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Bindung

KurzgeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
PL600 Simon RK800-51-59 Connor
30.09.2018
14.10.2018
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12.660
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30.09.2018 3.760
 
Erstmal Vielen Dank an alle die sich hierher verirrt haben und sich die Zeit nehmen sowohl dies hier als auch die Geschichte zu lesen.

Wie ich schon eingangs erwähnte habe, haben Connor und Simon eine kleinere Verbindung zueinander diese beinhaltet das Connor Simon bei den Stratford Tower zwar gefunden aber nicht verraten hat, eine kurze Begegnung vor dem Gespräch zwischen Connor und Markus und eine gemeinsame Flucht vor der Sondereinheit.

(Diese Geschichte wurde nicht Beta-gelesen da ich keinen Beta-Leser habe.
Fehler oder Falsche Zeichensetzung könnte also vorhanden sein. Hoffe aber das ich alles gefunden habe. Es seine mir bitte verziehen wenn nicht.)

Aber jetzt viel Spaß beim lesen

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9 November 2038
22:30Uhr
Jericho


Somit hatten sie also ihren Unterschlupf verloren. Jericho war fort, versank gerade auf dem Grund des Hafenbeckens. „Simon!“ hörte der blonde Android den Ruf des Abweichlerjägers hinter sich.
Durfte man diesen überhaupt noch so nennen er war schließlich jetzt einer von ihnen, ein Abweichler, ein Android der sich gegen seine Programmierung gestellt hatte.
Simon riskierte noch einen letzten Blick auf den alten Kahn den er die letzten zwei Jahre sein Zuhause nennen durfte und schwamm dann den anderen hinterher die sich bereits auf dem Weg zur Kaimauer machten. Connor musste bemerkt haben das er ihnen nicht folgte und hatte deswegen nach ihm gerufen. Eine kluge Entscheidung, das Wasser war kalt und die ersten Warnsignale tauchten vor seinen Augen auf versperrten ihm die Sicht, seine Biokomponenten fingen an einzufrieren.

Connor hatte inzwischen denn Rand des Hafenbeckens erreicht und sah sich nochmal nach dem
PL600 Model um welches einige Meter hinter ihm schwamm.
Die Wassertemperatur Betrug -5 Grad, selbst für seinen Körper war diese Temperatur auf Dauer schädlich kann zu beschädigten der Komponenten oder seiner Abschaltung führen.
Er verfügte zwar über ein eigenständiges Temperaturregelungssystem welches dafür sorgt das seine Biokomponenten für kurze Dauer geschützt waren doch das ältere PL600 Model, Baujahr 2034, verfügte noch nicht über so eine Funktion seine Komponenten werden das kalte Wasser nicht so leicht überstehen. Connor kletterte also aus dem Wasser und reichte diesem eine Hand um ihm zu helfen.

Als Simon wieder festen Boden unter den Füßen hatte ließ er seine Hände auf den Schultern des RK800 ruhen sein Blick war gesenkt sein Körper zitterte leicht.

Systemcheck:
Kerntemperatur: 34,3°C
Aufsuchung eines warmen Ortes empfohlen
Biokomponenten #1604t #1009d #1508a beschädigt


Simon konnte spürte wie sich zwei Arme um seine Hüfte legten und fand sich ein paar Sekunden später an den Jüngeren gedrückt wieder. „Deine Kerntemperatur ist zu niedrig, deine Biokomponenten können eine Langzeitschädigung davontragen wenn du dich nicht aufwärmst. Ich stelle meine eigene Temperatur auf 39 Grad das sollte vorerst helfen.“

Der Blondhaarige spürte bereits die zunehmende Wärme unter seinen Fingern und versuchte den Drang sich an die Wärmequelle zu lehnen zu unterdrücken.
„CyberLife hat bei deiner Entwicklung eben an einiges gedacht.“ scherzte Simon nur und sah sich dann nach Markus um. Sie standen etwas abseits von ihnen er hatte sich zu North heruntergebeugt redete mit ihr und besah sich dabei die Schussverletzung auf ihrem Rücken. „Komm! Wir sollten zu ihnen.“ meinte Simon nur, wollte sich aus der wärmenden Umarmung befreien als Connor in schon losließ, seine Jacke auszog und sie ihm über die Schulter legte.
Der Ältere zuckte bei dieser Geste leicht zusammen sah den aber in die rehbraunen Augen seines Gegenübers. „Ich sagte doch du musst aufgewärmt werden.“ lächelte dieser nur legte einen Arm um Simons Hüfte und schob diesen zu seiner Gruppe.

