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Die Nacht der Sternschnuppen

von Mayachan
OneshotFreundschaft / P12
Chiaki Nagoya Marron Kusakabe
09.10.2018
09.10.2018
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Gott es ist ja schon lange her dass ich hier etwas poste xD
hatte Mal wieder Lust drauf also bitte schön :)
Für eventuelle Schreibfehler entschuldige ich mich im vorraus ;)

Viel Spaß :)









„Schau mal Maron! Hast du schon einmal so viele Sternschnuppen gesehen?“, fragte der kleine Chiaki und zeigte in den Himmel. Seine beste Freundin die achtjährige Maron sah ebenfalls hoch und staunte als sie die ganzen Sterne und Sternschnuppen sah. „Wow sind das viele und so schön“, schwärmte die Kleine mit leuchtenden Augen.

Die beiden sahen den Sternschnuppen zu und gaben sich ein Versprechen. „Wenn die Sternschnuppen in zehn Jahren wiederkommen, dann lass sie uns wieder zusammen anschauen“, rief der Kleine Chiaki und hielt seiner Freundin den kleinen Finger hin. Maron nickte und harkte ihren Finger in seinen. „In zehn Jahren sehen wir uns die Sternschnuppen wieder an.“






Zehn Jahre später:


„Maron! Steh auf, du kommst zu spät zur Schule!“, brüllte eine genervte Miyako Toudaiji und hämmerte mit der Faust gegen die Wohnungstür ihrer besten Freundin. Diese war sehr gestresst und zog sich ihre Jacke an. Dieser blöde Wecker! Wieder einmal hatte sie ihn nicht gehört und jetzt war sie schon wieder spät dran! Miyako würde sie töten, wenn sie sich nicht beeilte!

Es war ja fast jeden Morgen so. Es kam öfters vor das die junge Kusakabe verschlief und zu spät im Unterricht erschien. Sie blieb abends lange auf und sah sich ihre Lieblingsserien an und morgens kam sie dann natürlich nicht aus dem Bett.


So wie heute. Ihre Tasche schnappend rannte sie zur Wohnungstür und öffnete diese. Miyako stand wütend vor ihr und zeigte mit dem Finger auf sie. „Du bist mal wieder zu spät! Deinetwegen werden wir ärger bekommen!“

„Du musst ja nicht auf mich warten!“, entgegnete Maron zickig und schloss ihre Tür ab. „Wenn ich nicht auf dich warte, dann kommst du doch erst recht zu spät!“, meckerte ihre beste Freundin und zog die achtzehnjährige Kusakabe mit sich. Sie rannten die Treppe runter da der Fahrstuhl zu lange dauerte.


„Vergiss nicht das du heute Blumendienst hast“, erinnerte die junge Toudaiji die brünette Schülerin. Maron erschrak und stöhnte gequält. „Verdammt! Frau Palkaramao wird mich nachsitzen lassen bis ich achtzig bin!“

„Da hast du selber Schuld! Jetzt beeil dich gefälligst. Man, warum kannst du nicht zeitig ins Bett gehen und pünktlich aufstehen?“

„Weil ich meine Serien nicht verpassen will!“

„Dann schau sie dir am nächsten Tag im Internet an!“

„Aber solange will ich nicht warten!“

Seufzend rannte die violett-haarige Schülerin schneller und zog ihre verpennte Freundin mit sich. Die jammerte und klagte, aber es nützte nichts.


Endlich kamen sie in der Schule an. Der Unterricht war bereits im Gange und die Schüler und Lehrer waren in den Klassenräumen. Die beiden Mädchen rannten weiter und blieben völlig außer Atem vor ihrem Klassenraum stehen. „Auf in die Höhle des Löwen“, flüsterte Maron und Miyako nickte. Sie schob die Tür auf und prompt erklang eine scharfe Stimme vom Lehrerpult.

„Ihr seid zu spät! Ab vor die Tür!“, donnerte Frau Palkaramao und zeigte nach draußen. Die beiden Mädchen zuckten zusammen und senkten schuldbewusst die Köpfe. „Ja Frau Palkaramao.“

als die beiden Schülerinnen sich umdrehten ertönte ein arrogantes Gekicher. Maron wusste wer da so dumm kicherte und warf demjenigen einen Blick zu. Chiaki Nagoya lehnte sich entspannt zurück und grinste die beiden Mädchen nicht nur an – nein er lachte sie aus!

