About Kings and Queens

MitmachgeschichteFantasy / P12
06.10.2018
26.04.2019
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Leichte Wolken zogen über den strahlenden Himmel, das Eis im See war geschmolzen. Tropfen glänzten auf dem nassen Gras wie Kristalle und eine leichte Brise fuhr durch Silberpfotes Fell.
Die helle Schülerin hockte am Seeufer, die blauen Augen gefüllt mit Tränen, den Schwanz eng um die Pfoten geschlungen. Taub war sie, taub und blind für die Wärme, die lebendige Sonne. Mit starrem Blick hockte sie da, fixierte etwas am Himmel und sah es doch nicht.
Überall nahm sie bloß ihre verlorene Freundin wahr. Das schwarze Wasser erinnerte sie an die Farbe ihres Fells, das dunkelgrüne Gras glitzerte wie die Neugier in ihren Augen. Der Wind trug ihren Namen heran, Efeupfote, flüsterte er, Efeupfote!. Und egal, wie sehr Silberpfote ihre Ohren anlegte, die Stimme drang in ihren Kopf. Ihre rege Fantasie ging mit ihr durch.
Trauernd betrachtete die angehende Kriegerin das Wasser. Sie selbst spiegelte sich darin, eine zierliche Schülerin mit weißlich silbernem Fell und vor Tränen schimmernden, hellblauen Augen. Selbst ihre Größe erinnerte sie an Efeupfote, denn Silberpfote reichte ihr gerade bis zum Kinn, obwohl sie nur einen Mond später zur Welt gekommen war. Efeupfote hatte sie früher deswegen gerne geneckt, dass sie mit ihrer Größe viel mehr wie eine Kriegerin wirke, obwohl sie doch eigentlich Heilerschülerin gewesen war...
Silberpfote schluckte den Knoten hinunter. Auf einmal war ihr furchtbar heiß und sie spürte das dringende Verlangen, trotz der Blattleere eine Runde zu schwimmen. Ein wenig steif vom langen Sitzen erhob sie sich und tappte zum Wasser. Vollkommen ruhig lag es vor ihr...
Bevor sie es sich anders überlegen konnte, setzte sie die Pfoten hinein und watete tiefer. Nach zwei Schwanzlängen schwappte das kalte Nass an ihren Bauch, Eiseskälte erfasste sie und Silberpfote schnappte nach Luft. Prustend zwang sie sich zum Weitergehen, konzentrierte sich aufs Atmen und stand bald bis zum Kinn im Wasser. Mit den Krallen grub sie sich in den weichen Sand und stieß sich ab.
Mit raschen Zügen schwamm sie umher und spürte, wie die Wärme bald in ihre Glieder zurückkehrte. Ihr Körper schien schwerelos und irgendwann ließ sie sich treiben wie ein Stück Holz.
Die Kälte hatte die Gedanken an Efeupfote für ein paar Herzschläge verdrängt, doch nun kehrten sie zurück. Erneut legte sich ein Druck auf Silberpfotes Brust.
Krampfhaft beobachtete sie das Ufer. Dürres Schilf umgab beinahe den gesamten See, welcher nicht sonderlich groß war. Innerhalb eines viertel Tages hatte man ihn umquert. Es war wunderbar still, Vögel gab es in diesem Teil des Jahres noch nicht. In anderen Momenten hätte Silberpfote diese Ruhe genossen, doch nun hämmerten ihre Gedanken gegen die Innenseiten ihres Schädels und ließen ihr nichts von der äußeren Stille.
Bedrückt seufzend setzte sie sich wieder in Bewegung, als ihre Glieder begannen taub zu werden. Mit langsamen Beinschlägen steuerte sie zurück auf den kleinen Sandstrand zu.
Was Efeupfote wohl gerade macht?
Natürlich könnte sie nachsehen. Vor ein paar Tagen war eine Botin im Lager eingetroffen und hatte einen magischen Durchblick in einem Teich nahe des Lagers geschaffen. Die meiste Zeit verbrachten dort die Katzen ihre freie Zeit, doch Silberpfote hatte es einfach nicht mehr ausgehalten. Als sie gesehen hatte, wie ihre beste Freundin sich mit der BlattClankätzin und der HügelClanschülerin verbündetete, war ihr bewusst geworden, dass Efeupfote nicht mehr zurück kommen würde. Silberpfote kannte sie und wusste, wie ungern sie Katzen Leid zufügte. Mord käme für Efeupfote nicht in Frage und wahrscheinlich würde sie eher versuchen, etwas mit Worten zu klären... Was wohl mit ihrem Tod enden würde.