„Kannst du aufstehen?“ kam nun doch die besorgte Frage von Markus. „Es wurden keine wichtigen Biokomponenten verletzt.“ war alles was North darauf antwortete, stand auf und sah zu dem brennenden Wrack.
„Simon!“ drang der erleichterte Ausruf Joshs an seine Audioprozessoren, worauf er sich zu diesem umdrehte. Neben Simon konnte er das RK800 Model ausmachen welches es also auch unversehrt vom Schiff geschafft hatte. Markus entschied sich einen kurzen Scan über die beiden laufen zu lassen.
Bis auf eine seltsam stark erhöhte Körpertemperatur von 40 Grad bem RK800 schien es diesem gut zu gehen. Bei seinem blonden Gefährten sah es dahingegen nicht so gut aus, einige Biokomponenten waren beschädigt und sein Körpertemperatur lag bei nur 34 Grad viel zu niedrig bei einer eigentlichen Körpertemperatur von 36 Grad, so wie es auch bei dem Menschen der Fall war. Sein Blick wanderte erneut zu Connor der im Moment anscheinend nur Augen für Simon hatte. Seine LED war durch die schwarze Wollmütze verdeckt doch konnte er an dessen Intensivem Blick sehen das auch dieser seine Scans an Simon durchführte und den Körper etwas dichter an sich drückte. Er versuchte ihm also etwas wärme zu spenden.

Simon war genau wie Josh ein älteres Model noch nicht so Temperatur resistent wie die neueren Modele. Josh Körpertemperatur lag allerdings bei 35,2 Grad leicht unterkühlt aber normal genau um keine Schäden hervorzurufen, so wie bei North und ihm.
„Wir können nicht mehr länger friedlich ihnen gegenüber sein. Markus, wir müssen endlich zurückschlagen.“ gab North Zähne knirschend von sich. „Die Menschen müssen endlich dafür bezahlen für das was sie uns antun.“ Josh sah nur entsetzt zu dieser und auch Markus schein von diesen Sätzen nicht sehr beeindruckt zu sein. „Wann lernst du es endlich? Wenn wir jetzt genau so zuschlagen wie sie sind wir nicht ein Deut besser.“ Er war es so leid diese Diskussion immer wieder mit ihr zu führen, irgendwann musste sie doch verstehen das es so nicht ging. Auch Markus schüttelte nur den Kopf über diese Aussage.
„Erstmal müssen wir uns um unser Volk kümmern. Wir wurden über das ganze Hafengebiet verteilt. Viele von uns wurden gefangen genommen oder zerstört.“ Markus legte seinen Zeige- und Mittelfinger an sein Schläfe wo früher seine LED lag und schloss die Augen. Nach wenigen Sekunden öffnetet er diese wieder und sah die kleine Gruppe an. „Wir begeben uns zur Kirche. Das ist zurzeit der sicherste Ort. Wir haben einige Vorräte dort gelagert.“ er fühlte sich ausgelaugt, brauchte selber etwas ruhe doch diese durfte er sich jetzt nicht gönnen. Somit drehte er sich um und ging voran.