„Ihr beide solltest hier in der Schule schlafen, dann seit ihr wenigstens pünktlich.“

„Halt deine Klappe, du Idiot!“, fauchte die brünette Kusakabe aufgebracht zurück. Aber ihr Mitschüler lachte weiter. Miyako zog ihre Freundin mit sich damit diese sich nicht noch mehr Ärger einfing.


Sie schloss die Tür und zischte leise. „Hör auf dich mit Chiaki zu streiten! Willst du Frau Palkaramao noch mehr verärgern?“

„Er hat doch angefangen“, brauste Maron auf und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Wie kannst du dich eigentlich mit ihm streiten? Er ist gutaussehend, charmant, ein guter Schüler und ein fantastischer Fußballspieler! Alle Mädchen himmeln ihn an - nur du fängst mit ihm Streit an.“

„Wieso ich? Er treibt mich zur Weißglut!“

„Das ist völliger Blödsinn.“

„Ist es nicht.“

„Kennst du das Sprichwort: was sich liebt, dass neckt sich? Das passt auf euch beide“, meinte die hübsche Toudaiji nachdenklich.

„Hör bloß auf mit dem Quatsch! Sonst wird mir schlecht“, grummelte Maron.

Ihre Freundin seufzte. Es war immer wieder das gleiche mit den beiden. Sie waren wie Feuer und Wasser. Wie Hund und Katz. Ob sich das jemals ändern würde?


Nach der Stunde durften die beiden wieder ins Klassenzimmer gehen und sich auf ihre Plätze setzten. Als Maron zu ihrem Platz gehen wollte, wurde sie aufgehalten. Denn eine ganze Schar von Mädchen hatte sich um Chiaki gebildet und versperrten so den Weg.

Genervt drängte sich die junge Kusakabe vorbei und setzte sich endlich hin.

Da der attraktive Nagoya lächelte die Mädels an und genoss sichtlich deren an Himmellungen.

Etwas angewidert verdrehte seine Sitznachbarin die Augen. Dass er es genoss von diesen ganzen aufdringlichen Weibern angeschmachtet zu werden! Sie machten ihn schöne Augen, stellten ihre Körper zur Schau und meinten auch noch, dass sie sexy waren. Von wegen! Die waren alle nicht ganz dicht im Kopf.


„Chiaki wollen wir nach der Schule was zusammen unternehmen? Wir könnten zu mir gehen, meine Eltern sind nicht da“, säuselte eine Mitschülerin.

„Sorry, aber ich muss für das Wochenende packen. Wir fahren übers Wochenende ins Trainingslager“, erwiderte Chiaki entschuldigend.

„Ach ja, das Fußballteam und die Mädchen von der rhythmischen Sportgymnastik fahren dahin. Es wird vier Tage dauern. Dann sehen wir uns ja voll lange nicht“, beschwerte sich eine andere Mitschülerin.

„Die vier Tage werdet ihr Überleben“, meinte der junge Fußballspieler charmant und lächelte die Mädchen an. Diese seufzten und versprachen auf ihn zu warten.

Maron schüttelte den Kopf und kritzelte etwas in ihren Block.


Am Donnerstag war es dann soweit. Das Fußballteam und das Team der rhythmischen Sportgymnastik machten sich auf zum Trainingslager. Beide Mannschaften fuhren mit zwei Bussen, da eine Zugfahrt für einige Schüler zu teuer war. Nach knapp fünf Stunden kamen sie an.

Müde streckte sich die brünette Kusakabe und atmete die frische Luft ein. Das Trainingslager befand sich im Gebirge und gab es eine wundervolle Aussicht. Und auch heiße Quellen die man benutzen konnte. Einfach traumhaft.

„Wow wie schön das hier ist“, schwärmte Miyako und streckte sich ebenfalls. Die stundenlange Busfahrt hatte sie müde gemacht. Alle waren froh, dass sie endlich da waren.