So war Silberpfote vom Lager fortgestürmt, blind durchs Schilf, bis sie an ihrem Lieblingsplatz angekommen war - ihr Lieblingsplatz und der von Efeupfote.
Ihre Krallen schabten sanft über kleine Steinchen, als sie sich aus dem Wasser erhob. Sofort erfasste Kälte die Schülerin, ohne Kontrolle begann sie zu zittern.
Wahrscheinlich erkälte ich mich jetzt...
Zu gut konnte sie sich vorstellen, was Efeupfote nun zu sagen hätte. Typisch, jetzt darf ich dich gesund pflegen, hallte die helle Stimme in ihrem Kopf leicht verärgert. Silberpfote hockte sich hin und begann mit ordentlichen Zungenstrichen, ihr Fell zu trocknen. Das Zittern ließ bald nach.
Eigentlich gar nicht so schlimm, dachte sie. Auf jeden Fall mochte sie die Blattleere trotz des Hungers gerne. Die Kälte tat ihr gut, auch wenn es manchmal zu eisig wurde, aber sie hasste schwüles Wetter und den Gestank, den tote Fische während der Blattgrüne verströmten.
Ein Rascheln im Schilf lenkte Silberpfotes Blick zur Seite. Zwischen den Stängeln erschien Sturmpfote, Efeupfotes Bruder. Das dunkel gefleckte Fell gegen die Kälte gesträubt, mit einem dumpfen Schimmern in den sonst so lebhaften Bernsteinaugen, tappte er zu seiner Baugefährtin. Wortlos ließ er sich neben ihr nieder und starrte ebenfalls auf den See. Er schien zu bemerken, wie kalt der Schülerin war und rückte näher an sie heran. Dankbar lehnte Silberpfote sich an ihn, genoss die Wärme. Ihr noch feuchtes Fell störte ihn nicht, er schien es gar nicht wahrzunehmen.
Wenn nun ein Außenstehender die beiden betrachtet hätte, wirkten sie wie zwei gute Freunde, ja vielleicht sogar mehr, die friedlich miteinander den Nachmittag verbrachten. Doch in Wirklichkeit waren sie Katzen, welche sich wortlos trösteten und einander stützten. Silberpfote wusste, wie sehr Sturmpfote unter dem Verlust seiner Schwester litt, noch mehr als sie. Zu gut erinnerte sie sich an ihre Jungentage, als sie und die einen Mond älteren Jungen Tannenglanz' miteinander tollten und das Lager unsicher machten. Schon früh war Efeupfote vom Heilerbau angezogen worden, die meiste Zeit half sie dabei, Kräuter zu sortieren, während Sturmpfote und Silberpfote die Krieger ausgefragt hatten, war sie um Mottenwolkes Beine herumgewuselt, um möglichst viele Kräuter auf einmal zu kennen. Als beide schließlich Schülerinnen geworden waren, gingen sie oft zusammen zum See und während Efeupfote Bachminze suchte, fing Silberpfote Fische. Sie selbst bevorzugte andere Beute, der ölige Geschmack des Fisches mundete ihr nicht, aber die schwarze Heilerschülerin hatte nie etwas gegen den strengen Geruch gehabt.
Ein Bild tauchte vor Silberpfotes innerem Auge auf
Sie selbst und Efeupfote, wie sie sich an genau diesem Sandstrand umkreisten. Krähenflug und Minzblüte standen zur Abkühlung im seichten Wasser und beobachteten kritisch die vorsichtigen Bewegungen der Jungkatzen. „Zieh die Beine näher an", kommentierte Krähenflug. „Sehr gut, Efeupfote. So machst du es richtig", lobte Minzblüte.
Silberpfote sah, wie ihre Freundin einen kurzen Blick zu der Kriegerin warf und spannte die Muskeln an. Das war der Moment!