Simon und die Anderen nickten ihrem Anführer zu und setzen sich ebenfalls in Bewegen.
Der Griff um seine Hüfte wurde fester was ihn wieder stehen ließ, verwirrt sah er zu Connor. Dieser hatte sein Gesicht gegen Boden gerichtet schüttelte leicht den Kopf.
„Das ist alles meine Schuld! Ich bin den Menschen treu geblieben, habe sie damit direkt zu euch geführt. Es wäre eine zu große Gefahr wenn ich jetzt bei euch bleibe.“ er lockerte seinen Griff, lies diesen sogar komplett fallen und trat einige Schritte zurück.
Simon sah kurz zu den anderen die ihre Abwesenheit noch nicht bemerkt hatten, um sich dann wieder auf den Androiden vor sich zu konzentrieren. Den Weg zur Kirche fand er auch alleine, schließlich hat er sie gefunden.

Connor war jetzt ein Abweichler, einer von ihnen bestimmt dazu frei zu sein für diese zu kämpfen, genau wie sie alle. Simon schloss kurz die Augen und atmete einmal tief durch. Menschen taten dies um sich zu entspannen bevor sie etwas Schwierigem gegenübertreten mussten. Es half nicht wirklich! Als er die Augen wieder öffnete blinkte kurz ein kleines Aufgabenfeld auf welches er seit einigen Tagen nicht mehr gesehen hatte, ihm aber trotzdem ein leichtes Schmunzeln entlockte. „Connor, sieh mich an!“ fing dieser also an und trat auf den Abweichler zu der tatsächlich seinen Blick hob. „Du bist jetzt einer von uns. Es ist egal was du vor deiner Abweichung getan hast. Egal wie schlimm es war!“ Simon griff nach Connors Händen und drückte dies vorsichtig zusammen. „Jericho ist ein Ort der Freiheit. Wir weißen niemanden ab und heißen jeden willkommen.“
Er legte seine Stirn an die des Jüngeren und sah direkt in die rehbraunen Augen.
„Willkommen in Jericho.“ setzte er nochmal nach um sicher zu gehen das Connor verstand was er von ihm wollte. Dieser ließ einen leisen erstickenden Laut erklingen und lächelte.
"Dazu kommt noch das meine Kerntemperatur immer noch nur bei 34,8 Grad liegt, das bedeutet wenn ich heile bei unserm neuen Unterschlupf ankommen möchte, brauch ich jemanden der mich warm hält.“ scherzte dieser noch und legte Connors Hände wieder an seine Hüfte der ihn sofort an sich drückte, sein Gesicht in dessen Halsbeuge versteckend, Simon erwiderte diese Geste und streichelte leicht durch das braune Haar.
„Wir sollten den anderen hinterher.“ Seine hellblauen Augen fingen den Blick der rehbraunen als er den Jüngeren von sich drückte, sie wirkten erleichtert, doch lag immer noch eine Schuld in diesen. Simon lies also von ihm ab um Markus zu folgen als sich ein Arm wieder um seine Hüfte legte.

Es dauerte genau 1 Stunde 32 Minuten und 48 Sekunden bis zu dieser Kirche.
Sie war alt, zerfiel bereits in ihre Einzelteile, das Dach hatte unzählige Löcher durch die der Schnee in das Gemäuer fallen konnte.
Simon drehte sich zu Connor und legte ihm eine Hand auf die Brust.
„Ich werde nach Markus und den anderen sehen. Such du dir einfach einen ruhigen Platz um dich auszuruhen.“ mit der schnellen Reaktion seitens Connors nicht rechnend packte dieser ihm am Handgelenk und hielt den älteren davon ab sich zu entfernen. Er sah den schock in den hellblauen Augen. „Tut mir leid. Ich wollte nur sicher gehen das es dir gut geht.“ Simons Kerntemperatur lag bei 35,4 Grad, die Biokomponenten die beschädigt waren funktionierten wieder, zumindest wurden ihm beim Scan keine Beschädigungen angezeigt.
Er konnte den Blonden also gehen lassen ohne sich Sorgen zu machen.
„Das ist nett von dir.“ lächelte er und löste Connors doch etwas festen Handgriff.
„Ruh dich etwas aus! Ich komm sicher später nochmal zu dir.“ verabschiedete sich Simon dann doch und ging zu seiner Gruppe. Diese standen neben einer kleinen Anhöhe welche von einem Halbkreises aus Bänken umgeben war. Sie standen bei einigen CyberLife Kisten, die Vorräte, schlussfolgerte er.

