Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Ein Technisches Problem

GeschichteHumor, Freundschaft / P12 / Gen
Electra Joule Krupp Purse Volta Wrench
05.10.2018
05.01.2019
9
11.178
3
Alle Kapitel
9 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
05.10.2018 1.248
 
Hallo und danke fürs Anklicken!
Das hier ist eine kleine Neben-ff zu Starlight Expressenger.
Wie lang diese Geschichte wird und wie oft ein neues Kapitel kommt, kann ich noch nicht sagen :) Trotzdem viel Spaß!


Wie es geschah ...


Electra schlug die Augen auf. Schon wieder ein nerviger Tag. Er stand seufzend auf und machte sich fertig. Die aufwändige Frisur wie jeden Tag. Schlecht gelaunt wie so ziemlich immer fuhr er aus seinem Zimmer und nach unten in die Küche, in der seine Components schon seit Stunden arbeiteten.
„Guten Morgen!“ rief Joule freundlich und bereitete das Frühstück vor. Er sah sie nur an. „Ist das Frühstück bald fertig?“ Joule nickte und sah unsicher weg. „Purse! Hol die Fanpost. Krupp, was war da heute Nacht außen so laut?“ Purse flitzte schnell aus der Küche. Krupp hob den Kopf. „Wieder ein paar von Greaseballs Gang. Sie randalieren.“ Electra sah ihn mit schmalen Augen an. „Solltest du sie mir nicht vom Leib halten?“ „Ja, aber es waren etwa 10 Loks!“ „Dann gib dir mehr Mühe.“ Die kalte Antwort seines Bosses ließ Krupp etwas schrumpfen, dennoch ließ er sich nichts von der Demütigung anmerken. Stumm machte er sich wieder daran, den heutigen Tagesablauf zu planen. Volta half Purse, die Kiste mit der Post reinzutragen. „Wrench!“ „Ja, Electra?“ „Irgendwie fühle ich mich heute nicht gut. Ich möchte, dass du dir später einmal meine Adapter anschaust.“ Sie nickte und warf Joule einen Blick zu. Wie oft dachten die beiden sich, dass sie wohl mal eher nach seinem Gehirn schauen sollte. Er hatte nicht viele nette Worte für seine Angestellten übrig, doch das waren sie gewohnt.

Electra stocherte nun wenig begeistert in seinem Essen rum. „Was soll das sein, Schlamm?“ „Das sind Haferflocken ...“ „Und Steine hast du auch noch rein.“ „Das sind getrocknete Früchte ...“, murmelte Joule. „Und das hier sieht überhaupt nicht aus wie ein Rührei, eher wie Van Goghs Farbpalette!“ „Tut mir Leid, ich gebe mir morgen mehr Mühe.“ „Du solltest dir jeden Tag Mühe geben.“ Electra beschloss, auf das Frühstück zu verzichten und stand auf. „Ich bin jetzt trainieren und wehe einer von euch unterbricht mich.“ Murrte die E-Lok und fuhr aus dem Haus, wobei er Purse und Volta anrempelte. Jedoch fuhr er unbeirrt weiter und startete seine Trainingsrunde.
„Hey Purse, mach dir nichts draus ..“, versuchte Volta den kleinen Geldtransporter aufzumuntern, der sich die schmerzende Schulter rieb. Sie brachte die Kiste in das Arbeitszimmer ihres Bosses und  brachte Purse zu den anderen. „Hier muss sich mal was ändern.“ Stellte Krupp überflüssigerweise fest. „Aber wie? Electra zahlt gut und ich für meinen Teil brauche den Job ...“, flüsterte Purse. „Ich als Reparaturwagen könnte überall arbeiten, wenn ich nicht auf Elektrische Züge spezialisiert wäre.“  Wrench seufzte. „Es hilft nichts, wir haben keine andere Wahl.“ Joule stand auf. „Ich bin ein Sprengstoffwagen, und kein Koch! Es nervt mich so, für ihn kochen zu müssen. Es hilft auch nicht grad weiter, dass er einer der wählerischsten Loks ist.“ „Ich kann das heute für dich übernehmen.“ Bot Volta an, woraufhin Joule sie dankbar ansah. „Das wäre wirklich toll, Volta ..“ Die beiden lächelten sich kurz an.