Gespielt fauchend warf Silberpfote sich auf die schwarze Schülerin. Diese sah den Angriff zwar kommen, konnte jedoch nicht mehr rechtzeitig ausweichen. Mit eingezogenen Krallen packte Silberpfote sie bei den Schultern und drückte sie in den Sand. Schelmisch grinsend legte sie eine Pfote an die Kehle Efeupfotes. „Und tot!", miaute sie triumphierend. Die Heilerschülerin verzog ein Gesicht.
Zufrieden blickte Silberpfote zu Krähenflug. Ihr Mentor nickte lobend, ein Glücksgefühl erfasste die kleine Kätzin.
In dem Moment spürte sie eine harten Tritt im Bauch der ihr die Luft nahm und sie zwei Schwanzlängen nach hinten schleuderte. Der Aufprall wurde durch den Sand gedämpft, trotzdem konnte Silberpfote sich einen Moment lang nicht bewegen.
Sie hörte den erschrockenen Ruf von Efeupfote. „Habe ich dir wehgetan?"
Leicht zitternd rappelte die silberne Kätzin sich auf, schüttelte den Sand aus dem Fell und hustete kurz. „Nein", miaute sie leise. Efeupfote stand ein wenig von ihr entfernt, der Schwanz peitschte besorgt, ein besorgtes Schimmern lag in den dunkelgrünen Augen.
Krähenflug und Minzblüte kamen heran. Der dunkle Krieger nickte Efeupfote zu. „Deine Reaktion auf die Situation war gut. Der Kampf war eigentlich schon vorbei, trotzdem hast du dich gewehrt. Dein Tritt saß genau an der richtigen Stelle. Allerdings solltest du das nächste Mal ein wenig aufmerksamer sein. Dein Gegner sieht es sofort, falls sich deine Sinne auf etwas anderes richten." Efeupfote legte beschämt die Ohren an. Ihr Ehrgeiz hatte sich gemeldet. Sie konnte sich selbst keine Fehler erlauben, was Silberpfote blödsinnig fand, schließlich konnte man aus falschen Schritten nur lernen. Außerdem waren Fehler vollkommen natürlich, doch die Heilerschülerin sah das anders.
Krähenflug wandte sich an Silberpfote. In seinen grünen Augen funkelte Belustigung. „Dein Überraschungsmanöver war äußerst gut, aber riskant. Vielleicht solltest du dich vergewissern, dass dein Gegner wirklich hilflos ist." Mit einem Schwanzschnippen bedeutete er Minzblüte, sich auf den Rücken zu legen. Krähenflug nagelte sie mit eingezogenenen Krallen zu Boden. „So war eure Position vorhin", erklärte er.
Sofort erkannte Silberpfote ihren Fehler. Krähenflug stand zu weit über der Zweiten Anführerin, sie konnte ohne Probleme die Hinterläufe anziehen und ihn fortschleudern. Sie machte ihren Mentor darauf aufmerksam und er schnurrte anerkennend. „Genau", miaute er und beugte sich weiter über Minzblüte. Mit dem Bauch quetschte er ihre Beine ein, bis sie diese nicht mehr bewegen konnte. „So habt ihr zwar den Tritt verhindert, aber jetzt liegen der Kopf und die Vorderpfoten frei." Gebannt beobachtete Silberpfote, wie Krähenflug sich wieder aufrichtete und seine Hinterläufe in Minzblütes Bauch drückte. Sie zuckte leicht zusammen und hastig verlagerte er das Gewicht zurück. „Seht ihr?", sagte er, „wenn ihr eure Pfoten an diese Stelle unterhalb der letzten Rippe drückt, tut das ziemlich weh. Wenn ihr dazu noch Krallen verwendet, ist euer Gegner abgelenkt, sodass ihr ihm die Krallen übers Gesicht ziehen könnt - oder in die Kehle beißen, aber wir sind nicht hier, um Töten zu lernen."
Silberpfote nickte und fühlte sich auf einmal optimistisch, dass sie jeden Trick der Welt lernen könnte. Krähenflug ließ Minzblüte auf die Pfoten kommen und leckte seiner Schwester kurz liebevoll übers Ohr. „Für heute sind wir fertig. Ihr habt jetzt frei, aber vergesst nicht, spätestens bei Sonnenuntergang im Lager zu sein. Vielleicht werdet ihr für die Abendpatrouille gebraucht."