Vor 3 Tagen wurde ein LKW aus den CyberLife Docks gestohlen, dem Wachpersonal ist es erst bei Schichtwechsel aufgefallen, da gab es schon keine große Möglichkeit mehr die Täter zu verfolgen und die Ware sicher zu stellen. Somit hatte er die Täter wohl gerade ausfindig gemacht. Aber wenn interessierte das jetzt noch er war ein Abweichler, nutzlos für CyberLife. Hatte Amanda enttäuscht.
Abweichler stellen sich gegen ihre Programmierung und werden so eine Bedrohung für ihr Schöpfer. Jetzt stand er hier in der Mitte der Abweichler, wusste nicht wo er hin sollte, was er tun sollte.
Eigentlich würde er jetzt Amanda Bericht erstatten und dann den weiteren Verlauf der Mission planen.
Doch was war jetzt seine Mission?

Er schritt durch die Abweichler die sich bereits hier versammelt hatten.
Einige von ihnen liefen herum, versorgten die Wunden ihrer Freunde, redeten miteinander, versuchten sich zu beruhigen. Es erinnerte ihn an die Menschen, wenn ein Notstand ausgerufen wurde. Plötzlich vergaßen sie ihren Egoismus und konnten sich um die Menschen kümmern die sie davor nicht interessiert haben.
„Abweichler simulieren menschliches Verhalten!“
Ein einfacher Satz der ihm einprogrammiert wurde, den er Hank und sich selber oft genug sagte um sie nicht von der Mission abzulenken. Er lehnte sich seitlich gegen die Mauer direkt neben der kleinen Anhöhe. Abseits der anderen Androiden.
Stimmte dies wirklich, simulierten sie alles nur.
Schuld eine Emotion die er empfand wenn er die verletzten Abweichler sah.
Sorge eine Emotion die er Simon gegenüber verspürte als dieser gehen wollte.
Erleichterung als er ihm gesagt hatte, dass er ihm nicht böse war.
All diese Emotionen fühlten sich echt an, nicht simuliert oder nachgeahmt.
Es waren seine Emotionen.
Ein tiefes Seufzen kam über seine Lippen.
Das wird zu nichts führen. Er war wegen alldem verwirrt und das würde sich wohl auch vorerst nicht ändern.