Die Trainer der Mannschaften riefen die Schüler zusammen und zeigten ihnen die Schlafplätze. Mädchen und Jungs schliefen natürlich getrennt und es war den Jungs nicht gestattet die Schlafplätze der Mädchen aufzusuchen und umgekehrt.

„Hier ist es echt toll. Ich will heute Abend unbedingt in die heiße Quelle“, meinte Maron und packte ihre Tasche auf eines der Betten. In jedem Zimmer konnten vier Mädchen schlafen. Also teilten sich Maron und Miyako das Zimmer mit zwei anderen Kameradinnen. Die junge Toudaiji belegte das Bett neben Maron und holte ihre Sportklamotten aus der Tasche. „Los beeilt euch, Frau Palkaramao wartet auf uns. Ich will nicht zu spät kommen und wieder Ärger kriegen!“

Die vier Mädchen verließen ihren Schlafraum und gingen in eine kleine Halle. Dort würden sie in den nächsten Tagen trainieren. Die gute Luft und die heißen Quellen würden den Schülern guttun.

Das Training verlief sehr gut und Frau Palkaramao war sehr stolz auf ihre Mädchen. Bei den Jungs lief es genauso gut. Der Trainer war sehr zufrieden und lobte seine Mannschaft.


Später saßen Maron und Miyako in einer heißen Quelle und entspannten sich. Wollig seufzend ließ sich die junge Kusakabe tiefer ins warme Wasser gleiten. Das tat ja so gut!

„Hast du gesehen? Chiaki sieht so gut aus in seinem Trikot“, schwärmte Miyako.

Ihre beste Freundin verdrehte die Augen. „Müssen wir über Chiaki reden? Können wir nicht einfach entspannen?“

„Wieso bist du so genervt? Du warst doch früher mit ihm befreundet.“

„Als wir Kinder waren ja. Aber das ist Jahre her.“

„Wieso seid ihr eigentlich nicht mehr befreundet?“, wollte die hübsche Toudaiji wissen. „Ich weiß gar nicht....ist was vorgefallen? Ich kann mich gar nicht mehr erinnern.“


Maron sagte nichts. Sie starrte vor sich hin und erinnerte sich.

Vor drei Jahren waren sie und Chiaki noch befreundet gewesen. Aber dann an ihrem fünfzehnten Geburtstag änderte sich das. Die junge Schülerin hatte sich eine große Party gewünscht die ihre Eltern ihr erlaubt hatten. Miyako und einige andere Freundinnen waren eingeladen gewesen und natürlich auch Chiaki. Alle Gäste trafen pünktlich ein – außer der junge Nagoya. Auch nachdem eine Stunde vergangen war tauchte er nicht auf. Langsam hatte sich Maron Sorgen gemacht. War er krank? War ihm, oder seinen Eltern etwas passiert? Die Sorge um ihren besten Freund hatte sie die ganze Zeit beschäftigt und so konnte sie sich nicht wirklich über ihre Party freuen. Stunden später – nachdem alle Gäste gegangen waren – beschloss die fünfzehnjährige zu Chiaki nach Hause zu gehen um zu fragen wo er gewesen war.

Als sie bei ihm ankam hatte sie nur seinen Vater getroffen und dieser hatte ihr mitgeteilt, dass sein Sohn mit einem Mädchen unterwegs war das er eine Woche zuvor kennengelernt hatte.


Für das Geburtstagskind war dies ein Schlag ins Gesicht. Er hatte sie für ein anderes Mädchen - das er nicht kannte - versetzt. Traurig ging sie wieder nach Hause und weinte die ganze Nacht. Am nächsten Tag ignorierte sie den blau-haarigen Schüler und musste mitanhören was er alles mit dem Mädchen gemacht hatte. Er hatte ihren Geburtstag vergessen und seine beste Freundin für ein fremdes Mädchen sitzen lassen. Und das hatte sie ihm nie verziehen.



„Es ist egal. Ich will nicht über ihn reden“, murrte Maron und schloss die Augen. Sie hörte ihre Freundin seufzten. Dann war Stille. Beide genossen die Ruhe und das warme Wasser. Eine halbe Stunde später verließen sie die Quelle und gingen in ihr Zimmer zurück.