Die Schülerinnen verneigten sich vor den Kriegern, wie es sich gehörte und schauten ihnen dann hinterher, wie sie leise miteinander scherzend durchs Schilf verschwanden.
Silberpfote wandte sich an Efeupfote. „Ich glaube, ich lege mich ein wenig ans Wasser. Die Sonne ist so warm." Die schwarze Kätzin neigte nachdenklich den Kopf. „Eigentlich könnte ich nun Kräuter sammeln gehen... In der Sonne trocknen sie so gut..." Silberpfote knuffte sie in die Seite. „Jetzt entspann dich doch einmal! Du hast noch lange Zeit und das gute Wetter wird nicht ewig anhalten." Efeupfote seuftzte ergeben und lächelte. „Du hast Recht. Mottenwolke meinte, bald wird es Regen geben."
Sie redete oft über ihren Mentor. Silberpfote wusste, dass sie ihn dafür bewunderte, dass er trotz seiner Blindheit ein so guter Heiler war.
Gemeinsam legten sie sich in den Sand und Silberpfote spürte, wie die Sonnenwärme sie wie seichte Wellen durchströmte. Leise plätscherte das Wasser, sie hörte Efeupfotes Atem neben sich und spürte ihre Zunge, als sie ihr mit rhythmischesn Strichen den Bauch massierte. Silberpfote lächelte, langsam übermannte sie die Müdigkeit...

Ein leichter Stoß riss Silberpfote aus der Erinnerung. Der Schmerz über Efeupfotes Schicksal traf sie plötzlich wie eine Welle und hastig blinzelnd vertrieb sie die Tränen, die aufzusteigen drohten.
Sturmpfote hatte sich aufgerichtet, den Blick immer noch auf den See gerichtet. Kurz blickte sie sich um. Wo dieser Ort in der Blattgrüne vor Farben und Leben gestrahlt hatte, war er nun grau und trist, nur durch ihre hellen Erinnerungen wusste sie seine eigentliche Schönheit zu schätzen.
Sturmpfote sah nun sie an. Sein gebrochener Blick tat im Herzen weh.
„Wir sollten zurück gehen", flüsterte er mit rauer Stimme, „die anderen machen sich bestimmt Sorgen." Wortlos erhoben sie sich und schlüpften ins Schilf. Silberpfote schaute kurz zurück, als hoffe sie, dass im nächsten Herzschlag Efeupfote um die Ecke gelaufen käme, doch alles blieb still. Sie wandte den Kopf ab und folgte ihrem Baugefährten.
Wie Fische im Wasser schlängelten sie sich durch den Wald aus Schilf, welches hoch über ihnen aufragte und eine eigene mystische Welt erschuf. Ein Fremder hätte sich hoffnungslos verlaufen, doch die Schüler kannten Anhaltspunkte, ein Stein oder ein sonderbar geformter Stiel. Bald fanden sie zum Lager, in welchem kein fröhliches Maunzen wie sonst herrschte.
Silberpfote trat aus den Stängeln. Die Senke, umgeben von Schilf, mit den ordentlichen Bauen und dem Redefelsen war leer. Jede Katze saß draußen vor dem Lager und bangte um die wahrscheinlich bald toten Schüler.
Also streiften sie um die Senke, bis sie schließlich zur Ansammlung des Clans kamen. Manche Katzen fehlten,  die Jagd konnte ja nicht einfach abgesetzt werden, aber Grenzpatrouillen waren in diesen Zeiten überflüssig. Die anderen Clans beobachteten ebenso die Todesspiele, keiner käme nun auf die Idee, einen Überfall zu planen, vorallem in der Blattleere, in der jede Schwächung zu Krankheit oder Hunger führen konnte.
Silberpfote schaute sich um. Zwischen den dürren Büschen hockten ihre Gefährten, hier gab es kein Schilf mehr. An der größten kahlen Stelle, nahe des Brombeerwalls vom Lager, befand sich der winzige Teich, welcher mit einem kleinen Bach verbunden war.