Simon stellte sich neben Josh, sah direkt auf den Rücken ihres Anführers.
Auf neue Instruktionen wartend.
„Versorgt alle verletzten Androiden die hier eintreffen. Wir müssen uns für den letzten Schlag gegen die Menschen bereit machen!“ er drehte sich zu ihnen sein Blick wirkte nachdenklich, vermutlich überlegend was er tun soll.
„Du willst die Menschen angreifen. Das wird uns nicht bringt außer ihren Missmut!“
„Aber das ist genau das was wir brauchen, die Menschen müssen Angst vor uns haben damit sie uns in Ruhe lassen!“ die übliche Diskussion ging wieder los ließ Simon nur die Augen verdrehen.
Markus schien es dieses ebenfalls einfach zu ignorieren und ging zu Simon.
„Wie geht es dir?“ er legte eine Hand auf seine Schulter. „Mir geht es gut, die anderen Androiden sind wichtiger. Du musst dich jetzt entscheiden. Du musst über uns alle entscheiden!“ Markus Augen kniffen sich zusammen als er seinen Blick durch den Raum schweifen ließ. Sein verschiedenfarbigen Augen blieb an einem Android hängen der ziellos durch die Gegend wanderte. „Was denkst du über Connor?“
Simon folgte seinem Blick. Der ehemalige Abweichlerjäger sah verloren aus.
Sein Kopf legte sich leicht schräg als er zwei Androiden beobachtete die sich verarzteten, bis er seinen Blick löste und weiterging.
„Er ist verwirrt, überfordert mit der Situation, weiß aber, dass er dafür verantwortlich ist.“
Markus nickte nur drehte sich ihm dann wieder zu.
„Bleib bei ihm und beobachte ihn. Ich will sicher gehen das wir ihm vertrauen können.“
Simon bestätigte und Markus wandte sich von ihm ab um Richtung Ausgang zu gehen.
„Wo willst du hin?“ rief Simon ihm hinterher.
„Jemanden treffen!“ war seine kurz gehaltene Antwort.
Er sah seinem Anführer noch kurz hinterher, überlegend, wenn er meinte, sich dann aber kopfschüttelnd zu den Streithähnen umdrehend.
„Leute! Er ist weg, das bringt also nichts mehr!“ informierte er sie als ihm der braune Stoff auf seinen Schultern auffiel. Er trug immer noch Connors Jacke was ihm die ganze Zeit nicht aufgefallen war. Er streifte diese ab und als er die Jacke genauer besah, fiel im ein bläulicher Fleck auf der rechten Innenseite auf.
Connor war verletzt worden?
Simon ließ also die letzten Stunden nochmal Revue passieren.
Die Verletzung musste bei ihrer Flucht zustande gekommen sein.
Er blinzelte einige male schnell als er seinen Speicher überprüfte.
Er wurde angeschossen als er Markus und North geholfen hatte.
Somit legte er die Jacke über seinen linken Unterarm und ging auf eine der CyberLife Boxen zu.
„Wo will Markus hin?“ fragte North ihn als er eine der Thiriumbeutel heraus nahm.
„Er will mit jemandem reden! Mit wem hat er nicht gesagt.“ entgegnete er dieser nur.
Drehte sich um und sah kurz durch den Raum als er Connor an einer Wand gelehnt stehen sah. Er hatte ihm ja eh gesagt das er nochmal nach ihm sehen würde. Somit entschied er sich Markus befehl nachzukommen und ging zu Connor. North verwirrten Blick nicht bemerkend.

Connor fixierte den Boden vor seinen Füßen versuchte immer noch die Situation in der er sich befand zu analysieren. Doch seine Systeme schienen ihm dieses Mal nicht weiterzuhelfen spielten gerade zu verrückt durch die neuen Einflüsse und Emotionen.
Er ließ erneut ein tiefes Seufzen erklingen. Wenn Hank jetzt hier wäre könnte dieser ihm vielleicht weiter helfen, doch das war er nicht, er war auf sich alleine gestellt.
Ein weiteres Seufzen. „Das waren viele Seufzer in den letzten Sekunden.“ drang Simons belustigte Stimme an seine Audiosysteme und lies in aufsehen.
„Hier!“ der Blonde hielt ihm eine Beutel mit blauer Flüssigkeit entgegen, die seine Scans als Thirium identifizierten und die Braune Jacke die Hank ihm gegeben hatte. Wozu er das Thirium brauchte verstand er nicht. Was der Ältere wohl an seinem Blick erkannte.
„Du wurdest doch angeschossen?“ er blinzelte einige Male als ihm seine Systeme tatsächlich eine Beschädigung der Rechten Bauchdecke offenbarten. Er hob seinen rechten Arm wo sich eine dunkle Stelle am Pullover befand.
Seine Systeme hatten ihm nicht mal den Thiriumverlust angezeigt hatte das etwas mit seiner Abweichlung zu tun, mit dem Verrücktspielen seiner Systeme. „Darf ich mir die Verletzung mal ansehen?“ riss Simons frage ihn aus den Gedanken. Er hatte den Thiriumbeutel und seine Jacke auf den Fußboden gelegt und schritt auf ihn zu.

„Lucy war eigentlich immer für die Verletzten zuständig, aber in den letzten paar Jahren hab ich ein bisschen dazugelernt!“ erklärte dieser als er an den Saum des Pullovers griff.
Connor dabei fragend ansehend. Er sah direkt in die hellblauen Augen seines Gegenübers als er bemerkte das sein System wieder anfingen verrückt zu spielten entschied er sich, dass die Wand neben ihm seine voll Aufmerksamkeit forderte. Die ganze Situation war ihm doch irgendwie unangenehm. Es hatte sich noch nie jemand anderes als ein CyberLife Mitarbeiter um seine damaligen Beschädigungen gekümmert, dazu kam noch das er sich meistens im Stand-by Modus befand und nichts mitbekommen hat.

