Werwölfe und Vampire

von Dork
GeschichteAllgemein / P12
09.10.2018
09.10.2018
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Endlich landete das Flugzeug. Ich lief raus. Ich befand mich am Rand von Tokio. Endlich. Seitdem ich meine Eltern am Flughafen von New York verabschiedet hatte war mehr als genug zeit vergangen. Ich hasste das Gefühl eingesperrt zu sein. Genau aus diesem Grund nahm ich nicht den Bus. Ich hatte mir eine Stadtkarte besorgt. Mit ihrer Hilfe wollte ich das Hotel finden, in dem ich erstmal wohnen sollte. Ich sah mich kurz um, um mich zu orientieren und machte mich dann auf den weg. Nach einer Weile kam ich bei dem Hotel an. Eine Frau gab mir die Zimmerschlüssel und erklärte mir den Weg zum Zimmer. Ich ging und öffnete die Tür. Es war ein kleines Bad und ein Schlafzimmer. Mehr nicht. Mehr brauchte ich auch nicht. Ich hatte schließlich was vor. Ich war schließlich nicht ohne Grund hier. Ich sollte herausfinden, wie viele Leute es hier gab, die waren wie ich. Die keine Menschen waren. Ich stellte meinen kleinen Koffer neben das Bett und öffnete das Fenster. Da es schon spät war legte ich mich schlafen.
Ich wachte auf, noch bevor die ersten Sonnenstrahlen in mein Zimmer fielen. Ich Band meine langen, schwarzen Haare zu einem Pferdeschwanz. Meine hellgrünen Augen leuchteten vor unternehmungslust. Ja meine Aufgabe gefiel mir. Ein Blick auf mein Handy verriet mir, dass nächste Nacht Vollmond war. Eine Nacht die ich verabscheute. Genau wie jeder andere Werwölf auch. Ich ging raus. So früh liefen vielleicht noch ein paar Abkömmling draußen rum. Ich sah zum Himmel. Die Sonne würde sicher frühstens in einer Stunde auf gehen. Ich atmete tief ein. Ich konnte riechen, dass vor kurzem ein Vampir hier vorbei gekommen war. Werwölfe haben eine sehr gute Nase. Ob ich hier wohl auch Werwölfe finde? Ich machte mich auf den Weg. Kurze zeit später entdeckte ich einen weiteren bekannten Geruch. Magier. Ich sah mich aufmerksam um. Der Geruch ging von einem parkenden Auto aus. Ich folgte einer Spur vom Auto weg. Sie mischte sich mit Vampirgeruch. Dann hörte sie abrupt auf. Die Magier hatten eine Barriere errichtet, damit niemand den Kampf gegen die Vampire sah. Ich versteckte mich in der nähe, um die Magier sehen zu können, wenn sich die Barriere auflöste. Ich war schonmal von ein paar Magiern gefangen genommen worden. Das war nichts, was ich nochmal erleben wollte. Es dauerte nicht lange. Plötzlich standen da vier Männer. Einer von ihnen, er hatte lange pinke Haare und rote Augen, war gefesselt. Er wurde von einem blonden mit blauen Augen zum Auto geführt. ,,Du sollst nicht alle töten, nur weil Touma sagt, dass es in Ordnung ist, Tsurugi! Er hat doch gesagt 'Festnahme bevorzugt' " wieß einer mit kurzen hellrosa Haaren einen schwarzhaarigen zurecht. ,,Einer lebt doch noch! Reg dich nicht so auf Jun! Davon bekommt man graue Haare!" Stichelte Tsurugi. ,,Stimmt doch garnicht! " Jun fuhr sich mit der Hand durch die Haare. ,,Doch! Da ist ein graues Haar! Und da! Und da!" Tsurugi wuschelte Jun lachend durch die Haare. Dieser schlug die Hand weg. ,,Lass das!" Sie stiegen ins Auto und fuhren weg. Ich kam aus meinem Versteck. Den ganzen Tag lief ich herum, aber Werwölfe fand ich nicht. Am Abend beeilte ich mich ins Hotel zu kommen. Ich schloss die Fenster und verdunkelte sie mit decken. Mit schwarzem Klebeband füllte ich die letzten Lücken. Ich setzte mich auf mein Bett und hoffte, dass ich heute ein Mensch blieb. Ich versuchte zu schlafen, schaffte es aber nicht. Ich ging ins Bad. Im Spiegel betrachtete ich meine Augen. Eines war weiß und grau wie der Mond. Das andere noch grün. Sobald ich den Mond sehen würde würde sich auch das andere verfärben und ich würde mich in eine pechschwarze gewissenlose Bestie verwandeln. Das musste ich irgendwie verhindern. Nachdem ich einige runden im Kreis gelaufen war legte ich mich wieder aufs Bett. Mir wurde schrecklich warm. Schweiß klebte meine Haare an meine Stirn. Ich hörte eine Stimme in meinem Kopf: ,,Du musst das Fenster auf machen! Dann geht es dir besser! Mach es ganz weit auf!" Ich vergrub mein Gesicht in meinem Kissen und schrie. Lieder brachte das herzlich wenig. Die Stimme wurde nur noch lauter und eindringlicher. Ich sprang auf und lief zum Fenster. Ich zögerte, doch nur kurz. Ich riss das Fenster auf und zog die kühle Nachtluft ein. Ich sah zum Mond hinauf und stellte mir vor wie auch mein zweites Auge seine Farben annahm. Ich sah an mir hinunter. Ich sah wie mir schwarzes Fell wuchs. Dann war ich plötzlich ein wolf. Ich sprang aus dem Fenster. Es ging glücklicher weise nicht sehr weit nach unten. Die Nase immer dicht am Boden lief ich die Straße entlang. Einige Leute schrien und ein Auto hielt quitschend vor mir, doch das alles nahm ich kaum war. Denn ich hatte eine Spur.