Eine bedrückte Stimmung hatte sich über die Gruppe gelegt. Eichhornfell lehnte an Hähersterns Flanke und schluchzte, während ihr Gefährte mit leerem Blick aufs Wasser starrte. Feldkralle bohrte die ausgefahrenen Krallen in die Erde und fixierte die Botin, Echoschrei, eine weiße Kätzin, welche ewig gelangweilt schien, hasserfüllt. Die Magierin putzte sich seelenruhig und schien sich nicht um den Clan zu kümmern.
Silberpfote erblickte Mottenwolke. Der Heiler hockte abseits und flüsterte lautlos unhörbare Worte. Wahrscheinlich betete er zum SternenClan.
Als die Schülerin sah, dass jeder ihrer Kameraden betroffen den Kopf gesenkt hatte, wurde ihr schwindelig. Ein dunkler Verdacht schlich sich in ihren Verstand und lähmte für einige Herzschläge ihre Pfoten, ließ sie zu Eis erstarren.
Hastig stolperte sie zu Nebelwolke, Efeupfotes älterer Schwester. Die dunkelgraue Kriegerin saß zwei Schwanzlängen von Krähenstern und Eichhornfell entfernt. Als sie Silberpfote erblickte, lächelte sie aufmunternd. „Mit Efeupfote ist noch nichts passiert", miaute sie leise, bevor die Schülerin überhaupt das Maul öffnen konnte. Erleichterung durchfuhr sie, gefolgt von einem kalten Schauer, als sie realisierte, dass Nebelwolke noch gesagt hatte. Ein Klumpen bildete sich in ihrer Kehle, ließ sich auch durch wiederholendes Schlucken nicht vertreiben.
„Aber... Kieselpfote ist tot", fügte die Kätzin mit den Bernsteinaugen hinzu. Ihre Stimme brach.
Silberpfotes Brust zog sich zusammen, ein Brennen trat in ihre Augen. Sie hatte nie viel mit dem golbraunen Schüler zu tun gehabt, trotzdem versetzte die Nachricht sie in Trauer.
So früh... So brutal... SternenClan, warum?
Halb taub wandte sie sich zu Sturmpfote um, der seine Schwester entgeistert anstarrte. Im Gegensatz zu Silberpfote war er gut mit Kieselpfote befreundet gewesen, sie waren beinahe so verbunden wie Silberpfote und Efeupfote gewesen. Sie tappte zu Krähenstern und berührte im Vorübergehen mitfühlend Sturmpfotes Flanke mit der Schwanzspitze.
Sie ließ sich neben ihrem Anführer nieder und blickte in den Teich. Statt zwei Bildern sah sie nur noch eines. Wahrscheinlich würde in den nächsten Tagen ein Bote mit Kieselpfotes Leichnam vorbeikommen.
Efeupfote lebte also noch. Silberpfote verspürte Freude darüber und als sie sah, dass es der Heilerschülerin vorerst gut ging, lockerte sich der Klumpen in ihrem Hals ein wenig. Im Moment pirschte sich Efeupfote über einen Ast an eine Amsel an. Der Wald um sie herum war voller Leben, es herrschte warme Blattgrüne.
Magie.
Silberpfote lächelte leicht. Efeupfote bewegte sich geschmeidig wie eine Waldlandkatze über die Bäume, ihre Balance war perfekt. Selbst die BlattClanschülerin schien nicht so schnell auf einen Baum gekommen zu sein wie sie, als Efeupfote sich mit ihr verbündet hatte, schien sie sehr überrascht gewesen zu sein. Die Heilerschülerin wirkte manchmal eher wie eine Waldkatze, vorallem durch ihre Abneigung gegenüber des Schwimmens.
Silberpfote verspürte das Bedürfnis, die Tatze auszustrecken und Efeupfotes sich kräuselndes Bild zu berühren. Bekümmert beobachtete sie, wie ihre Freundin den Vogel fing und damit hinab zum Boden sprang. Dort wartete die Moorlandkätzin mit leuchtenden Augen und Bewunderung im Blick.
Silberpfote wandte sich ab und tappte zu ihrer Mutter Schneesturm, welche fünf Schwanzlängen entfernt saß und ihre Tochter schweigen empfing, ihr tröstend den Schwanz um die Schultern legte.
Silberpfote lehnte sich an die weiße Flanke. Stumme Tränen tropften zu Boden.
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