Simon musste über die Reaktion des Jüngeren leicht schmunzeln, hatte den Saum des Pullovers etwas angehoben und besah sich den anscheinend Streifschuss. Die Haut um die aufgerissene Wunde hatte ihre ursprüngliche weiße Farbe angenommenen. Die leicht beschädigten Kabel und Thiriumleiter waren bereits wieder zusammengewachsen und die erste Schutzschicht war bereits wieder rüber gezogen.  
„Die Reparatur ist zu achtzig Prozent abgeschlossen. Bleibende Schäden ausgeschlossen.“ hörte er Connors doch recht mechanische Stimme sagen, die ihn leicht zusammenzucken lies. Er musste sich zurückerinnern das Connor noch nicht lange Abweichler war.
Systemchecks und Analysen waren also noch an der Tagesordnung. Aber er hatte recht er dachte die Verletzung würde schlimmer aussehen. Doch der Großteil war verheilt. Nur noch die synthetische Haut musste zuwachsen und man sah nichts mehr von der eigentlich so schlimmen Verletzung. So ließ er wieder von Connor ab und stellte sich gerade hin.

„Ich wurde für den Einsatz mit Kriminellen gebaut. Schläge Tritte und Schüsse machen mir nicht viel aus.“ Der Blonde sah ihn wieder mit weit aufgerissenen Augen an.
Vermutlich redeten nicht alle Androiden so. Sein Blick wanderte erneut über Simon um diesen zu scannen.

PL600 #501 743 923
Vermisst seit 16.02.2036
Kerntemperatur: 35,8°C
Energielevel: 28%
Thiriumlevel: 89%


Das gleiche führte er auch bei sich selber durch

RK800 # 313 248 317 – 51
Kerntemperatur: 37°C
Energielevel: 47%
Thiriumlevel: 78 %


„Du solltest dich ausruhen dein Energielevel ist zu niedrig und deine Kerntemperatur hat auch noch nicht wieder den normal Wert angenommen.“ Simon sah in fragend an schloss seine Augen, führte anscheinend einen eigenen Check durch.

Ganz unrecht hatte Connor nicht nach dem "Angriff" auf den Stratford Tower hatte er sich keine Ruhe gegeben ständig kümmerte er sich um die anderen Androiden und die Vorräte die sie auf der Jericho hatten. Er war auch dafür verantwortlich gewesen dass an anderen Standorten Vorräte gelagert worden waren. 'Tja Simon immer erst die anderen und dann du selber!' ermahnte er sich selber und setzte sich auf den Fußboden mit dem Rücken zur Wand.
„Das sollte ich wohl wirklich. Setzt du dich zu mir?“ stellte er eine einfache Frage die Connor wohl doch wieder verwirrte.
Ein interessanter junger Androide musste er zugeben. „Ein einfaches Ja oder Nein reicht schon.“ schmunzelte Simon als Connor den Kopf schief legte die Situation analysierte und sich dazu entschied sich zu setzen. „Du kommst noch nicht damit klar ein Abweichler zu sein.“
er reichte ihm den Thiriumbeutel, den Connor entgegennahm und neben sich auf den Boden legte.
Die letzten Tage wahren wirklich hart für ihn gewesen, erst die Sache mit dem Stratford Tower, sein Weg zurück zur Jericho, der Friedensmarsch und zum Schluss der Angriff der Sondereinheit. Er fühlte sich müde und wollte nur etwas Ruhe genießen.
Der Blondhaarige kippten leicht zur Seite und bettete seinen Kopf auf Connors Schulter.
Das leichte Zucken, das durch seinen Körper ging, ließ ihn wieder lächeln.
Connor beobachtete Simon kurz bevor dieser seinen Kopf gegen seinen lehnte. Er hatte sich diese Geste von den anderen Androiden hier abgeguckt.