Dort unterhielten sich gerade ihre Kameradinnen. „Heute Nacht erscheint wieder der Sternschnuppenschwarm. Es ist der Gleiche wie vor zehn Jahren!“

„Echt? Wie cool. Leider können wir nicht raus. Also müssen wir ihn uns von hier ansehen.“

Die brünette Kusakabe schluckte. Heute vor zehn Jahren hatte sie die Sternschnuppen mit Chiaki angesehen. Aber das wusste er wahrscheinlich nicht mehr. Und er würde sich die Sternschnuppen bestimmt nicht mit ihr ansehen wollen. Also beschloss Maron sich heute Nacht rauszuschleichen um sich die Sterne alleine anzuschauen.


Gegen halb elf schliefen ihre Freundinnen und so schlich sich die junge Schülerin aus dem Zimmer. Mit ihrem Handy leuchtetet sie den Weg entlang und tapste leise den Gang herunter. Vorsichtig öffnete sie die Haustür und lief nach draußen. Die Luft war angenehm und es war noch warm draußen. Das lag wohl an den heißen Quellen. Vorsichtig ging Maron weiter. Sie hatte vorhin eine kleine Lichtung gesehen von der man die Sternschnuppen bestimmt gut sehen konnte. Einige flogen bereits am Himmel entlang, aber das waren nur die Vorboten. Bald würden hunderte ihre Bahnen ziehen. Schnell ging sie weiter und kam an der Lichtung an. Sie sah zum Himmel und war fasziniert. Diese Sterne waren einfach wunderschön. In wenigen Minuten würde das Spektakel losgehen. Innerlich hatte sie gehofft, dass der attraktive Nagoya doch noch kommen würde aber sie machte sich keine Illusionen.


Plötzlich hörte sie ein Geräusch hinter sich und panisch drehte sich die Schülerin um. „Wer ist da?“

Aus dem Schatten trat eine Gestalt heraus. Als sie die Person erkannte seufzte sie erleichtert. „Was machst du denn hier?“, fragte sie leicht entsetzt.

Chiaki hob eine Augenbraue. „Na die Sternschnuppen mit dir anschauen, was denn sonst?“

Ihr stockte der Atem. „Du weißt es noch?“

„Natürlich! Wie könnte ich das vergessen.“ Er trat näher und blieb neben ihr stehen, dann sah er ebenfalls in den Himmel.

Beide sagten kein Wort und sahen sich einfach nur die Sterne an. Einzelne Sternschnuppen flogen über ihren Köpfen hinweg. In wenigen Augenblicken würde es losgehen und sie würden es sich ansehen. Genau wie vor zehn Jahren.


Es ging los. Dutzende Sternschnuppen flogen über den Himmel. Es war genauso schön wie vor zehn Jahren. Eindrucksvoll und atemberaubend schön. Maron war so auf das Geschehen konzentriert, dass sie nicht merkte wie sich der blau-haarige Schüler neben ihr bewegte. Er beugte sich runter und küsste sie auf die Wange. Überrascht sah sie ihn an. „Was?“, fragte sie verwirrt.

Aber anstatt zu antworten beugte sich Chiaki nochmal runter und küsste sie erneut, aber dieses Mal auf den Mund. Es war ein kurzer, sanfter Kuss der schnell vorbei war. Als er sich von ihr löste sah die junge Schülerin ihn fassungslos an. „Aber warum?“

„Weil ich dich liebe“, meinte der attraktive Fußballer sanft. „Und es tut mir Leid wie ich mich damals verhalten habe. Ich war jung und dumm und ich habe es nicht verdient, dass du mir verzeihst.“

Tränen sammelten sich in ihren Augen. „Du bist ein Idiot. Aber ich liebe dich trotzdem.“

Glücklich umarmte er seine Freundin und küsste sie auf die Stirn. Die Sternschnuppen folgen noch immer über sie hinweg. „Den nächsten Sternschnuppenschwarm werden wir als Ehepaar ansehen“, meinte er was Maron zum Lachen brachte.


Glücklich sahen sie in den Himmel. Und in zehn Jahren würden die beiden erneut zusehen.
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