Seht doch!“, Vori wies auf den Boden. Unter der weißen, kalten Decke lag zur Hälfte eingehüllt der Körper einer jungen Frau.

Isran ging in die Knie und besah sich die Nord genauer...

Behutsam strichen seine Finger den Schnee vom Gesicht der Frau, der nach und nach eine faszinierende Schönheit freigab.

„Wer ist das?“

„Könnte dies nicht die Person sein von der Talvi sprach?“, Celann schien seinen Blick nicht von der wunderschönen Fremden abwenden zu können.

„Wer immer das ist, sie gehört nicht zu Thoralfs Familie, sonst würde ich sie kennen.“, Isran zog seine Handschuhe aus und fuhr sanft über die Wangen der Unbekannten bis hinunter zu ihrem Hals, „...sie wurde nicht gebissen. Ich fühle einen schwachen Herzschlag, sie lebt...“

„Was tun wir jetzt?“, fragte Vori.

„Ist sie verletzt?“

„Ja, sie hat eine große Beule am Hinterkopf, aber ich sehe kein Blut. Holt mir die Felle von meinem Pferd.“

„Ihr wollt sie mitnehmen?“, fragte Ingjard entsetzt.

„Was sollte ich sonst tun? Sie lebt, zumindest noch. Ihr Körper ist eiskalt, doch wir lassen niemanden zurück, der einen solchen Angriff überlebt hat.“

„Wir wissen nichts über sie, wer weiß wer das ist.“

„Ingjard! Wir lassen niemanden zurück! Sie gehörte zu Thoralf. Sie kann kein schlechter Mensch sein.“

„Sie wird es wahrscheinlich sowieso nicht überleben.“, Durak schmiss die Felle auf den Boden.

Vorsichtig legte Isran den kalten Körper darauf und bedeckte ihn schnell.

„Oh doch. Sie ist stark, ich kann es fühlen. Etwas ist anders an ihr, ich kann es nicht besser erklären. Ich werde sie mit auf mein Pferd nehmen.“, kurz öffnete die junge Frau die Augen. Das klare, helle Blau durchdrang Isran wie ein wärmender Strahl und schien bis auf den Grund seiner Seele zu sehen. Zitternd hob sie die Hand und berührte mit steifen Fingern sein Gesicht. Ihr Mund versuchte Worte zu formen, doch sie verlor gegen ihre erneute Ohnmacht. Isran stieg auf sein Pferd und wartete geduldig bis Durak und Celann ihm das Mädchen in den Arm gaben. Behutsam drückte er sie an sich.

Noch einmal sah er zurück, sah wie die Flammen einen Teil seiner Vergangenheit für immer auslöschten, bevor alle ihre Pferde wendeten und die lange Heimreise antraten...
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