Genau eine Stunde später kehrte die E-Lok von ihrem morgendlichen Training zurück. Krupp, der alles bestens unter Kontrolle hatte, hatte bereits das Bad vorbereitet. Electra machte sich kurz frisch und rollte ins Arbeitszimmer. Jedoch setzte er sich nicht auf den Schreibtischstuhl, sondern auf den Sessel gegenüber. Krupp nahm auf dem Stuhl platz und fing an, der Lok die Fanbriefe vorzulesen. Electra entschied dann, ob sie beantwortet werden würden, oder sofort in den Müll kamen. Nach etwa 100 Briefen und einem recht vollem Mülleimer verließ Electra das Arbeitszimmer und schaute Fernsehen, während er sich von Purse bedienen ließ. Krupp dagegen machte sich daran, in Electras Namen die Briefe zu beantworten. Er gab sich sehr Mühe, da Electra diese noch einmal kontrollierte bevor sie abgeschickt wurden.
Unzufrieden schaltete Electra von Sender zu Sender. Nichts was ihn interessierte. Da! Sein neuer Werbespot. Es war eine Werbung für eine Getränkemarke. Er zwang Joule, Purse und Volta, den Spot mit ihm anzusehen. Sie spielten ihm Begeisterung vor. Natürlich wusste er, dass sie gespielt war, jedoch tat es gut, Anerkennung und Aufmerksamkeit zu bekommen. Electra grinste zufrieden. Jedoch war es ein kaltes Grinsen.

Über das Mittagessen war er mehr begeistert als über das Frühstück. „Joule! Komm mal her.“ Sie rollte unsicher zu ihm. „Du willst mir doch nicht sagen, dass DU das gekocht hast.“ „Äh .. doch ...“, stammelte sie. „Erzähl mir doch keine Märchen.“ „Es .. war Volta, es tut mir Leid.“ „Und wer hatte den Auftrag zu kochen?“ „Ich ...“ „Na also. Wieso hast du das dann nicht?“ Joule konnte sich nicht mehr halten. „Weil ich nicht deine Köchin bin! Ich bin ein Sprengstoffwagen!“ Platzte es aus ihr heraus. Electra sah sie ungerührt an. „Du wirst morgen das ganze Haus putzen und WEHE ich höre eine Beschwerde.“ Zischte er, bevor er sie wegschickte und weiter aß. Joule wischte sich die Tränen weg. „Hey, Joule, was ist?“ flüsterte Volta und nahm ihre Freundin beiseite. „Er ist so gemein … Ich könnte platzen vor Wut ..“ Volta sah sie traurig an. „Ich weiß doch, wie er ist. Aber lass dich davon nicht unterkriegen. So ist er nun mal.“ Joule nickte langsam, doch ihre Wut war kein bisschen verflogen. Purse kam bleich in die Küche gefahren. „Hey Purse, was ist denn?“ Volta sah ihn verwundert an. Die Augen des Kleinen füllten sich mit Tränen. „Wir haben diesen Monat 1 Euro weniger verdient als Letzten ...“ „Aber das ist doch nicht schlimm.“ sagte Joule aufmunternd. Ihre eigenen Sorgen hatte sie vergessen. „Electra wird mir die Hölle heiß machen …“ jammerte er. „Ich werde dich beschützen.“ Versprach Joule. „Sag es ihm morgen, dann ist er vielleicht besser gelaunt. Da bin ich mir sicher.“ Sagte sie und versuchte zuversichtlich zu klingen, denn eigentlich war sie sich überhaupt nicht sicher.

Der restliche Tag lief wie eigentlich jeder andere Tag, bis Electra sich ins Bett legte. Wieso stellten sich seine Components so unglaublich blöd an? Er schloss seine Augen. Schon wieder war ein öder Tag vergangen. Aber bald war bestimmt wieder ein großes Rennen. Jedenfalls hoffte er das. Was war das eben? Nicht schon wieder ein Stein. Er sprang auf und riss seine Zimmertür auf „Krupp! Ich habe dir gesagt, du sollst die Dieselidioten vertreiben!“ Schrie er wütend. Stille. Electra zuckte zusammen, als ein Stein die Scheibe seines Fensters einschlug. Blind vor Wut fuhr er zum Fenster und streckte den Kopf heraus. „Verschwindet!“ Sein Ruf verebbte in der Dunkelheit. Den Stein, der in hohem Bogen geflogen kam und ihm am Kopf traf, bemerkte er erst, als es zu spät war.

Joule beugte sich über ihren leblosen Boss. „Lebt er noch?!“ Sie hatten den Aufschrei gehört und waren in sein Zimmer gelaufen, was sonst absolutes Sperrgebiet für sie war, es sei denn, einer war zum Putzen eingeteilt worden. Krupp und Volta hatten die Lok auf sein Bett gehievt. Purse sah ihnen bleich zu. Wrench überprüfte gerade seine Werte. „Nein, aber der Schlag war ziemlich heftig ...“ sie begutachtete den Stein, den sie neben Electra gefunden hatten. „So tot sieht er ja eigentlich ganz freundlich aus.“ Bemerkte Joule und schämte sich sofort, so etwas gesagt zu haben.
„Ich meinte … tut mir Leid.“ Murmelte sie und richtete sich auf. Volta schnappte nach Luft. „Da! Er hat hat geblinzelt!“ Electra öffnete nun ganz die Augen und setzte sich auf „Wunderschönen guten Morgen liebe Welt!“ rief er freudestrahlend und sah in die verdutzten Gesichter seiner Components.


Reviews sind nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht!
Liebe Grüße,
die maulende Myrte
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast