Geschichte: Fanfiction / Bücher / Bis(s) / Gloominess

Gloominess

von Laladi
GeschichteAllgemein / P16
11.10.2018
23.04.2019
20
52366
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Prolog

August 1987

Beunruhigt atmete Renée durch, während sie geistesabwesend ihren dicken Bauch streichelte.  
Gedankenverloren lag ihr Blick auf der Wand und ihre Gedanken waren unglaublich fern.  
Sie erinnerte sich an den Blick ihrer Mutter und an das frisch aufgeschüttete Doppelgrab ihrer älteren Schwester und ihres geliebten Ehemannes.  
Bis jetzt hatte Renée noch nicht über das Sterben nachgedacht, es schien noch in so weiter Ferne zu liegen und doch saß sie nun hier in Rochester im alten Haus ihrer Schwester.  
Noch sah es so aus, als würde sie in jedem Moment lachend durch die Haustür kommen und Renée freundlich begrüßen, wobei sie niemals ihren Mann aus den Augen lassen würde. Sie würde ihn dran erinnern, dass er sie ihrer Schwester nicht ein solch höfliche Distanz waren müsste. Die junge Frau würde ihren kleinen blonden Engel auf den Armen halten und wäre unendlich mit ihrem Leben zufrieden.  
Wie hatte es nur so schnellenden können?
Jetzt saß sie hier alleine und nirgends war das Lachen ihrer Schwester zu hören.  

Die Beerdigung war erst einige Stunden her, die letzten Gäste hatten eben das Haus verlassen und Renée wartete nur noch darauf, dass Charlie die letzten Sachen von Rosalie gepackt hätte.  
Auf den letzten Wunsch ihrer Schwester hin würde Rosalie von nun an bei ihr leben, die Papier zur Adoption hatten Renée und auch Charlie vor kurzem unterschrieben.  
Nichts stand ihnen also nun im Weg.  
Doch würden sie es schaffen?  
Sie war so chaotisch und nächsten Monat müsste sie auch noch auf ein zweites Kind, ihre kleine Isabella, achtgeben. Renée seufzte, ihre Schwester würde sich schon etwas dabei gedacht haben.  
Langsam klärte Renées Blick auf und ihr dieser legte sich auf den Kinderwagen in welchem Rosalie zu diesem Zeitpunkt friedlich zu Schlafen schien. Von ihrem Blickwinkel aus konnte Renée die goldenen Haare ihrer Nichte im Licht der Abendsonne glänzen sehen.  
Wie konnte etwas nur so schön sein, wie es Rosalie war?  
Umständlich stand Renée auf, ging zum Kinderwagen und blickte das kleine Wesen hinab.  
Ihre zart roten Lippen standen leicht offen und ihre Wangen schimmerten ebenfalls in einem leichten Rot. Ihre winzigen, filigranen Finger hatte sie über ihrem Kopf zu einer kleinen Faust geballt und sie schlief friedlich vor sich hin.
Was sie wohl träumte?  

Leise unmelodische Schritte ließen Renée ihren Blick von der kleinen Schönheit lösen.  
Charlie stand im Türrahmen und schaute sie an, doch sie sprachen nicht miteinander.  
Nun würden sie gehen und alles wäre noch realer, niemals würde sie in dieses Haus zurückkehren. Für immer wäre ihre Schwester weg und doch nicht vergessen, sie würde in ihrem Herzen und mit Sicherheit auch in Rosalies Herzen weiterleben.  
Kaum hörbar seufzte Renée auf, langsam schlossen sich ihre Finger um den Griff des Kinderwagens und sie schob ihn zum Ausgang wo Charlie ihr die Tür öffnete.  
Sie würden sich in eine ungewisse Zukunft begeben und doch war Renée zuversichtlich als der untergehenden Abendsonne entgegen ging.  
Bis jetzt hatte sie alles gemeistert, was die Zukunft für sie bereitgehalten hatte.
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