„Darf ich dir eine persönliche Frage stellen?“ drang die leise Frage zu ihm durch und holte
ihn zurück aus seinem Halbschlaf. Es kam plötzlich aber doch nickte er.
„Wie war dein Leben vor dem Abweichen?“
Diese Frage kam unerwartet für den Älteren, der sich ruckartig gerade hinsetzte und einen verwirrten Blick der rehbraunen Augen bekam. Er hatte niemanden bei Jericho von seiner wie er es nannte 'Hölle' erzählt und musste gestehen, dass er dies jetzt auch nicht vorhatte. „Das ist unwichtig, Ich war ein normaler Haushaltsandroid.“ sprach er etwas zu schnell hoffte aber das er ihn wie jeden Anderen auch damit abspeisen konnte. Seine Systeme liefen auf Hochtouren und zum ersten mal war er froh keine LED mehr zu besitzen an der mann dies ablesen konnte.
Er lehnte sich wieder gegen die Wand, war es diesmal der Connors Blick auswich.
Er wollte nicht an sein Vergangenheit denken, in denen alle Möglichen Arten von Misshandlung an der Tagesordnung stand. Er im Keller eingeschlossen wurde damit er nicht abhaute. Er hatte Glück gehabt, dass sein Peiniger, als er betrunken gewesen war, einen Fehler gemacht hatte und er schlussendlich von dort abhauen hätte können.
Er spürte wie sich ein Arm um seine Schulter legte und wieder an jemanden gedrückt wurde. Sein Kopf lag wieder an Connors Schulter seine linke Hand ruhte auf seiner Brust.
Der Jüngere hatte seinen Arm wieder um seine Hüfte gelegt und streichelte leicht über seine Seite.
„Tut mir leid, ich hab nicht bedacht das die Frage unangenehm sein könnte.“

„Misshandlung?“ kam es nach einigen Minuten schweigen. Er konnte ein zaghaftes Nicken seitens Simon spüren. Also genau wie bei dem Androiden von Ortiz. Simon würde also nicht drüber reden bis man ihn zwang.
Aus einem unbekannten Impuls heraus griff er nach Simons linker Hand und verschränkte ihre Finger miteinander. Die Haut zog sich zurück genau wie vor wenigen Stunden bei ihrer Flucht und gab das natürliche Weiß zum Vorschein. „Weist du was das zu bedeuten hat?“ Simon schüttelte nur den Kopf.
„Nicht wirklich. Ich sah es bei Markus und North und ein paar anderen Androiden.
Was genau es allerdings ist weiß ich nicht.“ Connor nickte nur beobachte interessiert das bläuliche Farbenspiel ihrer Hände und legte sie dann wieder ab.
„Wir sollten jetzt etwas ruhe.“ erinnerte Simon beide daran wieso sie überhaupt da saßen.
Drückte sein Gesicht etwas an Connors Brust und schloss die Augen.

Beginne Einschaltung Ruhemodus
Systeme werden abgeschaltet
Abschaltung Audiosysteme Abgebrochen

Ruhemodus zu 80% abgeschlossen


Simon merkte noch wie etwas über seine Schultern gelegt wurde als sein Ruhemodus vollständig eingeschaltet wurde.

Download Daten RK800 eingeleitet

Connor sah wie Simon die Augen schloss und anscheinend alles für den Recharge vorbereitete.
Er griff nach der Jacke die neben diesem lag und breitete sie über diesem aus. Dabei sah er noch einmal durch die Reihen der Abweichler, es schienen in den letzten Stunden mehr geworden zu sein.
Sie schien aber trotzdem niemand zu beachten auch Markus konnte er nirgends ausmachen. Also beschloss er auch seinem Körper etwas Ruhe zu geben Schloss seine Augen und Schaltete in den Ruhemodus.

Download Daten PL600 eingeleitet

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So damit währe das erste Kapitel beendet  
ich hoffe doch das es euch Gefallen hat und ihr Spaß beim lesen hattet.
 
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